Kultur

Joel Sternfeld – American Prospects

Joel Sternfeld zählt zu den wichtigsten Vertretern der New Color Photography, die in den 1970er-Jahren die Farbe für die Kunstfotografie entdecken. Als kritischer Beobachter reist Sternfeld über Jahre hinweg durch die USA und hält in umfangreichen Serien das Land und seine Bewohner und Bewohnerinnen in all ihren Eigenheiten und Widersprüchen fest. In seiner grandiosen Serie American Prospects (1978-86) widmet er sich der Beziehung des Menschen zu der von ihm geprägten amerikanischen Landschaft.

Die in brillanten Farben festgehaltenen alltäglichen und oftmals skurrilen Begebenheiten zeigen nicht nur die zunehmend wirtschaftlich erschlossene und von Umweltschäden bedrohte Natur, sondern erlauben auch Rückschlüsse auf die sozial-politischen Zustände der Zeit. American Prospects auszugsweise präsentiert wird.

Bois 21. April 2024, Albertina, www.albertina.at

Foto: Joel Sternfeld, The Space Shuttle Columbia lands at Kelly Lackland Air Force Base, San Antonio, Texas, aus der Serie: American Prospects, März 1979, Pigment Print, Albertina, Wien – Schenkung Joel Sternfeld © Joel Sternfeld

„streaWOmen auf österreichisch“: Der Flimmit-Frauen-Monat März

Flimmit macht Streamen weiblicher! Nach dem großen Erfolg im Vorjahr präsentiert Flimmit unter dem Motto „streaWOmen auf österreichisch“ auch heuer drei große Schwerpunkte rund um Frauen in der Filmbranche: Die Flimmit-Werkstattgespräche mit Verena Altenberger gehen in die nächste Runde und geben u. a. erstmals Einblick in den Arbeitsalltag einer Intimitäts- und Stuntkoordinatorin, einer Green-Filming-Beauftragten und einer Filmmusik-Komponistin. Außerdem wird die 2022 ins Leben gerufene „Hall of Female“ um 30 filmische Steckbriefe erfolgreicher Frauen aus der Filmbranche erweitert. Der FM4 Filmpodcast kuratiert ab sofort und regelmäßig spannende Streamingpakete auf Flimmit. Abgerundet wird der Frauen-Monat März mit Kollektionen zu Filmeditorin und Oscar- Anwärterin Monika Willi sowie weiblichen Nachwuchstalenten wie Luna Jordan oder Christina Cervenka.

Petra Höfer, Leiterin On-Demand-Dienste/Flimmit im ORF: „Die Flimmit- Werkstattgespräche sind unser Herzensprojekt. Dass Stars wie Verena Altenberger mit uns jetzt zum zweiten Mal zehn Frauen aus der Filmbranche interviewt, ist für uns natürlich eine hohe Auszeichnung und Ehre. Uns verbindet das Thema ‚Österreichischer Film‘, aber im Besonderen auch das Thema Gleichbehandlung und Frauen in der Filmbranche in allen Facetten. Flimmit möchte kontinuierlich dazu beitragen, dass die vielen hochtalentierten Frauen mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit bekommen. Es geht darum, relevante Themen aufzugreifen: von #MeToo über die Vereinbarkeit von Karriere und Familie, bis hin zu Ängsten, wieder ein Engagement zu bekommen. Mit Verena Altenberger als Ideengeberin und Interview-Host sind heuer wieder besonders gute Stimmungsbilder gelungen, die die Filmbranche durch die Frauenbrille betrachten.“

Flimmit-Werkstattgespräche 2.0 mit Verena Altenberger

Gemeinsam mit Verena Altenberger, Schauspielerin und Präsidentin der Akademie des Österreichischen Films, hat Flimmit im Vorjahr die „Flimmit-Werkstattgespräche“ ins Leben gerufen - ein Herzensprojekt für alle Beteiligten. Geht es doch darum, einen persönlichen und vor allem weiblichen Blick hinter die Kulissen der Filmwirtschaft zu werfen und Berufsbilder sowie Arbeitsalltag weiblicher Filmschaffender zu beleuchten. Nach großem Erfolg geht die Interviewreihe nun in die nächste Runde. In zehn wunderbaren Begegnungen kommen dieses Mal zu Wort: Viktoria Salcher (Produzentin), Nina Hauser (Green Filming Beauftragte), Julia Cencig (Schauspielerin), Cornelia Dworak (Intimitäts- und Stuntkoordinatorin), Mirjam Unger (Regisseurin und Drehbuchautorin), Iva Zabkar (Komponistin und Sounddesignerin), Ines Vorreiter (Tonmeisterin), Tanja Hausner (Kostümbildnerin), Cordula Werner (Filmeditorin) und Leena Koppe (Kamerafrau).

„Hall of Female“ wird erweitert

Flimmit setzt sich für mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Filmbranche ein und vergrößert die 2022 ins Leben gerufene „Hall of Female“ um weitere 30 weibliche Persönlichkeiten. Neu mit dabei sind u. a. Selina Graf, Veronika Franz, Eva Spreitzhofer, Tanja Raunig, Christina Cervenka, Brigitte Kren, Franziska Hackl, Caroline Athanasiadis, Kathrin Resetarits, u. v. m.

Die filmischen Steckbriefe sind unter flimmit.at dauerhaft abrufbar, werden laufend erweitert und beinhalten Kurzclips, Statements der Protagonistinnen sowie Hinweise auf ihre Produktionen, die auf Flimmit gestreamt werden können.

You’re at home, FM4!

Flimmit meets FM4 Filmpodcast! Für Flimmit kuratiert der FM4 Filmpodcast rund um Pia Reiser, Christian Fuchs und Jan Hestmann ab sofort und regelmäßig Film- Empfehlungspakete quer durch alle Genres. Den Anfang macht ein Paket mit Filmen von Regisseurinnen, die man gleich auf die Watchlist oder die Watch-again-list setzen sollte, darunter u. a. „Der Boden unter den Füßen“ von Marie Kreutzer, „L’Animale“ von Katharina Mückstein und „Waldheims Walzer“ von Ruth Beckermann.

And the Oscar goes to ... Monika Willi!

Wenn in der Nacht vom 12. März zum 95. Mal die Oscars vergeben werden, zahlt es sich aus, wach zu bleiben. Die österreichische Filmeditorin Monika Willi wurde in der Kategorie Bester Schnitt für den Film „Tár“ für einen Oscar nominiert – als einzige Frau unter vier Männern. Das gesamte Flimmit-Team drückt Monika Willi die Daumen und widmet ihr eine eigene Kollektion mit Highlights ihrer bisherigen Arbeiten, darunter „Nordrand“, „Böse Zellen“, „Whores’ Glory“ und „Wilde Maus“.

Das war noch nicht alles

Und auch die „streaWOmen auf österreichisch“-Kollektionsreihe bekommt Zuwachs und wird um die Kollektion „Weibliche Nachwuchstalente“ erweitert. Neben den bisherigen Kollektionen „Starke Frauen, starke Rollen“, „Große Frauen mit Klappe“, „Große Frauen der Geschichte“ und „Dokumentarfilmerinnen“ widmet sich die neue Kollektion jungen weiblichen Nachwuchstalenten aus der Filmbranche. In der Kollektion finden sich u. a. „Fuchs im Bau“ mit Luna Jordan, die für ihre Rolle beim Österreichischen Filmpreis als „Beste weibliche Nebenrolle“ ausgezeichnet wurde, der Landkrimi „Immerstill“ mit Christina Cervenka, die für ihre Leistung gerade für die „ROMY“ in der Kategorie „Entdeckung weiblich“ nominiert wurde, sowie die Werke der Regisseurinnen der „Werkschau“-Kollektion der Filmakademie.

Architektur Tour 200 Jahre Frauenbad Baden

Vom Badehaus zum Kunstmuseum. Begeben Sie sich auf einen spannenden Rundgang durch die wechselvolle Geschichte des ehemaligen Frauenbades und heutigen Arnulf Rainer Museums.

Das Frauen- und Carolinenbad zählt zu den bedeutendsten Bauten des Klassizismus in Österreich. Sein Entwerfer, der Franzose Charles de Moreau, war einer der führenden Architekten dieser Epoche in Österreich. Er hatte zuvor für sich selbst das Dianabad in Wien errichtet. Deshalb und wegen seiner modernen Architekturausbildung in Paris war er der geeignetste Mann für die Errichtung dieses kaiserlichen Bades. Er verstand es, ein sowohl formal als auch balneologisch der Zeit entsprechendes Gebäude zu schaffen.

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des 1821 errichteten Frauen- und Carolinenbades in der Kurstadt Baden dokumentiert die Ausstellung 
„QUELLEN DER ERINNERUNG. 200 Jahre Frauenbad in Baden“ die Baugeschichte des Hauses. Das Bauwerk selbst ist das bedeutendste Exponat. Darüber hinaus werden Dokumente, Pläne, alte Ansichten, Objekte und noch vieles mehr zu seiner Geschichte gezeigt. Das Gebäude nahm unter der Patronanz von Kaiser Franz II./I., der das Bad selbst oft nutzte, eine wichtige Stellung ein. Der Badebetrieb in Baden geht aber noch auf die Zeit der Römer zurück, die hier Körper und Geist regenerierten.

Erfahren Sie im Rahmen unserer Tour mehr über die Architektur- und Nutzungsgeschichte des klassizistischen Badehauses, das sich in 200 Jahren von einem "Tempel der Gesundheit" zu einem "Tempel der Kunst" gewandelt hat!


Dauer: 1 Stunde
Kosten: € 10,50/Person (Eintritt und Spezialführung)

Wir bitten um Ihre Anmeldung:

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 02252 209 196

Weitere Termine: 
13.2. – 20.3. – 24.4. – 22.5. – 19.6. – 17.7. – 21.8. – 18.9. – 16.10. – 20.11. – 11.12.

