Interviews

Als Senior Media Consultant ist sie bei der REWE International AG tätig. Seit Oktober des Vorjahres ist sie auch Vorständin der Österreichischen Marketing Gesellschaft (ÖMG).

 

Herzlichen Glückwunsch nachträglich zu Ihrer Ernennung zur Vorständin. Wie sind Sie zum Marketing gekommen?

Vielen Dank - es bedeutet mir sehr viel, an der Seite von großartigen Frauen und Männern zu arbeiten. Als Banner noch eines der wenigen Werbeformate im Online-Bereich waren, habe ich begonnen, meine Erfahrungen vor allem im Media-Bereich zu sammeln. Schon früh in Führungspositionen war ich mitverantwortlich für Verhandlungen mit großen Mediaagenturen. Nach meinem ersten Kind kam die Neuorientierung in Richtung Marketing.

Dabei kam mir zugute, dass ich auf Agenturseite immer beratend für große Kunden und Marken tätig war. Meine große Leidenschaft ist es, andere zu schulen und vor allem das Wissen um KPIs und Messbarkeit weiterzugeben. Das konnte ich bisher bei Rewe anwenden und umsetzen, wofür ich sehr dankbar bin. Mit diesem Jahr hat sich sogar ein neuer Mediakanal aufgetan - Retail Media - und ich liebe es, diesen voranzutreiben und in Österreich zu etablieren.

Die Kombination aus Kreation, Marketing und Media war und ist mir ein besonderes Anliegen. Nur wenn sich alle Parteien gut austauschen, kann eine Kampagne gut funktionieren. Als die Österreichische Marketinggesellschaft heuer an mich herangetreten ist, um die Position der Geschäftsführerin zu besetzen, habe ich keine Sekunde gezögert. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe und bin froh, ein so tolles Team zu ergänzen.

Welche kurz- und langfristigen Ziele haben Sie sich für Ihre Amtszeit vorgenommen?

Kurzfristig möchte ich das gesamte Vorstandsteam bei der Planung des nächsten Jahres unterstützen und meine Leidenschaft als Netzwerkerin ausleben. Langfristig möchte ich meine Erfahrung und mein Fachwissen einbringen und hier auch die mediale Seite mit einbringen. Wir haben viele spannende Veranstaltungen in den nächsten Monaten.

Besonders stolz bin ich darauf, dass wir mehr als 50 Prozent Frauen im Vorstand haben und das gesamte Team vor allem auf Nachhaltigkeit und Female Empowerment setzt.

Gibt es bestimmte die Sie besonders interessant oder herausfordernd finden?

Hyperpersonalisierung ist ein großer Trend, der schon seit einiger Zeit anhält, aber noch von wenigen umgesetzt wird. Dafür braucht man Daten und das Wissen, wie man sie einsetzen kann. Datenstrategen und Digitalexperten sind unbestritten wichtige Partner bei der Entwicklung einer erfolgreichen Marketingstrategie. Eine Kombination aller Kanäle ist unerlässlich, um die Zielgruppen von heute zu bedienen.

Welchen Rat haben Sie für junge Marketer, die gerade erst in dieser Branche Fuß fassen?

Verbände und Vereine bieten Clubabende und Weiterbildungen an. Das ist vor allem fürs Netzwerken gut. Nehmt die Chance wahr und redet mit den Vortragenden und Teilnehmenden. Ohne ein gutes Netzwerk hat man es schwer in der Branche Fuß zu fassen. Viele Experten geben auch gerne ihr Wissen weiter in Mentoring Programmen.

Auch hier kann man gut hinter die Kulissen schauen und Erfahrungen sammeln. Vor allem jungen Frauen möchte ich Mut machen, andere Frauen um Rat zu fragen. Das gegenseitige Unterstützen ist immens wichtig. Daher bin ich nicht nur froh in der Österreichischen Marketinggesellschaft, sondern auch als Botschafterin WOMENinICT des VÖSI und im Club Alpha tatkräftig dabei zu sein. Wir brauchen Powerfrauen als Role Models – und das müssen wir täglich hervorheben und zelebrieren und uns gegenseitig unterstützen.

Foto: Harald Zischka

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz hat Mag. Kathrin Zierhut mit Wirkung vom 2. Mai 2019 mit der Leitung der ORF-Hauptabteilung „Strategische Planung und Administration“ betraut.

 

Zierhut ist damit unter anderem für die Bereiche Unternehmensplanung, insbesondere Personalentwicklung, Personaladministration, Organisationsentwicklung und Revision zuständig. Diese Bereiche übernimmt sie zusätzlich zu ihrer bisherigen Funktion als Leiterin des Bereiches Human Resources. 

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Kathrin Zierhut ist eine ausgewiesene und erfolgreiche Spezialistin mit umfassender Erfahrung sowohl im betriebswirtschaftlichen als auch im Personalbereich. Es freut mich, dass wir sie mit dieser für die strategische Weiterentwicklung des ORF wichtigen Funktion betrauen können.“ 

Mag. Kathrin Zierhut: „Ich freue mich sehr auf die spannende und wichtige Aufgabe und bedanke mich für das in mich gesetzte Vertrauen. Mit großem Engagement werde ich meinen Beitrag zur Erreichung der strategischen Ziele des Unternehmens leisten und freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem kompetenten Team und den vielen verschiedenen Bereichen des Hauses.“ 

Mag. Kathrin Zierhut studierte Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie arbeitete als Steuerberaterin in verschiedenen Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Ab 2009 war sie im ORF in verschiedenen Funktionen innerhalb der Kaufmännischen Direktion, insbesondere im Beteiligungsmanagement für die Tochtergesellschaften, tätig. Ab 2015 war sie als Leiterin „Finanzen und Personal“ in der ORF-Tochtergesellschaft „ORF-Marketing und Creation GmbH“ für den Personalbereich mehrerer Unternehmen mit ca. 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verantwortlich. Im September 2018 wurde sie mit der Leitung der ORF-Abteilung für Personalentwicklung „Human Resources“ betraut.

Foto: ORF/Thomas Ramstorfer

Nina-Nicole Zemann feiert heuer Ihr 20-jähriges Jubiläum im Tourismus – davon war Sie 5 Jahre bei Booking.com tätig und 15 Jahre in der internationalen 5* Sterne Hotellerie.

 

Ausbildung im Hotel InterContinental Wien zur Restaurantfachfrau und Hotel- & Gastgewerbeassistentin, Diplomlehrgang Marketing & Sales Management am Wifi Innsbruck und Diplomlehrgang Online Marketing Management. 

Nina-Nicole Zemann hat unter anderem im Hotel Badrutt’s Palace in St.Moritz, im Hotel Mandarin Oriental Hyde Park in London, im Hotel Klosterbräu Seefeld in Tirol und im Hotel Sacher Wien gearbeitet. Seit 2016 ist Sie als Director of Sales & Marketing für das Romantik Hotel Schloss Pichlarn tätig. Zum 20jährigen Jubiläum schenkte sich die Karrierefrau ein MSc Studium Marketing & Verkaufsmanagement, dieses startet 2018.

Foto: Archiv

 

 

Elisabeth Zehetner, Gründerin und Geschäftsführerin von oecolution, hat Austrian Business Woman kurz vor ihrer überraschenden Angelobung zur Staatsekretärin für Startups, Energie und Tourismus ein Interview gegeben.

 

Der Name oecolution kombiniert „Ökologie“ und „Evolution“. Welche konkrete „Evolution“ möchten Sie in der Wirtschaft bis 2030 vorantreiben – etwa durch den Abbau von Silodenken zwischen CFOs und Nachhaltigkeitsteams?

Nachhaltigkeit ist heute ein Thema, das schon in der Chefetage angekommen ist. Es ist einfach nicht mehr wegzudenken, gerade weil immer mehr Vorschriften und Regulierungen auf uns zukommen. Unternehmen haben längst verstanden, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine nette Zusatzmaßnahme ist, sondern ganz zentral für ihre Ausrichtung. Es geht darum, Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg miteinander zu verbinden, und zwar auf eine Art und Weise, die wirklich zukunftsfähig ist. 

Die EU-CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) verpflichtet ab 2024 tausende Unternehmen zu detaillierten ESG-Berichten. Das stellt insbesondere KMU vor Herausforderungen. Sind die neuen Berichtspflichten wirklich zielführend, oder gefährden sie durch überbordende Bürokratie die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit?

Die Absicht hinter der CSRD ist an sich ja eine gute, das ist im Übrigen bei vielen Richtlinien, die die Europäische Union im Sinn hat, der Fall. Denken wir nur an Lieferkettengesetz oder Green Claims. Transparenz ist in der heutigen Zeit wichtig, dennoch ist nicht alles, was gut gemeint ist, auch gleichzeitig gut gemacht.. Und daher folgt nun ein großes ABER. 

Für viele kleine und mittelständische Unternehmen sind diese Berichtspflichten eine enorme Hürde und schlichtweg nicht bis kaum umsetzbar. Die großen Player haben Abteilungen und Berater, die sich um solche Berichte kümmern können. Aber KMUs stehen plötzlich vor der Aufgabe, Daten zusammenzutragen, die sie oft gar nicht haben, und Berichte zu erstellen, für die sie keine Expertise haben. Das kann schnell zu einer überbordenden Bürokratie führen.

Und ja, das Risiko dabei ist enorm hoch, dass genau diese Unternehmen, die eigentlich gestärkt werden sollten, in ihrer Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt werden. Sie müssen mehr Zeit und Geld in administrative Aufgaben stecken, anstatt sich auf Innovation oder Wachstum zu konzentrieren. Da müsste man sich überlegen, wie man das Ganze pragmatischer gestalten kann – zum Beispiel mit vereinfachten Regeln oder längeren Übergangsfristen für kleinere Betriebe. Klar, Transparenz ist wichtig, aber sie darf nicht dazu führen, dass kleinere Unternehmen auf der Strecke bleiben.

Wie kann man Greenwashing erkennen und durch wirksame Maßnahmen für mehr Transparenz und nachhaltige Praktiken sorgen?

Vorweg, ich bin keine Freundin der Bürokratisierung. Dennoch: Mit der EU-Taxonomie wird Greenwashing immer schwieriger – und das Risiko für Unternehmen steigt. Konsumenten sind heute kritischer denn je, und ein Shitstorm in den sozialen Medien ist schnell entfacht. Deshalb beschäftigen sich nicht nur die Vorstände und Kommunikationsabteilungen intensiv mit ESG-Standards, sondern auch die Rechtsabteilungen. 

Wovor ich mich aber komplett sperre, ist dieser pauschale Greenwashing-Vorwurf, den einige Aktivisten Unternehmen entgegenbringen. Natürlich gibt es Fälle, in denen Nachhaltigkeit nur als Marketingstrategie genutzt wird – aber dieses Schwarz-Weiß-Denken, dass Unternehmen per se nur tricksen und täuschen, ist schlichtweg falsch.

Was dabei nämlich völlig untergeht: Jede Sensibilisierung für Umwelt- und Klimafragen ist ein Fortschritt. Statt Unternehmen reflexartig Greenwashing zu unterstellen, sollten wir sie doch ermutigen, sich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Denn wer sich mit dem Thema beschäftigt, investiert oft mehr in echte Veränderung, als es von außen sichtbar ist. Hinzu kommt, dass der Begriff „Greenwashing“ häufig inflationär und ohne klare Definition genutzt wird. Statt Unternehmen mit Vorschriften und moralischen Unterstellungen abzuschrecken, sollten wir ihnen den Weg erleichtern, nachhaltiger zu wirtschaften. Das ist doch der eigentliche Hebel: Anreize setzen, statt mit dem Finger zu zeigen.

Laut Circularity Gap Report 2024 ist Österreichs Kreislaufwirtschaftsquote bei nur 9,5 Prozent. Welche Branche hat das größte ungenutzte Potenzial?

Besonders im Bauwesen sehe ich enormes ungenutztes Potenzial. Die Branche hat einen riesigen Anteil am Ressourcenverbrauch, aber gleichzeitig auch viele Möglichkeiten, zirkuläre Prinzipien stärker zu verankern. Recycelte Baumaterialien, Sanierungen statt Abriss und Neubau, oder modulare Bauweisen – all das könnte dazu beitragen, den Materialkreislauf zu schließen.

