Fortbildung

Open Day an der FH Technikum Wien

Am 25.11. findet der diesjährige Open Day der FH Technikum Wien statt. Der ganze Tag dreht sich um das umfangreiche Angebot an Bachelor- und Masterstudiengängen.

All jene, die sich für ein Studium an der FHTW interessieren, können sich vom vielfältigen Angebot an der einzigen rein technischen Fachhochschule Österreichs überzeugen. Am Open Day steht die Studienberatung für Bachelorstudiengänge ganztägig zur Verfügung. Beratung zu den Masterstudiengängen gibt es ab 14.00 Uhr. Interessierte können ihre Fragen rund um Studienorientierung, Bewerbungsverfahren und zur Vorbereitung und dem Ablauf des Reihungstests stellen.

Technik hautnah
Ein Highlight für die Besucher*innen sind alljährlich die Ausstellungen von Projektarbeiten. Studierende zeigen ihre Arbeiten aus verschiedensten Themengebieten und Laboren und berichten live aus ihrem Studium an der FH Technikum Wien. Die Laborführungen sind eine weitere Möglichkeit, den Campus hautnah kennenzulernen.

Führungen zu den Labors finden zu folgenden Stunden statt: 11.00, 12.00, 13.00, 16:00 und 17:00 Uhr. Die Campusführung durch das Rektorat um 12:30 Uhr und 15:00 Uhr. In der „ENERGYbase“ (in der Giefinggasse, 1210) sind die Studiengänge Erneuerbare Energien zuhause. Ein kostenloser Shuttlebus fährt um 13.00 und 15.00 Uhr.Mit der Initiative WeCan-Tech macht die FHTW auf die erfolgreichen Frauen in unterschiedlichen technischen Bereichen aufmerksam. Unter dem Motto „Frauen, Zukunft, Technik“ gibt es eine eigene Führung rein für weibliche Interessentinnen, die um 14.30 Uhr startet.

Die Teilnahme am Open Day und an den Führungen ist selbstverständlich kostenlos, um Anmeldung wird jedoch gebeten. Alle Angemeldeten erhalten rechtzeitig Teilnahmeinfos sowie digitale Infomaterialien zur FH Technikum Wien. Auf Wunsch kann auch der neue Studienfolder kostenlos per Post zugeschickt werden. 

Über die FH Technikum Wien
Die FH Technikum Wien ist Österreichs Fachhochschule für Technik und Digitalisierung. Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 hat sie 15.000 Absolvent*innen hervorgebracht. Aktuell werden 4.500 Studierende in 28 Bachelor- und Master-Studiengängen zu Spitzenkräften für die Wirtschaft ausgebildet. Die FH ist ein Netzwerkpartner des FEEI – Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie. https://www.technikum-wien.at

Foto: Gorodenkoff/Shutterstock

Neujahrsvorsätze: Der gute Wille allein reicht nicht

Zum neuen Jahr werden auch wieder Vorsätze gefällt. Ganz oben laut Linzer Marktforschungsinstitut IMAS auf der Wunschliste: Mehr Bewegung, sich gesünder ernähren, mit dem Rauchen aufhören - und endlich abnehmen. Warum aber gelingt es nur sehr selten, diesen Vorsätzen auch Taten folgen zu lassen?

Die Antwort liegt in unserem Gehirn versteckt. Bestsellerautor („Gedanken als Medizin“, „Falsch gedacht!“), Neurobiologe und Leiter des Instituts für mentale Erfolgsstrategien Dr. Marcus Täuber gibt fünf Strategien an die Hand, wie wir hirngerecht Verhaltensweisen ändern.

Erste Strategie: Ohne Krampf geht es besser!
„Unser Wille kann sehr schnell nach hinten losgehen“, so Täuber. Wer sich zu sehr unter Druck setzt, begünstigt den Rückfall. So zeigt eine Studie aus den USA: Frauen, die trotz Diät naschen und dabei Schuldgefühle entwickeln, eher zu weiteren Rückschlägen neigen als Frauen, die sich das Naschen verzeihen können.1

Zweite Strategie: Wir brauchen einen guten Grund!
Wer mit dem Rauchen aufhören will, schafft dies in rund 5% der Fälle. Frauen, die schwanger sind, schaffen es in rund 50% der Fälle. Ein guter Grund, der unsere Emotionen anregt, kann also die Erfolgsrate um den Faktor zehn steigern. Ein guter Grund ist ein mächtiges Motivationswerkzeug – machen Sie sich also auf die Suche und identifizieren Sie möglichst konkret, warum Sie ein Verhalten ändern möchten.

Dritte Strategie: Ohne Plan ist ein Ziel wertlos!
Ein Ziel ohne Plan ist leider „zahnlos“. Wichtig zu wissen: Gewohnheiten sind automatisierte Verhaltensweise. Diese Routinen werden durch Reize ausgelöst. So greifen beispielsweise viele Menschen zum Glimmstängel, wenn sie gestresst sind oder sich eine Pause gönnen möchten. Wenn-dann-Pläne helfen, das Gehirn neu auszurichten. Wenn wir gestresst sind oder kurz Erholung brauchen, können wir vorstellen stattdessen ans Fenster gehen und Atemübungen machen. Diese neue Verknüfung ersetzt mit der Zeit das alte Muster.2

Vierte Strategie: Positives denken sabotiert den Erfolg!
Studien der deutschen Psychologin Gabriele Oettingen belegen, dass überzogenes positives Denken in die Falle führt.2 Besser: mental kontrastieren. Konkret bedeutet das, sich nicht nur das Ziel wie eine Wunschfigur vorstellen, sondern die Rückschläge und Widerstände auf den Weg dorthin. Und es gilt im Kopf eine Lösung basteln, wie wir diese Hürden bewältigen. Das stärkt das Selbstvertrauen und schafft einen realistischen Zugang.

Fünfte Strategie: Schritt für Schritt im richtigen Rhythmus!
Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück. Gleiches gilt für das Umsetzen unserer Vorhaben. Statt unsportlich gleich mit einem Dauerlauf von fünf Kilometern starten und mit Seitenstechen die Freude im Keim zu ersticken ist folgendes besser: Es mit dem neuen Verhalten nicht übertreiben. Langsam starten, langsam steigern. So schleichen sich neue Gewohnheiten Schritt für Schritt ins Gehirn.3 Wer regelmäßig Sport betreiben möchte, sollte dabei auf die Macht der Rhythmik setzen. Also besser Montag, Mittwoch und Freitag um sieben Uhr laufen gehen, statt zu unterschiedlichen Zeiten. Gewohnheiten sind gespeicherte Rituale.

Foto: feelimage/Matern

Wer entscheidet, gewinnt! Tipps von Verkaufsprofi Marcus Kutrzeba

Erfolg hat viele Gesichter. Für den einen ist es Erfolg, den Marathon zu beenden, für den er bereits lange trainiert hat. Für die andere ist es der Bau des Vogelhäuschens, was sie sich mit zahlreichen Do-it-yourself-Videos angeeignet hat. Und dann gibt es noch jene, die nach dem beruflichen Erfolg streben, nach der nächsten Sprosse auf der Karriereleiter und diese schon bald erfolgreich erklimmen. Was aber macht erfolgreiche Menschen im Allgemeinen aus? 

Persönlichkeiten sind verschieden und jeder Mensch hat seine individuellen Motive. Auch die Talente unterscheiden sich, das können wir leider – oder zum Glück! – nicht beeinflussen. Gerade das ist es nämlich, was uns Menschen so interessant macht. Was man jedoch bei erfolgreichen Menschen beobachten kann, sind bestimmte Muster, Schemata und Auffälligkeiten, die immer wieder auftauchen.

Orientieren wir unser Handeln an diesen Auffälligkeiten und lernen diese zu verstehen, dann haben wir die Möglichkeit äußerst erfolgreich zu werden. Nur leider verstehen dies die wenigsten Menschen. Dabei scheitern sie nicht – sie rufen nur nicht ihr volles Potenzial ab. 

Entscheidende Erfolgsfaktoren 

In über zehn Jahren Arbeit mit mittlerweile mehreren Tausend Seminarteilnehmern konnte ich zahlreiche Faktoren feststellen, die über den zukünftigen Erfolg entscheiden. Einer davon ist zum Beispiel das Tempo. Wie schnell können Entscheidungen getroffen werden? Und wie schnell können entsprechende Handlungsmaßnahmen durchgeführt werden? 

Schnell sein ... 

Die Digitalisierung hat den Kunden nicht nur das Onlineshopping ermöglicht. Wenn sie etwas wissen wollen, dann fragen sie die Suchmaschine. Wenn sie verschiedene Dienstleistungen im Preis-Leistungsverhältnis gegenüberstellen wollen, dann nutzen sie ein Vergleichsportal. Sie suchen ein Produkt, das genau zu ihren Bedürfnissen passt? Die automatische Auswertung der Online-Aktivitäten hat passend zum Nutzerprofil etwas Passendes herausgesucht.

