Interviews

MMag. Gerlinde Seitner, Geschäftsführerin des Film Fonds Wien, zieht im ABW-Talk Bilanz: So geht es den Filmemachern und der Filmbranche in Corona-Zeiten.

 

Dass nach dem ersten Lockdown die Filmfestspiele von Venedig und in Österreich die Viennale stattgefunden hat war ein sehr wichtiges Signal für die Filmkultur. Damit wurde nach einer Zeit des allgemeinen Streamens die Kino-Flagge sichtbar hochgehalten“, sagt Gerlinde Seitner und zeigt sich darüber erleichtert, dass Dreharbeiten derzeit stattfinden können, allerdings unter erschwerten Bedingungen.

Die Lockdown-bedingte zeitliche Verzögerung und die limitierte Verfügbarkeit von Fachkräften und Talents habe zu eine Art Produktionsstau geführt, der sich, um bei dem Bild zu bleiben, frühestens im Sommer 2021 auflösen werde. Für viele Filmschaffende sei der Ausfall von Beschäftigung und Einkünften während des Lockdowns hart gewesen, hiervon erhole sich die Branche nur langsam.

Für die Kinos sei die Lage dramatisch. Konkret gehe es um fehlende Einnahmen während des ersten Lockdowns und beschränkte Saalkapazitäten, nur schwer planbare Programmierung und fehlendes (US-)Programm bei Mainstream-Häusern. Generell sei eine Beschleunigung der Medienkonvergenz zu beobachten, die auch zu einem schnelleren Strukturwandel führen wird, so Seitner.

Im März 2020 wurde ihr Vertrag – im Sinne der Stabilität in Krisenzeiten – für ein weiteres Jahr verlängert. ABW sprach mit der Geschäftsführerin des Filmfonds Wien über die größten Herausforderungen der Branche.

 

Wie hoch beziffern Sie den Schaden für die heimische Filmbranche durch die Corona-Krise?

Der Schaden wird voraussichtlich im zweistelligen Millionenbereich sein. Jedoch solange nicht klar ist, ab wann wieder gedreht werden kann und was die „neuen“ Drehbedingungen sein werden, lässt sich keine endgültige Summe nennen.

Gibt es spezielle Strategien zur Positionierung des heimischen Films nach Corona? Gab/gibt es spezielle Hilfen seitens des FFW für Filmemacher?

Um möglichst wieder in Produktion zu kommen, werden aktuell heimische Projekte vorgereiht. Diese können schneller verfilmt werden als internationale Koproduktionen und sorgen daher für eine Wiederaufnahme der Beschäftigung. Wie sich die Krise auf das Kinobesucherverhalten auswirkt, lässt sich noch nicht sagen. Es besteht natürlich die Gefahr, dass Menschen sich an das ausschließliche Streaming gewöhnt haben und sich nicht so schnell ins Kino trauen. Jedenfalls ist mit einer Zunahme von Produktion für Streamingdienste zu rechnen. Aktuell haben wir noch kein Sonderbudget, um Mehrkosten, die die Krise verursacht, abzudecken.

Als Teil von BSH Central Europe Marketing orchestriert sie für Österreich die Marketingplanung und Aktivitäten für Haushaltsgroßgeräte der Marken Bosch, Siemens, Neff, Gaggenau und Constructa.

 

ABW im Interview mit Margareta Seiser, seit Februar Head of Marketing der BSH Österreich.

Margareta Seiser verantwortet in ihrer neuen Funktion die disziplinarische Teamführung und Weiterentwicklung unter anderem der fünf Abteilungen Brand Marketing, Product Marketing & Training, D2C Stores und Online-Shops, Showroom Stilarena und Consumer Experience Journey.

„Ich freue mich darauf, mit meinem vielseitigen, kompetenten Team einen signifikanten Beitrag dazu zu leisten, noch mehr Konsumenten und Geschäftspartner für unsere Marken zu gewinnen und sie dafür zu begeistern, wie wir mit unseren BSH Hausgeräten und zugehörigen digitalen Lösungen – etwa Home Connect – den Alltag der Menschen erleichtern“, so Seiser. Mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die unbeständiger, dynamischer und gleichzeitig komplexer geworden seien, habe sich die Arbeitswelt und der Lebensalltag der Menschen massiv verändert. 

In diesem Kontext möchte sich die Marketing-Expertin im Sinne eines agilen Mindsets auch selbst beruflich und privat weiterentwickeln und stets dazulernen. Was sie besonders an ihrer neuen Aufgabe schätzt? Das strategisch Richtige operativ voranzutreiben und dabei im Sinne eines professionellen Schnittstellenmanagements alle relevanten Stakeholder mit an Bord zu haben. Hierbei sei es wichtig, gleichzeitig das unternehmerische „big picture“ sowie menschliche Bedürfnisse im Auge zu behalten. 

Neues Leben für gebrauchte Geräte

Dieses Jahr hat die Managerin einiges geplant. „Der erste große Schwerpunkt 2022 ist ein branchenweit einzigartiges Pionierprojekt, das wir in Österreich als Pilotland umsetzen durften. Im Sinne des gelebten Unternehmenswertes „Nachhaltigkeit“ bieten wir seit Februar erstmalig „Refurbished“ Waschmaschinen der Marke Bosch über unseren Onlineshop an. Das bedeutet, dass wir Waschmaschinen, die verschrottet werden würden, stattdessen zurückholen, professionell wiederaufbereiten und hygienisch reinigen, um ihnen ein zweites Leben zu schenken“, erzählt Margarete Seiser. 

Auch die anderen Marken hätten spannende Schwerpunkte geplant. „Was Produktneuheiten und Kampagnen betrifft, darf ich leider noch nicht zu viel verraten, ich verspreche aber, dass wir weiterhin mit Innovationen und Design begeistern werden. Höchste Priorität hat dabei grundsätzlich die Ausrichtung aller Aktivitäten an den Bedürfnissen der Endkunden“, so Seiser, deren Interesse an Marketing in der Jugend erwachte, als sie im Rahmen eines Nebenjobs das grundsätzliche Marketingerfolgsprinzip in der Praxis erlernte: nämlich für das Bedürfnis bzw. die Probleme der Zielgruppe die jeweils beste Gesamtlösung anzubieten und zielgruppengerecht zu kommunizieren. 

Ihr Tipp an alle Branchen-Neueinsteigerinnen: Neben einer einschlägigen Ausbildung auch Praktika absolvieren, sowie Auslandsaufenthalte, die das interkulturelle Verständnis und die Agilität fördern. Auch Unterstützung durch Mentoren zu suchen und anzunehmen, sei der Karriere förderlich. 