Wenn wir es schaffen, mehr Baustoffe wiederzuverwenden und weniger Primärrohstoffe zu verbrauchen, hat das nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch wirtschaftliche. Denn am Ende geht es nicht nur um Ressourcenschonung, sondern auch darum, Emissionen zu reduzieren und die Wertschöpfung im Land zu halten. Im Übrigen halte ich es auch für längst überfällig, dass wir das Verbot des geologischen Speicherns aufheben. 

CO2 aktiv aus dem Kreislauf zu holen und den Austritt von schwer vermeidbarem CO2 zu verhindern – zum Beispiel bei der Zementherstellung oder der Müllverbrennung, ist ein wichtiger Punkt. Hier kommen Technologien wie Carbon Capture and Storage (CCS) oder Carbon Capture and Utilization (CCU) ins Spiel.

Die zentrale Frage ist: Wie können wir klimaschädliches CO2 entweder sicher im geologischen Untergrund speichern oder sinnvoll in langlebige Produkte einbinden? Das sind keine theoretischen Überlegungen, sondern entscheidende Technologien, wenn wir echte Kreislaufwirtschaft denken. Denn am Ende geht es darum, nicht nur weniger CO2 zu produzieren, sondern auch aktiv zu verhindern, dass es überhaupt in die Atmosphäre gelangt.

Die EU-Taxonomie ermöglicht Investitionen in Gas und Atomkraft als „grüne“ Übergangslösungen. Sollten Unternehmen diese Lücken zu nutzen oder plädieren Sie für strengere Selbstverpflichtungen?

Es geht hier nicht um eine Lücke oder eine Ausnahme in der EU-Taxonomie, sondern um eine pragmatische Energiepolitik. Wer glaubt, dass wir kurzfristig komplett ohne Gas und Atomkraft auskommen, ignoriert die physikalischen und wirtschaftlichen Fakten. Ohne diese Technologien drohen Blackouts, instabile Netze und Produktionsstopps in der Industrie – mit massiven Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Gerade die energieintensive Industrie – von Stahl bis Chemie – braucht eine kontinuierliche Versorgung. Erneuerbare Energien allein können das derzeit nicht leisten. Deshalb muss der Fokus auf einem schnellen Ausbau von Erneuerbaren, Speichertechnologien und Wasserstoff liegen. Doch bis diese Technologien flächendeckend einsatzbereit sind, bleibt die Nutzung von Gas und Atomkraft entscheidend – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für das Erreichen der Klimaziele. Wer das aus ideologischen Gründen ignoriert, gefährdet beides.

Wenn Sie eine Sache sofort ändern könnten – welches Gesetz oder welche Subvention würde die Nachhaltigkeitswende am meisten beschleunigen?

Diese Frage ist leider nicht trivial und schon gar nicht pauschal zu beantworten. Wie bei so vielen Dingen - der Mix macht’s. Was aus meiner Sicht im Moment besonders dringlich ist, ist die gesamte Thematik rund um die Energiekosten. Wir haben nun wieder – erstmals seit Oktober 2023 – mit Rekordgaspreisen zu kämpfen.

Wir sehen, dass diese Kosten unsere Unternehmen in die Knie zwingen und unsere Wettbewerber zu viel günstigeren Preisen produzieren können. Nehmen wir die USA: Gas kostet in den USA nur ein Fünftel von dem, was es für österreichische Firmen kostet. Dass das der schleichende Tod für unsere Unternehmen sein kann, liegt auf der Hand. Daher: Es braucht eine sichere und kosteneffiziente Energieversorgung durch schnellere Genehmigungen für nationale Energieproduktion, stabile Stromimporte, eine diversifizierte Gasversorgung sowie eine rasche Umsetzung der Wasserstoffstrategie und flexible Netztarife.

Gleichzeitig müssen Freihandel und Export gestärkt werden, indem GreenTech-Exporte forciert, Rohstoffsicherheit durch Freihandelsabkommen gesichert und unnötige Bürokratie – von Überregulierungen bis zu nationalen Sonderzielen – abgebaut werden.

Foto: oecolution/Christandl

 

Elisabeth Zehetner, founder and CEO of oecolution, was interviewed by Austrian Business Woman shortly before her surprise swearing-in as State Secretary for Startups, Energy and Tourism.

The name oecolution combines ‘ecology’ and ‘evolution’. What specific ‘evolution’ would you like to see in the economy by 2030 – for example, by breaking down silo thinking between CFOs and sustainability teams?

Sustainability is an issue that has now reached the boardroom. It has simply become indispensable, precisely because we are facing an increasing number of rules and regulations. Companies have long since understood that sustainability is not just a nice extra measure, but central to their orientation. It's about combining responsibility and economic success in a way that is truly sustainable.

The EU-CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) will require thousands of companies to produce detailed ESG reports from 2024. This poses challenges for SMEs in particular. Are the new reporting requirements really effective, or do they endanger efficiency and competitiveness through excessive bureaucracy?

The intention behind the CSRD is a good one in itself, as is the case with many of the directives the European Union has in mind. We only have to think of the Supply Chain Act or Green Claims. Transparency is important in today's world, but not everything that is well-intentioned is also well done. And so there is a big BUT.

For many small and medium-sized companies, these reporting requirements are an enormous hurdle and are simply impossible or very difficult to implement. The big players have departments and consultants who can take care of such reports. But SMEs are suddenly faced with the task of collecting data that they often don't even have and creating reports for which they have no expertise. This can quickly lead to excessive bureaucracy.

And yes, there is an enormous risk that precisely those companies that should actually be strengthened will be restricted in their efficiency and competitiveness. They have to invest more time and money in administrative tasks instead of focusing on innovation or growth. We need to think about how to make the whole thing more pragmatic – for example, with simplified rules or longer transition periods for smaller businesses. Of course, transparency is important, but it must not lead to smaller companies falling by the wayside.

How can we recognise greenwashing and ensure greater transparency and sustainable practices through effective measures?

First of all, I am not a fan of bureaucratisation. Nevertheless, the EU taxonomy will make greenwashing increasingly difficult – and the risk for companies is rising. Consumers are now more critical than ever, and a social media firestorm can flare up quickly. That is why not only the management and communications departments are dealing intensively with ESG standards, but also the legal departments.

What I completely reject, however, is the sweeping accusation of greenwashing that some activists level at companies. Of course, there are cases in which sustainability is used only as a marketing strategy – but this black-and-white thinking, that companies per se only trick and deceive, is simply wrong.

What is completely overlooked here is that any increase in awareness of environmental and climate issues is a step in the right direction. Instead of reflexively accusing companies of greenwashing, we should encourage them to address sustainability. After all, those who address the issue often invest more in real change than is visible from the outside. In addition, the term ‘greenwashing’ is often used in an inflationary manner and without a clear definition. Instead of scaring companies off with regulations and moral accusations, we should make it easier for them to operate more sustainably. That's the real lever: setting incentives instead of pointing fingers.

According to the Circularity Gap Report 2024, Austria's circular economy rate is only 9.5 per cent. Which industry has the greatest untapped potential?

I see enormous untapped potential in the construction industry in particular. The industry accounts for a huge share of resource consumption, but at the same time there are many opportunities to anchor circular principles more firmly. Recycled building materials, renovations instead of demolition and new construction, or modular construction methods – all of these could help to close the material cycle.

If we manage to reuse more building materials and consume fewer primary raw materials, this will not only have ecological advantages but also economic ones. Because in the end it is not only about conserving resources, but also about reducing emissions and keeping the value added in the country. Incidentally, I also think it is long overdue that we lift the ban on geological storage.

Actively removing CO2 from the cycle and preventing the leakage of CO2 that is difficult to avoid – for example in cement production or waste incineration – is an important issue. This is where technologies such as carbon capture and storage (CCS) or carbon capture and utilisation (CCU) come into play.

The key question is: how can we either store climate-damaging CO2 safely in the geological subsurface or meaningfully incorporate it into long-lasting products? These are not theoretical considerations, but crucial technologies if we are to think in terms of a genuine circular economy. After all, in the end it is not only about producing less CO2, but also about actively preventing it from entering the atmosphere in the first place.

The EU taxonomy allows investments in gas and nuclear power as ‘green’ transitional solutions. Should companies take advantage of these loopholes or are you calling for stricter voluntary commitments?

This is not about a loophole or an exception in the EU taxonomy, but about a pragmatic energy policy. Anyone who believes that we can completely do without gas and nuclear power in the short term is ignoring the physical and economic facts. Without these technologies, we face blackouts, unstable grids and production stoppages in industry – with massive consequences for the economy and society.

Energy-intensive industries in particular – from steel to chemicals – need a continuous supply. Renewable energies alone cannot currently provide this. That is why the focus must be on rapidly expanding renewables, storage technologies and hydrogen. But until these technologies are ready for widespread use, the use of gas and nuclear power remains crucial – not only for the economy, but also for achieving climate targets. Those who ignore this for ideological reasons endanger both.

If you could change one thing immediately, which law or which subsidy would most accelerate the sustainability turnaround?

Unfortunately, this question is not trivial and certainly cannot be answered in a sweeping way. As with so many things, it's the mix that matters. What I consider to be particularly urgent at the moment is the whole issue of energy costs. We are now facing record gas prices again for the first time since October 2023.

We can see that these costs are bringing our companies to their knees, while our competitors are able to produce at much lower prices. Take the US: gas costs only one-fifth of what it costs for Austrian companies. It is obvious that this can be the creeping death for our companies. Therefore: a secure and cost-efficient energy supply is needed through faster approvals for national energy production, stable electricity imports, a diversified gas supply, as well as a rapid implementation of the hydrogen strategy and flexible grid tariffs.

At the same time, free trade and exports must be strengthened by promoting green tech exports, securing raw materials through free trade agreements and reducing unnecessary bureaucracy – from overregulation to special national interests.

Photo: oecolution/Christandl

Sales Expertin  Dipl.-Ing. DrJohanna Zehetner ist ab sofort Director Sales in der Roche Diagnostics Österreich Geschäftsführung. 

 

Die promovierte Biotechnologin ist seit 2015 bei Roche Diagnostics tätig, zuständig für den österreichischen Markt Süd/Ost. In ihrer neuen Funktion als Director Sales wird sie bundesweit für den gesamten Verkauf von Roche Diagnostics Österreich verantwortlich sein. Die gebürtige Wienerin studierte in ihrer Heimatstadt „Lebensmittel und Biotechnologie“ sowie in England „Medical Diagnostics“ und promovierte am Austrian Institut of Technology in „Nanobiotechnologie“.

Ihr Anspruch ist es, mit individuellen Lösungen, Service und Consulting die Patientenversorgung bestmöglich zu unterstützen, um weiterhin das Leben der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Sie übernimmt die Position von Georg Kutalek, der die Position des Director Customer Service übernimmt.  

Foto: Roche Diagnostics Österreich



 

Die Country Managerin für Österreich bei Emirates über ein verbessertes Reiseerlebnis, Innovationen an Bord und Investitionen in Nachhaltigkeit.

 

Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie derzeit für Emirates in Österreich?
Ein Highlight für Emirates in Österreich war der Start unserer modernisierten Boeing 777 mit Premium Economy. Mit dem neuen Kabinenprodukt und dem dazugehörenden Service haben wir die Chance, österreichischen Reisenden ein verbessertes Reiseerlebnis und den Zugang zu einer neuen Generation an Produkten zu ermöglichen.

Damit sind wir aktuell auch die einzige Fluglinie, die den Flughafen Wien mit eine Vier Klassen-Konfiguration bedient und Reisenden auf Flügen von und nach Wien somit eine vielfältige Produktauswahl bietet. Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der neuen Premium Economy. Wir sind in einem Umfeld, wo die Nachfrage nach einer qualitativ hochwertigen Anreise nach wie vor sehr hoch ist. Die Passagiere erwarten vom ersten Kontaktpunkt an tollen Service, und diesen können wir mit unserem lokalen Team und den Kolleginnen und Kollegen weltweit bieten.