Dies bedeutet nicht, dass das Internet den Verkäufer überflüssig macht. Ganz im Gegenteil: Der persönliche Kontakt, die menschliche Ebene sorgt für Kundenbindung und Begeisterung – wenn man es denn richtig macht! Und dennoch müssen sich auch Verkäufer den Herausforderungen der Digitalisierung anpassen.

Fakt ist: Der Kunde der Gegenwart möchte nicht warten. Denn Dank des Internets bekommt er nahezu alles, was er möchte, und das auch noch schnell. Als Verkäufer ist es daher wichtig, die eigene Handlungszeit anzupassen, schnell zu re-, aber besser noch zu agieren und Dinge flott in die Wege zu leiten, um den Kunden zu überraschen und so für sich zu gewinnen. 

Selbstbewusst sein ... 

Entscheidend für den Verkaufserfolg ist auch die Ausprägung des Selbstbewusstseins. Verkäufer müssen zunächst ihre persönlichen Stärken und Schwächen erkennen, um diese dann optimal im Verkaufsprozess einsetzen zu können. Leider begehen wir oft den Fehler, unsere Stärken und Schwächen nicht selbst zu erkennen, sondern diese von unserem Umfeld definieren und bewerten zu lassen.

Es beginnt bereits in der Schule: Unsere Defizite – oder vielmehr das, was nicht den schulischen Anforderungen entspricht – werden mit dem Rotstift markiert. Und das passiert so lange, bis wir fehlerfrei sind, oder zumindest „durchkommen“, wie es so schön heißt. Fehlerfreiheit bedeutet nämlich nicht etwa Exzellenz, im Gegenteil. Wir bewegen uns in einer Gesellschaft, die uns aufzeigt: Was zählt ist die Durchschnittlichkeit in sämtlichen Bereichen, nicht das Besondere in ausgewählten Bereichen. Sich an solchen Maßstäben zu messen, ist der falsche Weg. Er führt schon irgendwohin, aber nicht zum Erfolg. 

Wer ich bin, was meine Stärken und Schwächen sind, das kann nur ich selbst feststellen und nicht(!) meine Eltern, meine Lehrer, mein Chef. Dazu muss man sich nur selbst beobachten: Was bereitet mir Freude? Was passt zu mir und was nicht? Womit fühle ich mich wohl? Was kann ich und was nicht? Es gibt zahlreiche Menschen, die, um das herauszufinden, in teure Persönlichkeitsanalysen investieren. Aus meiner Sicht ist dies jedoch überhaupt nicht nötig, denn der gesellschaftliche Grundglaube über das was richtig und falsch ist, führt hier nur zu falschen Erkenntnissen. 

„Menschlich“ sein ... 

Fachwissen erfahren wir aus Büchern. Es gibt dennoch keine „goldenen Regeln“ oder gar „Erfolgsgeheimnisse“, die einen erfolgreichen Verkäufer ausmachen. Aber es gibt durchaus eine Menge Hintergrundwissen, das einem auf dem Weg zum Verkaufsexperten helfen kann. Dazu gehört einerseits praktisches Know-how und Anwenderwissen.

Andererseits das, was uns als Menschen ausmacht: Empathie und Kreativität, emotionale Kompetenz und Menschenkenntnis. Hier besteht ein großer Unterschied zu den Antworten, die Kunden über Suchmaschinen erhalten. Ein Computer besitzt keinen praktischen Erfahrungsschatz, er kann auch nicht zuhören und reflektieren; er generiert lediglich Kundenstimmen und Erfahrungen, die aber nicht zwingend zu den Fragestellungen gehören, die explizit gesucht werden.

Ein Computer, eine Homepage präsentiert uns eine FAQ-Seite, auf der häufig gestellte Fragen samt Antworten abgebildet sind. Alles wird generalisiert, eine Kundenschnittmenge wird ausgewertet. Wo bleibt da die Persönlichkeit? Der einzelne Kunde, der im Vordergrund steht? 

Hier ist der Verkäufer gefragt, der bei speziellen Kundenfragen mit seinen gesammelten Stories und Einfühlungsvermögen aufwarten kann, persönlich auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden eingeht und diese in den Mittelpunkt stellt. Ein Computer kann da – man wird mir womöglich widersprechen, aber ich bleibe dabei – nicht mithalten. Menschlichkeit ist nicht automatisierbar! 

Erfolg ist kein Hexenwerk 

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, wenn wir es erst einmal geschafft haben, uns von äußeren Anforderungen und negativen „Einflüsterern“ in unserem Umfeld zu distanzieren und den Fokus auf uns (nach innen anstatt nach außen) zu richten. Wir sollten unseren Erfolg nach unseren Wünschen und Vorstellungen, unseren Visionen ausrichten, so schräg diese auch sein mögen – unser Umfeld muss ja nichts davon erfahren.

Nur dann können wir uns gezielt fokussieren und motiviert und mit Spaß den Weg dorthin verfolgen. Auf diesem Weg müssen wir stets an der Haltung zu uns selbst arbeiten. Denn nur, wenn wir an unseren Auftrag, unsere Mission, unsere Arbeit und an das, was wir tun, glauben, dann können wir auch andere für uns gewinnen. Und genau das ist doch ausschlaggebend für den Verkaufserfolg.

Wenn ein Kunde der Meinung ist, das angebotene Produkt sei zu teuer, dann liegt es am Verkäufer, diesen vom Gegenteil zu überzeugen oder, besser noch, ihm beizubringen, dass es die Sache wert ist! „JA, es ist teuer. Kaufen Sie es trotzdem, Sie werden eine Freude haben“, das ist verkäuferisches Selbstbewusstsein! Je selbstbewusster der Verkäufer auftritt, desto wahrscheinlicher ist es, dass er auch zum Abschluss kommt. Um dieses Selbstbewusstsein aufzubauen ist es immens wichtig, sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen, sondern bitteschön man selbst, sprich: authentisch zu bleiben.

Nur authentische Verkäufer verkaufen, alles andere ist aufgesetzt, aber nicht selbstbewusst. Darüber hinaus ist es essenziell, Verantwortung zu übernehmen. Genau diese wird oft allzu gerne abgegeben ... Ein Verkäufer muss (ich verwende dieses Wort sparsam, aber hier sehr bewusst) die Verantwortung für seinen Kunden übernehmen und dabei das Richtige tun – also genau das, was in diesem Moment für den Kunden wichtig ist, was ihm hilft und ihn weiterbringt.

Ein guter Verkäufer wird dafür Sorge tragen, dass der Kunde nachhaltig mehr von dem Geschäft profitiert als er selbst. Er übernimmt Verantwortung dafür, dass er die Bedürfnisse seines Gegenübers in den Vordergrund stellt und nicht die eigenen. 

Foto: K-Punkt Training

Alice Nilsson: Erfolgreich mit achtsamer Kommunikation

Schluss mit energieraubenden Diskussionen und endlosen Konflikten: Business und Life Coach Alice Nilsson zufolge kann achtsame Kommunikation uns allen zu mehr Lebensqualität verhelfen. Drei Säulen sollen dabei helfen.

Alice Nilsson ist überzeugt davon, dass die Art, wie wir mit uns selbst und anderen kommunizieren, in hohem Maße die Qualität unserer Beziehungen bestimmt. Für sie ist der wirksamste Schlüssel die Kunst der achtsamen Kommunikation. Denn die richtigen Worte können zum „Game Changer“ werden. Deshalb plädiert sie für ein strukturiertes Vorgehen nach klaren Regeln bei jedem Konflikt. Aber wie funktioniert achtsame Kommunikation? Wie lernt man sie? Worauf kommt es bei der Drei-Fragen Regel an? 

Die Drei-Fragen-Regel ist ein sehr praktikables und wirksames Modell. Im Prinzip geht es um drei Fragen, die man sich stellen sollte, um die Basis für ein gutes, gelungenes Gespräch herzustellen. Kurz gesagt steht im Mittelpunkt, die drei Säulen „ICH – DU - WIR“ zu ergründen. Wie das geht? Zuerst ist es wichtig, das eigene Bedürfnis zu erkennen. Im zweiten Schritt geht es darum, das Bedürfnis des Gesprächspartners zu erkennen. Der dritte Schritt schließlich zielt darauf ab, das gemeinsame Bedürfnis herauszufinden. Das legt die Basis für die Kunst der achtsamen Kommunikation.

Erste Frage: Was ist mein Bedürfnis? 