Zur Person

Margareta Seiser studierte Internationalen Betriebswirtschaft an der Universität Wien. Ihre Karriere startete vor mittlerweile 19 Jahren im Brand Management der Coca-Cola Company, wo sie für die strategische und operative Markenführung verantwortlich war.

In den Folgejahren entwickelte und leitete Seiser auch bei Nordsee und Unibail-Rodamco für die Shopping Center SCS und Donau Zentrum die Bereiche Marketing und PR. Später war sie Head of Marketing und Corporate Communications in der Fachhochschule Wiener Neustadt und absolvierte eine Weiterbildung im Bereich CSR. Zuletzt verantwortete sie das Marketing und die PR unter anderem für die Marken Egger Bier, Radlberger sowie Granny´s – Produkte der Egger Getränkegruppe.

Foto: Sabine Klimpt

Seit mittlerweile fünf Jahren ist Mag. Regina Seimann Leiterin des ARBÖ-Marketings. ABW erzählt sie, was sie an ihrer Tätigkeit besonders schätzt und warum man im Berufsleben neugierig bleiben sollte.

 

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Tätigkeit? 

Als Marketingleiterin beim ARBÖ bin ich mit unterschiedlichsten Themenbereichen betraut. So wird es nie langweilig und kein Tag gleicht dem anderen. Marketing ist ja weit mehr als Werbung und dass die Marke gesehen, gehört und gelesen wird. Es geht darum die Kunden und ihre Bedürfnisse zu kennen und diese zu erfüllen. Bei 400.000 Mitgliedern, neun größtenteils autonom agierenden ARBÖ-Landesorganisationen, den zahlreichen Leistungen der Mitgliedschaft, mehreren Mitgliedschafts-Arten, dem technischen Dienstleistungsangebot und allen sonstigen Serviceangeboten des ARBÖ gibt es zahlreiche Maßnahmen, die entwickelt und zu Angeboten geschnürt werden.  

Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, über ein erfolgreiches Jahr und ihre Pläne für 2025..

 

12,4 Millionen Gästeankünften und 48,8 Millionen Übernachtungen 2024 sind beeindruckende Zahlen. Welche Faktoren haben zu diesem Erfolg beigetragen? 

Urlaub in Tirol erfreut sich einer stabil hohen Nachfrage. Die stärksten Reisemotive sind einerseits die Berge, unsere alpine Landschaft und Natur sowie die ausgezeichnete Infrastruktur. Ein wesentlicher Grund sind zudem unsere Betriebe, die neben einer großen Angebotsvielfalt auch mit ihrer Qualität punkten. Darüber hinaus trägt unser Engagement in Richtung Ganzjahrestourismus Früchte. Konkret bedeutet das mehr Nachfrage während der Saisonrandzeiten.

Welche konkreten Maßnahmen setzen Sie im Bereich Nachhaltigkeit?

Wir haben vor zwei Jahren in der Tirol Werbung ein eigenes Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit eingerichtet. Zudem ist Tirol auch das erste Bundesland, in dem per Gesetz Nachhaltigkeitskoordinatoren in den Tourismusregionen installiert wurden. Der Erfolg dieses umfassenden Engagements lässt sich unter anderem an den Auszeichnungen ablesen: Bereits zwei Regionen tragen das Österreichische Umweltzeichen für Destinationen, rund 100 Tourismusbetriebe jenes für Unternehmen. Was die konkreten Maßnahmen betrifft, haben wir unter anderem gemeinsam mit Mobilitätspartnern bereits vor mehr als zehn Jahren die Initiative Tirol auf Schiene gestartet, um die öffentliche Anreise der Gäste zu forcieren. Mit Erfolg: Gerade im Sommer ist der Anteil der Gäste, die per Bahn anreisen, von fünf auf neun Prozent gewachsen. 

Nutzen Sie digitale Technologien und Innovationen?

Als Landestourismusorganisation agieren wir auf einer übergeordneten Ebene. Mit unserem Preis- und Buchungsmonitoring haben wir beispielsweise ein Tool geschaffen, das die touristische Nachfrage und Unterkunftspreise tagesgenau prognostiziert. Damit lassen sich beispielsweise Events gezielt planen und somit an die Bedürfnisse der Gäste anpassen. Unser digitales Zielgruppenmodell hilft uns und den Regionen, die Gäste gezielt nach ihren Vorlieben anzusprechen und auf die für sie relevanten Urlaubserlebnisse zu fokussieren. Unsere neueste Entwicklung ist erst wenige Tage alt: Wir haben unsere Gästeplattform tirol.at runderneuert, damit sie in Zukunft bereit ist, KI-unterstützt User Inhalte motiv- und bedürfnisgerecht auszuspielen.

Sie haben die Tirol Werbung in herausfordernden Zeiten übernommen. Welche Erfahrungen haben Sie dabei besonders geprägt?

Zum einen die Komplexität des Tourismus – es gibt viele wichtige Player mit teilweise unterschiedlichen Interessen. Da ist es nicht immer einfach, den Schulterschluss im Tourismussystem Tirol zu schaffen und alle unter der Marke Tirol zu versammeln. Geprägt hat mich auch die große Kluft zwischen öffentlicher Darstellung und Attraktivität des touristischen Angebots. Einerseits erfährt unsere Branche – insbesondere der Wintertourismus – gerade in den Medien eine vielfach kritische Darstellung. Gleichzeitig ist der Tourismus ein wesentlicher Wirtschafts- und Wohlstandsmotor für Tirol und erfreut sich Urlaub in unserem Land auch bei den Einheimischen einer hohen Nachfrage.

Welche langfristigen Ziele haben Sie sich gesetzt, um Tirol als Top-Tourismusdestination zu positionieren?

Ein wesentliches Ziel ist, Tirol gemeinsam mit den Regionen als Ganzjahresdestination zu festigen. Damit wollen wir Gästeströme entzerren und gleichzeitig Randzeiten stärken. Die Verlängerung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer unserer Gäste ist ebenfalls als strategisches Ziel verankert. An- und Abreisen machen bis zu 80 Prozent des CO2-Ausstoßes im Rahmen des Tirol-Urlaubs aus. Mit einer verlängerten Aufenthaltsdauer leisten wir also einen Beitrag fürs Klima und reduzieren gleichzeitig den Verkehr auf der Straße.

Foto: Tirol Werbung/Martin Vandory

Sie war Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, seit Anfang Mai steht sie an der Spitze der Tirol Werbung. Karin Seiler ist damit die erste Frau an der Spitze einer Landestourismusorganisation. 

 

Wohin geht die Reise 2022? 