Foto: Kupferstich Frauenbad

Robert Motherwell – Pure Painting

Mit „Robert Motherwell – Pure Painting“ zeigt das Bank Austria Kunstforum Wien das Werk eines bedeutenden Vertreters des Abstrakten Expressionismus, jener monumentalen gestischen Malerei, die in den 1940er-Jahren ihren Anfang nahm und als die erste originär amerikanische Kunst der Nachkriegszeit angesehen wird. Es ist seit 1976 die erste Retrospektive zum Werk des großen amerikanischen Künstlers in Österreich und die erste seit 1998 in Europa.

Motherwell, das intellektuelle Pendant zum medienwirksameren Jackson Pollock, ist der europäischen Literatur und Malerei eng verbunden. Seine figurativen Anfänge sind im französischen Surrealismus verwurzelt; in den 1950er-Jahren entwickelt er eine rein abstrakte Malerei im großen Format als seine künstlerische Formensprache. Seine Bedeutung liegt in der Ausprägung und Definition der abstrakten amerikanischen Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit beschäftigt sich Motherwell mit Literatur – James Joyce’ „Ulysses“ etwa ist ihm ein lebenslanger Begleiter. Er tritt auch als Herausgeber, Autor und Kritiker in der Förderung der zeitgenössischen und nicht nur amerikanischen Kunst hervor. In der Reihe „Documents of Modern Art“ betreut er Texte von Apollinaire, eine Dada-Anthologie und vieles mehr. Im Vorwort zu einem Katalog einer Gruppenausstellung mit Jackson Pollock, Mark Rothko, Barnett Newman und anderen prägt er 1951 den Begriff der „New York School“ – als Definition des Kunstwollens der neuen Malerei in der Metropole, aber auch um sie damit von der gleichzeitigen École de Paris abzusetzen.

Motherwell ist auch ein anerkannter Lehrer: Bereits 1945 unterrichtet er am Black Mountain College in North Carolina, der damals fortschrittlichsten Ausbildungsstätte für Künstler, später in New York City, in der gemeinsam mit Rothko und anderen konzipierten Schule The Subjects of the Artist sowie an seiner eigenen Schule und am Hunter College.

Motherwells Werk ist von Variationen, Wiederholungen, dem oftmaligen Überdenken eines Themas, eines Kompositionsentwurfes, gekennzeichnet. So begleiten ihn große Zyklen über Jahrzehnte, immer wieder mit Rückgriffen auf frühere Arbeiten. In der Ausstellung stehen dafür zwei seiner wichtigsten Werkgruppen: „Elegies to the Spanish Republic“ – resultierend aus der Auseinandersetzung mit den Grausamkeiten des spanischen Bürgerkrieges von 1936 bis 1939, für den Künstler eine Metapher jeglichen Unrechts. Ihre zentralen archaischen Formen und ihr strenger Schwarz-Weiss-Akkord wird zu Motherwells Markenzeichen. Den „Elegies“ widmet er von 1948 bis zu seinem Tod über 150 Arbeiten: als majestätisches Gedenken an menschliches Leid und als abstraktes, poetisches Symbol für den unerbittlichen Zyklus von Leben und Tod.

Ein absolut intellektueller Maler, durchdringt Motherwell seine Arbeiten gleichzeitig mit Affekt und Askese, so wie diese für ihn die menschliche Psyche reflektieren. Für diesen Aspekt seines Wesens steht die Werkgruppe der „Opens“, die ihn von 1967 bis 1981 in über 200 Arbeiten beschäftigt – resultierend aus dem Verhältnis der Proportionen von zwei aneinander gelehnten Gemälden in seinem Studio. In dieser „reinen“ minimalistischen Malerei der Strenge und Reduktion transportiert Motherwell Emotionen über ausgeklügelten Farbsystemen und zurückgenommenem Ausdruck. Mit dieser Praxis will er letztlich zu dem gelangen, was ihn tatsächlich interessiert – „pure painting“.

„Robert Motherwell – Pure Painting“ entsteht in Kooperation mit dem Modern Art Museum of Fort Worth. Die Ausstellung zeigt an die 40 repräsentative Arbeiten aus Motherwells gesamtem Schaffen, Leihgaben kommen aus wichtigen Privatsammlungen und großen, internationalen Museen: unter anderem Guggenheim Bilbao Museoa; The Art Institute of Chicago; Denver Art Museum; Tate, London; Museo 

Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid; The Museum of Modern Art, New York; Staatsgalerie Stuttgart; Norton Museum of Art, West Palm Beach/Florida.

Kuratorinnen sind Evelyn Benesch für das Bank Austria Kunstforum Wien und Susan Davidson für das Modern Art Museum of Fort Worth.

Bild: Robert Motherwell, Two Figures with Cerulean Blue Stripe, 1960, Öl auf Leinwand, 213,4 × 277,5 cm, Privatbesitz. Courtesy Locks Gallery, Philadelphia, © Copyright 2023 Dedalus Foundation, Inc./Licensed by Artists Rights Society (ARS), NY

Jubiläumsjahr 2023: 300 Jahre Belvedere

2023 feiert das Belvedere das 300. Jubiläum seiner Erbauung. Über zehn Jahre lang wurde an der Sommerresidenz von Wiens wohl berühmtestem Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen gebaut: Im Jahr 1723 war die Anlage mit der Fertigstellung des Oberen Schlosses schließlich vollendet. Von Beginn an als Ort der Kunst ersonnen, sollte das Belvedere ein solcher für die kommenden 300 Jahre bleiben – erst als Ort der Präsentation von Prinz Eugens Kunstsammlung, danach als Ausstellungort der kaiserlichen Kunstsammlungen als eines der ersten öffentlichen Museen weltweit – ab 1777 bei freiem Eintritt zugänglich. Ein weiterer Meilenstein war die Gründung der Modernen Galerie 1903 im Unteren Belvedere.

Generaldirektorin Stella Rollig: „Von Anfang an ist das Belvedere ein zentraler Ort der Kunst. Ein Kraftort, an dem die Besucher*innen eine zutiefst menschliche Verbindung mit der Erinnerung eingehen, die Gegenwart reflektieren, die Zukunft ahnen. Mit dem 300-jährigen Jubiläum des Belvedere feiern wir nicht nur die Entwicklungen der Vergangenheit, sondern besonders die, die vor uns liegen.“

Mit dem Motto „Goldener Frühling“ greift das Belvedere zwei Grundmotive seiner Geschichte auf: Gold für die Tradition, den heiligen Frühling (ver sacrum) für den Aufbruch. Was war Museum gestern, was kann es morgen sein? Das Motiv des heiligen Frühlings, das die Wiener Secessionisten als Symbol für den Aufbruch zu Neuem prägten, zieht das Belvedere heran, um in die Zukunft zu blicken: auf die neue Kunstgeneration, auf die Öffentlichkeit der Zukunft, auf eine Vision von Museum, wie es gestaltet sein sollte. Der Bezug auf das Gold versinnbildlicht das Bewusstsein für die Traditionen, auf die es sich dabei bezieht. Mit viel Sinn für das Bewahren von Erbe entwickelt das Belvedere seine Vision der Zukunft: Was kann Kunst heute sein? Was soll ein Museum leisten? Und wie sehr ist es Spiegel und Triebfeder gesellschaftlicher Prozesse? Das Museum von morgen ist ein lernendes, diverses und heterogenes: Es ermutigt, von der Kunst zu lernen, betrachtet alte Kunst aus dem Heute und bemisst das Neue mit den Instrumenten der Geschichte im Hier und Jetzt.

Das Ausstellungsprogramm schlägt jene Brücke zwischen Tradition und Aufbruch, die das Motiv des „Goldenen Frühlings“ impliziert. Den Gründungsgedanken des Belvedere als modernes Museum aufgreifend werden regionale und internationale Kunst gemeinsam gezeigt – und miteinander konfrontiert. So hinterfragt die Ausstellung Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse ... ab 3. Februar im Unteren Belvedere das in der Kunstgeschichte vorherrschende Bild des originären Künstlergenies Klimt. Die Ausstellung folgt den Spuren zurück zu jenen Avantgardekünstler*innen, die Gustav Klimt nachweislich beeinflusst haben. Das malerische Frühwerk von Louise Bourgeois wird als große Entdeckung ab 22. September im Unteren Belvedere zu sehen sein. Erstmals in Europa gezeigte Gemälde der 1930er- und 1940er-Jahre werden in Bezug zum späteren skulpturalen und grafischen Schaffen der bedeutenden Künstlerin gesetzt.

Ab 6. April widmet sich das Belvedere 21 mit Über das Neue den lokalen Kunstszenen. Etwa 50 Künstler*innen und rund 20 Projekträume zeigen die aktuelle Vielfalt der Produktion und Präsentation von Kunst. Die Schau erhebt hierbei nicht den Anspruch eines lückenlosen Überblicks über das künstlerische Geschehen in und um Wien, sondern ist vielmehr eine wachsende Präsentation, die sich im Lauf des Jahres mehrmals verändern wird. Ein umfangreiches zeitgenössisches Skulpturenprojekt mit Arbeiten von namhaften Künstler*innen wie Dan Graham, Kara Walker, Franz West, Thomas Houseago oder dem Shootingstar Kapwani Kiwanga ergänzt ab 15. Mai die barocken Skulpturen rund um die Standorte des Belvedere. Im Fokus von Public Matters stehen Aspekte des Öffentlichen und der Öffentlichkeit, die mit und durch die Kunst entstehen.