Wie wollen Sie die verschiedenen Vertriebskanäle in Österreich weiter stärken und dabei den Anforderungen unterschiedlicher Kundensegmente gerecht werden?
Nach wie vor sind unsere Partner in den Reisebüros der wichtigste Vertriebskanal. Viele unserer Passagiere schätzen den guten Service im Reisebüro und möchten gerne auch in der Planung schon qualitativ hochwertig betreut werden. Wir haben zudem ein großes Team, das ausschließlich für die Zusammenarbeit mit den Reisebüro-Partnern zuständig ist, hier haben wir in den letzten zwei Jahrzehnten viel aufgebaut.

Selbstverständlich können Kundinnen und Kunden in Österreich auch jederzeit bequem auf die Emirates-Website und -App zugreifen, um eine Reihe von Funktionen zu nutzen, darunter die Suche nach Flügen, die Erkundung unseres globalen Netzwerks, die Verwaltung ihrer Reisen und vieles mehr.

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema in der Luftfahrt. Welche Maßnahmen setzt Emirates, um umweltfreundlicher zu werden und wie kommunizieren Sie dies Ihren Kunden?
Wir arbeiten bei Emirates intensiv daran, unseren Flugverkehr laufend in Richtung Nachhaltigkeit zu verbessern. Dazu investieren wir 200 Millionen US-Dollar in Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Zudem engagieren wir uns mit verschiedenen Partnerschaften, wie etwa dem Projekt Aviation Impact Accelerator der Universität Cambridge, oder auch durch unseren Beitritt zur deutschen Initiative für erneuerbare Energien in der Luftfahrt, aireg, im vergangenen Jahr.

Der Wettbewerb in der Luftfahrtbranche ist intensiv. Wie differenziert sich Emirates in Österreich von anderen Anbietern?
Bei Emirates legen wir großen Wert auf das Reiseerlebnis unserer Passagiere. Unsere Gäste sollen sich vom ersten Moment an wie im Urlaub fühlen – das beginnt bereits mit dem Check-in am Flughafen. Für unsere Reisenden der Business- und First Class sogar schon davor, denn unser Chauffeur-Service holt Passagiere dieser Kabinenklassen in einem Umkreis von 50 km vom Flughafen Wien ab und bringt sie bequem zum Flughafen.

Wir investieren kontinuierlich in unseren Bordservice, damit unsere Passagiere die Zeit über den Wolken genießen können und entspannt an ihrer Destination ankommen. Dazu bieten wir unseren Reisenden je nach Kabinenklasse eine umfangreiche kostenlose Getränkeauswahl, monatlich wechselnde Menüs, nachhaltige Amenity Kits und Decken oder auch über 6.500 Unterhaltungskanäle mit unserem preisgekrönten Inflight-Entertainment-System ice.

Zudem freuen wir uns sehr, die erste Fluglinie am Flughafen Wien zu sein, die ihren Passagieren vier Kabinenklassen in einer Maschine bietet. Als größte internationale Fluggesellschaft der Welt bieten wir Reisenden über unser Drehkreuz in Dubai eine hervorragende Anbindung an über 140 Ziele auf sechs Kontinenten. Ganz zu schweigen davon, dass Dubai ein idealer Zwischenstopp für Passagiere ist, die zu beliebten Zielen im Indischen Ozean und in Asien weiterreisen. 

Welche Bedeutung haben Innovationen wie biometrisches Boarding oder personalisierte Reiseerlebnisse für Emirates und speziell für österreichische Kunden?
Wir treiben Innovationen gezielt voran, um unseren Passagieren ein noch angenehmeres Reiseerlebnis zu bieten. Im Fokus steht für uns immer, dass sich unsere Reisenden gut abgeholt und betreut fühlen. Am Dubai International Airport arbeiten wir bereits stark mit biometrischer Gesichtserkennung, etwa bei den Selbstbedienungs-Check-ins oder bei dem Boarding, für einen nahtlosen Weg durch den Flughafen, den natürlich auch unsere österreichischen Passagiere erleben können.

Zudem bieten wir unseren Reisenden die Möglichkeit, vorab Menüpräferenzen bekannt zu geben oder auch ihre Playlist für das Inflight-Entertainment-System ice zusammenzustellen, die dann an Bord automatisch synchronisiert wird. Auch beim personalisierten Reiseerlebnis steht bei uns im Vordergrund, die Reise für unsere Passagiere angenehmer zu gestalten. 

Sie haben über 17 Jahre Erfahrung in der Tourismus- und Luftfahrtbranche. Welche Lektionen aus Ihrer Karriere helfen Ihnen in der täglichen Arbeit am meisten?
Mein Interesse an der Luftfahrt war schon sehr früh da, umso mehr freue ich mich heute, auf eine so lange und erfolgreiche Karriere in der Branche zurückblicken zu können. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass für mich eine offene Kommunikation und Teamarbeit das Um und Auf sind. Diese Werte versuche ich kontinuierlich in meinem Team zu fördern, denn eine positive und inklusive Unternehmenskultur ist mir besonders wichtig. Eine Führungsposition in der Luftfahrtbranche beziehen zu dürfen hat mich außerdem gelehrt, selbstbewusst an Herausforderungen heranzugehen und mich nicht von Stereotypen beeinflussen zu lassen.  

Was ist Ihre Vision für Emirates in Österreich in den nächsten Jahren?
Lange war auf diese Frage meine Antwort klar: ein Vier-Klassen-Produkt mit First, Business, Premium Economy und Economy Class am österreichischen Markt anbieten zu dürfen. Jetzt, wo wir dieses Ziel erreicht haben, freue ich mich darauf, dieses Alleinstellungsmerkmal so vielen Passagieren wie möglich anzubieten und ihnen eine angenehme Reise zu ermöglichen.

Außerdem wünsche ich mir, dass die Zusammenarbeit mit unseren vielen Partnern, wie dem Flughafen Wien, den Reiseveranstaltern und Reisebüros, so gut bleibt und wir weiterhin so eine starke Loyalität unter den Mitarbeitenden haben. Sie sind nämlich die, die den Unterschied bei den Kunden und Kundinnen machen.

Foto: Emirates

 

The Emirates Country Manager for Austria talks about an improved travel experience, innovations on board and investments in sustainability.

What challenges and opportunities do you currently see for Emirates in Austria?

One highlight for Emirates in Austria was the launch of our modernised Boeing 777 with Premium Economy. With the new cabin product and the associated service, we have the opportunity to offer Austrian travellers an improved travel experience and access to a new generation of products.

This also makes us currently the only airline to serve Vienna Airport with a four-class configuration, offering travellers on flights to and from Vienna a diverse product selection. We are very pleased with the high level of interest in the new Premium Economy. We are in an environment where demand for a high-quality journey remains very high. From the first point of contact, passengers expect great service, and we can offer this with our local team and colleagues worldwide.

How do you intend to further strengthen the various sales channels in Austria and meet the requirements of different customer segments?

Our partners in the travel agencies are still our most important sales channel. Many of our passengers appreciate the good service in the travel agency and would like to be well looked after even at the planning stage. We also have a large team that is solely responsible for working with our travel agency partners, and we have built up a lot here over the last two decades.

Of course, customers in Austria can also conveniently access the Emirates website and app at any time to use a range of features, including searching for flights, exploring our global network, managing their trips and much more.

Sustainability is a big issue in aviation. What measures is Emirates taking to become more environmentally friendly and how are you communicating this to your customers?

At Emirates, we are working hard to continuously improve our operations in the direction of sustainability. To this end, we are investing 200 million US dollars in research and development projects. We are also involved in various partnerships, such as the Aviation Impact Accelerator project at the University of Cambridge, or by joining the German Initiative for Renewable Energy in Aviation, aireg, last year.

Competition in the aviation industry is intense. How does Emirates differentiate itself from other providers in Austria?

At Emirates, we place a great deal of importance on our passengers' travel experience. We want our guests to feel like they're on holiday from the moment they step foot on the plane – and that starts with the check-in at the airport. For our Business and First Class travellers, the experience begins even before that, because our chauffeur service picks up passengers in these cabin classes within a 50 km radius of Vienna Airport and brings them comfortably to the airport.

We continuously invest in our in-flight service so that our passengers can enjoy their time above the clouds and arrive at their destination feeling relaxed. We offer our travellers a wide selection of drinks free of charge, menus that change every month, sustainable amenity kits and blankets, and over 6,500 entertainment channels with our award-winning in-flight entertainment system ice, depending on the cabin class.

We are also very pleased to be the first airline at Vienna Airport to offer its passengers four cabin classes in one aircraft. As the largest international airline in the world, we offer travellers excellent connections to over 140 destinations on six continents via our hub in Dubai. Not to mention that Dubai is an ideal stopover for passengers travelling on to popular destinations in the Indian Ocean and Asia.

How important are innovations such as biometric boarding or personalised travel experiences for Emirates and especially for Austrian customers?

We are driving innovation forward in a targeted manner to offer our passengers an even more pleasant travel experience. Our focus is always on ensuring that our travellers feel well looked after. At Dubai International Airport, we are already making extensive use of biometric facial recognition, for example at self-service check-ins or at boarding, to ensure a seamless journey through the airport, which of course our Austrian passengers can also experience.

We also offer our travellers the opportunity to provide menu preferences in advance or to put together their playlist for the in-flight entertainment system, ice, which is then automatically synchronised on board. Even with a personalised travel experience, our priority is to make the journey more pleasant for our passengers.

You have over 17 years of experience in the tourism and aviation industry. Which lessons from your career help you the most in your daily work?

My interest in aviation started very early on, so I am all the more pleased today to be able to look back on such a long and successful career in the industry. During this time, I have learned that open communication and teamwork are essential for me. I continuously try to promote these values in my team, because a positive and inclusive corporate culture is particularly important to me. Being able to take on a leadership position in the aviation industry has also taught me to approach challenges with confidence and not to be influenced by stereotypes. 

What is your vision for Emirates in Austria over the next few years?

For a long time, my answer to this question was clear: to be able to offer a four-class product with First, Business, Premium Economy and Economy Class on the Austrian market. Now that we have achieved this goal, I look forward to offering this unique selling point to as many passengers as possible and to enabling them to have a pleasant journey.

I also hope that our many partners, such as Vienna Airport, tour operators and travel agencies, will continue to work well with us and that we will continue to have such strong loyalty among our employees. After all, they are the ones who make the difference for our customers.

Photo: Emirates

Eine Senkung der Steuern auf Arbeit und eine strukturelle Modernisierung sollen die österreichische Wirtschaft stärken.

 

Die Politikerin kritisiert das derzeitige progressive Steuersystem in Österreich, das die Arbeit hoch besteuert und Österreich zu einem Hochsteuerland gemacht hat. Sie fordert eine Senkung der Steuern auf Arbeit und lehnt die Einführung von Vermögens- oder Erbschaftssteuern ab, da diese das System nicht gerechter machen würden. Stattdessen plädiert sie für eine Ausgestaltung von Substanzsteuern, die Investitionen begünstigen und die reine Geldverwaltung erschweren.

Für eine gesunde Wirtschaft sei eine strukturelle Modernisierung und eine Abkehr vom schuldenfinanzierten Status quo notwendig. „Reformen wie die teilweise Abschaffung der kalten Progression zeigen, dass Veränderungen möglich sind, diese dürfen aber nicht Jahrzehnte dauern“, so Zangerl-Walser. Österreich habe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem, das gelöst werden müsse. Effizientes Steuern bedeute, die Steuerlast zu senken, um die individuellen Leistungsanreize zu erhöhen und die Wirtschaft zu stärken.