Mit diesem ersten Schritt ist es wichtig, Klarheit über die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu finden, um für herausfordernde Gespräche vorbereitet zu sein. Das hat mit Selbstfürsorge und mit Empathie zu tun, - Empathie für sich selbst. Gerade Frauen neigen oft dazu, zwar empathisch für die Bedürfnisse anderer zu sein, aber die Empathie für sich selbst ist nicht so stark ausgeprägt. Gerade das ist hingegen die Voraussetzung für gelungene Kommunikation auf Augenhöhe. Die gute Nachricht ist: Man kann das üben. Ich frage meine Klienten meistens: Wie oft am Tag gelingt es Ihnen, inne zu halten, hinein zu spüren und zu beantworten: „Wie geht´s mir gerade jetzt, in diesem Augenblick?“ „Was triggert mich da jetzt?“ „Was will ich wirklich?“ „Was treibt mich an?“ „Was ist mein eigenes Bedürfnis in dieser Sache?“ Mit sich selbst in Kontakt kommen, statt sich zu ärgern, ruhig zu bleiben, anstatt zu beschuldigen und zu bewerten, das lernt man in diesem ersten Schritt. Denn das Erkennen und Anerkennen der eigenen Bedürfnisse und Gefühle ist die Basis für alles, - für jedes gute Gespräch. Denn wer sich selbst spürt, kann zum Dirigenten der eigenen Gefühle werden. 

Zweite Frage: Was ist das Bedürfnis meines Gesprächspartners?

Gerade wenn man es mit einem Gesprächspartner zu tun hat, der wie ein „verbaler Revolverheld“ auftritt, ist es erfahrungsgemäß schwer, empathisch zu sein. Denn diese Hitzköpfe schießen oft wild drauf los, sie attackieren, sie beschuldigen, sie schüchtern uns ein und verletzen mit ihren Worten, Blicken und Taten.

Dennoch ist es entscheidend, den oder die andere in einem Wortgefecht zu verstehen, also wirklich achtsam hinzuhören, um herauszufinden was ihn oder sie bewegt. Das ist nicht einfach, aber es geht. Das Erfolgsrezept lautet: „Übernehmen Sie Kontrolle über Ihre Emotionen! Schalten Sie vorerst einmal auf Durchzug und stellen Sie gute Fragen!“ Das ist die Chance! Denn während der „Revolverheld“ sein Pulver verschießt und seinen Ärger ablässt, nimmt man sich einen Augenblick der Klarheit und fragt sich: „Was steckt da dahinter? Was will der Gesprächspartner mir eigentlich sagen? Welches Bedürfnis steckt in Wirklichkeit hinter diesem Ausbruch?“ Dieser Augenblick der Klarheit ist die Chance: Plötzlich kann man die Situation mit anderen Augen sehen und dem Gesprächspartner bzw. der Gesprächspartnerin mit Einfühlungsvermögen begegnen. Aus dieser Perspektive ändern sich auch die eigenen Gefühle.

Wie mit aggressiven, untergriffigen Gesprächspartnern umgehen? 

Viele meiner Klienten fragen mich in solchen Situationen: „Wenn ich angegriffen werde, wie soll ich da empathisch sein und meinem Gesprächspartner mit Verständnis begegnen können? Vielmehr bin ich defensiv und erst mal baff, weil es mir in solchen Situationen jedes Mal die Sprache verschlägt. Und im Nachhinein ärgere ich mich, weil ich das Gespräch so nicht wollte.“ Nun, es scheint unmöglich und ist eine Anstrengung, aber es geht, wenn man sich das Ziel setzt, das gemeinsame Bedürfnis herauszufinden. 

Klar, dazu braucht es eine Portion Gelassenheit und Souveränität. Aber das kann man lernen und im Alltag üben. Im Prinzip geht es um ein Bewusstmachen und um Kontrolle der eigenen Gedanken und Gefühle. Wenn man das schafft, wird jeder sofort sehen, dass sich das Gesprächsklima in der Sekunde ändert. Sobald das Gegenüber das Gefühl hat, dass man sich für seine bzw. ihre wahren Bedürfnisse interessiert und wirklich verstehen will, ist er oder sie wie ausgewechselt.

Welche Bedürfnisse haben wir beide gemeinsam? 

Wer die ersten beiden Schritte gemeistert hat und die zwei Fragen zu dem ICH und dem DU beantwortet hat, kann im Anschluss einen Konsens mit dem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin finden. Dafür ist die dritte Frage entscheidend: Welches Bedürfnis haben wir beide gemeinsam? 

Wer im Sinne der Drei-Fragen-Regel das eigene Bedürfnis trotz hitziger Diskussionen nicht aus den Augen verloren, und es sogar geschafft, hat das Bedürfnis des Gesprächspartners zu durchschauen, muss jetzt nur noch den dritten Schritt angehen. Dabei geht es darum, sich die Situation mit etwas Abstand quasi „von oben“ anzusehen und sich „Lufthoheit“ zu verschaffen. Das sorgt für Objektivität. 

Wer das beherzigt wird sehr schnell sehen, dass es trotz des schwierigen Gesprächsverlaufs und der Hitze des Gefechts Gemeinsamkeiten gibt. Genau diese Gemeinsamkeiten zu identifizieren und dabei anzusetzen ist die Trumpfkarte dafür, das Gespräch in friedliche Bahnen zu lenken und lösungsorientiert zu einem konstruktiven Ende zu bringen.

Die drei Säulen: ICH – DU – WIR.

  • Bei der ersten Säule, dem ICH, sowie bei der der Kommunikation mit uns selbst, geht es um die Kunst „Lufthoheit“ – also Kontrolle – über die eigenen Gefühle zu gewinnen. 
  • Die zweite Säule, das DU erfordert eine wachsame Gesprächssteuerung – auch bei heiklen Themen oder hitzigen Diskussionen. Wer das kann, erlebt ein wertschätzendes Miteinander und erfüllende Beziehungen im Privatleben und Beruf. 
  • Die dritte Säule, das WIR, also die Verbindung miteinander, ist gekennzeichnet vom Bewusstsein für kollektive Resonanz. Alles was wir denken oder tun hat eine Auswirkung. 

Foto: Robin Weigelt

iab austria „Impulse“: Digitale Identitäten

Eine spannende erste live „Impulse“-Veranstaltung des iab austria nahm digitale Identitäten und eine mögliche EU-weite Lösung im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Digitalexperten im TSH Collab Vienna unter die Lupe.

Beim ersten live „Digi Talk“ des Jahres des interactive advertising bureau austria diskutierten Markus Bacher (ProSiebenSat.1 PULS 4), iab-austria-Präsident Markus Plank (Adverserve), Nicola Pohoralek (GroupM), Achim Schlosser (European netID Foundation), Matthias Stöcher (Der Standard) und Karin Thiller (Austria Presse Agentur) unter der Moderation von Alexander Oswald (Futura, Österreichische Marketing Gesellschaft) zum Thema „Digitale Identitäten“.

Nachdem das Ende der Third-Party-Cookies naht, sind Publisher, Vermarkter, Agenturen und Werbetreibende bereits jetzt auf der Suche nach effizienten Lösungswegen.

Zusätzlich werden die neue ePrivacy-Verordnung sowie der Digital Services Act und Digital Marketing Act der Europäischen Union die Branche vor weitere Herausforderungen im Digitalmarketing stellen. Um User weiterhin gezielt und rechtskonform mit Werbebotschaften zu erreichen, rücken digitale Identitäten und gemeinsame Login-Lösungen in den Vordergrund.

Einig sind sich alle sechs Digitalexperten, dass es zwar noch keine ausgereiften Lösungen für den österreichischen und europäischen Markt gäbe, aber dass wir als Digital- und Medienstandort jetzt schnell und einheitlich handeln müssten.

Baustein-Lösungen anstatt der ewigen Suche nach der großen Gesamtlösung

Mit „ID Austria“ gibt es schon einmal eine staatliche Identität, mit der man sich offizielle Behördengänge erspart. Die APA ist gerade damit beschäftigt eine gemeinsame medieneigene Plattform mit „Single Sign On“-Lösung für österreichische Medien zu schaffen, um hier einen ersten Versuch einer Allianz zu starten.

Auch die ProSiebenSat.1PULS4-Gruppe ist bereits am Testen einer net-ID- Lösung für die gesamte Mediengruppe: „Hier können sich User einloggen, wenn sie einmal das Vertrauen aufgebaut haben ihre Daten zu teilen und können dann nicht nur hochwertigen Content konsumieren, sondern haben auch noch einen zusätzlichen Mehrwert davon“, so Markus Bacher.

Einig sind sich alle, dass die Login-Lösungen dem User auf jeden Fall das Leben erleichtern und Werbern Vermarktungsmöglichkeiten bieten sollten. Die erste Schwierigkeit stelle jedoch schon einmal die Login-Schwelle dar, nachdem der Medienkonsum in Österreich zu fast 95 Prozent aus anonymen Nutzern bestehe und Nutzer den Inhalt alleine offensichtlich nicht als Mehrwert sehen.