Wir merken, dass der Reisemarkt und damit auch der Mitbewerb wieder deutlich an Fahrt aufgenommen hat – insbesondere in Richtung Mittelmeerdestinationen. Bei den Städtereisen dauert es mit der Erholung noch etwas länger. Die Nachfrage nach Erholungs- und Aktivurlaub in den Alpen bleibt jedenfalls ungebrochen hoch, insbesondere bei Gästen aus den Nahmärkten. Zudem verringert der leidvolle Ukraine Krieg die Buchungen bei Flugreisen und viele schwenken auf Alternativen um, die am Landweg erreichbar sind. Somit geht die Reise diesen Sommer in vielen Fällen auch nach Tirol. 

Was macht Tirol für Gäste attraktiv?
Aus regelmäßigen Gästebefragungen wissen wir, dass die Berge mit rund 70 Prozent das mit Abstand wichtigste Motiv für einen Sommerurlaub in Tirol sind. In Verbindung mit unserer Infrastruktur wie etwa 24.000 Kilometer an Wanderwegen, mehr als 6.000 Kilometer an Mountainbikestrecken, zahlreichen Seilbahnen und regionaler Kulinarik sowie gelebter Gastfreundschaft bieten wir ein attraktives Gesamtpaket. Da ist für alle etwas dabei. Das belegt auch unser überdurchschnittlich hoher Stammgästeanteil von 65 Prozent. Konkret erfreuen diesen Sommer beispielsweise neue Angebote beim Weitwandern wie der Ötzi Trek, der Arlberg Trail und der Hoch-Tirol-Trail Einheimische und Gäste. 

Ihr Arbeitsstil in schwierigen Zeiten?
Mein Ansatz ist informieren und kommunizieren und damit versuchen, Sicherheit und Transparenz zu schaffen. Das gilt sowohl in Richtung der Gäste als auch in Richtung Branche.  

Worauf legen Urlauber besonders viel Wert?
Sich eine Auszeit nehmen, Zeit miteinander verbringen, die Natur erleben – gerade in Verbindung mit Bewegung und Aktivität. Diese Bedürfnisse haben durch die Pandemie weiter an Bedeutung gewonnen. Insbesondere das Thema Nachhaltigkeit wird bei der Wahl einer Urlaubsdestination zunehmend wichtig. Die Menschen machen bewusster Urlaub, gleichzeitig erfolgen Buchungen immer kurzfristiger. Auch das ist ein Effekt der Pandemie. Bei Geschäftsreisen wird verstärkt abgewogen, ob sie notwendig sind, oder ein Onlinetermin genügt. Aber auch wenn sich dieses Segment nachhaltig verändert hat, können virtuelle Meetings persönliche Treffen nie zur Gänze ersetzen.  

Wird das Volumen bei den Privat- oder den Geschäftsreisen schneller zunehmen? Sicherlich bei den Privatreisen. Bei den Geschäftsreisen sind aufgrund der Home Office Erfahrungen durch die Pandemie viele Meetings und Termine auf hybrid oder digital umgestellt worden. Wir gehen davon aus, dass ca. 25 Prozent des früheren Geschäftsreise-Volumens nicht mehr retour kommen wird. Gleichzeitig merken wir, dass die Nachfrage nach Firmentagungen und Kongresse wieder anzieht, die Auswirkungen in diesem Business kommen jedoch zeitversetzt. 

Ist der Urlaub in Tirol durch die Pandemie attraktiver geworden?
Der Zuspruch österreichischer Gäste für Urlaub in der Heimat bzw. in Tirol ist durch die Pandemie zusätzlich verstärkt worden, aber kein coronaspezifisches Phänomen. Die Nachfrage war schon vorher über die Jahre deutlich gewachsen. Ich bin zuversichtlich, dass das unabhängig von Corona auch weiterhin so bleibt.  

Welches Thema beschäftigt Sie derzeit besonders?

Einerseits die Überlegungen und auch europaweiten Vorbereitungen für einen sicheren Herbst und Winter, andererseits natürlich auch die Kommunikation zu internationalen Gästen, die aufgrund des Krieges auf dem europäischen Kontinent Ängste und Unsicherheit haben, einen Urlaub in Tirol zu verbringen. Persönlich starte ich im Mai als Geschäftsführerin bei der Tirol Werbung und freue mich, das Unternehmen, die Strategie und Inhalte und natürlich auch die Mitarbeiter persönlich kennenlernen zu dürfen. 

Ihre Pläne und Wünsche für die heurige Sommersaison? 

Die Reiselust der Menschen ist ungebrochen hoch, die Nachfrage nach Urlaub in Tirol aus jetziger Sicht vielversprechend. Daher wünsche ich mir einen Sommer mit möglichst wenig Einschränkungen, damit die Gäste ihren Aufenthalt bei uns in vollen Zügen genießen können.

Zur Person

Die 50-jährige Tirolerin blickt bereits bisher auf eine erfolgreiche Karriere zurück. In leitenden Marketingpositionen bei Henkel Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien und Australien arbeitete Seiler bis 2010 im Ausland, ehe sie die Geschäftsführung im Tourismusverband Pitztal übernahm. Die neue Chefin der Tirol Werbung, die sich unter rund 30 Bewerberinnen und Bewerbern durchsetzen konnte, war bereits zwischen 2012 und 2015 als Marketingleiterin für das Unternehmen tätig. Zuletzt war Seiler sechs Jahre Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus und baute in diesem Zeitraum den Tourismusverband in ein modernes Dienstleistungsunternehmen erfolgreich um.

Foto: Blickfang

Die Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus über die Sommersaison 2021 und Themen, die Urlauber von der Region überzeugen sollen.

 

Urlaub in Tirol hat geboomt – und dann kam Corona. Wie sieht die derzeitige Situation – auch angesichts des Tourismus-Comebacks vor Pfingsten – für Innsbruck aus?

Die Buchungslage für diesen Sommer ist derzeit schwer einschätzbar, da insbesondere in der Stadt mit vielen kurzfristigen Buchungen zu rechnen sein wird. Entscheidend sind die Reisebeschränkungen in den Herkunftsmärkten, mögliche Quarantäne-Auflagen und auch die Flexibilität der Stornobedingungen bei den Vermietern. In der Region Innsbruck müssen wir zwischen Stadt- und Ferienhotellerie unterscheiden: Außerhalb der Stadt gehen wir von einer guten Buchungslage aus, sobald Reisen wieder möglich ist.

Herausfordernder wird es hingegen für die Stadt-Hotellerie, weil internationale Gäste, die einen bedeutenden Teil der Ankünfte in Innsbruck ausmachen, auch diesen Sommer fehlen werden. Städte-Urlaub generell lebt von kurzfristigen Buchungen und Kurz-Aufenthalten, dies wird auch diesen Sommer zum Tragen kommen.