Zentrale künstlerische Positionen und bisherige Sammlungsschwerpunkte werden 2023 unter neuen Gesichtspunkten betrachtet. Die am 22. März unter dem Titel Schau! Die Sammlung Belvedere von Cranach bis EXPORT neu eröffnete Sammlungspräsentation im Oberen Belvedere widmet sich über eine rein kunsthistorische Stilgeschichte hinaus den Wechselwirkungen von Kunst und Gesellschaft. Dafür beleuchtet sie 800 Jahre Kunstgeschichte aus Sicht der Kunstschaffenden und zeigt die Position von Künstler*innen im Wandel der Zeit. In der Ausstellung Das Belvedere. 300 Jahre Ort der Kunst, die das ganze Jahr über in der Orangerie zu sehen sein wird, setzt sich das Haus mit seiner eigenen Geschichte als Museum und der wechselhaften Nutzung auseinander.

Foto: Gianmaria Gava / Belvedere, Wien

Flimmit & myfidelio: Streamen auf „Österreichisch“

Jederzeit und überall klassische Musik und rot-weiß-rotes Filmvergnügen genießen – die beiden beliebten österreichischen Streaming-Plattformen myfidelio und Flimmit machen es möglich. 

Klassik aus sieben Jahrzehnten 

Das Klassik-Streamingangebot von myfidelio verfügt über mehr als 2.000 Stunden Programm aus sieben Jahrzehnten, das durch die Zusammenarbeit mit ORF, UNITEL und renommierten Kulturinstitutionen laufend erweitert und in bester Ton- und Bild-Qualität produziert wird. Kategorisiert nach den Genres Oper, Konzert, Ballett, Doku bietet die Navigation dem Publikum direkten Zugang zu den wichtigsten Bereichen der Website.

Neu sind auch korrespondierende „Playlists“ zu den einzelnen Genres, die wie ein Tune-in-Kanal mit redaktionell kuratiertem Programm für entspannten Musikgenuss sorgen. Für all jene, die ein Kultursommer-Highlight versäumt haben oder noch einmal genießen möchten, sichert ein myfidelio-Abonnement den besten Platz in der ersten Reihe bei zahlreichen, glanzvollen Produktionen des heurigen Sommers u.a. aus Salzburg, Bregenz, Grafenegg, St. Margarethen, Baden und Gmunden und zeigt herausragende Künstlerinnen und Künstler wie Camilla Nylund, Rolando Villazón oder Rudolf Buchbinder. Ein großes Best-of der bekanntesten und beliebtesten Sommer-und Open-Air-Festivals darf natürlich auch nicht fehlen. 

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Filme und Kabarett aus Österreich 

Flimmit bietet mit mehr als 5.900 Titeln eine umfassende Auswahl an österreichischen TV- Filmen sowie brandaktuellen Serien mit den Publikumslieblingen des Landes. Dank redaktionell kuratierter und humorvoll gestalteter „Mood-Icons“ auf der Flimmit-Startseite findet man direkt den passenden Titel zur passenden Stimmung.

Je nach Lust und Laune kann das bevorzugte Genre (z. B. „Drama“, „Krimi“, „Action“ etc.) angeklickt werden und schon präsentiert Flimmit eine umfangreiche Auswahl an stimmigen Programmen. Außerdem gibt es ausgewählte ORF-Produktionen bereits vor der TV-Ausstrahlung zu sehen, im Besonderen neue ORF-Serien und -Filme, aber auch herausragende Dokumentationen.

Auch für die Jüngsten gibt es mit rund 1.300 Titeln ein umfangreiches Programm. Rechtzeitig zum Schulbeginn stehen bei Flimmit deshalb Spiel, Spaß und Begeisterung auf dem Programm. Klassiker wie „Servus Kasperl“, „Freddy und die wilden Käfer“ und die Thomas Brezina-Formaten „Tom Turbo“, „Tolle Tiere“ oder „ABC Bär“ sorgen für familienfreundliche Unterhaltung. „Mit den beiden Plattformen wird sichtbar, wie vielfältig, hochwertig und kreativ das Kultur- und Filmschaffen in Österreich ist“, so ORF-Generaldirektor Mag. Roland Weissmann. 

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Teil der ORF-Digital-Strategie 

Maßgeblich verantwortlich für die erfolgreiche Vermarktung der beiden Streaming-Plattformen ist Mag. Petra Höfer. Für sie sind Flimmit und myfidelio ein wichtiges Puzzle-Teil in der ORF-Digital-Strategie. Durch tagtägliches Zusammenarbeiten in interdisziplinären Teams, schnelles Reagieren auf neue digitale Möglichkeiten und einen zielorientiertern Know-How Austausch mit den ORF-Partnern bleibe man weiter auf Erfolgskur, so Höfer. Die Zahlen bestätigen es: Die Abo-Entwicklung von Flimmit verzeichnet eine Steigerung um 360 Prozent. 

Fotos: Alex Gotter, ORF

18. Architekturbiennale in Venedig

Bis 26. November 2023 präsentieren 89 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Hauptausstellung und 64 Länder ihre Vorstellungen und Projekte im „Labor der Zukunft“. Eine Biennale die ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit, der Dekolonialisierung und kritischen Selbstreflexion steht. 

„Die Architektur war historisch gesehen eine einzige, exklusive Stimme, deren Reichweite und Macht große Teile der Menschheit ignoriert - finanziell, kreativ, konzeptionell -, als ob wir nur in einer Sprache zuhören und sprechen würden“, erklärt die diesjährige Kuratorin Lesley Lokko der Architekturbiennale in Venedig. Sie hat die weltgrößte Schau für Architektur unter das Motto „Labor der Zukunft“ gestellt und sieht sich als Agentin des Wandels.

Ihre Aussage spielt auch auf die früheren Biennalen an, wo es primär um das „Stelldichein“ der größten Architektinnen und Architekten ging, die ihre Prestigebauten und sich selbst huldigen ließen. Davon war schon in den letzten Ausstellungen nichts mehr zu sehen, zu gravierend spielen sich der Wandel unseres Klimas, unserer Ressourcen und der Gesellschaft in den Vordergrund. Aber noch nie zuvor ging es in einer Architekturbiennale so wenig um die eigentliche Architektur, sondern vielmehr um die kritische Selbstreflexion mit der Aufgabe der Biennale an sich, um Ideen und Lösungen für die Probleme knapper werdender Ressourcen und Bedrohungen von Lebensräumen und um jene Bevölkerungsgruppen, die nicht im Mittelpunkt der breiten Aufmerksamkeit unserer Gesellschaft stehen. 

Schöner Wohnen mit Lehm

So hat Lesley Lokko zum ersten Mal das Rampenlicht der Hauptausstellung auf Afrika und die afrikanische Diaspora gerichtet. „Es gibt so viele Narrative über Afrika, über die die Afrikaner selbst jedoch nie die volle Kontrolle hatten. Ich wollte ihnen eine Stimme geben, weil ich mir bewusst bin, dass das Reden über die eigene Kultur in einem fremden Land auch einen Einfluss hat, der zurückwirkt.“ Diese Stimme hat zum Beispiel der Pritzkerpreisträger Francis Kéré aus Burkina Faso bekommen, der auf natürliche Materialien eines Landes fürs Bauen setzt, wie zum Beispiel Lehm. Als er nach seinem Studium im Ausland zurück nach Burkino Faso kam, erwartete man von ihm Schulen oder Krankenhäuser nach westlichem Stahl-Glas-Beton-Stil zu bauen.

Es bedurfte einiger Überredungskunst, die Menschen vom Sinn etwa des traditionellen Lehmbaus und einfacher Kühlsysteme zu überzeugen. Aber man darf auch Zukunftsträume haben und so zeigt der nigerianische Künstler Olalekan Jeyifous seine Vision von einem "All-Africa-Protoport", in dem die Nutzung von Wasserfahrzeugen, solarbetriebenen Flugzeugen und Schnellbahnen präsentiert werden. Das Personal führt in bunten und coolen Uniformen vor Augen, dass ohne die Natur gar nichts läuft. Sonnenkraft, Algen und Gezeitenkraftwerke, dienen also effektive Energie- und Biotechnologien, die selbst den Urbanismus umweltverträglich gestalten könnten. 

Indigene und die Diaspora im Mittelpunkt 

Ein Schwerpunkt, der schon bei der letzten Kunstbiennale im Vorjahr zu verzeichnen war, setzt sich auch in der Architekturausstellung fort. Indigene Gruppen und vertriebene Minderheiten, deren Lebensweisen, Erfahrungen und Probleme werden von mehreren Ländern und in der Hauptausstellung beleuchtet. Großbritannien setzt sich mit sozialen Praktiken zur Bindung von Gemeinschaften in der Diaspora und der Schaffung neuer Denkweisen hinsichtlich Architektur und Umwelt auseinander. Brasilien, das den diesjährigen Goldenen Löwen bekam, rückt die Philosophie und Vorstellungswelten indigener und schwarzer Bevölkerungsgruppen in Brasilien in den Vordergrund. Im Hauptpavillon erklären Indigene im Amazonas ihre Lebensweise im Einklang mit der Natur, Norwegen und Schweden präsentieren, wie schon bei der Kunstbiennale, die Lebensräume der Samen. 

Das „Häusl“ als Nutzort

Nicht nur in der Lagunenstadt Venedig hat Wasser eine besondere Bedeutung. Es ist die weltweit lebenswichtigste Ressource und durch den Klimawandel zugleich größte Bedrohung. Kopenhagen ist eine jener Städte, die laut Prognosen durch den Anstieg des Meeresspiegels zu versinken droht. Dänemark rückt in seinem Pavillon deshalb nachhaltige Lösungen für Küstenregionen weltweit in den Mittelpunkt und reflektiert, wie sich die Menschheit an den steigenden Meeresspiegel und die immer häufiger auftretenden Sturmfluten anpassen kann.