Eine mögliche Lösung wäre laut Karin Thiller Usern ähnlich wie beim Spotify-Modell ein Paid Service mit Flatrate quer durch die österreichische oder sogar deutschsprachige Medienlandschaft zu bieten.

„Ein mögliche Lösung für die Werbeseite wäre auf jeden Fall die Erschaffung einer digitalen ID mit Login auf Kundenseite als Teil von Online-Kampagnen, so könnten First Party Daten eines Kunden mit Daten der Medien abgeglichen werden, falls es der gesetzliche Rahmen zulasse“, erklärt Nikola Pohoralek.

Digitalbranche muss in Zukunft an einem Strang ziehen

Eine gemeinsame Lösung für die Branche wo das Login zum Nutzerprofil wird und somit eine Allianz für Medien und eCommerce möglich ist, wäre ein optimale Lösung, ist aber gesetzlich nicht umsetzbar. Auch Plus-Modelle für Abonnenten mit Paid Content wie es manche Medien in Österreich bereits umsetzen, wäre eine Option für die Zukunft.

Ziel der Login-Lösungen müsse es auf jeden Fall sein, Registrierungen zu steigern und eine gemeinsame „Cross Border“-Lösung für den gesamten europäischen Raum zu schaffen, um sich gegen die „Walled Gardens“ der globalen Konzerne zu behaupten.

„Einzellösungen werden für die Branche in Zukunft nicht zielführend sein, wir müssen versuchen einen inhaltlichen Schulterschluss zwischen den Werbetreibenden und Publishern zu erzielen, natürlich unter Einhaltung des Verbraucherschutzes. Erste Lösungsansätze sind hier unter anderem die Schaffung von Anreizen für Login-Lösungen, die Ausweitung des bestehenden Service-Angebotes und neue Finanzierungsmodelle für beide Seiten“, so Markus Plank abschließend.

Den ersten live „DigiTalk“ ließen sich unter anderem iab-Geschäftsführerin Ursula Gastinger, Gerhard Guenther (Digitalsunray Media), Philip Miro (ORF-Enterprise), Eugen Schmidt (AboutMedia), Millad Shahini (Billa), Philipp Breitenecker (Elektra Bregenz) und viele andere nicht entgehen.

Foto: Katharina Schiffl

Souverän werden im Businessalltag – so gelingt es

Souverän sein, in allen Lebenslagen leicht und locker reagieren – wer wünscht sich das nicht? Doch wie lässt sich Souveränität (zurück-)gewinnen? ABW sprach darüber mit der Organisationsberaterin Personalentwicklerin und Buchautorin Walburga Ludwig.

Wie definieren Sie Souveränität im Geschäftsalltag? 

In den Karriereportraits Ihrer eigenen Zeitschrift stellen Sie so viele interessante Frauen in sehr verantwortlichen Positionen vor. Überall tauchen besondere Fähigkeiten und Kenntnisse auf. Starke Frauen, die ihren Weg gehen, auf ihre Art. Doch es ist nicht so leicht aus dem „WAS“ eines Karriereweges das „WIE“ - wie macht sie das - abzuleiten. Man sieht die Wirkung von Souveränität, kann aber nicht in ihr Innenleben blicken. 

Souveränität im Geschäftsalltag ist als aller erstes handlungsfähig zu sein, im fachlichen Sinne, im bi- und multilateralen Kontakt, im Umgang mit eigenen Emotionen und den Bedürfnissen anderen. Das ist die Voraussetzung für Selbstbestimmung. Souveränität ist die Gewissheit, die eigenen Belange regeln zu können. 

Aus welchen Bausteinen setzt sie sich zusammen? 

Stellen Sie sich vor, jede einzelne Person ist ein Königshof. In diesem agieren verschiedene Kräfte und Funktionen. Wenn alle einen guten Job machen, das heißt auch miteinander korrespondieren, entsteht ein starkes Reich. Das Zwiegespräch mit sich selbst ist wie die Tafelrunde am Hofe des eigenen Reiches. Selbstreflexion ist erlernbar, mit dem Souveränitäts-Code wird sie erlebbar und ist ein Weg zur Selbststärkung.


Souverän sind wir, wenn wir bestimmten Qualitäten und Fähigkeiten in uns lebendig vereinen. Mit meinem Souveränitäts-Code beschreibe ich 7 Qualitäten die in jeder Person angelegt sind. Ob sie kraftvoll miteinander agieren ist dann der Weg, diese zu erkennen, sie zu stärken und manchmal fehlende Kräfte zu integrieren. Dieser Code ist für Individuen ebenso ein Erkenntnisbooster wie auch für Managementteams.

Es geht um die Kunst wie eine Königin ein Reich zu bauen und zu regieren.
Es geht um die Kunst des Kämpfens, seinen Kampfstil und das Terrain zu kennen.

Es geht darum, die eigene Kreativität in allen Belangen zu leben.
Es geht um die Heilerin in uns. Zu wissen was heilt und wirkt und dieses Wissen im Kontakt einsetzten zu können.
Es geht um Ausrichtung und Wertorientierung und die Fähigkeit visionär im eigenen Leben und für den eigenen Verantwortungsbereich unterwegs zu sein.
Es geht um die Weise in uns und dem klugen Umgang mit Wissen und Erfahrung.
Es geht um die wilde Freie Frau in uns und die Traute, die Kraft der Ursprünglichkeit zu leben.

Ich arbeite hier ganz bewusst mit archetypischen Begriffen, denn beobachten Sie sich selbst beim Lesen, Sie haben mit großer Wahrscheinlichkeit sofort Bilder im Kopf. Das ist die Wirkung von Archetypen. Das sind uns allen bekannten Mustern und Dynamiken in der gesamten Bandbreite ihrer Couleurs.


Doch Ihre Leserinnen und Leser werden sich fragen: Lebe ich meine volle Souveränität? Wenn nicht, wie nähere ich mich ihr an? In meiner Arbeit als Organisationsberaterin mit Managementteams und im Coaching differenziere ich zwei Fragestellungen. Geht es um eine konkrete Situation, bezogen auf eine bestimmte Fragestellung, oder geht es eher um eine immer wieder kehrende Situation, mit der man nicht zufrieden ist.


Eine Annäherung an die eigene Souveränität erwächst aus der Betrachtung, bin ich so wie ich sein will und wie will ich denn sein? Dieser letzte Halbsatz birgt den gesamten Stoff der persönlichen Entwicklung. Denn wie bin ich denn? Wie bin ich so geworden? Wie handle ich immer wieder? Will ich so sein oder möchte ich in bestimmten Aspekten anders agieren? Wenn ja, in welchen? Wie kann ich das entwickeln?


Daran schließen sich weitere Fragen zur eigenen (beruflichen) Lebensgestaltung an: Weiß ich um meine Fähigkeiten, Talente und Möglichkeiten und kann ich sie optimal für mich und für andere einsetzen? Sorge ich für meine Weiterentwicklung? Weiß ich, wo ich im Leben oder zumindest in der nächsten Phase hinwill und kann ich mich bei Schwierigkeiten und Krisen wieder neu ausrichten?

Habe ich klare Vorstellungen von Regeln und Werten, die mir wichtig sind und kann ich sie leben und einfordern? Kann ich meine Grenzen wahren und gegebenenfalls verteidigen? Kann ich mich eigenständig definieren, ohne mich von der Zustimmung anderer abhängig zu machen? Habe ich die Kontrolle beziehungsweise die Gestaltungshoheit über mein geistiges und materielles Eigentum? Das Wunderbare am Souveränitäts-Code ist, zur kognitiven Annäherung steht uns zusätzlich unsere Körperweisheit zur Verfügung. Der Schlüssel hierzu ist die zentrale Methode meiner Beratungstätigkeit. 

Gibt es Charaktere, die Souveränität begünstigen? 

Offene Geister, Menschen mit Entdeckerfreude haben es natürlich leichter. Sie beobachten sich selbst und ihre Umwelt. Sie haben die Freiheit Fragen zu stellen und sich selbst in Frage zu stellen. Letztendlich hat jede und jeder ein feines Gespür für ihre oder seine eigene Souveränität. Wir registrieren für uns sehr schnell, wenn wir wiedermal nicht souverän unterwegs waren.

Ob wir es vor uns selbst und dann auch noch vor anderen eingestehen, ist eine Charakterfrage. Dazu gehört ein differenzierter Umgang mit unseren Gefühlen, besonders mit unserer Angst. Angst vor unserer Angst in ihren vielfältigen Ausprägungen zu haben, ist ein großer Hemmschuh. Die sozial gelernten Rollen spielen hier natürlich ein großes Gewicht. 

Fällt Frauen oder Männern Souveränität schwerer? 