Mit unserem alpin-urbanen Gesamtprodukt aus außergewöhnlichen Stadt- und Naturerlebnissen forcieren wir eine längere Aufenthaltsdauer in der Region. Unsere generelle Zielsetzung für diese Sommersaison ist, das Niveau vom letzten Sommer zu erreichen.

Soziales Engagement, Respekt und Belohnung von Leistung sieht die Nationalratsabgeordnete als politische Erfolgsrezepte.

 

„Beim Reden kommt man zusammen. Ich bin sehr dankbar für jedes Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Deshalb bin ich viel in der Steiermark unterwegs, um das persönliche Gespräch zu suchen und auf die Anliegen aller Bürgerinnen und Bürger einzugehen“, lässt Corinna Schwarzenberger kein negatives Wort über die Regierungsarbeit fallen.

Aus Sicht der ÖVP habe man ein sehr gutes Arbeitsverhältnis mit dem Koalitionspartner und bringe sehr viele große Projekte auf den Weg, von denen andere Regierungen immer nur geredet hätten, wie etwa die Abschaffung der kalten Progression. Im Rahmen der parlamentarischen Arbeit sei man stets um eine parteiübergreifende Zusammenarbeit im sachlichen Diskurs mit den anderen Fraktionen bemüht. Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, schlägt der Politiker vor, gemeinnützige Vereine zu fördern und Anreize für soziales Engagement zu schaffen. Eine weitere Idee ist die Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement in Vereinen durch die Universitäten. Eine respektvolle und offene Diskussionskultur in der Politik soll helfen, den Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder zu stärken.

Umfassendes Klima-Paket

Bei der Bewältigung der Klimakrise setzt die Politik auf ein umfassendes Maßnahmenpaket statt auf ein einzelnes Gesetz. Das geplante Klimaschutzgesetz soll in Kombination mit anderen Initiativen wie der ökosozialen Steuerreform und der „Offensive Saubere Wärme“ dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck Österreichs zu verringern. Abschließend thematisiert Schwarzenberger die wachsende sozioökonomische Ungleichheit und die Notwendigkeit, Chancen gerechter zu verteilen und benachteiligte Gruppen zu unterstützen. Dazu sollen Maßnahmen wie die Abschaffung der Grunderwerbssteuer für das erste Eigenheim oder Erleichterungen bei der Kreditvergabe umgesetzt werden. Darüber hinaus wird die Bedeutung der Leistungsgerechtigkeit betont und bereits umgesetzte Maßnahmen wie die Abschaffung der kalten Progression oder die Senkung der Lohn- und Einkommensteuer genannt.

Foto: ÖVP

Die Abgeordnete ist überzeugt: Entbürokratisierung steigert die Wettbewerbsfähigkeit und fördert das Wirtschaftswachstum.

 

„Der Eingangssteuersatz soll von 20 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden, um fünf Millionen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu entlasten und den Unterschied zwischen Erwerbstätigkeit und Nicht-Erwerbstätigkeit deutlicher zu machen. Als Abgeordnete im Salzburger Landtag setze ich mich für die Anliegen unserer Unternehmerinnen und Unternehmer ein. Unsere Leistungskultur ist entscheidend für den Wohlstand und die soziale Sicherheit unseres Landes. Internationale Wettbewerbsfähigkeit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern die Basis für unseren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg. Der Grundsatz, dass sich Leistung lohnen muss, ist für uns von zentraler Bedeutung“, sagt Camilla Schwabl und betont, dass ein grundlegender Wandel in der österreichischen Wirtschaftspolitik notwendig sei.

Der von Bundeskanzler Karl Nehammer vorgeschlagene Österreichplan, den sie voll unterstützt, sieht fundamentale Änderungen und eine Abkehr von Interventionismus und Etatismus vor. Eine wesentliche Maßnahme ist die Entlastung der Unternehmen durch die Senkung der Lohnnebenkosten. Dies soll durch eine Reduzierung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge und die Integration eines Teils der Beiträge des Familienlastenausgleichsfonds ins Bundesbudget finanziert werden.

Zusätzlich bedarf es einer konsequenten Entbürokratisierung und Deregulierung. Eine strikte Ausgaben- und Subventionsbremse ist notwendig, um die Budgetdefizite zu senken und langfristig ein ausgeglichenes Bundesbudget zu erreichen. Weitere Maßnahmen umfassen die sofortige Verrechnung von Bescheids- und Bauvorhabenskosten mit Förderungen sowie die Reduzierung der Überreglementierung, die die Wirtschaft lähmt. Steuerprüfungen sollten mit weniger Misstrauen und mehr Unterstützung durchgeführt werden, um den Unternehmergeist zu fördern und das Wirtschaftswachstum zu sichern.

Förderung der Gleichstellung und sozialen Gerechtigkeit

Trotz Fortschritten gebe es weiterhin Ungleichheiten in der Arbeitswelt. „Wir setzen uns für die beste Bildung für alle Kinder ein, um deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Eltern sollen echte Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung haben. Wir fordern einen bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Ausbau der Betreuungsplätze und die Sicherstellung von ausreichend qualifiziertem Betreuungspersonal“, sagt die Hotelierin und Politikerin.

Ein automatisches Pensionssplitting bei der Geburt eines Kindes bis zum zehnten Lebensjahr, mit einer Opt-out-Möglichkeit, soll helfen, die Altersarmut von Frauen zu bekämpfen. „Zudem unterstützen wir Initiativen, die mehr Frauen für Berufe in der MINT-Branche gewinnen. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Umstellung von Taschengeld auf Lohn für Menschen mit Behinderung in geschützten Werkstätten, um ihnen eine eigene Sozialversicherung und gerechte Entlohnung zu ermöglichen.“

Reformen im Steuersystem 

Ein effizientes Steuersystem ist zentral für eine gesunde Wirtschaft. Neben der Senkung der Lohnnebenkosten sind folgende Maßnahmen geplant: „Der Eingangssteuersatz soll von 20 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden, um fünf Millionen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu entlasten und den Unterschied zwischen Erwerbstätigkeit und Nicht-Erwerbstätigkeit deutlicher zu machen. Auch Pensionistinnen, Pensionisten und Menschen mit geringeren Einkommen sollen davon profitieren. Ein jährlicher steuerlicher Vollzeitbonus in Höhe von 1.000 Euro soll für alle Vollzeitarbeitenden eingeführt werden. Notwendige familiäre Betreuungspflichten sollen dabei berücksichtigt werden. Und Überstunden sollen vollständig steuerfrei werden, um diejenigen zu unterstützen, die über das geforderte Maß hinaus leisten. Diese Maßnahmen sollen faire Bedingungen für alle schaffen und gleichzeitig Leistungsbereitschaft und Innovation fördern, sodass sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen von einem gerechten Steuersystem profitieren.“

Foto: Manuel Horn

Sie ist bereits seit zwanzig Jahren bei der Swiss Life Select tätig, die letzten fünf Jahre als Teil des Führungsteams. Jetzt der nächste Karriereschritt.

