Jahresausgabe 2020 – Infos zur aktuellen Ausgabe Austrian Business Woman

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Corona macht nicht nur krank, sondern deckt die Schwachstellen unserer Gesellschaft schonungslos auf, in vielerlei Hinsicht: Da wären die ersten Entlassungswellen aufgrund der Pandemie, sie betrafen vor allem Sektoren, in denen Frauen überrepräsentiert sind wie Einzelhandel, Gastgewerbe und Tourismus.

Auch beim jüngsten, zweiten harten Lockdown zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, nicht nur weil der heurige Winterurlaub vermutlich längst Schnee von gestern ist. Anders die Situation bei sozialen und Pflegeberufen: Sie sind krisensicher, aber nicht sonderlich begehrt, weil schlecht bezahlt und belastend. Immerhin 70 Prozent des Personals sind Frauen, die sich diese Arbeit antun.

Erhebungen zeigen, dass sie dreimal so viel unbezahlte Sorgearbeit leisten wie Männer. Da Frauen sich vermehrt um Kranke kümmern, sei es beruflich oder unbezahlt innerhalb der Familie, sind sie dem Virus stärker ausgesetzt und tragen ein hohes Infektionsrisiko – aber das nur nebenbei erwähnt.

Zusätzlich bringt die Pflegebürde auch erhebliche psychische Belastungen mit sich. Da wirkt es wie ein schlechter Witz, dass ausgerechnet jetzt, wo uns die Krise voll im Griff hat und wir mittels Medien hautnah miterleben müssen, dass viele Spitalsmitarbeiter bereits am Ende ihrer Kräfte sind, mittels TV-Spots die Attraktivität von Pflegeberufe beworben wird. Das ist ja in etwa so, als würde man Soldaten just dann anwerben, wenn die Grausamkeit des Gemetzels auf ihren Höhepunkt zusteuert. Wer hat sich da was dabei gedacht?

Eine Frage, die auch angesichts der Schulschließungen berechtigt ist, denn all jene Frauen, die nicht um ihr Business oder ihren Job bangen müssen, sehen sich mit diesem Übel konfrontiert. Nach wie vor sind es vor allem Frauen – ob Unternehmerinnen oder Unselbstständige – die sich der Doppelbelastung von Job und Familie sowie betreuungspflichtigen Kindern aussetzen müssen und damit bis an die Grenzen der Belastbarkeit gefordert werden.

Wenn endlich ein Impfstoff gegen COVID-19 zur Verfügung steht, so viel ist sicher, werden viele Themen aufgearbeitet werden müssen. Ich darf an dieser Stelle hervorheben, dass Frauen in Österreich tagtäglich Außerordentliches und Hervorragendes leisten. Auch deshalb gibt es unser Austrian Business Woman Jahresmagazin.

Wir stellen Ihnen 100 Frauen vor, die – egal in welcher Branche – etwas leisten, das Anerkennung verdient. Diese 100 Frauen stehen stellvertretend für alle anderen weiblichen Leistungsträgerinnen in diesem Land. Wie immer verzichten wir auch diesmal auf ein Ranking, denn wir wollen keine Konkurrenzsituationen fördern, sondern dazu motivieren, sich gegenseitig zu unterstützen und Vorbilder zu sein. 

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