Letztendlich ist es immer individuell. Männer haben es leichter aufgrund der ihnen zugeschriebenen Rollen scheinbar souverän zu sein. Sie haben es aus gleichem Grund schwerer ihre wirkliche Souveränität zu finden. Frauen sind aufgrund der nach wie vor herrschenden patriarchalen Grundstrukturen unserer Gesellschaft verstärkt gefordert ihre eigene Souveränität zu entwickeln.

Alleine die Aussage: „Lasst Euch nicht von dieser Männerwelt abschrecken“ und "Frauen müssen das System durchschauen", von DI Sandra Schneider, AIT in einem Interview in dieser Zeitschrift birgt den Stoff des gesamten Souveränitäts-Codes. Denn: warum lasse ich mich wann abschrecken und wie lerne ich, das System zu erkennen? 

Frauen mit ihrer sozialen Konditionierung sind oft eher bereit, sich selbst zu reflektieren. Sie lassen die innere Heilerin meist stärker zum Zuge kommen, das hilft den Frauen selbst und ebenso ihrer Umgebung. Das heißt, ernst nehmen, wenn sich etwas ungut oder sogar kritisch anfühlt. Frauen brauchen aber auch verstärkt den Mut, ihre Kriegerin aktiv ins Feld zu schicken. 

Kann jeder von uns Souveränität erlernen? 

Hier kommt ein klares JA! Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Reflexion und die Fähigkeit es auszuhalten und hinzuschauen, wenn wir nicht-souverän agieren. In meiner Praxis entstehen in 99% der Fälle Einsichten, Entwicklungen und Lösungen. Sich nicht die Zeit für sich und seine eigene Situation zu nehmen. Sich zu sehr von den fachlichen Anforderungen fressen zu lassen und Angst vor der eigenen Courage. Und es gibt noch ein weiteres bedeutendes Feld. Jede dieser Qualitäten unserer Persönlichkeit in uns hat auch ihre Schattenseite. Diese sollten wir gut kennen. 

Foto: Volker Listl

Burnout: Frühzeitiges Erkennen und Handeln als Prävention

Die Zahl der Burnout-Betroffenen ist in den letzten Jahren – nicht zuletzt befeuert durch die Corona-Pandemie – gestiegen. Mögliche Folgen: Jobverlust, Arbeitsunfähigkeit und Depressionen. Frühe Warnsignale erkennen und präventiv handeln können ein Burnout verhindern – hier sind auch die Führungskräfte in Unternehmen gefragt. 

Laut einer repräsentativen Umfrage des Sozialministeriums war bereits vor der Pandemie jeder Zweite in Österreich von einem Burnout betroffen, gefährdet oder zeigte Symptome einer Depression. Aktuelle Erhebungen wie der Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer zeigen: Heute ist die Arbeitsbelastung noch stärker als vor der Pandemie. „Die Zahlen sind alarmierend – darum ist es wichtig, dass auch Unternehmen sich für das Thema sensibilisieren“, sagt Gerald Käfer-Schmid, Geschäftsführer der ÖVS.

Früherkennung – Warnhinweise eines bevorstehenden Burnouts

Oft kündigt sich ein Burnout früh an. „Anfangs fühlen sich viele Betroffene wie in einem Hamsterrad – als ob niemand sie unterstützt und alles auf sie zurückfällt“, erklärt Patrizia Tonin, Vorsitzende der ÖVS. Durch einen ungesunden Lebensstil und Schlafmangel können in dieser Phase erste Fehler wie vergessene Termine und Verspätungen passieren.

Später werden die eigenen Bedürfnisse komplett verdrängt. Erste psychosomatische Symptome können auftreten, Fehler und Konflikte häufen sich. „Betroffene erwarten sich Anerkennung. Bleibt diese aus, kippt der anfangs typische Perfektionismus um in Frustration, Ermüdung, innere Unruhe und Konzentrationsprobleme“, so Tonin. 

Burnout-Symptome – wenn erste Warnzeichen ignoriert werden

Der soziale Rückzug ist eines der auffälligsten Warnzeichen, dass Betroffene sich bereits in den frühen Phasen eines Burnouts befinden. Die Arbeit wird nach und nach zur höchsten Priorität, soziale Kontakte und Hobbies werden immer mehr zur Belastung.

„Viele Betroffene fühlen sich dauernd erschöpft, schlafen schlecht und ziehen sich zunehmend zurück. Die Gedanken kreisen auch in der Freizeit ständig um die Arbeit“, erklärt Tonin. Die besonders kritische Phase startet laut Tonin da, wo ein Abschalten nicht mehr möglich ist und deutlich beobachtbare Verhaltensänderungen auftreten, zum Beispiel andauernd schlechte Laune, Gleichgültigkeit und Kritikunfähigkeit. „Wenn die Leistung auffällig abnimmt oder ein*e Mitarbeiter*in sich ungewohnt ablehnend verhält, sollten spätestens dann die verantwortlichen Führungskräfte das Gespräch suchen.“

Fühlen sich Betroffene wie „ferngesteuert“ und vernachlässigen ihre Gesundheit, steht ein Burnout kurz bevor. „Die Emotionen der Betroffenen werden kurz vor dem Burnout zur Achterbahnfahrt – erst sind sie erschöpft, innerlich leer, gereizt, haben Angst, die Aufgaben nicht mehr zu bewältigen, mitunter kann es sogar zu Panikattacken kommen“, sagt Tonin. 

Burnout wird gefährlich, wenn die Kräfte schwinden und die körperlichen Symptome wie Verspannungen, Herzrasen, Bluthochdruck sich verfestigen. Im schlimmsten Fall kann es zum körperlichen, psychischen und emotionalen Zusammenbruch kommen. „Spätestens hier muss professionelle Hilfe gerufen werden, weil ein Ausstieg aus diesem Teufelskreis aus eigener Kraft kaum mehr gelingt“, warnt Tonin.

Prävention – was Betroffene & Führungskräfte tun können

Bereits bevor Symptome auftreten, können Maßnahmen getroffen werden, um ein Burnout zu vermeiden. „Unternehmen und Führungskräfte können Supervisoren und Coaches für Teams oder einzelne Mitarbeiter beauftragen“, erklärt Gerald Käfer-Schmid. „Diese unterstützen dabei, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Gemeinsam werden Lösungsschritte im Sinne einer verbesserten Work-Life-Balance erarbeitet, Ziele und Prioritäten reflektiert und Rahmenbedingungen neu gestaltet.“

Zu den Früherkennungsmerkmalen eines drohenden Burnouts gehören:

  • der Zwang, sich beweisen zu müssen
  • Perfektionismus und Versagensängste 
  • das Gefühl, unentbehrlich zu sein – das Delegieren von Aufgaben fällt schwer
  • Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse

Beispiele für Maßnahmen zur Burnout-Prävention sind:

  • Vorhandene Ressourcen reflektieren – werden soziale Kontakte und Hobbies gepflegt? 
  • Gesunder Lebensstil – die Klassiker: Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf steigern die Stressresistenz und verbessern das allgemeine Wohlbefinden.
  • Sich selbst entlasten – Aufgaben delegieren und Kolleg*innen einbeziehen.
  • Bedürfnisse und Emotionen wahrnehmen und ernst nehmen – aktives, regelmäßiges Reflektieren der eigenen Bedürfnisse hilft, in Balance zu bleiben. Mit einem „Mood Tracker“ können Emotionen aufgezeichnet und retrospektiv reflektiert werden.
  • Stressquellen identifizieren und verringern – bei akutem Stress hilft es, Stressoren zu identifizieren. Auch Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen können helfen. Beispiele für hilfreiche Übungen hat die ÖVS auf ihrer Website gesammelt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.viertel-vor-burnout.at

Fotso: Tom Poe Photography, d.signwerk

 

 Expertenfotos bitte klein in einem Kreis

Gefühle und ihr Einfluss auf das Business

Der Satz „Gefühle haben keinen Einfluss auf meine beruflichen Entscheidungen“ kling zwar gut, ist aber gelogen. Als Mensch ist es nicht möglich, keine Gefühle zu haben, weiß Romina Döhlemann, Mentorin für persönliche Weiterentwicklung.

Wir können Gefühle unterdrücken, verstecken oder überspielen. Das kann sogar so weit gehen, dass wir meinen, wir hätten keine. Aber bezüglich allem, was uns begegnet, empfinden wir ein Gefühl und reagieren darauf. Erledigt ein Mitarbeiter beispielsweise seine Aufgabe schlampig, fühlt sich die Führungskraft meistens emotional betroffen oder sogar persönlich angegriffen.