Vorreiter der digitalen Transformation

In der aktuellen wirtschaftlichen Situation sind Investitionen in Wissenschaft und angewandte Forschung von zentraler Bedeutung, da sie das Wachstumspotenzial erhöhen. Tirol ist stark in der Biotechnologie und in den Bereichen Nachhaltigkeit und Energiewende, wo eine bessere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft forciert wird. Die kürzlich beschlossene Budgeterhöhung für den Bereich „Wirtschaftsstandort, Digitalisierung und Wissenschaft" soll diesen Wissenstransfer unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Tiroler Digitalisierungsoffensive mit dem Ziel, Tirol zum Vorreiter der digitalen Transformation zu machen. Wichtig für das Wirtschaftswachstum sind auch Investitionen in nachhaltige und klimagerechte Infrastrukturprojekte. Die Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie mit einem detaillierten Maßnahmenkatalog zur Energiewende wird laufend überprüft und umgesetzt. Maßnahmen zur Erhaltung der Kaufkraft, wie die Senkung der Energiekosten und die geplanten Maßnahmen zur Entlastung bei Wohnen und Grundnahrungsmitteln, sind ebenfalls von großer Bedeutung.

Förderung von Frauen in Führungspositionen

Als Sprecherin für Soziales, Generationen, Senioren, Kunst und Kultur im Tiroler Landtag setzt sich die Politikerin intensiv für die Gleichstellung der Geschlechter und soziale Gerechtigkeit ein. Eine gleichberechtigte Gesellschaft in Politik, Beruf und Alltag ist ihr großes Anliegen. Besonders wichtig sind die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Initiativen für mehr Frauen in Führungspositionen sowie der Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder.

Flexiblere Arbeitszeitmodelle und die Förderung von Homeoffice-Möglichkeiten sollen sowohl Frauen und Männern helfen, berufliche und familiäre Verpflichtungen besser in Einklang zu bringen. Die Förderung von Frauen in Führungspositionen wird durch Quotenregelungen, Mentoringprogramme und Netzwerke unterstützt. Die Novellierung des Landes-Gleichbehandlungsgesetzes 2022 und spezielle Mentoring-Programme sollen das politische Engagement von Frauen stärken. Zur Integration benachteiligter Gruppen wird auf Bildung und Weiterbildung gesetzt, um Chancengleichheit zu fördern. Ein breites Angebot an niederschwelligen Bildungs- und Weiterbildungsberatungsstellen ist in Tirol bereits vorhanden.

Foto: ÖVP Tirol

Vorstand und Aufsichtsrats-Vorsitzender des Tourismusverbandes TirolWest bestellten Mag. Simone Zangerl zur Nachfolgerin von DI Andrea Weber.

 

Nachdem DI Andrea Weber ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin beim TVB TirolWest niederlegte, wurde nun eine bestens für die Stelle geeignete Nachfolgerin gefunden: Mag. Simone Zangerl, welche seit November 2016 für die Marketingleitung bei TirolWest zuständig ist, überzeugte im Hearing durch ihre fachliche Kompetenz und langjährige Erfahrung. Sie wird mit 1. Juni 2017 zur neuen Geschäftsführerin bestellt. Obmann Konrad Geiger dazu: „Mit Simone Zangerl können wir die Stelle perfekt nachbesetzen, sie hat eine touristische Ausbildung, kennt die Branche bestens und wird vom Team sehr geschätzt. Der Vorstand sowie Aufsichtsratsvorsitzende ist sich sicher, dass sie die neue Herausforderung zur vollsten Zufriedenheit meistern wird“.

Über Mag. Simone Zangerl

Simone Zangerl wuchs in Flirsch auf. Nach ihrem Abschluss mit Matura am Oberstufenrealgymnasium in Zams studierte sie in Salzburg „Landschafts-, Stadt- und Regionalmarketing und -management“ und schloss das Diplomstudium 2007 mit dem Magistertitel ab. Vor ihrer Tätigkeit bei TirolWest war sie 8 Jahre lang bei Altenmarkt-Zauchensee Tourismus tätig, davon 6 Jahre als stellvertretende Geschäftsführerin. Die Sehnsucht nach Tirol hat sie wieder zurück in die Heimat kehren lassen. „Das mir durch die Funktionäre entgegen gebrachte Vertrauen ehrt mich sehr und ich werde, gemeinsam mit meinem Team, die mir anvertraute Tätigkeit als neue Geschäftsführerin mit Herz und Verstand erfüllen,“ so Zangerl.

Foto: Sylvia Spitzbart/TVB Ferienregion TirolWest

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Sie ist leidenschaftlich, eloquent und durchsetzungsstark. Ihr Werdegang ist beeindruckend. Österreichs Justizministerin Dr. Alma Zadic´ im Austrian Business Woman-Gespräch.

 

Seit bald einem halben Jahr sind Sie Bundesministerin für Justiz – Ihr bisheriges Résumé?

Es ist ein unglaubliches Privileg das Justizministerium leiten und begleiten zu dürfen und vor allem eine große Freude mit so vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Justiz zusammenzuarbeiten. Durch die hohe Expertise und den unglaublichen Einsatz ist es uns vor allem in der Corona-Krise gelungen, gemeinsam alles daran zu setzen, trotz der coronabedingten Einschränkungen, dafür zu sorgen, dass die Menschen zu ihrem Recht kommen. 

Welche Aufgabengebiete haben für Sie derzeit besondere Priorität?

In erster Linie ist es mir ein Anliegen im Korruptionsstrafrecht die Lücken, die uns Ibiza schmerzlich vor Augen geführt hat, zu schließen. Ebenso wird das große Transparenzpaket dazu beitragen, dass Korruption in Österreich keine Chancen hat. 

Dr. Alma Zadic´, LL.M., Bundesministerin für Justiz

Ihr Ansatz als Politikerin ist schnell erklärt: Das Leben möglichst vieler Menschen besser machen. Unabhängig von Geschlecht, wirtschaftlicher Situation oder Herkunft.

 

Als Justizsprecherin setzt sich Selma Yildirim dafür ein, dass der gleichberechtigte Zugang zum Recht gestärkt wird. „Da ich in der Frauenpolitik sehr aktiv bin, versuche ich auch, möglichst viele Frauen für die Politik zu begeistern, sich einzubringen. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sind Frauen, das sollte sich auch in der Politik widerspiegeln. Leider seien Frauen am heimischen Arbeitsmarkt immer noch benachteiligt, die Lohnschere in Österreich sei nach wie vor groß. Wir wollen daher volle Lohntransparenz. Island ist da ein gutes Beispiel. Wenn ich weiß, was mein Kollege verdient, kann ich mich daran orientieren. Wir haben vor kurzem auch einen Antrag für mehr Gehaltstransparenz bei Stelleninseraten eingebracht. Es reicht nicht, nur den Mindestlohn anzugeben. Hier braucht es mehr Informationen.  Diese Maßnahmen müssen aber auch mit gesellschaftlichen Veränderungen einhergehen. Deshalb stehen wir für Halbe-Halbe: sowohl bei der bezahlten als auch bei der unbezahlten Arbeit. Kinderbetreuung ist Elternsache, beide Geschlechter sollen sich darum kümmern. Das hilft Frauen auf dem Arbeitsmarkt und vielen Männern, die sich stärker an der Familienarbeit beteiligen wollen. Dazu gehört auch ein Kinderbetreuungsangebot, das einen Rechtsanspruch auf ganzjährige, ganztägige und kostenlose Betreuung bringt.“

Eine Frage des Respekts

Österreich ist im europäischen Vergleich besonders stark von der Teuerung betroffen. Warum das so ist, steht für Yildirim außer Frage: „Weil die Regierung aus ÖVP und Grünen alle unsere strategischen, nachhaltigen Vorschläge wie einen Mietenstopp oder eine Deckelung der Strom- und Gaspreise blockiert hat. Stattdessen wurden Einmalzahlungen mit der Gießkanne verteilt. Ähnlich war es bei den Corona-Hilfen, an denen sich einige Unternehmen bereichert haben, während andere die Krise wirtschaftlich nicht überlebt haben“. Die Folgen dieser Politik seien hohe Staatsschulden und eine kriselnde Wirtschaft. Hinzu komme: Wenn die Kaufkraft vor allem der Mittelschicht sinke, belaste das die Wirtschaft zusätzlich.

„Unser Ziel ist es deshalb, die Menschen zu entlasten, die das Land am Laufen halten. Damit sie sich ein gutes Leben leisten können. Davon profitieren umgekehrt auch die Wirtschaft und der Staat. Nach dem Motto: Geht es den Menschen gut, geht es allen gut. Wir wollen daher auch die Steuern auf Arbeit senken und damit die Kaufkraft für die Mehrheit der Menschen in Österreich erhöhen. Rund zwei Drittel der Einkommen in Österreich stammen aus Arbeit, ein Drittel aus Vermögen. Bei den Steuern und Abgaben liegt der Anteil von Arbeit und Konsum aber bei rund 83 Prozent, jener von Kapital bei rund 15 Prozent. Die Verteilung ist also ungerecht. Deshalb empfehlen auch die EU-Kommission und die OECD Österreich, die Steuern auf Arbeit zu senken. Wer arbeitet, leistet einen wesentlich höheren Beitrag zum Sozialstaat und zu anderen Staatsausgaben. Wer aber Millionen erbt, zahlt keinen Cent für die Allgemeinheit. Das ist leistungsfeindlich. Hier wollen wir einen Ausgleich schaffen und große Vermögen und Erbschaften besteuern. Das ist eine Frage des Respekts."“

Foto: Hitthaler

Politiker haben eine Vorbildwirkung. So legt sie ihre politische Arbeit auch an. Wo sie helfen kann, hilft sie. 

 

Die Politik muss sauber und transparent sein. Ohne Freunderlwirtschaft und Gefälligkeiten. Nicht immer sind alle mit den Entscheidungen einverstanden. Wir brauchen den Dialog. Mein Ansatz ist es, das Gespräch mit den Menschen zu suchen, möglichst im direkten Kontakt, und zu erklären, welche Überlegungen hinter einer Entscheidung stehen. So kann es auch gelingen, Vertrauen zurückzugewinnen“, sagt Selma Yildirim.

Die Korruptionsskandale von ÖVP und FPÖ hätten zu einem massiven Vertrauensverlust geführt. Das zeige sich in internationalen Indikatoren, aber auch in der Meinung der Menschen. Gerade im Bereich der Korruptionsbekämpfung gäbe es viel zu tun. „So fordern wir seit langem eine unabhängige Bundesstaatsanwaltschaft, die endlich umgesetzt werden muss. Wir haben aber auch viele andere Anträge für mehr Transparenz eingebracht. Wer ehrliche Politik macht und sich um die Umsetzung von Sachthemen kümmert, wird auch die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellen“, so die Abgeordnete, die vor wachsender sozialer Ungleichheit warnt, da diese zu Spannungen in der Gesellschaft führe. Dies sei auch eine Gefahr für die Demokratie.

„Immer mehr Menschen wenden sich von der Politik ab, weil sie das Gefühl haben, dass einige wenige machen können, was sie wollen, und der Rest durch die Finger schaut. Dem müssen wir entschlossen entgegentreten. Mit Dialog statt Spaltung, aber auch mit Maßnahmen, die die Menschen mitnehmen. Denn wer arbeitet, soll auch gut davon leben können. Das ist derzeit leider nicht immer der Fall.

Progressive Besteuerung von Kapitaleinkommen

Die drei Grundprinzipien sozialdemokratischer Klimapolitik seien das Bekenntnis zur Klimaneutralität bis 2040, die sozial gerechte Ausgestaltung des Klimaschutzes und das Verständnis, dass die Bekämpfung der Klimakrise eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die nicht auf den Einzelnen abgewälzt werden dürfe. Klimaschutz brauche soziale Gerechtigkeit, denn Klimafragen seien auch soziale Fragen. Wichtig sei Verbindlichkeit: Für die Menschen und Unternehmen im Land müssten klare Vorgaben geschaffen werden, damit sie sich darauf einstellen können. „Leider ist die Bundesregierung aus ÖVP und Grünen mit dem Klimaschutzgesetz seit weit über zwei Jahren im Verzug. Das heißt, es gibt keine gesetzlichen Klimaziele und keinen Weg zur Klimaneutralität bis 2040. 