Die Niederländer bohren nicht nur gleich Löcher in den Pavillon, um das Regenwasser zu sammeln, sie nutzen Wasser als Metapher unserer komplexen Finanz- und Regulierungssysteme und der Notwendigkeit über einen Systemwandel in eine gerechtere und ökologisch widerstandsfähigere Zukunft hinzuweisen. Das Königreich Bahrain will das   hohe Kondensat, das durch intensive Klimatisierung entsteht, in landwirtschaftliche Regionen zur Bewässerung umleiten, um einen positiven Beitrag zur Gesamtökologie zu leisten. Auf die wertvolle Ressource Wasser reflektiert auch Finnland und propagiert die Toilette „Huussi“, wo Holzspäne statt Wasser verwendet wird und aus der „Hinterlassenschaft“ wertvoller Dünger für den Kräutergarten wird. Als das Wasserklosett erfunden wurde gab es eine Milliarde Menschen auf dieser Welt, jetzt sind es acht. 

Wer bastelt mit?

Ressourcenschonung und Recyceln ist auch das große Thema im deutschen Pavillon. Der deutsche Beitrag zählt zu jenen, die sich besonders kritisch und gelungen mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen. So wurde der Pavillon mit übriggebliebenem Material aus über 40 Länderpavillons der Kunstbiennale 2022 befüllt. Wer möchte, kann aus den Materialien etwa eine Clutch basteln, hobeln oder hämmern und sich in der Teeküche gemeinsam austauschen.

Während der Biennalezeit werden Universitätsstudenten und Handwerkslehrlinge mit den gelagerten Materialien in ganz Venedig soziale Infrastruktureinrichtungen reparieren und pflegen. Die Wiederverwertung umfasst auch den Menschen. In einem eigens gebauten Toilettenkomplex mit Urinal für beide Geschlechter wird Urin gesammelt und zu rapsgelben Dünger verdunstet. Der Pavillon wir zu einem lebendigen Ort der Reproduktion und betont, dass ökologische Nachhaltigkeit untrennbar mit der sozialen Frage verbunden ist, Wiederverwertung wird künftig zweifellos einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Oder man sucht neue Wege zur Herstellung von nachhaltigem Baumaterial wie beispielsweise Baustoffe aus Pilzkulturen, die der belgische Pavillon sehr eindrucksvoll präsentiert. 

Veto gegen Österreichs Projekt „Beteiligung“  

Eine hervorragende Idee des österreichischen Beitrags scheiterte an der Bürokratie der Stadtregierung und Leitung der Biennale. Das Architekturkollektiv AKT (bestehend aus 17 Architektinnen und Architekten) und der großartige Altmeister der Szene, Hermann Czech, wollten die kritische Selbstreflexion der Architekturbiennale wohl zu weit treiben. Seit vielen Jahrzehnten breitet sich die Biennale in der Stadt immer weiter aus und eignet sich Wohn- und Lebensräume der Venezianer an, die in den letzten Jahrzehnten von 170.000 auf mittlerweile rund 50.000 Bewohner geschrumpft sind.

Die Gelände der Biennale sind außerhalb der Bespielung für die Bevölkerung nicht zugänglich und bleiben ungenutzt. Österreich wollte den 1934 von Josef Hoffmann und Robert Kramreiter gebauten Pavillon in der Mitte teilen und je zur Hälfte den Besuchern der Biennale und der sonst ausgeschlossenen Bevölkerung des hinter dem Pavillon angrenzenden Stadtteils Sant’Elena frei zugänglich machen. Den Raum sollten die Bewohner für Diskussionen, Veranstaltungen und Spieleabende nutzen können.

Auch das Gebiet des österreichischen Pavillons war zuvor Lebensraum für die Venezianer. Die ursprüngliche Idee, den Zugang durch ein Loch in der Mauer zu ermöglichen wurde aus Denkmalschutzgründen untersagt. Die Alternativlösung eine Brücke über die Mauer zu bauen ebenso. Österreich kann sich nicht einfach Eigentum aneignen und das wohl ausschlaggebendste Argument war, dass man keinen Präzedenzfall schaffen will. So bleibt nur der Blick von der unfertigen Brücke hinüber auf Sant’Elena. Der Beitrag Österreichs bleibt dennoch einer der interessantesten und viel diskutiertesten dieser Architekturbiennale.

Die Mauer muss weg

Einen ähnlichen Gedanken hatten die Schweizer, die ihre Idee einfach umgesetzt haben. Den schweizerischen und den venezolanischen Pavillon trennt nur eine Ziegelmauer. Viele Menschen wussten gar nicht, dass die beiden Pavillons zusammengebaut sind. Die Pandemie und die geopolitischen Spannungen haben Grenzen und Nachbarschaft eine ganz neue Bedeutung gegeben. Die Schweizer stellen sich die Frage, ob sie die Neutralität behalten, wie weit sie sich nach Europa und ihren Nachbarn öffnen.

Die Architektur muss sich künftig auch mehr auf das Bestehende, als auf das Neue konzentrieren, so die Botschaft der Schweizer. Daher rissen sie die Mauern zum „Nachbarn Venezuela nieder, um die beiden Pavillons miteinander zu verbinden. Venezuela zeigt sich davon aber unbeeindruckt und zieht sein eigenes Ding durch, ohne auf die Botschaft der Nachbarn zu reagieren. 

Wissen der Biennale aus dem Supermarkt  

Die für Besucher wohl lebendigste Kritik an der Inszenierung der Architekturbiennale liefert Lettland im Arsenale. In einem Diskont-Supermarkt, der die Biennale repräsentiert, können die Besucher aus 506 Produkten wählen, zur Kassa gehen und symbolisch konsumieren. Da stehen zum Beispiel ein Joghurt „Integration - Madness with a method“ aus Österreich, Tomaten „Bogota – from chaos to mega city“ aus Kolumbien oder Sodawasser „In our home“ aus Albanien zur Verfügung.

Die Produkte symbolisieren Beiträge aller Länderpavillons der letzten zehn Architekturbiennalen. Lettland will damit kritisch hinterfragen, was mit all dem gewonnen Wissen nach den Biennalen passiert. Den Besuchern wird vermittelt, was es schon alles für Ideen mal gegeben hat. Die aus der Sicht der Besucher wichtigsten Produkte oder Ideen sollen gekauft und das Wissen auch konsumiert werden. Am Ende der Biennale soll mit den Kassenbons ausgewertet werden, welche Produkte am meisten gekauft wurden.  

Lettland gehört somit wie Österreich, Deutschland, die Schweiz und die Niederlande zu den heurigen Kritikern, die die Architekturbiennale in ihrer heutigen Form auf den Prüfstand stellen. Einem Diskurs, von dem sich die Besucher noch bis 26. November selbst ein Bild machen können.

Infos unter: www.labiennale.org

Foto & Text: Mag. Woilfgang Haas

Alles Walzer: Fulminantes Comeback der Wiener Bälle

„Die Wiener Ballsaison wird heuer ein fulminantes Comeback feiern“, ist Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien, überzeugt. Untermauert wird das von einer Umfrage der KMU-Forschung, die – wie schon in den letzten Jahren auch – die Wiener zu ihren Plänen für die im November startende Ballsaison befragte. Und dabei auf große Begeisterung und Vorfreude stieß.

Interesse an Bällen weiter gestiegen
Wegen der Corona Pandemie und den damit einhergehenden Sicherheitsvorkehrungen der vergangenen zwei Jahre waren Veranstaltungen nur schwer möglich. Dieser Umstand hat nun zur Folge, dass viele Wiener das Bedürfnis verspüren, Veranstaltungen und insbesondere Bälle zu besuchen – noch mehr, als es im Vorjahr planten. „Jeder dritte Wiener im Alter ab 15 Jahren plant heuer einen Ballbesuch. In unserer Rekordsaison 2019/20 war das nur jeder Vierte. Wir könnten also nach zwei Jahren Pause heuer gleich eine neue Rekord-Besucheranzahl erzielen“, hofft Grießler, das bisherige Top-Ergebnis von 520.000 Ballbesuchern zu übertreffen: „550.000 verkaufte Tickets sind möglich.“

Das liegt auch daran, dass sich die Hälfte der Ballbesucher nicht mit nur einem Abend im Tanzsaal zufrieden geben wollen: Während 50 Prozent der Wiener Ballbesucher vorhaben, einen Ball zu besuchen, planen rund 25 Prozent zwei Ballbesuche (minus acht Prozentpunkte in Bezug auf das Vorjahr) und die weiteren 25 Prozent möchten heuer auf drei oder mehr Bällen tanzen (Steigerung von elf Prozentpunkten).

Planung für Ballbesuche wieder langfristiger
Gut für die Veranstalter sind die wieder steigenden Vorbereitungszeiten. Wollten potenzielle Ballbesucher im Vorjahr den Besuch nur kurzfristig planen, geben heuer nur rund ein Drittel der Befragten an, den Ballbesuch innerhalb von zwei Wochen zu planen. 57 Prozent wollen ein bis zwei Monate vor dem Ball mit den Vorbereitungen starten, neun Prozent drei bis sechs Monate vor dem geplanten Ballbesuch.