 

Vorbehaltlich der notwendigen Zustimmung der FMA wird Clarissa Schuster ab 1. August die Funktion als CMO beim österreichischen Finanzdienstleistungsunternehmen übernehmen. 

Die aktuell in aller Munde befindliche Digitalisierung trifft natürlich auch die Finanzberatungsbranche stark. Hier wird es an uns liegen auch in Zukunft die richtigen Investitionen zu treffen“, so Clarissa Schuster. Die Möglichkeit einen Kunden sowohl digital als auch physisch zu beraten und dabei mit den Bereichen Finanzierung, Vorsorge, Investment, Versicherung und Immobilien eine unglaubliche Breite der Finanzdienstleistung abzudecken so einzigartig. Diesen Weg werde man unter Einhaltung höchster Qualitätsstandards akribisch weiterverfolgen. „Wir versuchen uns als Unternehmen stets weiterzuentwickeln“, sagt Schuster und verweist auf die Implementierung einer eigenen Immobilien Unit im vergangenen Herbst die gezeigt habe, dass man immer für eine Überraschung gut sei, wenn es darum gehe den Geschäftsbereich zu erweitern. Viel mehr zu neuen Innovationen wolle sie zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht verraten. 

Individuelle und transparente Lösungen

„Im hohen Privatkunden-Segment merken wir spürbar, dass Kundinnen und Kunden mehr denn je auf der Suche nach individuellen und vor allem transparenten Investment-Lösungen sind. Aber auch Vorsorge-Lösungen sind insbesondere aufgrund der aktuell in aller Munde befindlichen Inflation sehr stark nachgefragt. Hier ist es unser Anspruch Kundinnen und Kunden anhand unseres Best-Select-Prinzips die für sie besten aktuell am Markt befindlichen Lösungen auszuwählen“, sagt die Finanzexpertin, die nichts davon hält in komplexen Zeiten irgendwelche Entwicklungen zu prognostizieren.

„Market Timing ist in den seltensten Fällen vorteilhaft. Zumindest in Bezug auf die Märkte sollte jetzt strategisches Wertpotential im Vordergrund stehen. Investoren müssen meiner Ansicht nach verstehen, dass es nicht darum geht kurzfristig zu spekulieren, sondern langfristig zu investieren“, meint Clarissa Schuster. Ihr Tipp an alle Frauen, die finanziell vorsorgen wollen: „Das sollte man sich in einem persönlichen Beratungsgespräch im Detail ansehen. Die persönlichen Gegebenheiten sind gerade bei Frauen oftmals sehr unterschiedlich. Entscheidend ist jedoch, dass insbesondere Frauen – ob in Form von fondsgebundenen Lebensversicherungen oder auch Kapitalmarkt-Sparplänen – sich frühzeitig mit dem Thema der Altersvorsorge auseinandersetzen beziehungsweise sich mit einem Ansprechpartner ihrer Wahl darüber unterhalten.“ 

Finanzwissen für die Jugend

Deutlich spricht sich die Expertin auch für die Vermittlung von Finanzwissen an die jüngere Generation aus. „Ich bin der Meinung, dass hier die gesamte Branche noch sehr viel Aufklärungsarbeit im Bereich Financial Education leisten wird müssen. Selbstverständlich ist es auch von Notwendigkeit die Produktauswahl auch auf jüngeres Publikum abzustimmen. Klar ist jedoch, wer bereits in jungen Jahren einen persönlichen Financial Planner an seiner Seite hat, der erspart sich im Alter viele Sorgen.“ Auch in unsicheren Zeiten, denn Schwankungen an den Märkten seien etwas komplett Normales. „Und auch wenn Schwankungen immer als Risiko gesehen werden, so sollte man Dinge relativieren und möglichst rational betrachten. Aus diesem Blickwinkel sind niedrigere Kurs definitiv eine Chance. Jedenfalls muss hierbei auch stets auf die persönlichen Gegebenheiten und Ziele geachtet werden.“ 

Foto: Swiss Life Select 

Vesna Schuster ist Politikerin, Unternehmerin und alleinerziehende Mutter. Seit März 2018 ist sie Abgeordnete zum Landtag Niederösterreich. Bei der EU-Wahl kandidiert sie für die FPÖ.

 

Wie so viele andere Politker und Politikerinnen auch macht sich Vesna Schuster besonders viele Gedanken über den „Brexit“, vor allem, wenn es um das Wohl des Landes Großbritannien geht: „Die Entscheidung von über 17 Millionen Briten zum Austritt aus der Europäischen Union muss akzeptiert und umgesetzt werden – hier geht es natürlich auch um die direkte Demokratie, die nicht in Gefahr kommen darf!“ Doch laut Schuster ist der „Brexit“ nicht das einzige Problem, dem sich die EU und ihre Bürger und Bürgerinnen momentan stellen müssen.

Die Problematik „straffällige Asylwerber“

„Die größten Herausforderungen sehe ich in der Migration aus islamischen Ländern und der Integration dieser Zuwanderer.“ Die Meinung der FPÖ gegenüber Asylwerbern ist klar: Das Wohl und die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung steht immer an erster Stelle. Diese Meinung scheint auch Vesna Schuster zu vertreten: „Es ist mir wichtig und ein großes Anliegen als Mutter, Frau und Politikerin das jetzige Linke EU-System in eine andere Richtung zu lenken. Ich will nicht, dass Menschenrechte von straffälligen Asylwerbern über dem Schutz und der Sicherheit unserer eigenen Bevölkerung stehen.“

Im Sommer des Vorjahres wurde die WKÖ-Vizepräsidentin als Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft bestätigt. 

 

Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und eine Herzensanliegen für Martha Schultz sich – gemeinsam mit ihrem Team – für die Interessen der rund 130.000 Unternehmerinnen und Frauen in der Wirtschaft einzusetzen. „Gerade jetzt, in besonders herausfordernden Zeiten, beweisen unsere Unternehmerinnen einmal mehr, was sie tagtäglich leisten. Sie trotzen der Krise, finden Lösungen und antworten mit neuen, flexiblen und innovativen unternehmerischen Ideen“, so die WKÖ-Vizepräsidentin.