Im Feedback-Gespräch geht es dann nicht mehr darum klarzumachen, dass die Aufgabe korrekt erledigt werden muss. Es mischen sich unterschwellige oder ganz offen gezeigte Emotionen dazu: Schuldzuweisungen, „Enttäuschung“, Wut, Angst oder Ähnliches. Beim Mitarbeiter, der sich vermutlich sowieso schon schuldig fühlt (Wer macht schon gerne Fehler?), schürt das Angst, verursacht Scham oder sogar innere Rebellion. Selbst wenn er das nicht offen zeigt, wirken diese Gefühle zerstörerisch auf die Leistungsbereitschaft und schädigen das Vertrauensverhältnis gegenüber der Führungskraft. 

Sie sind verantwortlich für Ihre Gefühle

Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter sagt, er hätte Aufgabe X erledigt. Sie als Führungskraft erfahren später, dass er gelogen hat. Eine „gewöhnlichen“ Reaktion wäre: Mit „kalter Schulter“, sachlicher Wortwahl und eingefrorener Mimik erklären Sie dem Mitarbeiter die Konsequenzen seines Verhaltens. Das distanzierte Verhalten soll professionell wirken, dabei lassen Sie den Mitarbeiter aber ganz deutlich spüren, dass er Ihre Gunst verloren hat.

Stattdessen könnten Sie sich aber auch fragen, warum Sie wirklich wütend oder traurig sind. Entsteht die Wut durch Ihre eigene Hilflosigkeit, weil Sie keinen Weg wissen, den Mitarbeiter dauerhaft so zu verändern, dass es Ihnen gefällt? Kommt die Traurigkeit daher, dass Ihr Mitarbeiter Sie nicht so wertschätzt und respektiert, wie Sie das erwartet haben?

Sind Ihnen diese Gefühle auch schon in anderen Situationen oder Lebensbereichen begegnet? Das ist immer ein Zeichen dafür, dass Sie einen alten Schmerz oder ein ungeklärtes Thema in sich haben, das immer wieder getriggert wird. Wichtig an dieser Stelle ist nur: Egal, was der Mitarbeiter „verbockt“, er ist nicht verantwortlich für Ihre Gefühle. Sind Sie sich dessen wirklich bewusst, können Sie aus dem „Kinderspiel“ aussteigen und die Probleme wirklich sachlich regeln. 

Innere Klarheit finden

Als Führungskraft bedeutet das, mit innerer Klarheit und Wohlwollen zu kommunizieren, was Sie erwarten und alles dafür zu tun, dass der Mitarbeiter das auch erfüllen kann. Dem Mitarbeiter steht es dann frei, dies zu akzeptieren und zu erfüllen oder nicht. Tut er es nicht, ist es Ihre Entscheidung, ob sie mit diesem Menschen weiter zusammenarbeiten wollen.

Wenn Sie Ihre eigene Betroffenheit und Ihre Projektionen außenvorlassen, können Sie solche Entscheidungen viel bewusster treffen. Das entspannt Sie in Ihrer Aufgabe der Personalführung, ebenso wie den Mitarbeiter im Arbeitsalltag. In diesem Sinne trägt die innere Klarheit einer Führungskraft sogar maßgeblich zur Mitarbeitermotivation und besonders zur Mitarbeiterbindung bei.

Zur Person   

Romina Döhlemann, Entwicklerin des QUANT-Modell® und der QUANT-Modell® Software, ist Expertin für Bewusstseinsarbeit und Mentorin für persönliche Weiterentwicklung. Als leidenschaftliche Ursachen-Forscherin entschlüsselt sie die wirklichen Ursachen, die über Gesundheit, Strahlkraft, Zufriedenheit und Erfolg entscheiden.

Foto: RD/Archiv

Innovationsarchitekten beschleunigen bessere Zukunft

Hinter Technologiesprüngen stehen oft die Zukunftsmacher von TECHHOUSE. Sie haben ihre Hand im Spiel, wenn wir neue Produktgenerationen oder neuartige Serviceleistungen bestaunen, die unsere Welt wieder komfortabler, effizienter und nachhaltiger machen. 

Das neue Accelerator-Programm der Fortschrittsschmiede TECHHOUSE gibt noch mehr Innovationsgas: Earlystage-Startups in der Wachstumsphase und kooperationswillige Unternehmen profitieren. Die Accelerator-Anmeldung ist noch bis 7. März 2021 auf www.accelerator-graz.io möglich. Was TECHHOUSE antreibt: Unternehmen auf dem Weg in die digitale Zukunft zu unterstützen und durch Innovation sowie Digitalisierung gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Reaktionsbeschleuniger für morgen 

„Durch das Accelerator-Programm unterstützen wir auf der einen Seite Startups und Tech-Teams, die fachlichen Input von Experten und Mentoren aus Bereichen wie Product Building, Business Development oder Akquisition von Wachstumskapital erhalten. Auf der anderen Seite arbeiten wir auch mit Industriepartnern zusammen, die durch die Kooperation mit Startups selbst Innovationssprünge machen möchten – eine Win-Win-Situation, für die sich Interessierte bis zum 7. März 2021 auf www.accelerator-graz.io anmelden können!“ Als Innovation-Excellence-Partner ist die Raiffeisen-Landesbank Steiermark Mitinitiator des Programms.

Glaubwürdig und validiert rascher zur Marktreife

Mit dem Accelerator-Programm werden bestehende Geschäftsmodelle oder Technologien rascher auf eine neue Entwicklungsstufe gehoben. Die nötige Zukunftspräzision funktioniert so: „Wir verfügen über ein Netzwerk von erfahrenen Tech-Experten, mit denen wir einen Technical-Due-Diligence-Prozess durchführen. Hinzu kommt, dass Industriepartner nach konkreten Lösungen für bestehende Probleme suchen“, erklären Johannes und Valerie. Auch wird Co-Creation von TECHHOUSE als Brückenbauer zwischen den Welten von Startups und Unternehmen immer wieder aktiv angestoßen – die Definition eines Industriementors zum Startup hin sei ebenfalls ein elementarer Innovationsfaktor.  

Zum Unternehmen 

Als Innovationsarchitekten zeichnen bei TECHHOUSE Experten in unterschiedlichen Disziplinen den Zukunftsplan bei hochkomplexen Technologie-Themen für Unternehmen, Startups und NGOs. Unter dem Dach von TECHHOUSE gestalten die vier Sub-Houses in den Sektoren Innovation, Startup, Digital und Nachhaltigkeit den gesellschaftlichen Fortschritt. Das ganzheitliche Ziel bei allen Projekten ist das Schaffen von Mehrwert für Kunden mit synergetischer Wechselwirkung zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialer Nachhaltigkeit.

www.tech-house.io

Foto: Shutterstock/Ivanko80

Finanztipps: Warum Frauen jetzt investieren müssen

Warum interessieren sich Frauen eigentlich nicht für Finanzen? Drehen wir diese Frage um: Interessieren sich Frauen eigentlich für Finanzen? Ja, das tun sie. Handeln sie auch danach? Leider noch nicht oft genug.

Gehen wir mal kurz zurück und schauen uns an, warum das Thema bisher kein weiblicher Selbstläufer war. Das oft mangelnde Interesse von Frauen am Thema Finanzen ist historisch bedingt und geht Hand in Hand mit der Emanzipation der Frau an und für sich. So waren dem Frauenservice des Bundeskanzleramts zufolge Frauen in Österreich erst mit der Familienrechtsreform in den 1970er-Jahren den Männern gleichgestellt. Trotzdem war jahrzehntelang der Mann der Finanzminister zu Hause. Oft ist er es noch. Zeit, die Regierung abzusetzen. 

Viele Frauen wissen inzwischen, dass sie die Finanzen selbst in die Hand nehmen müssen, um nicht im Alter ohne Geld dazustehen oder von ihrem Partner abhängig zu sein (und wer will das schon). Dieses wachsende Interesse spiegelt sich auch in der Gesellschaft wider.

Zahlreiche Influencerinnen, die Finanz- und Börseninhalte für Frauen anbieten, geben mittlerweile online den Ton an. Auf Plattformen wie Clubhouse oder Discord sind ebenfalls viele Frauen unterwegs. Es gibt Events wie z.B. Veranstaltungen der WKO oder das Female Future Festival, und ganz zaghaft steigen auch klassische Frauenmagazine ein und fangen an, Finanzthemen zu publizieren – leider immer noch oft hinter den Rubriken Rezepte, Beziehungstipps und Mode. Fakt ist: Das Thema Finanzen, Investieren und Geld ist ein Must-have und sollte viel prominenter platziert werden.  

Nächste Ausfahrt Altersarmut

Wer seinen Lebensstandard auch später halten will, kann sich nicht auf den Staat verlassen – das gilt vor allem für Frauen. Da Österreicherinnen der Statistik Austria zufolge immer noch deutlich weniger verdienen als Österreicher, wird ihre Pensionslücke noch größer ausfallen. So ist die Armutsgefährdung bei alleinlebenden Pensionistinnen (26%) höher als jene, alleinlebender Pensionisten (14%).