Dies ist nur mit einem Ausstieg aus der fossilen Energie möglich. Doch während konservative Parteien die Verantwortung auf den Einzelnen abwälzen, wollen wir strukturelle Veränderungen und vor allem Unternehmen in die Pflicht nehmen“, so Yildirim. Das gelte auch für die sozioökonomische Ungleichheit.

„Derzeit werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Politik der Bundesregierung fördert das. Zum Beispiel gibt es bei vielen Förderungen keine soziale Staffelung, das heißt, wer mehr hat, profitiert mehr. Nötig wäre eine sozial gerechte Steuerpolitik. Die Regierung ignoriert das, wie Maßnahmen wie der Familienbonus zeigen: Besserverdienende profitieren mehr.  Erschwerend kommt die enorme Teuerung hinzu. Mittlerweile hat schon die Mittelschicht große Probleme, das tägliche Leben zu finanzieren. Die Preise für Mieten, Energie und Lebensmittel explodieren. Vermögen und Einkommen sind in Österreich extrem ungleich verteilt. Das ist schlecht für die Demokratie, aber auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Kapitaleinkommen sollten daher genauso progressiv besteuert werden wie Arbeitseinkommen. Wer mehr hat, soll auch mehr zahlen. Außerdem setzen wir uns für eine gerechte Besteuerung extrem hoher Vermögen ein.

Foto: Die Fotografen

Ein ABW-Interview mit der HR-Chefin von L’Oréal Österreich über Unternehmenswerte, Karrieremöglichkeiten und die Wichtigkeit persönlicher Werte.

 

Auf welche Art sucht man bei L’Oréal Mitarbeiter? 

Oft ist es eine Kombination aus verschiedenen Ansätzen, die zu den besten Ergebnissen führt. Wir nutzen unsere L’Oréal Karrierewebseite und LinkedIn. Wir setzen aber auch stark auf interne Bewerber, da wir Talente im Unternehmen fördern wollen, und auf Mitarbeiterempfehlungen.  

Bei L’Oréal geht es uns nicht darum, eine Stelle zu besetzen, sondern den richtigen Kandidaten für unser Unternehmen zu finden. Schon in den ersten Gesprächen überlegen wir, was die zukünftigen Karriereschritte sein könnten. Bei L’Oréal gibt es viele Weiterentwicklungsmöglichkeiten, zum Beispiel in verschiedene Geschäftsbereiche zu wechseln oder ins Ausland zu gehen.

Die besten Kandidaten sind für uns die, die sich langfristig bei uns weiterentwickeln wollen, einen gewissen Drive mitbringen und neue Herausforderungen annehmen. Die Persönlichkeit der Bewerber ist uns im gesamten Recruitingprozess sehr wichtig. Wir wissen aufgrund langjähriger Erfahrungen, dass je besser eine Person in das Unternehmen und in ein Team passt, desto länger wird sie auch bei uns bleiben und eine langfristige Karriere bei L’Oréal machen, und genau danach suchen wir.

Welche Veränderungen bemerken Sie im Recruiting-Bereich? 

Der Rekrutierungsprozess hat sich in den letzten Jahren aufgrund technologischer Fortschritte und gesellschaftlicher Veränderungen erheblich verändert. Das merken wir natürlich auch bei L’Oréal. Die Plattformen haben sich verändert, Kandidaten informieren sich auf Instagram Profilen, LinkedIn oder Bewertungsplattformen wie Kununu oder Glassdoor.

Dadurch ist in den letzten Jahren das Employer Branding immer mehr ins Licht gerückt: wir achten verstärkt auf die Darstellung unserer Marke sowie der Repräsentation unseres Unternehmens, um die passenden Kandidat:innen anzuziehen. Die Transparenz bezüglich der Unternehmenskultur, der Werte und der Entwicklungsmöglichkeiten gewinnt hier verstärkt an Bedeutung. Der gesamte Einstellungsprozess wird aufgrund neuer technologischer Möglichkeiten auch erheblich erleichtert und läuft schneller ab. Interviews können aus der ganzen Welt geführt werden, unabhängig vom Standort der Kandidaten.

Nichtdestotrotz setzen wir bei L'Oréal stark auf persönliche Werte und es ist uns sehr wichtig, die Bewerber auch im Gespräch kennenzulernen. Dies bedeutet, dass wir versuchen, alle Kandidaten zu treffen, wenn es geographisch möglich ist. Das ermöglicht es uns ein besseres Bild über die Soft Skills und den kulturellen „fit” zu erhalten: Neben fachlichen Qualifikationen legen wir verstärkt Wert auf Team- und Kommunikationsfähigkeit und einen möglichen Teamfit. Jeder Mitarbeiter soll sich bei uns wohlfühlen. Wir sind davon überzeugt, dass diese so ihr volles Potential am besten ausschöpfen können.  

Wie und wie oft führen Sie Leistungsbeurteilungen durch? 

Wir haben unsere interne Leistungsbeurteilung kürzlich überarbeitet und nennen dieses Tool nun Connect. Hier finden im Jahr mindestens zwei konkrete Leistungsbeurteilungen statt, und mehrere sogenannte Connect Gespräche zwischen den Mitarbeitern und ihrem Vorgesetzten, die schriftlich festgehalten werden.

Anfang des Jahres werden die Ziele festgesetzt, die im Laufe des Jahres immer wieder angepasst werden können. Aktuelle Herausforderungen werden gemeinsam angesehen und die Zusammenarbeit abgestimmt, um den bestmöglichen Weg zur Zielerreichung zu finden. Darüber hinaus bietet Connect auch eine Plattform, sich über die berufliche und persönliche Entwicklung auszutauschen. Das individuelle Wellbeing ist ein wichtiges Thema, Effizienz, Ways of Working sowie der Workload werden offen angesprochen. Der regelmäßige Austausch ist für mich dabei ein maßgeblicher Mehrwert. 

Welchen Stellenwert haben Employee Experience und Unternehmenskultur? 

Meiner Erfahrung nach zeigt sich, dass die Employee Experience einen immer höheren Stellenwert gewinnt vor allem für die jungen Generationen. Employee Experience ist die gesamte Mitarbeitererfahrung, und bezieht sich auf alle Interaktionen, Eindrücke und Emotionen, die ein Mitarbeiter während seiner gesamten Zeit bei L’Oréal erlebt. Das startet bereits bei einem strukturierten und informativen Onboarding, der erste Eindruck zählt!

Ganzheitlich gesehen braucht es eine klar definierte Unternehmenskultur und Werte, eine Work-Life-Balance sowie Anerkennung. So feiern wir auch die wichtigen Momente im Leben eines Mitarbeiters, zum Beispiel Jubiläen, Hochzeit und Geburten. Bei L’Oréal zählt für uns der Mitarbeiter als Ganzes mit Erfolgen im Berufs- sowie Privatleben!  Weiters wollen die Mitarbeiter sehen, dass sie hier nicht nur einen Job machen, sondern wirklich einen Impact haben.

Spannende Entwicklungsmöglichkeiten ist einer der wichtigsten Gründe, warum Mitarbeiter bei einem Arbeitgeber bleiben, dass sie sowohl in ihrer Funktion wachsen und sich weiterentwickeln können. Indem wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, mehr über ihren Job und ihre Branche zu erfahren, und ihnen Schulungen, Mentorenprogramme oder auch individuelle Trainings und Projekte anbieten, tragen wir aktiv dazu bei, dass sie sich für ihre Arbeit engagieren, was letztlich die Fluktuationsrate senkt.

Eines ist klar, neue Mitarbeiter einzustellen ist teuer. Studien gehen sogar davon aus, dass die Ersetzung eines Mitarbeiters je nach Funktion und Gehalt sechs bis neun Monatsgehälter kosten kann. Das ist enorm! Die Mitarbeiterbindung ist stark geprägt von der Arbeitsumgebung und der Unternehmenskultur.

Bei L’Oréal legen wir viel Wert darauf, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich jeder und jede wertgeschätzt fühlt – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Im Rahmen unserer Diversity, Equity und Inclusion Strategie haben wir zum Beispiel interne Netzwerke gegründet, in der sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einbringen. Das zahlt sich aus, was sich auch in den hohen Zustimmungswerten bei unserer jährlichen Mitarbeiterbefragung widerspiegelt. 

Welche Trends sehen Sie im HR-Bereich? 

Ich habe mich in den letzten Jahren mit einem wichtigen Trend im HR-Bereich beschäftigt – HR sollte ein wichtiger Punkt in jeder Management Agenda sein hier führt nichts daran vorbei! Viele Herausforderungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die HR-Abteilung in Themen wie Quiet Quitting, Fachkräftemangel oder Zufriedenheit sich als verlässliche Navigatoren entpuppten.

Unternehmen, die noch nicht verstanden haben, welchen Mehrwert ihr HR-Team hat, werden sich in den nächsten Jahren schwertun und mit einigen Challenge zu kämpfen haben. Ich bin nicht nur davon überzeugt, dass HR sich weiterentwickeln muss, um auch in Zukunft eine dauerhafte, strategische Rolle zu spielen, sondern dass diese auch eine Schlüsselrolle für die zukünftige Widerstandskraft und die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens spielen wird. 

Wichtig ist auch geworden, dass das HR-Team im nahen Austausch mit den Mitarbeitern ist. Ich persönlich möchte mit meinem Team für unsere Mitarbeiter da sein, mit ihnen reden und ihnen zuhören. Mit Transparenz und Zugänglichkeit sollte die HR ein vertrauenswürdiger Partner sein. 

Spürt auch L’Oréal die Situation am Arbeitsmarkt? 

Natürlich spüren wir die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt, daran führt leider nichts vorbei. Wir haben die Quellen, woher unsere Kandidaten kommen, diversifiziert und rekrutieren jetzt auf unterschiedlichen Plattformen. Zudem setzen wir vermehrt auf die interne Förderung von Talenten: Bei L’Oréal DACH wollen wir deutsche, österreichische und Schweizer Mitarbeiter:innen entwickeln und fördern – auch in globale Positionen. Bereits heute arbeiten 75 Expats von L’Oréal DACH in ausländischen Tochtergesellschaften. 

Innerhalb der Gruppe ist L’Oréal DACH der fünftwichtigste Markt weltweit und einer der größten Wachstumstreiber. Das bringt vielfältige Karrieremöglichkeiten mit sich. Und das zieht Talente an. 

Außerdem arbeiten wir mit einem internen Referral-Programm: Hier können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geeignete Kandidaten empfehlen und im Fall einer erfolgreichen Vermittlung Prämien erhalten. 

Welche Skills sind nötig, um im HR-Bereich erfolgreich zu sein? 

HR hat viele verschiedene Facetten: administrative Aufgaben wie Vertragsmanagement, Zeiterfassung und Lohnverrechnung, Recruitment, Arbeitsrecht, Mitarbeitermotivation und -bindung, Coaching, Mentoring, Leadership- und Managementtraining, Employer Branding, HR Analytics, Compensation und Benefits etc.

Eine der ersten Fragen, die ich einem Unternehmen stellen würde: Welchen Stellenwert hat HR im Unternehmen? Generell sind exzellente Kommunikations- und zwischenmenschliche Fähigkeiten, und Fähigkeiten in den Bereichen Konfliktlösung, Verhandlung und Mitarbeiterbetreuung für eine erfolgreiche Karriere im HR-Bereich wichtig. Und eine weitere wichtige Frage ist: Wie sieht es mit Female Empowerement und Karrieremöglichkeiten für Frauen im Unternehmen aus? Mit 50 Prozent Frauen in Führungspositionen und einem Gender Pay Gap von nahezu null ist L’Oréal hier auf einem sehr guten Weg. 

Foto: L’Oréal, Ground Picture/Shutterstock

16 Jahre lang war Claudia Wolf-Schöffmann Begleitlehrerin, danach Bildungssprecherin und Abgeordnete des Kärntner Landtages. Nun ist sie Europawahl-Kandidatin der ÖVP.