„Durch diese längeren Vorbereitungszeiten können auch wieder verstärkt weitere Branchen von der Ballsaison profitieren, Restaurants, Frisöre, Schneider und viele mehr werden wieder in Anspruch genommen, um den perfekten Ballabend zu zelebrieren - und damit wird auch die Wertschöpfung durch die Bälle wieder steigen“, so Grießler. Die 152 Millionen Euro Umsatz aus der Ballsaison 2019/20 könnten damit übertroffen werden. Grießler: „Die heurige Ballsaison sollte bis zu 170 Millionen für die Wiener Wirtschaft bringen.“

Kostensteigerungen von Besuchern erwartet – Coronaregeln nicht
Dass die steigenden Ballumsätze teilweise auch durch ein höheres Preisniveau erzielt werden, wird von den Besuchern erwartet. Bestimmte Preissteigerungen im Vergleich zum letzten Jahr werden bei heurigen Ballbesuch akzeptiert:

  • Eintrittskarte: Jeder zweite Befragte gibt an, eine fünfprozentige Preiserhöhung bei der Eintrittskarte zu akzeptieren. Jeder Dritte sogar eine zehnprozentige Erhöhung.
  • Speisen & Getränke: Mit einer fünf Prozent Preiserhöhung bei Frankfurtern würden fast 60 Prozent konformgehen und bei Sekt fast die Hälfte. Jeder dritte Besucher würde bei Sekt eine zehn Prozent Erhöhung akzeptieren, eine fünfprozentige Erhöhung bei Mineralwasser würden 62 Prozent akzeptieren.


Eine Preissteigerung um die Hälfte oder gar eine Verdoppelung der Preise würden hingegen nur deutlich weniger als zehn Prozent der Wiener hinnehmen.

Was die Coronaregeln betrifft, ist die Meinung der potenziellen Ballbesucher auch klar: 44 Prozent gehen von keinerlei Einschränkungen aus, wobei im Falle des Falles die volle Ticket-Rückerstattung erwartet wird. Die Umsetzung einer 3G-Regel würde von weiteren 26 Prozent akzeptiert.

Tanzschulen freuen sich über volle Kurse
Dass die Vorfreude auf die Ballsaison heuer besonders groß ist, können auch die Wiener Tanzschulen bestätigen. „Die Kurse sind bereits hervorragend gebucht, die Wienerinnen und Wiener wollen eindeutig ihre Tanzkenntnisse vor den Bällen wieder auffrischen“, freut sich Dancing Stars-Sieger und Sprecher der Wiener Tanzschulen Thomas Kraml über volle Kurse in den Mitgliedsbetrieben: „Besonders stark sind heuer die Buchungen von jüngeren Teilnehmern, sehr viele Studenten entdecken gerade ihre Liebe zum Tanzen.“ Das ist auch für den Nachwuchs in den eigenen Reihen gut, gerade erst haben acht frisch gebackene Tanzlehrer und zwei Tanzmeister erfolgreich ihre Prüfungen absolviert.

Traditionelle Eröffnung der Ballsaison
Eröffnet wird die Ballsaison 2022/23 ganz traditionell am 11.11. um 11:11 Uhr, wie Organisatorin und Präsidentin des Verbands der Wiener Tanzschulen, Karin Lemberger, berichtet: „Auch der öffentliche Auftakt feiert heuer sein Comeback. Wir werden mit unserer traditionellen Quadrille am Graben den Fasching einläuten. Und freuen uns auf rege Publikumsbeteiligung, so wie bei den letzten Malen.“

Foto: Kateryna Larina/Shutterstock

Anna Volovitch präsentiert "Konzerte im Achten"

Konzertpianistin Anna Volovitch, geboren in Russland, hat seit nunmehr acht Jahren ihre Heimat im 17. Wiener Gemeindebezirk gefunden. Damit hat sie die musikalische Landschaft Wiens um ein Stück reicher gemacht.

Mitte Oktober startet die neue Konzertreihe "Konzerte im Achten" in der Albert Hall im 8. Bezirk Wiens. Die künstlerische Leitung übernimmt Anna Volovitch, die diese Eventreihe auch gleich mit zwei Solo-Klavierkonzerten am Donnerstag, 14. und Freitag, 15. Oktober, einleiten wird.

Doch wer genau ist Anna Volovitch, warum hat sie Wien als ihre Heimat ausgewählt und wie entstand die Idee zu der Konzertreihe "Konzerte im Achten"?

Wie kam es zu Ihrer Liebe zum Klavier? War es der Wunsch Ihrer Eltern oder haben Sie sich selbst für dieses Instrument entschieden?

Musik war in meiner Familie immer präsent. Mein Großvater war Opern-Tenor und Konservatoriumsprofessor. Meine Eltern spielten Geige und Klavier. Aus diesem Grund gab es bei uns zu Hause auch ein Klavier und natürlich konnte ich als kleines Kinde diesem wunderbaren Spielzeug nicht widerstehen. Sehr früh versuchte ich meine Lieblingsmelodien nachzuspielen aber auch meine eigenen Lieder zu erfinden.

Da ich mich so für Musik interessierte, entschieden meine Eltern mich ernsthaft Musik studieren zu lassen. Sie brachten mich mit sechs Jahren in die „Spezielle Musikschule für Hochbegabte Kinder“, wo ich für elf Jahre als professionelle Pianistin ausgebildet wurde.

Sie haben mit 11 Jahren Ihr erstes Solo Klavierkonzert gespielt – wie war das für Sie?

Mein erstes Solokonzert war ein wunderbares Erlebnis. Natürlich habe ich bis dahin schon auf der Bühne gespielt - aber das waren meist nur Prüfungen, die gemeinsam mit anderen Studenten stattfanden. Ein ganzes Programm alleine auf der Bühne zu spielen, in einem vollen Saal, alle Augen auf mich gerichtet - das hat mich so gefreut. Hier habe ich entschieden, dass mich Musik durch mein Leben begleiten wird.

Wie sah Ihre Kindheit aus? Wie oft mussten Sie üben und blieb noch Zeit um Kind zu sein?

Natürlich mussten die normalen Kinderaktivitäten für mich etwas eingeschränkt werden. Das Klavierspielen stand immer im Vordergrund, dann gab es natürlich regelmäßige Schulaufgaben und erst danach konnte ich mit meinen Spielsachen spielen, Bücher lesen oder fernsehen. Aber meine Eltern und Großeltern halfen mir, das Beste aus meiner Freizeit zu machen, indem sie immer versuchten, Besuche von Freunden oder Ausflüge zu organisieren.

Gab es für Sie auch eine berufliche Alternative falls es musikalisch doch keine Zukunft gegeben hätte?

Der Schwerpunkt meiner Schule lag auf Musik. Ich hatte drei- bis viermal die Woche Klavierunterricht, manchmal sogar täglich. Meine Tage waren so sehr mit Musik gefüllt, sie wurde ein Teil von mir und ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, etwas anderes zu machen, und ich liebte es damals wie heute. Also nein. Eine Alternative gab es nicht.

Durch ein Stipendium sind Sie nach Beendigung ihrer Schule in die USA. Was war in den Staaten anders oder besser in Bezug auf Ihre Ausbildung?

Für mich war das zunächst eine ganz ungewöhnliche Situation. Mein ganzes Leben lang war ich immer unter dem "Flügel" meiner Klavierlehrer. In Russland hatte ich sehr oft Klavierunterricht, ich konnte mich bei Fragen jederzeit an meine Professorin wenden. In Amerika war das nicht so. Die Zeit, die der Professor mit dem Studenten verbringt, ist sehr begrenzt (1 Stunde pro Woche), also musste ich lernen, alles selbst herauszufinden, meine eigene Lehrerin und Kritikerin zu sein - viel mehr als zuvor.

Eigentlich fand ich es sehr gut, dass ich dadurch auch lernte selbstständig zu arbeiten. Andererseits muss ich sagen, dass es bei diesem System durchaus sein kann, dass ein paar Details unbeaufsichtigt bleiben. Einfach weil dem Lehrer nicht genug Zeit bleibt, um in die Tiefen der Musik einzusteigen.

Warum haben Sie sich auf klassische Musik spezialisiert?

Klassische Musik war die einzige Möglichkeit, das Musikstudium zu beginnen - um Noten, Rhythmus, Körperhaltung und so weiter richtig zu lernen. Dann gab es natürlich auch Möglichkeiten, sich dem Jazz oder der Volks- oder Popmusik zuzuwenden - dies haben aber nur wenige meiner ehemaligen Schulkollegen getan. Ich besuchte auch Jazz Stunden und fand diese auch sehr interessant - aber ich habe immer gemerkt, dass ich mich mit klassischer Musik viel wohler fühle und sie besser verstehe.

Warum sind Sie von Amerika dann ins kleine Österreich gekommen?

Wien ist bekanntlich die Stadt der Musik. Ich habe immer davon geträumt, nach Europa zu kommen und die Musik dort zu erleben, wo sie geboren beziehungsweise entwickelt wurde. Es ist eine unglaubliche Inspiration, einfach nur durch die gleichen Straßen zu gehen wie einst Mozart, Beethoven, Brahms und viele andere beliebte Komponisten. Ich habe viel gelernt, indem ich in Österreich gelebt habe, viele wundervolle Kollegen gehört und auch kennengelernt und die Geschichte aufgesogen.

Wie kann man sich als Laie den Tag einer Konzertpianistin vorstellen?

Klavier zu üben ist natürlich ein alltäglicher Job. Es gibt kein Wochenende, keine Feiertage - es ist immer präsent. Die Art des Übens hängt von den Stücken ab, die ich gerade studiere. Jedes erfordert seine eigene spezielle Herangehensweise.

Aber neben dem Klavierspielen spielt auch die Analyse der Noten eine sehr wichtige Rolle. Diese ist notwendig, um effizient zu sein und den Auftritt auf das höchste Leistungsniveau bringen zu können.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Hoffentlich werde ich weiterhin die Konzertreihe "Konzerte im Achten im 8. Bezirk Wiens leiten und wundervolle Musik mit unglaublich talentierten Kollegen und mit unserem lieben Publikum zusammen erleben.

Wie kam es überhaupt zur Idee von "Konzerte im Achten"?

Die Idee zu einer eigenen Konzertreihe hatte ich schon lange. Ich glaube, dass das gesamte Konzerterlebnis mit der Interpretation zusammengehört.