Die Teilzeitfalle, in die viele Frauen wegen ihrer Kinder geraten, verschlimmert die Lage noch. Frauen müssen selbst Geld investieren, um ihre Versorgungslücke zu schließen.  

Investieren, aber in was? 

Wegen der europäischen Niedrigzinspolitik lohnen sich Klassiker wie Sparbücher, Tagesgeldkonten oder auch Lebensversicherungen heute nicht mehr für eine langfristige Geldanlage. Es fallen so gut wie keine Zinsen an und durch die Inflation schrumpft das Vermögen.

Experten raten für die Altersvorsorge deshalb zunehmend zu Aktien oder zum Beispiel ETFs, börsengehandelten Fonds. Mit ETFs investiert man gleichzeitig in einen Korb von mehreren Unternehmen, streut also automatisch das Risiko. Die Kosten dieser passiven Fonds sind überschaubar, vor allem wenn man auf Angebote mit niedrigen Gebühren und ohne Provision achtet. Im Gegensatz zu Einzelaktien sind solche Fonds auch für Börsenanfängerinnen geeignet.

Investieren Frauen eigentlich anders? 

Auf unserer Investment-App BUX Zero investieren primär immer noch Männer, aber die Anzahl der Anlegerinnen steigt. Normalerweise sind etwa fünf Prozent der Kunden bei Brokern Frauen, bei BUX liegt dieser Durchschnitt bei ungefähr 20 Prozent. Frauen holen definitiv auf und Neo-Broker, die die Börse leichter für alle zugänglicher machen, helfen diesem Trend. Denn indem Investieren verständlicher wird, fallen weitere Hürden, um überhaupt damit anzufangen.

Studien zufolge investieren Frauen vorsichtiger und eher langfristig. Ich würde eher sagen, dass Frauen sich oft erst gründlich über ein Anlageprodukt informieren, ehe sie darin investieren, was genau richtig ist. Wenn wir auf die Top 10 der Einzelwerte auf unserer Plattform schauen, so sind die Werte, in die Frauen und Männern investieren, ziemlich homogen. 

Was wir alle jetzt tun können

Die Frage ist nun, wie wir das Thema Finanzen und Anlegen noch mehr für Frauen öffnen können. Themen werden am besten enttabuisiert, indem man regelmäßig darüber spricht. Das heißt, Finanzbildung an der Schule, das heißt, feste Finanzrubriken in (Frauen)-Magazinen, das heißt, Frauen, die untereinander über die Themen Geld und Finanzen sprechen und das Thema auch innerhalb ihrer Familie für sich in Anspruch nehmen. 

Grundsätzlich sollte sich sowieso jeder über die Höhe der Pension im Alter informieren und sich fragen: Kann ich damit eigentlich leben? Für Frauen ist diese Thema, wie gesagt, noch viel wichtiger. Also, lasst uns darüber reden. 

Zur Person

Angelika Dehmel ist ehemalige Journalistin bei der Financial Times Deutschland, wo sie als Redakteurin für die Finanz-, Banken- und Anlageseiten tätig war. Außerdem hat sie für das Financieele Dagblad geschrieben, das sich auf Wirtschafts- und Finanznachrichten in den Niederlanden konzentriert. 

Nachdem sie fast sechs Jahre lang als Journalistin in die Finanzwelt eingetaucht war, nahm sie 2017 ihr Wissen und ihre Leidenschaft für die Finanzbranche mit zu BUX. Begonnen als Content Specialist für Deutschland und Österreich, hat sie inzwischen die Rolle als Content Lead übernommen. Sie leitet nun ein Team von Redakteuren und Autoren bei der Erstellung von lokalen Nachrichten, maßgeschneiderten Bildungsinhalten und tiefgreifenden Analysen der Märkte bei BUX. Dies umfasst die Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland, Österreich und Irland. Die Content-Spezialistin glaubt, dass der Schlüssel zu einer sicheren Zukunft in der finanziellen Bildung liegt. Fakt ist: Es gibt immer noch eine Lücke zwischen den finanziell Gebildeten und einer neuen Generation, die noch nicht die Möglichkeit hatten, zu investieren – bis jetzt. Die berufliche Mission der Content-Managerin ist, die Welt der Finanzen zugänglicher zu machen, indem sie spannende, qualitativ hochwertige Bildungsinhalte für junge Europäer bereitstellt, die mehr mit ihrem Geld machen wollen.

Bild: Angelika Dehmel ©BUX

Mentaltraining: Reichtum entsteht im Kopf

Das Gehirn ist das schwerste Organ im menschlichen Körper. Mit gezieltem Gedankentraining beeinflussen Sie nicht nur was Sie denken, sondern auch, was Sie fühlen. Und das kann Sie reich machen.

Geld ist ein komplexes Thema. Die meisten wollen es haben, viele haben reichlich und andere eher wenig und werten es ab. Psychologisch ist das nachvollziehbar, denn die zwei hauptsächlichen Emotionen rund um das Thema Geld sind Angst und Habgier.

Beide verhindern eine langfristig gesunde Geldbeziehung und machen es fast unmöglich, erfüllt und erfolgreich zu sein. Wer wenig Geld besitzt, hat oft Sorgen und unerfüllte Bedürfnisse, wer viel Geld besitzt hat oft Angst es wieder zu verlieren. 

Pro Tag denkt der Mensch zwischen 50.000 bis 60.000 Gedanken. Der Großteil dieser Gedanken läuft automatisch ab, werden gar nicht bewusst wahrgenommen. 

Gedankenmuster wiederholen sich in Endlosschleife

Tag für Tag laufen bei Ihnen dieselben Gedankenmuster auf Autopilot ab, die dazu führen, dass auch immer wieder dasselbe passiert. Ende des Monats ist Ihr Konto leer, ab und zu platzt eine Lastschrift, Sie leben so vor sich hin. Oder Sie sind es gewohnt, immer Geld zu haben, ein Kontostand unter 20.000 Euro macht Sie nervös.

Auch das wird sich immer wieder wiederholen. Wie gut Ihre Gedanken rund um Geld und Erfolg wirklich sind, lässt sich immer am Ergebnis ablesen. Ist das Ergebnis nicht das Gewünschte, gibt es noch Raum zur Entwicklung.

„Ob du glaubst du schaffst es oder du glaubst du schaffst es nicht, du wirst in beiden Fällen Recht haben.“ Dieser Satz von Henry Ford besitzt eine immense Kraft, die zeigt wie wichtig die innere Haltung, die Kraft der Gedanken für den Erfolg eines jeden Menschen ist. Denn wer an sich und seinen Erfolg glaubt, tritt ganz anders auf als ein Mensch, der vor allem das mögliche Scheitern im Blick hat. 

Glaubenssätze zum Thema Geld 

Ihr Money-Mindset lässt sich mit der Temperatur eines Thermostats vergleichen. Es kommt darauf an, auf wieviel Grad Sie unbewusst programmiert sind. Entsprechend Ihrer Betriebstemperatur werden Sie bestimmte Dinge tun oder lassen. Damit Sie in Zukunft bewusster mit dem Thema Geld umgehen und metaphorisch Ihre Temperatur erhöhen können, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. 

Was bedeutet Geld für Sie? Wie denken Sie über reiche Menschen? Sind es für Sie einfach Menschen mit Geld oder halten Sie sie für oberflächlich, korrupt und gemein? Haben Sie eine Ablehnung gegen viel Geld oder eventuell auch Angst Ihr Erspartes einmal zu verlieren? Kümmert Sie Geld überhaupt oder ist es einfach nur (nicht) da?

Wichtig ist, dass viele dieser Gedankenmuster aus unserer Vergangenheit kommen. Ich bin mit einer Familie mit komplexen Geldmustern aufgewachsen. Ich habe oft mitbekommen, wie meine Mutter im Job von einer einflussreichen und sehr wohlhabenden Frau schlecht behandelt wurde. Mich hat das jahrelang geprägt. Ich war deshalb viel in Jobs mit sozialen Aspekten unterwegs.

Reichtum war für mich früher schlicht unsozial. Zum Glück konnte ich das ändern, denn unsere Gedanken sind veränderbar und somit auch die Ergebnisse.

Übungen zum Money-Mindset

Menschen lernen über Konditionierung, mündliche Prägung und spezifische Erlebnisse. Ein Großteil der Geldglaubenssätze sind bereits ungefiltert als Überzeugungen in Ihr Unterbewusstsein gewandert, bevor Sie sieben Jahre alt waren. 

1. Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und schreiben Sie alles auf, was Sie über Geld, Reiche und Reichtum denken und überlegen Sie, woher diese Gedanken kommen. Was hat Sie geprägt?