 

Die europäische Union ist unser wichtiges Friedensprojekt! Den Wohlstand, die Stabilität und den Frieden, den WIR heute genießen, verdanken wir jenen, die den Grundstein für die Europäische Union gelegt haben. Der Aufbau des Kontinents aus seinen Trümmern, der Schutz der Nachkommen vor Krieg und Zerstörung und die Sicherung des sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts, standen am Beginn des gemeinsamen Weges zur europäischen Einheit. Es ist unsere Pflicht, diese Errungenschaften weiterzuentwickeln, denn auch unsere Kinder haben ein Recht auf ein erfülltes Leben in einem starken, geeinten Europa“, so ÖVP-Kandidatin Claudia Wolf-Schöffmann.

Dementsprechend hält sie auch den Brexit für die größte Herausforderung für die EU. „Dem britischen Blick auf die europäische Gemeinschaft, durch Eigeninteresse getrübt, fehlt die notwendige Schärfe für das gemeinsame „große Ganze“. Es fehlt auch die Erkenntnis, dass in einer globalisierten Welt, kein EU-Staat mehr groß genug ist, um die Herausforderungen allein zu meistern.“

Daniela Wolf war Leiterin des E-Learning und & Web -Support Centers an der Ferdinand Porsche FernFH. Dann nahm sie eine Auszeit und engagierte sich im Sozialbereich.

 

Sie ist Co-Gründerin einer Programmierschule für Geflüchtete. Ende 2017 kehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik an die FernFH zurück. Ein ABW-Gespräch über die Leidenschaft für Informatik, Hilfprojekte und wie man Lampenfieber überwinden kann.

Bitte beschreiben Sie kurz Ihre derzeitige Tätigkeit?

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ferdinand Porsche FernFH, wo ich auch als Lehrende im Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik tätig bin. Meine Forschungsgebiete sind Informatikdidaktik, Computer-Science-Education, E-Learning sowie ICT in der Bildung und Flüchtlingsintegration. 
Ich beschäftige mich auch mit E-Learning und neuen Technologien zur Förderung sozialer bzw. digitaler Inklusion marginalisierter Gruppen sowie verschiedener Aspekte der Informatiklehre. Das lebe ich einerseits als Co-Gründerin von refugees{code} (einer Programmierschule für Geflüchtete) und andererseits durch die Vorbereitung meiner Promotion an der TU Graz aus. 
Daneben bin ich Initiatorin von Austrian Edupreneurs, einem Ort für Veranstaltungen und Bildung rund um das Thema EdTech. Mein Ziel ist es, die lokale EdTech-Szene zu stärken und zu vernetzen. Dazu betreibe ich die Plattform austrianedupreneurs.com, organisiere Events und biete Beratung. Ich will so einen „Raum für mehr Vorbilder schaffen“ und Mut für eine EdTech-Gründung machen. 

Wann erwachte bei Ihnen das Interesse für Informatik? Gab es dafür spezielle Gründe?

Als kleines Mädchen wollte ich Tischlerin und Dekorateurin werden. Studieren wollte ich nicht. Durch die Schule wurde der Wunsch nach einem Studium größer und größer. Geträumt habe ich davon, Auslandsreporterin, Schriftstellerin, Anwältin, Raumplanerin oder Webdesignerin zu werden. Diese Träume habe ich während der Handelsakademie verworfen, weil ich eine beeinträchtigte Dame betreut habe und etwas Soziales machen wollte. Durch das Maturaprojekt habe ich meine Begeisterung für informationstechnologische und multimediale Fächer wieder entdeckt. Erfolgreich studiert habe ich daraufhin Informatikmanagement, Informatikdidaktik, Angewandtes Wissensmanagement und eEducation. Ich wollte IT-Trainerin werden.

Wie kann man junge Frauen für technische Berufe/die Forschung begeistern?

Indem man ihnen Anerkennung ihrer Leistung gibt, ihnen Informationen, Unterstützung und Ermutigung bietet und als gutes Vorbild vorangeht.

Welche Eigenschaften sind nötig, um in Ihrem Bereich erfolgreich zu sein?

Wer sich schon einmal sehr tief und intrinsisch motiviert an einem ernsteren Problem abgearbeitet und sich durchgebissen hat, ist sicher gut für den Bereich Forschung und Technologie gewappnet. Man muss ein hohes Maß an Selbstmotivation haben und sich stetig weiterentwickeln. 

Schon der Einstieg ins Studium gestaltete sich für mich holpriger als für manche meiner Kolleginnen und Kollegen. Von meiner Familie durfte ich nur wenig Unterstützung erwarten. Den Weg zu meinem Studienabschluss musste ich schon selbst organisieren. Zu Beginn stellte sich mir vor allem die Frage der Finanzierung. Viele meiner Freundinnen, Freunde und Studienkolleg(inn)en bekamen reichlich Unterstützung von ihren Eltern. Geld wäre nie ein Punkt gewesen, an dem ihr Studienvorhaben hätte scheitern können. Für mich war das eine große Sorge. Die staatliche Förderung – wie die Studienbeihilfe – erleichterte die Situation ungemein. Nichtsdestominder reichte auch dieses Geld oft hinten und vorne nicht aus, und so war ich gezwungen, neben dem Studium zu arbeiten. Ich habe mich zum Beispiel gleichzeitig als Assistentin an der Lehre beteiligt und mich mit meinen Flüchtlingsprojekten „Welcomingtours.at“ und refugees{code} um das Gute bemüht. Ich habe weibliche Studierende im Informatikstudium gecoacht und inspiriert. All das hat mir dabei geholfen, eine selbstständige Persönlichkeit zu werden. Ich weiß, was Durchhaltevermögen ist und wie hart das Ringen um echte Erfolge und Geld sein kann. Ich habe in Grundzügen eine Ahnung von Selbstverantwortung und Führungsverhalten. Wer sich solchen Herausforderungen gestellt hat, der oder dem merkt man das bei der späteren Arbeit auch an.

Wie beurteilen Sie die entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich?

Ich finde, dass es in Österreich sehr viele Ausbildungsmöglichkeiten für die Größe des Landes gibt. Ich habe allerdings immer wieder festgestellt, dass es sehr schwierig ist durch das Dickicht dieser vielen Möglichkeiten zu finden und vor allem, sich zu entscheiden. Außerdem - wer bei uns durch eine Ausbildung geht, weiß, dass Lehrende im deutschsprachigen Raum deutlich kritischer und schlechter ausgebildet sind als im internationalen Vergleich. Natürlich gibt es einzelne Pioniere im Klassenzimmer. Das beruht jedoch viel auf persönlichem Einsatz einzelner Lehrpersonen.

Wie beschreiben Sie Ihre Arbeitsweise?

Ich habe die Gabe mich in Projekte zu bohren und das immer lösungsorientiert und unglaublich selbstständig. Ich analysiere gerne alles und jeden und bin sehr neugierig. Außerdem lasse mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Aber es kann auch mal vorkommen, dass ich verunsichert bin und Angst habe, nichts richtig zu machen. Gleichzeitig liebe ich es, wenn jemand behauptet: „Das geht nicht.“ Dann beweise ich ihr/ihm das Gegenteil. Wo andere Probleme sehen, suchen wir Informatiker(innen) nach Lösungen.

Was macht die besondere Faszination Ihrer Tätigkeit aus?

Das ich meine eigene Nische gefunden habe. Ich kann mir meine Tätigkeit so einrichten, dass sie zu mir passt, dass ich meine Stärken voll einsetzen kann und dass mich meine Tätigkeit jeden Tag aufs Neue inspiriert. Um aber wirklich diese eigene Berufung zu leben und richtig aufzublühen in dem, was ich tue, habe ich aktiv gesucht. Das war ein ganzes Stück Eigenarbeit.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Als ich meine Schüchternheit überwunden habe und für Welcomingtours.at und refugees{code} vors Rampenlicht getreten bin. Öffentliche Präsentationen und Auftritte sind aber auch heute noch immer wieder aufregend für mich. Ich sage dann zu mir selbst: Jetzt musst du die Rede/Präsentation halten, jetzt gehst du nach vorne und hältst sie. Man kann sich quasi selbst zwingen, seine Unsicherheit zu überwinden.

Was würden Sie heute anders/besser machen?

Die Zeit nicht so eng zu takten, dass überhaupt keine Luft mehr drinnen ist und viel öfter dorthin zu gehen, wo die Menschen gar nichts haben.

Ihr Rat an Frauen, die sich für Wissenschaft und Forschung interessieren?

Wir sollten meiner Meinung nach vieles ausprobieren, um herauszufinden, wo unsere Leidenschaften und unsere Stärken liegen und welche Themen und Probleme uns interessieren, bis wir wissen, wo unser Platz ist. Diese Phase gehört einfach dazu. Ansonsten sollte man offen sein und Neues ausprobieren. Wenn wir glücklich und voller Enthusiasmus sind, dann reißen wir auch andere Menschen mit und können so wirklich die Welt verändern.

Foto: Stephan Huger

Die Spitzenkandidatin der Oberösterreichische Volkspartei für die EU-Wahl ist nicht nur erfolgreiche Unternehmerin sondern auch eine versierte Politikerin. Eine ABW-Interview.

 

Die EU ist dasgrößte Friedensprojekt unseres Kontinents. Man bedenke, dass in den 300 Jahren vor 1945 zwischen den derzeit 28 EU-Staaten 123 kriegerischen Auseinandersetzungen stattfanden“, sagt Dr. Angelika Winzig, die trotz ihrem Bekenntnis zu Europa mit der Detailverliebtheit und der Regelflut der EU Probleme hat. Denn vor allem bäuerliche Familienbetriebe und Unternehmen würden darunter leiden.

Sie fordert daher Verhältnismäßigkeit für mehr Bürgernähe und die Lösung so großer Themen wie Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit zur Sicherung der Arbeitsplätze, Energie- und Klimaschutz sowie die Migrationsfrage. Für die Nationalratsabgeordnete ist die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschafts- und Forschungsraumes die größte Herausforderung.

Jeder zweite Arbeitsplatz in Österreich hänge direkt oder indirekt vom Export ab und derzeit seien internationale Handelsbeziehungen sehr fragil. „Die politischen Alphawölfe dieser Welt haben mit Sicherheit kein Interesse an einem geeinten, wirtschaftlich erfolgreichen Europa“, so Dr. Winzig, die als Budgetsprecherin ihrer Fraktion und Vorsitzende des Budgetausschusses im Nationalrat weiß, dass es wichtig ist, den Fokus auf Zukunftsthemen zu richten: Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung, Unterstützung der kleinstrukturierten Familienbetriebe in Landwirtschaft und Wirtschaft als Rückgrat unserer Gesellschaft sowie eine aktive Handelspolitik zur Absicherung der Exporte und somit Arbeitsplätze.

Ausgezeichnet für exzellente Forschungsarbeit, ein erweitertes Studienangebot und eine hohe Abschlussquote – die Rektorin der Vetmeduni kann durchaus zufrieden sein.

 

Verlief das Uni-Jahr 2023 nach Ihren Vorstellungen?

Die Vetmeduni setzt alles daran, um erstklassige Forschung zu betreiben und ein hochwertiges Studienangebot zu schaffen. Dafür benötigt es wissenschaftliche Exzellenz, die eine langfristige Planungssicherheit erfordert. Die Vetmeduni beschäftigt sich mit wichtigen gesundheitlichen Fragen, die Mensch, Tier und Umwelt betreffen. Aufgrund der Inflationsentwicklung waren wichtige Vorhaben gefährdet. Dank des Teuerungsausgleichs durch das Wissenschaftsministerium war es der Vetmeduni glücklicherweise möglich, Zukunftsprojekte wie geplant umzusetzen und damit bin ich durchaus zufrieden.

Wir konnten die Talente- und Nachwuchsförderung in der Forschung sowie unser Studienangebot ausbauen. Mit Herbst erhöhten wir die Studienplätze für Veterinärmedizin und starteten unser neues Masterprogramm „Precision Animal Health“ mit Fokus Digitalisierung im Tiergesundheitsmanagement. Es richtet sich an Veterinärmediziner:innen sowie an Absolvent:innen aus den Agrarwissenschaften, aus der Informatik, Medizintechnik, Biologie oder Humanmedizin. Es fiel der Startschuss für das neue Doktorandenkolleg „Precision Livestock Farming“, das sich dem Einsatz von digitalen Technologien in der Nutztierhaltung widmet. Auch unser interdisziplinäres Doktoratskolleg zum Thema „One Health“ ist angelaufen und zahlreiche neue Professuren und Laufbahnstellen wurden ausgeschrieben bzw. erfolgreich besetzt.