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung 

Die Pandemie, davon ist die Unternehmerin überzeugt, werde uns leider noch länger begleiten. Dementsprechend brauche es für die Betriebe dringend ein vorausschauendes Krisenmanagement, um zumindest Planungssicherheit zu gewährleisten. Es dürfe zu keinen weiteren Lockdowns mehr kommen! Außerdem sei eine konsequente Umsetzung der Steuerreform notwendig.

„Für die Wirtschaft sind hier drei Punkte von zentraler Bedeutung: den Standort zu stärken, die Betriebe zu entlasten und Ökologisierung mit Hausverstand umzusetzen. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist und bleibt ein brennendes Thema. Hier setze ich mich seit Langem für einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung in ganz Österreich – ganztägig, qualitätsvoll und leistbar – ein. Damit verbunden einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag bis zum 14. Lebensjahr“, so Schultz. 

Starke Interessensvertretung 

Ihr Tipp für Frauen, die den Sprung in die Selbständigkeit wagen möchten: „Trauen Sie sich und setzen Sie Ihre Idee um. Sie sind in bester Gesellschaft: Fast jedes zweite Unternehmen in Österreich wird von einer Frau gegründet. Klar ist: Um unternehmerisches Potenzial auch entfalten zu können, braucht es eine starke Interessenvertretung, kompetentes Service und ein attraktives Netzwerk“, sagt Martha Schultz.

Die Wirtschaftskammer stünde hier – mit dem Gründerservice, der „Jungen Wirtschaft“ und „Frau in der Wirtschaft“ – als starke Partnerin zur Seite. Beim Schritt in die Selbständigkeit würden zudem die rund 90 Gründerservice-Stellen in ganz Österreich hilfreich sein. 

So viele Impfungen wie möglich 

Ihre Wünsche für dieses Jahr? „Ich wünsche mir, dass wir so rasch als möglich das momentan dramatische Infektionsgeschehen in den Griff bekommen und dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen. Denn die Impfung ist der wichtigste Hebel im Kampf gegen die Pandemie. Wenn uns das gelingt, blicke ich – trotz fordernder Rahmenbedingungen – optimistisch in die Zukunft.“

Foto: Inge Prader

Bettina Schuckert. Als CEO von dentsu Austria sorgt sie dafür, Marken stark zu machen. Worauf dabei zu achten ist, verrät sie im ABW-Interview.

 

Für Bettina Schuckert ist die digitale Transformation Teil des Geschäfts. Dentsu Austria setzt seit geraumer Zeit auf integrierte digitale Lösungen, die einerseits aus Systemimplementierung und Customer Experience Management und andererseits aus kreativen Dienstleistungen bestehen.

Das Zusammenspiel von Plattformbau, perfekter Kundeninteraktion und digitalem Erlebnis bringt den perfekten Mehrwert für die Kunden der Agentur. Um die Effizienz zu steigern, werden die Dienstleistungen mit den Kernkompetenzen von dentsu Austria wie Data Science & Analysis sowie Hyper Automation angereichert. „Entscheidend ist jedenfalls, dass die digitale Transformation als kontinuierlicher Prozess verstanden wird, der Anpassungen und Iterationen erfordert, um mit den sich ständig ändernden Technologien und Marktbedingungen Schritt zu halten“, sagt Bettina Schuckert.

Gemeinsam mit den Kunden Pläne entwickeln

Mit der zunehmenden Verbreitung von Kanälen und Geräten wird es auch immer wichtiger zu verstehen, worauf die Menschen ihre Aufmerksamkeit richten. Daher ist es für Werbetreibende in diesem überfüllten Medienmarkt wichtig, neben Metriken wie Impressions und Viewability auch Aufmerksamkeitsmetriken zu verwenden.

Dentsu investiert seit 2018 in sein Attention Economy Programm, um aufmerksamkeitsbasierte Planungs-, Mess- und Einkaufsmetriken und -modelle zu entwickeln. Gemeinsam mit den Kunden werden Pläne entwickelt, um die Aufmerksamkeit der Werbung zu messen, die Vergleichbarkeit von Medien und Plattformen mit ähnlichen Aufmerksamkeitsmetriken zu bestimmen und Methoden zu finden, um „versteckte Perlen“ zu finden - wie weniger beliebte Formate und Platzierungen, die jedoch die Effizienz einer Kampagne erhöhen.

Werbung nur im passenden Umfeld

„Bei Marketing- und Mediaaktivitäten ist es gerade im digitalen Bereich wichtig, dass Werbung in einem sicheren und vertrauenswürdigen Umfeld platziert wird. Bei dentsu Austria setzen wir dafür unsere dentsu Quality Solution Tools ein, die die Werbung unserer Kunden im digitalen Umfeld ausschließlich auf ‚Brand Safe‘-Seiten ausspielen“, so die Kommunikations- und Marketingexpertin. Auch inhaltlich sei es für Marken entscheidend, keine Halbwahrheiten zu kommunizieren. „In einer Welt, in der Fehlinformationen im Überfluss vorhanden sind, müssen Absender sorgfältig prüfen, ob ihre Aussagen der Wahrheit entsprechen.“

Das wichtige Thema Datenschutz sieht Schuckert ausreichend berücksichtigt: „Zum einen bilden die bestehenden Datenschutzgesetze und -verordnungen einen klaren Rahmen, in dem sich Unternehmen bewegen müssen. Zum anderen rückt durch die Abschaffung von 3rd Party Cookies die aktive Einwilligung noch mehr in den Vordergrund.“

Foto: dentsu Austria

Seit November letzten Jahres ist die Marketing- und Kommunikationsexpertin CEO von dentsu Austria. Was sie über Machine Learning und den Einsatz von KI in Unternehmen denkt, verrät sie im ABW-Interview.

 

„Wenn wir von künstlicher Intelligenz sprechen, meinen wir eigentlich neuronale Netze und maschinelles Lernen. Und das hat unser Leben längst verändert. Wir sehen das in den sozialen Medien oder im Bereich der Kampagnenoptimierung, sowohl im Paid- als auch im Owned-Bereich. Derzeit entwickelt sich Machine Learning unglaublich schnell in immer mehr Anwendungsbereichen, die das Marketing grundlegend verändern und noch weiter verändern werden“, sagt Bettina Schuckert.

Die Spitze des Eisbergs sei aktuell Chat GPT, denn Chat GPT wird unter anderem sowohl Corporate Content als auch Search stark verändern. „Das Tool ist schon heute in der Lage, vollautomatisch und dynamisch Texte für Webseiten, E-Mail-Kampagnen, aber auch Banner und Social Media Posts zu erstellen. Damit wird die Personalisierung und Automatisierung auf ein neues Level gehoben, da ungleich mehr Varianten und Versionen automatisch und unglaublich schnell erstellt werden können. Das wird in naher Zukunft auch unser Suchverhalten verändern - weg von der Suche mit Begriffen in einem Eingabefeld, hin zu einer scheinbar natürlichen Unterhaltung. Man darf gespannt sein“, so die Agenturchefin.