Für das Publikum beginnt das Konzert erst mit dem Kauf des Tickets. Von diesem Moment an ist das Konzert in ihrer Vorstellung. Sie stellen sich Fragen wer zum Beispiel die Künstler sind, was  gespielt wird, wie der Saal aussieht, wie die Akustik ist, was es zu trinken gibt und wer noch zum Konzert kommt.

Am Tag des Konzerts spielt jeder Aspekt der Veranstaltung eine wichtige Rolle, wie die Musik vom Publikum wahrgenommen wird. Das Personal im Saal, das Buffet, die Beleuchtung, die Temperatur, wie die Künstler aussehen, wie sie gekleidet sind und natürlich wie die Musik gespielt wird. Alles zusammen kreiert das Konzerterlebnis.

Aus meiner Sicht darf ich als künstlerische Leiterin auch das gesamte Repertoire auswählen und lade die Kollegen ein, mit denen ich gerne spielen möchte.

Was ist das Besondere an dieser Konzertreihe, was grenzt diese von anderen ab?

Die Hauptunterschiede bei "Konzerte im Achten" zu anderen Konzerten sind der Abwechslungsreichtum und die Location.

Mit einem einzigen Abonnement können die Gäste Solo-Klavier-, Lieder-, sowie Kammermusik-Konzerte und historische Instrumente genießen. Auch innerhalb jedes Konzertprogramms gibt es viel Abwechslung: verschiedene Komponisten aus verschiedenen Epochen sowie mehrere Kombinationen von Instrumenten und Künstlern.

Gibt es gewisse Plätze wo Sie sehr gerne einmal auftreten würden?

Ich hatte das Glück, im Laufe der Jahre in vielen Ländern und in vielen wunderbaren Konzertsälen spielen zu dürfen. Es gibt sicherlich noch viele Orte, die ich besuchen und an denen ich auftreten möchte. Aber manchmal können auch die bezauberndsten Konzerte in einem kleinen Konzertsaal in einem kleinen Dorf irgendwo weit entfernt stattfinden. Für mich ist das Wichtigste die Musik, die ich spiele um damit mit meinem Publikum zu kommunizieren.

Nähere Infos zu Konzertreihe "Konzerte im Achten" sind unter www.konzerteimachten.at zu finden.

Foto: Amarilio Ramalho

Kabarett Talente Show – jetzt bewerben

Die beliebte Kabarett Talente Show, presented by Österreichische Lotterien, findet heuer am 23. und 24. Mai in Baden statt. Täglich geben 8 Nachwuchstalente Ihr Bestes, um sich für die die große Bühne des Wiener Kabarettfestivals Ende Juli im Arkadenhof zu qualifizieren.

Wer sein Kabarett-Potential gerne unter Beweis stellen möchte, kann sich noch bis 28. April mit einem Video bewerben. Wer nur gute Unterhaltung sucht und gerne mit voten möchte, an einem der Abende vorbei schauen und humorvolle Stunden genießen.

Die namhafte Jury besteht aus

  • Thomas Korponay Pfeifer, Radio 88,6
  • Gudrun Nikodem-Eichenhardt = Steirische Schilchermischung, Kabarettistin
  • Herbert Haider von den Comedy Hirten
  • Gerald Fleischhacker, Kabarettist, Autor
  • Christoph Fälbl, Schauspieler, Kabarettist

Die Jury kürt gemeinsam mit dem Publikum die Sieger des Abens, die sich für einen Voract beim Wiener Kabarettfestival im wundervollen Arkadenhof des Wiener Rathauses qualifizieren. Dort werden sie ihr Können vor ca.1300 Gästen präsentieren.

Ein humorvoller Abend auch für das Publikum mit Gewinnchancen

  • ½ Jahr Lotto gratis von den Österreichischen Lotterien sowie ein Glückspackage
  • 1 Hochriegl Sektflasche
  • 2 Tickets für das Wiener Kabarettfestivals

Moderation – JOHN SMILE

Durch den Abend führt John Smile- Stand up Comedian, der voller Energie und geprägt von Mimik und Gestik das Publikum auch als Moderator zum Lachen bringen wird.

Einlass: 19:00 Uhr. Beginn: 19:30 Uhr

GRATIS, Eintritt , ein Glas Hochriegl Sekt

Mitvoten und tolle Preise gewinnen!

Alle Infos zur Kabarett Talente Show presented by Österreichische Lotterien unter:

https://wienerkabarettfestival.at/talente-show/

Video bis 28. April einreichen bei: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tickets unter:  www.wienerkabarettfestival.at

Tickets in 5 Kategorien von 19 Euro bis 61 Euro

Business & VIP Packages auf Anfrage.

Foto: aerogondo2/Shutterstock

Homo Faber Venedig: Die Kunst des Handwerks

Die zweite Ausgabe von Homo Faber Event lädt Besucher ein, sich dem zeitgenössischen Kunsthandwerk zu nähern, und zwar mit einer Reihe von Ausstellungen und partizipativen Live-Erlebnissen in den Räumen der Fondazione Giorgio Cini und in den Straßen von Venedig.

Bis zum 1. Mai bietet die Veranstaltung eine Reihe unvergesslicher Erlebnisse, die das zeitgenössische Kunsthandwerk in Europa und darüber hinaus ins Rampenlicht rücken, die menschlichen Hände hinter den Objekten würdigen und die Relevanz und Bedeutung des Kunsthandwerks für unser tägliches Leben heute und in Zukunft aufzeigen.

Artisan from Hermès at workThe 'velours au sabre' technique (velvet cut)Details: Genealogies of OrnamentCurated by Judith ClarkHomo Faber Event 2022Keywords: gesture

Handfertigung eines besonderen Hermes-Tuches

Die Veranstaltung, die das Kunsthandwerk in all seinen Formen fördert, präsentiert 15 beeindruckende Ausstellungen, die sich mit der Rolle des Kunsthandwerks in den Bereichen Blumendesign, Luxusgüter, Inneneinrichtung, Haushaltswaren, Papier, Mode, Theater und vielem mehr beschäftigen. Jede Ausstellung, die von einem internationalen Team von Kuratoren, Architekten und Designern konzipiert wurde, bezieht den Besucher in die Geschichte von Materialien, Techniken und Fertigkeiten in einem bestimmten Bereich ein.

Mit einem Schwerpunkt auf Japan erforschen mehrere Ausstellungen die exquisite Handwerkskunst, die Bräuche und die Kultur der japanischen Meister, während sich der Einfluss des Landes auf Europa wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zieht. 

Lemarié Exhibition space: Details: Genealogies of OrnamentCurated by: Judith ClarkArtisans from Maison Lemarié at workKeywords: CHANEL, Gestures, handsHomo Faber Event 2022

Auch bei Chanel ist handarbeit gefragt

Live-Vorführungen von Meisterhandwerkern und aufstrebenden Künstlern zeigen ihre Fähigkeiten und Techniken aus nächster Nähe und geben den Besuchern die Möglichkeit, zeitgenössische Kunsthandwerker zu treffen und mit ihnen zu sprechen, ihre Geschichten zu hören und die menschlichen Talente hinter den ausgestellten Objekten kennen zu lernen. 

Neben den Ausstellungen selbst liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung auf der Handwerkskunst und erstreckt sich auch auf die Gastronomie, die sorgfältig gefertigte, maßgeschneiderte Beschilderung und die einzigartigen handgefertigten Produkte im Shop, der soziale Unternehmen unterstützt.

Als Vertreter der Zukunft des Kunsthandwerks sind junge Botschafter - Studenten, die von den besten Kunst- und Designschulen in ganz Europa ausgewählt wurden - jeden Tag vor Ort, um ihre Geschichten, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit den Besuchern zu teilen und ein aktives Netzwerk von Gleichgesinnten aufzubauen, das ihre Arbeit in der Zukunft unterstützen wird.

Über die Fondazione Giorgio Cini hinaus können die Besucher des Homo Faber Events im Rahmen von Homo Faber in Città auch Kunsthandwerkstätten in ganz Venedig auf selbstgeführten, maßgeschneiderten Routen erkunden.

Fotos: Michelangelo Foundation, Chanel

Bank Austria Kunstforum Wien zeigt Mirjam Baker

Medienanalytische Ansätze ziehen sich wie ein roter Faden durch die künstlerische Praxis von Mirjam Baker. Die vielteilige installative Arbeit „Staub“ im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien macht Farbe in ihrer materiellen Beschaffenheit zum Thema: Am Beginn dieser Auseinandersetzung entstehen Pastelle, für die Baker hochfeines Pigment auf Papier aufträgt und gleichsam verdichtet. Im Anschluss werden die Pastelle fotografiert und erhalten dadurch (auch) eine digitale Erscheinungsform. Aus den aufeinanderfolgenden digitalisierten Pastellen entwickelt die Künstlerin schließlich den Animationsfilm „Staub“.

Im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien wird durch das Nebeneinander des als hochauflösende Projektion präsentierten Films und ausgewählten Pastellen eine vergleichende Rezeption ermöglicht: Die Betrachtenden erleben die medialen Transformationsprozesse, welche die Farbe vom Pastell, über die Fotografie, bis zum Film durchläuft.

Baker spricht von „Lichtfarbe“, die durch die Digitalisierung von Pigment auf Papier – also dem titelgebenden Staub – entstehe. Jeder Farbe ist in dem rund 13-minütigen Animationsfilm eine rund einminütige Sequenz gewidmet, die die jeweiligen Pastelle aufeinanderfolgen lässt.

Mit fortwährender Betrachtung des Films entstehen individuelle Bildräume, die in der Bildmitte durch eine waagerechte Linie – man könnte kompositorisch auch von einem Horizont sprechen – geteilt werden. Es ergeben sich spezifische Farberfahrungen durch die vibrierenden Farbflächen – von sattem Purpur über kräftiges Magenta bis zu intensivem Phthaloblau. Je nach Farbe wird teilweise ein regelrechtes Eintauchen ermöglicht, andere Farben scheinen sich den Betrachtenden geradezu zu verschließen.