Wie hat sich die VetMed in den letzten Jahren entwickelt, und welche neuen Programme oder Initiativen haben Sie eingeführt, um die Bildungserfahrung der Studierenden zu verbessern?

Die Vetmeduni legt höchste Priorität auf ein hochqualitatives und international wettbewerbsfähiges Studienangebot. Dank unseres reformierten Curriculums, innovativer Lehr- und Lernmethoden und stetiger Qualitätssicherung haben wir die Studierbarkeit nachhaltig verbessert, sodass unsere Studienabschlussquote bei ca. 90 Prozent liegt. Eingedenk der anstehenden Pensionierungswelle bei den Tierärztinnen haben wir in den letzten Jahren die Studienplätze erhöht, sodass ausreichend Absolvent:innen für die tierärztlichen Aufgaben hervorgehen. 

Für ein hohes Niveau im medizinischen Bereich, sind Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Dafür haben wir eine neue hochmoderne Universitätsklinik für Kleintiere auf unserem Campus in Wien Floridsdorf errichtet, die vor allem der klinischen Ausbildung zukünftiger Tierärzt:innen dient. Unsere Studierenden werden praxisnah ausgebildet und sie sind in den klinischen Betrieb und die Patientenversorgung integriert.

Ich freue mich, dass wir beim jährlichen weltweiten Shanghai Ranking im Life Science-Fach „Veterinary Sciences“ stets im Spitzenfeld landen. Das zeigt unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit und die herausragende Leistung unserer Wissenschafter:innen.

Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie in der aktuellen Bildungsumgebung?

Ganz aktuell sind wir gefordert, das Potenzial neuer Technologien für die Aufgaben der Veterinärmedizin und wichtige Gesundheitsfragen zu nutzen. Wir müssen Digitalisierung in praktische Anwendungen für den tierärztlichen Alltag überführen. In diesem Zusammenhang sehen wir uns als Impulsgeber und Innovator. Das aktuelle vom Land Niederösterreich geförderte Forschungsprojekt HOLSTEIN hat das Ziel, eine technologische Basis für ein tierärztliches Notfallvermittlungssystem zu entwickeln. Somit könnte die tierärztliche Versorgung auch an Wochenenden, in der Nacht und in entlegenen Gegenden gewährleistet werden, was Landtierärzt:innen durch eine effizientere Ressourcennutzung entlastet und so wiederum den Beruf attraktiver macht.

Welche strategischen Partnerschaften und Kooperationen hat die VetMed Uni etabliert, um den Studierenden praxisnahe Erfahrungen zu ermöglichen?

Die Vetmeduni verfügt über viele erfolgreiche Partnerschaften in der Lehre und Forschung. 

Ein ganz konkretes Beispiel dazu: Die Vetmeduni ist bis weit in den Westen Österreichs präsent - trotz ihres Wiener Hauptstandorts. Seit 2020 betreiben wir eine Außenstelle in Innsbruck zum Thema Wiederkäuermedizin im alpinen Raum. Dazu kooperieren wir für unseren Forschungs- und Laborbetrieb mit der AGES (Agentur für Ernährung und Sicherheit) und arbeiten eng mit dem Land Tirol sowie den vor Ort ansässigen Praktiker:innen zusammen. Unsere Studierenden können ihre vertiefende Ausbildung in Tirol absolvieren, wo sie sich mit den Besonderheiten der Nutztiermedizin im ländlichen Raum vertraut machen und wichtige Kontakte für den Berufseinstieg knüpfen.

Wie unterstützt die VetMed die berufliche Weiterentwicklung der Absolventinnen und Absolventen?

Die Vetmeduni bietet ein Weiterbildungsangebot für Absolvent:innen an. Wir sind gerade dabei, Maßnahmen zur besseren Vernetzung auszubauen. Als wichtig erachte ich, die vielfältigen Karrierewege unserer Alumni sichtbar zu machen, die aufgrund der breiten Ausbildung sehr unterschiedlich ausfallen. Erfolgreiche Absolvent:innen fungieren so als Vorbilder für Studierende und motivieren zu ungewöhnlichen Karrieren.

Welche Erwartungen haben Sie für 2024 und welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Ich erhoffe mir, dass die Gesellschaft mehr ins Handeln kommt und wir Krisen als Chance für Veränderung betrachten. Neue Ideen und Wege dürfen nicht als Lippenbekenntnissen enden. Obwohl unsere Zeiten gewiss nicht einfach sind, verstellt Angst vor der Zukunft den Blick auf das Neue. Persönlich freue ich mich jedenfalls auf 2024 und die Herausforderungen, die kommen werden.

Für die Vetmeduni freue ich mich, dass wir Teil des neuen Ignaz Semmelweis Instituts - kurz ISI - sind, dem Kompetenzzentrum für Infektionskrankheiten aller medizinischen Universitäten. Bisher war die Expertise für Infektionen und Zoonosen über viele Institutionen verteilt. Die Vetmeduni wird dafür eine eigene Professur für vergleichende Infektiologie etablieren.

Foto: Chris Steinbrenner

Seit dem Vorjahr ist sie HR Director bei AstraZeneca Österreich. Welche Veränderungen sie bereits umgesetzt hat und welche Pläne sie für die Zukunft hat, lesen Sie hier.

 

Was hat Sie dazu bewogen, im Personalwesen tätig zu werden und wie hat Ihr vielseitiger akademischer Hintergrund in den Bereichen Hospitality und HR Ihre berufliche Laufbahn beeinflusst? 

Meine ehemalige HR-Managerin hat mich überzeugt, eine Karriere im Personalbereich anzustreben. Mich hat besonders gereizt, dass ich so mein operatives und kaufmännisches Wissen verbinden kann, um die Rahmenbedingungen im Unternehmen zu gestalten und zu verbessern. Als gebürtige Schweizerin war es schon immer mein Ziel, nach dem Studium im Ausland zu arbeiten.

Mein zweisprachiger Abschluss (Französisch und Englisch) an der Ecole Hoteliere bot mir eine ideale Grundlage für den Start einer internationalen Karriere durch die Kombination von praktischem Lernen, Branchenerfahrung und angewandten akademischen Projekten in den Bereichen Strategie, Marketing, Corporate Finance, etc. Gleichzeitig ist die internationale Hotellerie eine sehr gute „Schule fürs Leben“, denn sie verlangt nicht nur Engagement, Disziplin, Fleiß und Konzentration, sondern auch ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Das sind Eigenschaften, die mich in meiner Karriere immer weitergebracht haben. Lebenslanges Lernen ist mir persönlich wichtig – so habe ich während meiner ersten Karenz einen CIPD Chartered HR Masters-Abschluss erworben. Dieser Abschluss prägte mein allgemeines HR-Fachwissen über Kernkonzepte, Werte und Rahmenbedingungen, eine kontinuierliche Lernfähigkeit/Neugier und die erwartete berufliche Integrität, Verhalten und Ethik.

Gleichzeit profitiere ich von meinem britischen HR-Netzwerk und habe als Chartered Member auch Zugang zu den neuesten Forschungsergebnissen des CIPD und von anderen erfahrenen Fachleuten, durch den Austausch auf Konferenzen oder bei Veranstaltungen. So bleibe ich über die neuesten Trends in der sich entwickelnden Welt von HR und Learning & Development auf dem Laufenden. Während meiner Tätigkeit in Katar habe ich im Jahr 2021 zusätzlich noch eine MBA-Ausbildung an der Open University abgeschlossen. Hier war mein Wunsch, mein allgemeines Geschäftsverständnis und Management-Know-how aufzufrischen und auf den neuesten Stand zu bringen. 

Welche Erfahrungen in Ihrer vorherigen Position als Group HR Manager in einer katarischen Holding waren besonders prägend und wie nutzen Sie diese Erfahrungen in Ihrer jetzigen Position bei AstraZeneca Österreich? 

Meine frühere Rolle in Katar hat mir vor allem gezeigt, wie sich kulturelle Dimensionen auf die Führungsdynamik und die Werte der Menschen am Arbeitsplatz auswirken. Ich habe ein starkes Bewusstsein für die Unterschiede in Bezug auf Machtstrukturen, Unsicherheitsvermeidung, Geschlecht und individualistische/kollektivistische Ansätze entwickelt.

Als weibliche Führungskraft in einem arabischen Land wird einem bewusst, dass man ständig unter Beobachtung steht, beurteilt und mit männlichen Kollegen verglichen wird - man ist sehr exponiert. Diese Erfahrungen haben mich sicherlich widerstandsfähiger gemacht und meine Beharrlichkeit gestärkt, meine beruflichen Ziele trotz aller möglichen Hindernisse zu verfolgen. Bei AstraZeneca kann ich nun meinen Wunsch, HR-Prozesse und den Status quo zu hinterfragen und zu verbessern, in meiner Rolle als HR Director perfekt einbringen.

Sie sind nun seit einem Jahr als HR Director bei AstraZeneca Österreich tätig. Welche Erfolge konnten Sie in dieser Zeit bereits verbuchen? 

Seit meinem Start im Januar 2023 liegt einer meiner Schwerpunkte auf der Talentförderung. Als stark wachsendes Unternehmen ist es für uns bei AstraZeneca entscheidend, die besten Talente für uns zu gewinnen, im Unternehmen zu halten und weiterzuentwickeln. Die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt mir persönlich sehr am Herzen und ist daher ein wichtiger Schwerpunkt meiner Arbeit.

Einige konkrete Beispiele für umgesetzte Initiativen: Wir haben den Talentmanagement-Prozess ausgebaut, der unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützt, ihr volles Potenzial zu entfalten und lebenslanges Lernen zu fördern. Zum Beispiel durch ein 12-monatiges internes Programm, das die fachliche und persönliche Karriereentwicklung von Talenten im Unternehmen stärkt. So bereiten wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihren nächsten Schritt und „Carreer Move“ vor und halten Talente im Unternehmen. Darüber hinaus bieten wir in Zusammenarbeit mit der Universität Wien ein 18-monatiges Traineeprogramm an. Damit ermöglichen wir den besten externen Talenten aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, zu Beginn ihrer Karriere verschiedene Karrieremöglichkeiten in der pharmazeutischen Industrie kennenzulernen und neue Bereiche für sich zu entdecken. 

Unsere I&D Champions sorgen für einen ganzheitlichen Ansatz bei Inclusion und Diversity im Unternehmen. Verschiedene Initiativen fördern eine interne Kultur der freien Meinungsäußerung und sprechen auch sensible Themen wie sexuelle Belästigung oder Mobbing am Arbeitsplatz an, befassen sich mit sozialen Themen wie Obdachlosigkeit und fördern die Wertschätzung untereinander, um ein kontinuierliches Wachstum sicherzustellen.

Weiters haben wir interne HR-Prozesse vereinfacht und optimiert, zum Beispiel beim Onboarding. Externe Partnerschaften - zum Beispiel mit dem PWN Professional Womens Network - bieten weiblichen und männlichen Mitarbeitenden die Möglichkeit, an einem Mentoring-Programm teilzunehmen und so ihre persönlichen und beruflichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Welche aktuellen Trends im Bereich HR und Personalmanagement halten Sie für besonders wichtig und wie setzen Sie diese bei AstraZeneca um? 

Das wirtschaftliche Potenzial der generativen KI zeigt, dass neue Arbeitsplätze entstehen und andere verschwinden werden. Auch bei AstraZeneca setzen wir diese neuen Arbeitsmethoden ein, indem wir unsere Mitarbeitenden schulen und ihre digitalen Kompetenzen ausbauen. So können sie ihre Arbeitszeit vermehrt unserer eigentlichen Mission als Pharmaunternehmen widmen: das Leben von Patientinnen und Patienten zu verbessern und zu verlängern. Neue, nachhaltige Lernmethoden, indem wir bewerten, wie die Mitarbeitenden die anstehenden Lernherausforderungen meistern. Wir erkennen die Notwendigkeit eines unterstützten Austauschs unter Peers und mit externen Coaches, die sie während des gesamten Lernprozesses begleiten und beraten.