Qualitätskontrolle durch Menschen 

Jede Chance birgt jedoch auch Risiken, denn maschinelles Lernen erfolgt immer auf der Grundlage der Daten, mit denen es gelernt wird. Sind diese Daten falsch, verzerrt oder ethisch fragwürdig, wird der Algorithmus falsche, verzerrte oder ethisch fragwürdige Lösungen produzieren. „Der Faktor Mensch zur Qualitätskontrolle und -sicherung wird auch in Zukunft entscheidend sein. Darauf werden wir bei dentsu und Merkle immer achten. Und wir sind auch fest davon überzeugt, dass diese neue Technologie die Expertise unserer Kolleginnen und Kollegen nicht ersetzen wird“.

Wir sind am Puls der Zeit 

Bei dentsu und Merkle sei man in Sachen KI am Puls der Zeit, so Schuckert. „Wir haben mehrere hundert Experten in unserem Netzwerk, die sich mit dem Thema in all seinen Facetten beschäftigen - nicht nur am Reißbrett, sondern auch in zahlreichen Kundenprojekten. Denn über die Anwendungen von Microsoft, Salesforce, Adobe etc. haben eigentlich alle Nutzer dieser Software direkten Zugriff auf Algorithmen und maschinelle Lernfähigkeiten. Wir arbeiten mit unseren Kunden an Projekten zur Optimierung ihrer Kommunikation mittels Machine Learning, testen verschiedene Optionen, entscheiden, was das nächste beste Angebot oder die nächste beste Aktion ist, was man dem Kunden zu welchem Zeitpunkt auf welchem Kanal zeigt, wie sich die Website dynamisch an den User anpasst, wir optimieren damit Mediaspendings und vieles mehr“.

Foto: Digitalsports Fotografie

Sie ist, wie alle Grünen, im Einsatz für die Klimarettung und überzeugt: Jeder kann in seinem Bereich die Welt ein wenig besser machen, sei es in Umweltfragen oder aber auch im Miteinander.

 

„Die Klimakrise ist die größte Krise der Menschheit und wir müssen alles daran setzen, den derzeitigen Trend zu stoppen. Niemand will in einer Welt leben, in der es im Sommer unerträglich heiß und trocken ist und ständig eine Katastrophe auf die nächste folgt. Wir müssen eine Rettungskette in Ganz setzen auf allen Ebenen. In der Stadt Hall setze ich Akzente, wo es möglich ist“, sagt die Politikerin.

Aber es gäbe noch so viel zu tun: „In der Lokalpolitik stehen wir aufgrund der Teuerungssituation, wie alle Gemeinden, vor großen Herausforderungen. Es gilt sparsam zu agieren und gleichzeitig Veränderungen einzuleiten. Zum Beispiel beim Verkehr. Der belastet wie in vielen Tiroler Gemeinden die Menschen. Gleichzeitig gilt es, die Menschen mit Ihren Sorgen abzuholen und ernst zu nehmen. Besonders beschäftigten mich die sozialpolitischen Herausforderungen. Die demographische Entwicklung mit dem daraus resultierendem Fachkräftemangel in allen Sparten wird uns zu einem Umdenken und Neudenken in der Arbeitswelt bringen müssen. Aber der Mangel an Pflegepersonal wird uns noch große Probleme bereiten. Wer betreut und pflegt Menschen, die in den Heimen leben oder dort keinen Platz mehr finden? Oder Menschen die als Pflegefall aus dem Krankenhaus entlassen werden und deren Angehörige pflegend einspringen müssen? Auch hier sind wieder meist Frauen betroffen, Hier wird es schnelle Lösungen brauchen, damit unser System nicht kollabiert“, sagt die Politikerin. 

Frauen sind keine Bittstellerinnen

Persönlich mache sie auch die Altersarmut von Frauen ihrer Generation betroffen. Viele hätten durch lange Kinderbetreuungszeiten und Scheidung zu wenig Versicherungsjahre und würden im Alter durch Kleinstpensionen verarmen. Für viele werde Essen, Heizen und die Teilhabe am sozialen Leben gerade in diesen Zeiten eine echte Challenge. Es dürfe nicht sein, dass Frauen in solchen Situationen zu Bittstellerinnen werden müssen. 

Austausch ist wichtig

Menschen, die nichts von Politik halten bietet sie an, einen Tag lang aktiv mitzuerleben. Das ändere schnell die Meinung, wenn man sehe, warum manche Entscheidungen getroffen werden und wie viel Überlegungen oft dahinterstecken. Gerade auf Gemeindeebene zeige sich, wie wichtig und zielführend der Austausch sei.

„Wir alle tragen Verantwortung für unseren Lebensraum und Politik gestaltet diesen, somit hat jeder Mensch, der zur Wahl geht, die Möglichkeit sein Umfeld zu gestalten. Ich würde mir wünschen, dass mehr Frauen politisch aktiv werden, denn nur so werden patriarchische Systeme verändert. Frauen haben einen anderen Zugang zu Themen und auch einen anderen Stil.“ Als positiver Mensch ist Barbara Schramm-Skoficz voller Hoffnung, dass die Krisen miteinander gemeistert werden können. In ihrem Alltag ist sie bemüht, die sogenannten Negativschlagzeilen differenziert zu betrachten, einen Weg von der Ohnmacht hin zur Selbstbestimmung zu suchen. „Spaziergänge in der Natur und Treffen mit Freunden geben mir Kraft und Energie. Humor und Lachen hilft mir auch oft“, so die Abgeordnete.

Foto: Mag. Andrea Weber-Stricker

Die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort über e-Commerce, Förderprogramme für Betriebe und die vorbildlichen Leistungen der heimischen Unternehmen.

 

Was sind die bleibendsten Eindrücke des Corona-Jahres?

Corona hat uns natürlich vor immense Herausforderungen gestellt, nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sondern vor allem auch im gesellschaftlichen. Was mich besonders beeindruckt hat, war der Zusammenhalt während des ersten Lockdowns und das tatkräftige Mitwirken der ganzen Bevölkerung.  

Wie gut wird die COVID-19-Investitionsprämie angenommen? 

Bei der Investitionsprämie kann man wirklich von einem Erfolgsprodukt sprechen. Innerhalb der ersten 24 Stunden sind über 2.000 Anträge eingegangen. Bis heute gibt es 43.262 Anträge mit einem Investitionsvolumen von etwa 21,3 Milliarden Euro. Rund 50 Prozent der Anträge haben einen Digitalisierungs- und Ökologisierungsaspekt und werden mit einem 14-Prozent-Zuschuss gefördert.