Den Soundtrack zu „Staub“ entwickelte Baker in Zusammenarbeit mit Carl Ludwig Hübsch, vertont wurde er von der Bassflötistin Angelika Sheridan. Akustische und visuelle Wahrnehmung werden in dieser die Medien Malerei, Film und Ton verschränkenden Installation erweitert, Monochromie und Monotonie eröffnen neue sinnliche Erfahrungsräume.

Über Mirjam Baker

Mirjam Baker, geboren 1985 in Melk, lebt und arbeitet seit 2014 in Köln an den Schnittstellen von Film und Malerei. Sie studierte am Royal College of Art in London und an der Fachhochschule St. Pölten. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter den Daler-Rowney-Preis des Royal College of Art, London, den Hubert-Sielecki-Preis, Wien, und den Künstlerhauspreis Wien sowie mehrfache Kurzfilmförderungen durch die Film- und Medienstiftung NRW, das Bundeskanzleramt Österreich und das Land Niederösterreich. Ihre Arbeiten werden regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Weitere Informationen auf mirjambaker.net

Die von Veronika Rudorfer kuratierte Ausstellung „Mirjam Baker. Staub“ wird mit freundlicher Unterstützung der Film- und Medienstiftung NRW gezeigt und ist bis 21. November 2021 bei freiem Eintritt im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien zu sehen.

Die Eröffnung mit einer Ansprache von Bank-Austria-Kunstforum-Wien-Direktorin Ingried Brugger und einem Gespräch zwischen Mirjam Bakerund Ausstellungskuratorin Veronika Rudorfer findet am 2. Oktober 2021, um 19.30 Uhr, statt. Die Teilnahme ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung auf kunstforumwien.at/baker möglich.

Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerinnenbuch von Mirjam Baker, das ab sofort im Shop des Bank Austria Kunstforum Wien und im gut sortierten Buchhandel erhältlich ist. Werfen Sie einen Blick ins Buch auf kunstforumwien.at.

Veranstaltungstipp: Am 10. Oktober 2021 findet ab 11 Uhr ein Screening von Mirjam Bakers Filmen in der Factory im Künstlerhaus (1010 Wien, Karlsplatz 5) statt. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Mirjam Baker und Veronika Rudorfer (Bank Austria Kunstforum Wien) sowie Martina Tritthart(Künstlerhaus) statt.

Weitere Informationen auf kunstforumwien.at

Foto: Mirjam Baker

Skulpturenpark startet in die neue Saison

Am 1. April hat der Österreichische Skulpturenpark in Premstätten nach der Winterpause wieder seine Tore geöffnet – er startet heuer bereits in die 20. Saison. Gefeiert wird das runde Jubiläum mit zwei neuen permanenten Skulpturen.

Der weitläufige Park in Premstätten, der die Entwicklung der Skulptur von der klassischen Moderne bis heute zeigt, wurde 2003 gegründet und macht etwa 80 Werke nationaler und internationaler Künstler*innen erlebbar.

Pünktlich zum Jubiläum wartet der Skulpturenpark mit zwei spannenden Neuzugängen von Judith Fegerl und Christoph Weber auf, die nach zwei Jahren temporärer Ausstellung ab sofort permanent im Skulpturenpark verbleiben. Fegerls sunset, eine Skulptur aus unterschiedlich großen Solarpaneelen, ist eine vielschichtige Arbeit, die künstlerische Formensprache mit Fragestellungen zu Energie und Nachhaltigkeit verbindet. Webers sechs komma vier ist hingegen eine mehrteilige Skulptur aus Beton, die dem natürlichen Ausgangsmaterial Kalkstein nachempfunden ist.

„Die beiden Arbeiten zeigen auf unterschiedliche Weise die Erweiterung des zeitgenössischen Skulpturenbegriffs am Puls der Zeit auf“, erklärt Elisabeth Fiedler, Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, zu dem auch der Österreichische Skulpturenpark gehört.

Kehrseiten der „Clean Energy“

Auf schiefer Wiesenebene verankert, montiert Judith Fegerl ihre leicht dystopisch erscheinende Struktur sunset aus dem Jahr 2021, auf der sich unterschiedliche Paneele befinden. Auf dem konstruktiven, etwa kniehohen Stahlgestell finden sich neun zum Teil 20 Jahre alte Solarpaneele unterschiedlicher Größe, Produktion und Anwendungsbereiche aus dem Fundus des Forschungsprojekts PVRE2. Recycling und Reparatur von alten PV-Paneelen sind der Forschungsgegenstand dieser Allianz aus Silicon Labs Graz, Montanuniversität Leoben und OFI (Österreichisches Forschungs- und Prüfinstitut) in Wien. 

Mit ihrer Arbeit zeigt Fegerl Energiequellen und deren technische, inhaltliche und zeitliche Verläufe, die als grundlegende Errungenschaft technischer Revolutionen verstanden werden, aber gleichzeitig so gut wie möglich versteckt, so unsichtbar wie möglich ihrer Funktion nachkommen mögen.

Zugleich werden die Kehrseiten der „Clean Energy“, nämlich die Probleme von Herstellung und Entsorgung, thematisiert, die in den Paneelen produzierte Restenergie, die nicht entweichen kann, befragt sowie unterschiedliche Formen, Oberflächen und Formate, Farb- und Materialveränderungen betrachtet.

Im Wissen darum, dass ein Teil des Österreichischen Skulpturenparks einst Mülldeponie war, reflektiert Judith Fegerl den Versuch, Material- und Ressourcenkreisläufe in Gang zu halten. Normalerweise als „Verschandelung“ auf Dächern empfunden, entfalten sich die Paneele hier als autonome Statements.

Anthropogene Masse übertrifft Biomasse

Beton definiert sich als jener Werkstoff, der unsere wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Entwicklung seit der Antike begleitet. Im Jahr 2020 hat die anthropogene Masse jene der Biomasse eingeholt, es existiert also mehr vom Menschen Produziertes, das meiste davon aus Beton, als von der Natur Vorgegebenes.

Interessiert an Entstehung, Bedeutung, Veränderlichkeit und Beeinflussung dieses Werkstoffs wählt Christoph Weber für seine Skulptur sechs komma vier einen etwa 200 Kilogramm schweren Stein, gesprengt im Kalksteinbruch eines Zementwerkes, als Ausgangsmaterial für seine Arbeit sechs komma vier.

Kalkstein wird im industriellen Prozess nach der Sprengung normalerweise weiter zerkleinert, zu Klinker gebacken und zu Zement vermahlen. Weber eruierte die Menge an Zement, die der gewählte Kalkstein abgeworfen hätte, und berechnete, dass in 6,4 Kopien des Originalsteines aus Beton dieselbe Menge an Zement zu finden ist.  

Mit dieser tautologischen Schleife thematisiert Weber Fragen nach Vervielfältigung und Ressourcenverknappung und stellt in seinem spezifischen skulpturalen Ansatz anthropozentrischen Einfluss und geologisch Vorhandenes in lakonischer Sentimentalität gegenüber: Die so natürlich wirkende Form des Steines war tatsächlich schon der erste Schritt eines industriellen Prozesses (Sprengung), auch die lapidare Platzierung im Skulpturenpark am Wegesrand nimmt Anleihe an der inflationären Ablage von Steinen ähnlicher Größe, um das Parken von Automobilen in der Wiese einzudämmen.

Foto: Universalmuseum Joanneum/Michael Schuster

Belvedere Ausstellung: Im Blick: Georg Eisler – Spurensicherung

„Die Zwischenräume sichtbar zu machen, die perspektivischen, emotionellen und geistigen Zwischenräume von Figur zu Figur“, so formulierte Georg Eisler 1963 sein künstlerisches Anliegen. Seine oftmals großformatigen Werke wirken häufig leicht und ungezwungen. Persönliche Tage- und Arbeitsbücher zeigen jedoch, wie sehr der Künstler mit der Übersetzung des Sichtbaren in diese unverwechselbare, scheinbar gelöste Bildsprache rang.

Die Schriften von Georg Eisler aus den Jahren von 1962 bis 1997 sind Ausgangspunkt dieser IM BLICK-Ausstellung über den Wiener Künstler. Eislers meist selbstkritische Aufzeichnungen über Gedanken und Zweifel bieten einen ungefilterten und offenen Einblick in sein Schaffen. Eine Auswahl seiner Werke rückt nun in der Schau im Oberen Belvedere den Fokus auf den malerischen Aspekt seiner meist kritischen Interpretationen der Wirklichkeit.

In der Reihe IM BLICK werden dreimal im Jahr im Oberen Belvedere spezielle Aspekte der hauseigenen Sammlung beleuchtet. Kunstwerke werden unter neuen wissenschaftlichen Gesichtspunkten analysiert und der Öffentlichkeit präsentiert.

In Kooperation mit dem Georg und Alice Eisler – Fonds für bildende Künstler und Komponisten wird seit Anfang 2019 im Belvedere an einem Werkverzeichnis des Künstlers gearbeitet.

Foto: Johannes Stoll, Belvedere. Wien / © Bildrecht, Wien, 2022

Startgalerie: Hannahlisa Kunyik Kurzfilm "Paukenhofstraße"

Auf einem Hügel, verdeckt von hohen Bäumen, steht ein modernistischer Bau. Ist es ein Wohn-, ein Wochenendhaus oder ein Bunker? Das Gebäude mit seinen matt schimmernden Oberflächen und dunklen Räumen wurde 1968/69 von dem Architekten Friedrich Binder erbaut und von ihm und seiner Frau bewohnt.