Wie stellen Sie sich die Zukunft des Personalwesens vor, insbesondere im Kontext von Unternehmen in der Gesundheitsbranche wie AstraZeneca? 

Die Zukunft von HR in Gesundheitsorganisationen wie AstraZeneca wird meiner Meinung nach von mehreren wichtigen Trends geprägt sein. Erstens wird die Entwicklung und Bindung von Talenten stärker in den Fokus rücken, da die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen weiter steigt. HR wird eine entscheidende Rolle bei der Identifizierung, Förderung und Bindung von Top-Talenten in einem hart umkämpften Markt spielen.

Zweitens wird die Integration von Technologie und Datenanalyse die HR-Funktionen verändern und effizientere Gehaltsabrechnungs-, Verwaltungs- und Rekrutierungsprozesse, eine verbesserte Personalplanung und eine einfachere Messung der Mitarbeiterzufriedenheit ermöglichen. Darüber hinaus werden zunehmend hybride Arbeitsformen, einschließlich Telearbeit und flexibler Arbeitsverträge, von den Personalabteilungen neue Strategien erfordern. So können wir die Mitarbeiter optimal unterstützen und gleichzeitig die arbeitsrechtlichen Bestimmungen einhalten.

Schließlich werden das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker in den Fokus rücken. Auch hier spielt die Personalabteilung eine proaktive Rolle bei der Bereitstellung eines unterstützenden und gesunden Arbeitsumfelds.  Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Zukunft der Personalarbeit in Gesundheitsorganisationen wie AstraZeneca um Talentmanagement, Technologieintegration, flexible Arbeitsregelungen, Nachhaltigkeit und Initiativen zum Wohlbefinden der Mitarbeitenden drehen wird, damit sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Österreich konzentrieren können.

Sie ist seit zwanzig Jahren in unterschiedlichen leitenden Funktionen in der Kommunalkredit Austria AG tätig. Vor drei Monaten wurde sie zum neuen Finanzvorstand bestellt. ABW im Gespräch mit Claudia Wieser.

 

Wie zufrieden sind sie mit dem Geschäftsjahr 2021, was erwarten sie 2022? 

Für die Kommunalkredit war das Jahr 2021 ein weiteres Rekordjahr. Trotz makroökonomischer Veränderungen, wie der COVID-19 Pandemie, das niedrige Zinsumfeld sowie der steigenden Inflation konnten wir ein Neugeschäftsvolumen bei Infrastruktur- und Energiefinanzierungen von EUR 1,9 Mrd. (+65% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und ein operatives Ergebnis von EUR 60,1 Mio. (+26% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) erzielen. Wir konnten mit unseren Finanzierungen dazu beitragen, dass 46 wichtige Infrastrukturprojekte in ganz Europa realisiert wurden, die nachhaltigen Mehrwert für die Gesellschaft bringen.

Von Windkraftwerken in Skandinavien über Breitbandausbau in den Niederlanden, Solar Photovoltaik-Parks in Südeuropa, Glasfaserprojekte in Deutschland bis hin zu Gesundheitsinfrastruktur in Großbritannien, um nur einige Beispiele zu nennen. Wir erwarten auch für 2022 einen sehr positiven Geschäftsverlauf, insbesondere in den Sektoren der Digitalen Infrastruktur und Erneuerbaren Energie. Das Thema der Dekarbonisierung wird neben dem weiteren Ausbau der klassischen Bereiche PV-Solar und Windkraft, im Kontext der Energiewende, noch stärker im Mittelpunkt stehen. Elektro-Ladestationen, Batteriespeicher, Wasserstoff sind nur einige der „Buzzwords“, die uns weiterhin beschäftigen werden. 

Wie hoch ist in komplexen Zeiten die Kunden-Nachfrage hinsichtlich der von Kommunalkredit angebotenen Investmentmöglichkeiten? 

Unser Geschäftsmodell mit den zwei Säulen der Infrastruktur- und Energiefinanzierung sowie Public Finance hat sich in diesen schwierigen Zeiten nicht nur als robust, sondern vielmehr auch als erfolgreich erwiesen und bestätigt unseren bisher eingeschlagenen Weg. Themen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung sowie Investitionen in wachsende Sozial-/Gesundheitsinfrastruktur haben den europäischen Markt für Infrastrukturfinanzierungen 2021 zu einem neuen Volumenrekord von knapp EUR 300 Mrd. getrieben. Der Trend, weiter in notwendige, aber auch innovative Infrastrukturvorhaben zu investieren, ist ungebrochen hoch – das kommt natürlich auch uns zu Gute.

Die Attraktivität und Resilienz des Infrastruktursektors über die letzten Jahre hat aber zeitgleich auch zu einem wachsenden Feld an Markteilnehmern und damit einhergehend erhöhter Liquidität und Konkurrenz – nicht nur im Equity-Bereich, sondern vor allem im Bereich Kreditfinanzierung – geführt. Umso erfreulicher sind unsere Rankings in den sogenannten „League Tables“ der Infrastrukturplattform Inframation, wo wir bei der Wertung nach Transaktionen bereits an 8. Stelle gereiht sind (2020: 16), im Umfeld mit weit größeren Banken. 

Welche Themen sind für Sie derzeit besonders relevant? 

Als Infrastruktur- und Energiespezialist sind alle Themen rund um nachhaltige bzw. „grüne“ Energie, schnelle und sichere Kommunikationskanäle, moderne Gesundheitsinfrastruktur – kurz gesagt alles, was für das effiziente Funktionieren der Gesellschaft unerlässlich ist. Die Kommunalkredit ist nicht nur in Europa und darüber hinaus aktiv, sondern unterstützt auch zukunftsweisende Initiativen im österreichischen Heimatmarkt.

So investieren wir gemeinsam mit der OMV in den Bau der größten Elektrolyseanlage Österreichs, wo ab 2023 bis zu 1.500 Tonnen grüner Wasserstoff jährlich produziert werden, was eine Reduktion von bis zu 15.000 Tonnen CO2Emissionen pro Jahr ermöglicht. Wir sehen großes Potenzial in Technologien in Zusammenhang mit Wasserstoff und wollen unser Engagement in diesem Bereich ausbauen. Um diese zukunftsträchtige Technologie gezielt weiter voranzutreiben, müssen klare Voraussetzungen geschaffen werden. Österreich hat erst kürzlich die bundesweite Wasserstoffstrategie veröffentlicht – die Politik hat jetzt auch den Stellenwert dieser bedeutsamen Technologie erkannt. 

Ein weiteres wichtiges und nachhaltiges Projekt ist unser Joint Venture „PeakSun“ mit dem oberösterreichischen Energieversorger eww, um Photovoltaik-Aufdachanlagen auf gewerblichen Immobilien zu finanzieren, errichten und betreiben. Die Besonderheit hier ist, dass wir ein sogenanntes „Contracting-Modell“ anbieten.

Das bedeutet, dass für die Kunden keine anfängliche Investition notwendig ist, da die Gesellschaft die Photovoltaik-Aufdachanlagen finanziert, auf den von den Kunden zur Verfügung gestellten Dachflächen errichtet und langfristig an die Kunden verpachtet. Die Kunden erhalten sämtlichen von der Anlage erzeugten Strom und können diesen entweder im Gebäude selbst nutzen oder in das öffentliche Stromnetz einspeisen.  Sie sehen also, wir reden nicht nur über Nachhaltigkeit, sondern implementieren und realisieren entsprechende Projekte, um unseren Beitrag zur Dekarbonisierung, Energiewende und einer möglichst lebenswerten Zukunft zu leisten. 

Die Finanzierung der öffentlichen Hand (Public Finance) ist, wie vorhin bereits angemerkt, seit vielen Jahren ein wesentlicher Bestandteil unseres Geschäftsmodells. 2021 waren wir in Österreich sehr präsent und unterstützten Gemeinden und Städte bei Finanzierungen mit einem Volumen von mehr als 200 Millionen Euro, insbesondere für Kindergärten, Schulen, Sport- und Tourismusanlagen, bis hin zu Wasserversorgung, Kanälen, Kläranlagen und Straßen. Das ist uns ein großes Anliegen – dort zu investieren, wo Menschen direkt den positiven Impact spüren und davon profitieren. 

In welchen Bereichen sehen Sie in den kommenden Jahren Finanzierungsschwerpunkte? 

Wir wollen auch weiterhin unserer Vorreiterrolle bei nachhaltigen Finanzierungen, die Mehrwert für die Gesellschaft schaffen, gerecht werden. Und wir sind überzeugt, dass Infrastruktur auch in den kommenden Jahren eine ganz zentrale Rolle spielen wird. Nicht nur als Asset-Klasse, sondern vor allem als essenzieller Faktor in der Umsetzung des Green Deals zur Erreichung der nationalen und internationalen Klima- und Energieziele.

Konstant und zukunftsorientiert müssen entsprechende innovative Projekte finanziert werden – dafür stehen wir bereit. Wir wollen zukunftsorientierte Projekte fokussiert unterstützen und haben dafür mit unserer Projektentwicklungsgesellschaft FLORESTAN KA GmbH eine Basis geschaffen, um nachhaltige Infrastrukturprojekte durch Eigenkapitalbeteiligungen noch gezielter voranzutreiben. 

Wie weit fortgeschritten ist die Digitalisierung der bestehenden Geschäftsprozesse bei der Kommunalkredit Austria? 

Wir haben im September 2017 unser Online-Veranlagungsangebot KOMMUNALKREDIT INVEST für Privatkunden gestartet, seither konstant auf- und ausgebaut und sind mittlerweile nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland aktiv. Hier waren sämtliche Prozesse von Beginn an voll- digitalisiert – von der Kontoeröffnung, über die Legitimierung bis zur Veranlagung.

Ebenso wie unsere Online-Plattform KOMMUNALKREDIT DIREKT, die Gemeinden und gemeindenahen Unternehmen ein effizientes Veranlagungs- und Cash-Management-Produkt bietet. Neukunden registrieren sich über einen vollumfänglichen digitalisierten Onboarding-Prozess; das transparente Management von Veranlagungen (inklusive automatischer Wiederveranlagungen) und das Monitoring der Finanzierungen ist durch die übersichtliche anwenderorientierte Gestaltung durch den Kunden selbst einfach möglich. Parallel dazu arbeiten wir natürlich auch intern kontinuierlich an Digitalisierungs- und Prozessoptimierungsprojekten, u. a. an einem umfassenden Management Information System, das einen holistischen Blick auf sämtliche Daten zu Reporting- und Analysezwecken ermöglicht. 

Welche Veranlagungen empfehlen Sie unseren Leserinnen (Privatkunden)? 

Als Kommunalkredit bieten wir Privatkunden über die bereits erwähnte KOMMUNALKREDIT INVEST Plattform die Möglichkeit, mit Ihren Veranlagungen nachhaltige und sinnstiftende Projekte, wie Krankenhäuser und Pflegeheime, Breitbandprojekte, Photovoltaikanlagen, Wind- und Solarparks, Wasserkraftwerke sowie Verkehrsinfrastruktur zu finanzieren. Konkrete bzw. weitergehende Veranlagungsempfehlungen möchte ich hier nicht geben, da diese von sehr vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden und wir keine dezidierte Privatkundenbank sind, die dies in ihrem Produktangebot abdeckt. 

Ihre Pläne und Wünsche für das heurige Geschäftsjahr? 

Bei uns gehen Pläne und Wünsche Hand in Hand, denn wir haben für unseren weiteren Weg drei zentrale strategische Schwerpunkte definiert: Wir werden verstärkt in zukunftsorientierte Lösungen investieren, unser Produktangebot erweitern und unsere Marktposition ausbauen.  Wenn uns all das gelingt, konnten wir nicht nur unsere Pläne erfolgreich umsetzen, sondern auch unsere Wünsche erfüllen – das wäre der perfekte Outcome! 

Foto: Felix Wagner

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