Die Digitalisierung steht ganz oben auf Ihrer Agenda, trotzdem haben viele Betriebe in diesem Bereich noch Aufholbedarf. Was ist geplant, damit die heimische Wirtschaft konkurrenzfähig bleibt?

Wenn wir über Digitalisierung sprechen, reden wir oft über Industrie 4.0, Artificial Intelligence, 5G und Robotik. Das ist alles wichtig und da muss Österreich vorne mit dabei sein. Für mich ist dabei zentral, dass es keine Digitalisierungsverlierer gibt, sondern dass alle von der Digitalisierung profitieren werden. Eine gute Infrastruktur ist die Basis, die uns das Leben leichter macht – sowohl in den Städten als auch in den Regionen.

Margarete Schramböck über die Herausforderung Digitalisierung, ihren Führungsstil, Frauen und Karriere in der IKT, die eigene Karriere und warum auch sie manchmal ihr Handy abschaltet.

 

Vor zehn Jahren erschien die erste Ausgabe ABW. Ein Blick zurück: Wo standen Sie beruflich vor zehn Jahren und hätten Sie sich gedacht, dass Sie einmal an der Spitze von A1 stehen würden? 

Vor zehn Jahren war ich Geschäftsführerin der NextiraOne und kurz davor, zusätzlich zur Aufgabe in Österreich auch die Verantwortung für den deutschen Markt zu übernehmen. Ich habe mich mit voller Kraft auf meine damals relevante Funktion konzentriert und nicht daran gedacht, eine andere Verantwortung zu übernehmen. Auch war mein damaliger Fokus sehr stark auf die bevorstehende Aufgabe am deutschen Markt ausgerichtet. Aus meiner Sicht ist es wichtig, sich mit voller Kraft und Energie einer Aufgabe zu widmen und nicht daran zu denken, was eventuell sein könnte.

Wer sein Portfolio bekannt machen und den Abverkauf steigern möchte, benötigt zielgenaue Werbung – vor allem online. Doch wo genau tummelt sich die passende Zielgruppe? 

 

Kundenakquise ist einfach unverzichtbar. Ob überregional agierendes Unternehmen mit lokalen Verkaufsstellen oder Einzelunternehmung – alle stehen vor der gleichen Herausforderung: Sie benötigen eine zielgerichtete, lokale Platzierung ihrer Werbebotschaften, um Kunden zu gewinnen.

Targeting lautet hier das Zauberwort, dass, wenn richtig betrieben, Interessenten aus dem Netz zum regionalen POS führen kann. Dabei sollte die Maxime lauten: die richtige Botschaft für die richtige Person zur richtigen Zeit im richtigen Umfeld.

Analyse des Surfverhaltens                                                                                                      

Kaufentscheidungen reifen oftmals im Rahmen einer noch markenunabhängigen Vorinformation über digitale Touchpoints wie Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder Erfahrungsberichte auf Internetportalen. Das bietet Herstellern und Händlern die Gelegenheit, in den Recherchezyklus der Käufer einzutreten und diese gezielt und passend zu ihrem aktuellen Informationsbedarf anzusprechen. 

Auf Userinteressen basierendes Targeting kann den Kaufentscheidungsprozess innerhalb der Customer Journey essenziell beeinflussen, das gilt ebenso für den Online- als auch den stationären Handel. Auf dem Weg der Entscheidungsfindung hin zum Produktkauf können Werber gezielt und am Bedarf orientierte Werbeimpulse setzen und Interessierte zu einer bestimmten Marke, Händler-Präferenz oder einem Produkt führen.

Doch wie funktioniert das? Die technischen Möglichkeiten der digitalen Welt und die Verknüpfung von Userdaten erlauben es, Werbung nahezu unabhängig vom thematischen Kontext individuell auf eine bestimmte Zielgruppe hin ausgesteuert auszuspielen. Hierzu werden die Intention des Internetnutzers sowie seine Affinität zu einem bestimmten Thema, sein digitaler Fußabdruck also, analysiert. Hat der User nach einem Auto gesucht, dann sollte er beim nächsten Besuch im Internet, auch wenn er sich zum Beispiel gerade die aktuellen Tagesnachrichten anschaut, Angebote zum Autokauf angezeigt bekommen.

Die programmatische Ausspielung der Werbemittel ist in Echtzeit und auf vielen unterschiedlichen Internetportalen möglich – eben da, wo der User sich gerade aufhält und passend zu seiner bekannten Interessenslage. So können Werber durch vorab gesammeltes Wissen maßgeschneiderte Werbebotschaften senden.

Search online – buy offline                                                                                                  

Doch dieses digitale Sich-immer-wieder-in-Erinnerung-Rufen ist nur ein Schritt auf dem Weg zu einer Conversion im Netz. Wichtig ist auch, den Interessenten mit den jeweils zu seinem Fortschritt in der Customer Journey passenden Inhalten zu versorgen und ihn schließlich zum regionalen POS zu leiten.

Aus Sicht möglicher Interessenten tritt bei der Internetrecherche häufig die Marke beziehungsweise das Unternehmen selbst in Erscheinung, auf der lokalen Ebene hingegen gibt es kaum Sichtbarkeit für die einzelnen Händler in der Umgebung der potentiellen Kunden. Die tatsächliche Customer Journey ist damit nicht ausreichend berücksichtigt, weil bei der Online-Recherche der Interessenten der Link in die Region und damit zum Händler, bei dem der Kauf tatsächlich getätigt werden soll, fehlt. Mögliche Folge: Interessenten kaufen beim besser sichtbaren lokalen Wettbewerber.

Der Mix macht´s                                                                                                                          

Aber einzig und allein auf userindividuelles Targeting zu setzen, wäre zu kurz gedacht. Denn nur die Verzahnung von traditionellen Offline- und Online-Medienangeboten bringt den gewünschten Erfolg. Die höchste Wirkung erzeugen Werber nachweislich mit einer leicht variierenden, aber wiedererkennbaren Botschaft auf unterschiedlichen Kanälen.

Targeting sorgt dabei für eine hohe Kosteneffizienz, weil Händler nur Interessierte und damit potentielle Kunden ansprechen können. Fazit: Zielgerichtetes Targeting, das heißt, die Konzentration auf den kaufbereiten und in diesem Moment für die Nachricht empfänglichen Nutzer, ist elementar. Und dies nicht nur im klassischen E-Commerce, sondern auch und gerade am Absprungpunkt von digitaler Vorinformation hin zu stationärem Kauf. Hier liegen große Potentiale, die es zu heben gilt.

Foto: moccamedia

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