Der Erzählung nach verließ Frau Binder nach Ableben ihres Mannes das Kellergeschoß nicht mehr. Nach dem Tod der Witwe stand das Haus einige Jahre leer.

Hannahlisa Kunyiks Kurzfilm Paukhofstraße(4K, 12 min) spielt in der Paukhofstraße in Eichgraben, Niederösterreich. Er bildet das Herzstück der gleichnamigen Ausstellung. In einer Installation, in digitaler und analoger Fotografie finden hier zwei Arbeitsfelder der Künstlerin zu einem neuen Zyklus zusammen: ihre Beschäftigung mit Körper, Gefühl und der Politizität von beidem sowie ihr Interesse an Orten.

Kunyiks Herangehensweise bewegt sich zwischen Abstraktion und Narration und zielt oft auf eine Inszenierung von Inszeniertheit.

Hannahlisa Kunyik ist bildende Künstlerin und lebt in Wien. Sie arbeitet mit Performance, Installation, Film und Video, Fotografie, Sprache und Druck. Letzte Soloausstellungen zeigte sie im MOM Art Space, Hamburg, What keeps me alive, und in der Galerie VIN VIN, Wien, Great Wall Something, 2019. Für ihre Arbeit erhielt sie Auszeichnungen wie das Start-Stipendium für Medienkunst, das Aufenthaltsstipendium für Shanghai oder das Ö1 Talentestipendium. Werke von ihr sind in der Sammlung des Wien Museums, in den Landessammlungen Niederösterreich und in Privatsammlungen vertreten. 

 

Hannahlisa Kunyik
Paukhofstraße

26. August bis 19. September 2021

Ausstellungsort:
Wien Museum MUSA Startgalerie
1010 Wien, Felderstraße 6-8

Filmstill: Hannahlisa Kunyik | Bildrechte Wien, 2021

Albertina: Alex Katz - Cool Painting (bis 4. Juni 2023)

Zu seinem 95. Geburtstag zeigt die ALBERTINA eine umfassende Würdigung des Künstlers aus den reichen Beständen ihrer Sammlung: 2022 waren Hauptwerke von Alex Katz aus der ALBERTINA an das New Yorker Guggenheim Museum und das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid verliehen.

Alex Katz, 1927 in New York geboren, zählt zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen US-amerikanischen Kunst. Großformat, breiter Pinselstrich, starke Farben: So kennt man Katz. Formalästhetisch haben wir Katz zweifelsohne die Rettung der Strenge des Hard-Edge-Paintings in die figurative Malerei zu verdanken.

Die scharfkantigen Umrisse und die ‚Radical Flatness‘ galten als Endpunkt der Malerei: Es war Kunst, die reine Abstraktion und künstliche Motive abbilden wollte. Mit anderen Worten: Kunst für eine puristische Darstellung von künstlichen Motiven und Formen – keineswegs dazu geeignet, Motive aus der banalen Realität darzustellen. Damit bricht Alex Katz und kombiniert Wirklichkeitsdarstellungen aus dem Alltag mit dieser vermeintlich dafür nicht geeigneten Malweise des Hard-Edge.

Analog zu Miles Davis und dem ‚Cool Jazz‘ mag man Katz daher als Erfinder des ‚Cool Painting‘ bezeichnen. Die Motive dafür findet Katz in der New Yorker Bohème und den Landschaften von Maine. Er porträtiert fast ausschließlich seine Künstlerfreunde, MalerInnen, DichterInnen und TänzerInnen der Kunstmetropole New York.

Katz stellt damit fest, welche Realität ihn umgibt – wenn auch auf abstrakte und radikale Weise. Es gelingt ihm dadurch seine emotionalen, kraftvollen Sujets auf kühle Distanz zu bringen. Noch vor der Pop-Art beschreitet er seinen eigenen Weg der gegenständlichen Malerei, für die Rationalität, Sinnlichkeit und Abstraktion gleichermaßen kennzeichnend sind.

Bekanntheit von Weltrang erlangte Katz erst in seinen 70ern. Heute ist Katz einer der ganz wenigen KünstlerInnen, die etwa im New Yorker Whitney Museum of American Art permanent in der Schausammlung zu sehen sind: Man kann Katz daher als einen der wichtigsten Pfeiler der zeitgenössischen Kunst bezeichnen. Alex Katz zählt daher auch für dieALBERTINA zu den ‚Cornerstones‘ der zeitgenössischen Kunst – gemeinsam mit Maria Lassnig, Georg Baselitz, Valie Export oder Arnulf Rainer.

Anlässlich der Ausstellung erscheint die von der ALBERTINA herausgegebene zweite und erweiterte Auflage des Catalogue Raisonné der Druckgrafik von Alex Katz.

www.hatjecantz.de

Foto: Alex Katz, Black Hat #2, 2010, Öl auf Leinwand, ALBERTINA, Wien – Sammlung Batliner | © Bildrecht, Wien 2023

NFTs von Gustav Klimts „Kuss" zum Valentinstag

Das Belvedere startet in Zusammenarbeit mit artèQ einen NFT-Drop eines historischen Meisterwerks. Rechtzeitig zum Valentinstag wird die berühmteste Darstellung eines Liebespaares in einer limitierten Anzahl von digitalen Ausschnitten angeboten.

Der Kuss von Gustav Klimt – eines der bekanntesten Kunstwerke der Welt und Herzstück der Sammlung des Belvedere – wird in besonderer Weise in ein NFT-Projekt umgesetzt. Eine hochaufgelöste digitale Kopie wird in einem 100 × 100-Raster aufgeteilt. So entstehen 10.000 unverwechselbare Einzelteile, die als non-fungible tokens, kurz NFTs, angeboten werden.

Neben dem Erwerb des NFT können sich die Käufer*innen auf der Plattform thekiss.art, auf der das Gesamtbild zu sehen ist, als Besitzer*innen ihres Teils eintragen. Dieser Eintrag kann auch – pünktlich zum Valentinstag – für eine Liebeserklärung verwendet werden.

Was bedeutet der Besitz eines Kunstwerks im digitalen Zeitalter? Der Aufstieg der NFTs, der seit 2020 die Kunstwelt beschäftigt, spitzt diese Frage auf faszinierende Weise zu. So eröffnet die Umwandlung von digitalen Reproduktionen in virtuelle Originale neue Wege der Teilhabe, die finanziell ernst zu nehmen sind und spielerisch gedacht werden dürfen, so Belvedere-Generaldirektorin Stella Rollig zum Drop.

Aber auch unabhängig von Liebeserklärungen rechnet das Belvedere mit großem Interesse der Sammler*innen von NFTs: Die für den Weltmarkt sehr kleine Zahl der Anteile und die Tatsache, dass jeder Teil unverwechselbar ist, macht diese Tokens so kostbar, meint Wolfgang Bergmann, Geschäftsführer des Belvedere.

Wir sind stolz, dass die innovative Technologie und Konzipierung von artèQ gewählt wurde, um dieses weltweit einmalige Projekt umzusetzen, und dass wir Partner des Projektes werden durften, ergänzt Farbod Sadeghian, Gründer von artèQ.

Die 10.000 NFTs können zu einem voraussichtlichen Verkaufspreis von rund 1.850 Euro pro Stück erworben werden. Dafür wurde ein besonderer Prozess gewählt: Am 26. Jänner um 00.00 Uhr beginnt die sogenannte Whitelisting-Phase, in der sich Interessent*innen auf der Plattform thekiss.art zum Kauf anmelden können. Die Kaufwilligen erhalten am 9. Februar die Berechtigung, minted NFTs der Ausschnitte des digitalen Kusses zu erwerben.

Unter Minting versteht man den Prozess der Prägung, durch den die digitale Kunst ein Teil der Blockchain wird – dies garantiert, dass jedes NFT unveränderbar und fälschungssicher in Umlauf gebracht wird. Ab 9. Februar können die Bewerber*innen den Kauf online abschließen. Die 10.000 Ausschnitte des Gesamtwerks werden nach dem Zufallsprinzip vergeben.

Der Drop, also die offizielle Ausgabe der NFTs, erfolgt bis spätestens Valentinstag, dem 14. Februar 2022. Auf den ausgestellten NFT-Zertifikaten ist dann genau ersichtlich, welcher Teil gekauft wurde. Über thekiss.art kann zum NFT eine individuelle Liebeswidmung hinzugefügt werden. Die Widmungen sind ab 14. Februar auf der Plattform zu sehen. Die NFTs können über jede handelsübliche NFT-Verkaufsplattform weiterverkauft werden.

Foto: Ouriel Morgensztern / Belvedere, Wien

The Body Electric: Erwin Osen – Egon Schiele

Im Rahmen der Dauerpräsentation Wien 1900 widmet das Leopold Museum den kaum bekannten Darstellungen von Patienten in medizinischen Einrichtungen von Erwin Dominik Osen (1891–1970) und seinem Künstlerfreund Egon Schiele (1890–1918) eine Fokusausstellung.

Im Zentrum stehen kürzlich im Nachlass des Elektropathologen Stefan Jellinek (1871–1968) entdeckte, vom Leopold Museum erworbene Patientenporträts von Osen, der sowohl Weggefährte und Modell Schieles, als auch Mitbegründer der Neukunstgruppe war.

Die 1915 im Wiener Garnisonsspital II unter Jellinek angefertigten Zeichnungen werden seinen bereits 1913 in der psychiatrischen Klinik „Am Steinhof“ entstandenen Patientenporträts sowie jenen Darstellungen von Schwangeren und Neugeborenen gegenüber gestellt, die Schiele 1910 anfertigen konnte.

Bis 26. September 2021, Leopold Museum, www.leopoldmuseum.org

Foto: Egon Schiele, Erwin Dominik Osen als Akt mit überkreuzten Armen, 1910 © Leopold Museum, Wien, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

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