2. Denken Sie darüber nach, welche Sätze zu Geld Sie geprägt haben: 

  • Geld macht nicht glücklich.
  • Über Geld spricht man nicht.
  • Ich bin doch nicht Krösus.

3. Wenn Sie damit fertig sind: Überlegen sie Sich, ob diese Gedanken und Glaubenssätze wirklich wahr sind. Macht Geld wirklich nicht glücklich? 

Fragen Sie sich, ob diese Gedanken Sie weiterbringen und ob Sie so wirklich über Geld denken und fühlen wollen. Ist es funktional für Ihr Ziel Geld abzulehnen? Ist es funktional für Ihr Ziel Angst vor Geldverlust zu haben? Oder haben Sie starke Verbindungen zum Thema Macht, Einfluss, Anerkennung oder Liebe in Kombination mit Geld?

4. Entscheiden Sie neu! Das Beste an unseren Gedanken ist, dass wir sie jederzeit verändern können. Wir können uns einfach entscheiden, ob das, was wir einst als wahr erachtet haben wirklich weiterhin wahr sein soll.

Wenn Sie auflösen, was sich hinter Ihreb Geldgedanken verbirgt, können Sie sich entscheiden, neue, förderliche Gedanken zu denken und sich wahrhaft reich zu denken – denn Ihre Gedanken werden Ihre Handlungen maßgeblich beeinflussen. 

5. Im letzten Schritt seien Sie ehrlich zu sich selbst: Geld ist messbar. Sie können also einen direkten Zusammenhang zwischen Ihren guten Geldgedanken und Ihrem Kontostand sehen. Ist er so, wie Sie ihn sich wünschen? Wenn nicht, dann können Sie Ihre Haltung zu Geld weiter verändern. 

Was ein positives Money-Mindset verändert

Wer im Kundengespräch völlig vom eigenen Wert überzeugt ist und weiß, was er oder sie wert ist, wird ganz andere Preise aufrufen als jemand der sich schlecht fühlt, überhaupt Geld für seine Leistung zu verlangen. Wer davon überzeugt ist, dass es nicht genug Geld auf der Welt gibt, wird eher kleinere Preise aufrufen und sich in Verhandlungen schneller geschlagen geben. 

Sind Sie dagegen völlig sicher, was Sie wert sind und was Sie wollen, dann merkt das auch Ihr Verhandlungspartner. Wenn Sie eine bestimmte innere Haltung zu Geld eingenommen haben, dann können Sie es annehmen, wertschätzen und ebenso gut wieder investieren und vermehren. Das macht Sie glücklich und frei im Umgang mit Geld und im besten Fall auch ziemlich wohlhabend. 

Über Jackie Sharon Tamblyn: 

Die Sozialpsychologin ist Business-Coach und Gründerin der ALL IN ACADEMY. Sie hat jahrelange Erfahrung als Personalverantwortliche in Unternehmen. Vom Entrepreneur’s Heralds wurde sie zu einer der Top 20 Entrepreneurs 2021 gewählt. Tamblyn hat sich darauf spezialisiert, Frauen erfolgreich in die Online-Selbständigkeit zu begleiten und ist als Business-Mentorin unter anderem Expertin für Erfolgs- und Geld-Psychologie.

In ihren Trainings und Coachings hilft sie Gründerinnen dabei, etwaige Erfolgs-Hindernisse zu erkennen und aufzulösen und sie in ihrer Persönlichkeit und ihren Businessskills so zu begleiten, dass sie ihr Ziel erreichen. Infos: https://all-in-academy.de/

Foto: All In Academy

Digitalwirtschaft: Ausbildung für begehrte Jobs startet

Während der Arbeitsmarkt durch Covid-19 weiter mit massiven Problemen zu kämpfen hat und 535.470 Menschen – 27 Prozent mehr als vor einem Jahr – einen Job suchen, sucht die Digitalwirtschaft qualifizierte Mitarbeiter.

Die Prognosen für das neue Jahr sagen Digitalmarketing das stärkste Wachstum unter allen Mediengattungen und die schnellste Erholung aus der Krise voraus. Mit dem „Digital Marketing – Grundkurs DACH“ bietet das iab austria gemeinsam mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft in Deutschland und dem IAB Switzerland ein länderübergreifendes Ausbildungsangebot, das einen einheitlichen Qualifikationsstandard im gesamten deutschen Sprachraum schafft. Die acht Module umfassende, praxisnahe Ausbildung bietet auch den 470.000 in Kurzarbeit befindlichen Menschen eine gute Chance, ihr Wissen zu erweitern und neue berufliche Perspektiven zu schaffen.

„Der ‚Digital Marketing – Grundkurs DACH‘ bietet nicht nur profundes Expertenwissen aus erster Hand, sondern auch die Vernetzung mit potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitsgebern“, betont Kathrin Hirczy (IPG Mediabrands), Leiterin der Arbeitsgruppe Ausbildung.

Interaktion im virtuellen Seminarraum

Der vom IAB Europe zertifizierte Lehrgang startet am 25. Februar 2021 aufgrund der Pandemie als reiner Onlinekurs. Die Seminare finden an vier aufeinanderfolgenden Wochen jeweils donnerstags und freitags statt und eignen sich zum berufsbegleitenden Wissenserwerb. Auch im virtuellen Klassenzimmer müssen die Teilnehmer nicht auf interaktive Gruppenarbeiten und Einzelübungen verzichten, die von den Trainern individuell begleitet werden. Die Vorträge und Workshops stehen den Teilnehmern zum leichteren Lernen im Anschluss als Aufzeichnung zur Verfügung.

Im ersten „Digital Marketing – Grundkurs DACH“ des Jahres tragen Elmer Melik (willhaben.at), Kathrin Hirczy (IPG Mediabrands), Millad Shahini (Billa Merkur Österreich), Sebastian Rosinus (iProspect), Tobias Weiss und Mathias Seibert (dreifive), Diego del Pozo (TUNNEL23), Sophie Kubec (e-dialog), Dominik Paulnsteiner (domicom.at), Evelyn Leu (Google), Georg Reimond(COPE Group), Ralf Schalkhammer (Goldbach), Gerhard Günther (Digitalsunray Media) und Thomas Sommeregger (digitalbuero) vor.

Der praxisnahe Lehrgang des iab austria gliedert sich in die sieben Module „Digital Marketing Basics“, „Digital Marketing Kampagnenplanung“, „Grundlagen Performance Marketing inklusive E-Mail-Marketing“, „Search Engine Advertising“, „Social Media Advertising“, „Video Advertising & Mobile Advertising“ und „Website Marketing & SEO“. Den Abschluss bildet der Praxisworkshop als achtes Modul, in dessen Rahmen die theoretische Prüfung stattfindet. Die Teilnehmer schließen mit einer Diplomprüfung (Online-Single-Choice) ab und erhalten ein in Österreich, Deutschland und der Schweiz anerkanntes Diplom.

Die Teilnahmegebühr beträgt 1.390 Euro (exkl. USt). Mitglieder des iab austria zahlen die ermäßigte Gebühr von 1.090 Euro (exkl. USt). Die Anmeldung ist noch auf iab-austria.at möglich.

Weitere Kurse starten am 15. April, 10. Juni und 9. September 2021. Je nach Pandemielage werden sie als Onlinekurse oder Hybridseminare angeboten.

Foto: IPG Mediabrands

Wie umgehen mit Lockdown-Stress und Impfangst?

Eine durch Corona veränderte Arbeitswelt und viele neue Sorgen. Wie man damit umgehen sollte, weiß Neurobiologe Dr. Manfred Täuber.

Die Covid-19-Situation hat die digitale Disruption sowie flexible Formen des Arbeitens beschleunigt. Auch wenn sich viele Menschen die alte Normalität wünschen, ist der Zenit der Transformation noch nicht erreicht.  Große Veränderungen in Zusammenhang mit elektronischer Automatisierung, künstlicher Intelligenz und virtuellen Realitäten werden die Arbeitswelt der nahen Zukunft prägen.  Für Management und Führungskräfte bedeutet dies, dass enorme Anstrengungen erforderlich sein werden, um diese Veränderungen in den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umzusetzen.
 
Krisen erhöhen das Sicherheitsbedürfnis – eine Negativspirale 

„Krisen stellen außergewöhnliche Stressbelastungen dar. Menschen reagieren auf solche Ereignisse mit einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis. Sie sehnen sich nach alten Routinen“, so Bestsellerautor und Neurobiologe Dr. Marcus Täuber. „Doch die wirtschaftliche Situation erfordert gerade jetzt Flexibilität und Innovationskraft. Ein Widerspruch, der Unternehmen rasch in die Negativspirale führen kann“.   
 
Die drei Formen der Motivationssteigerung 
Die große Aufgabe für die Chefetagen großer Organisationen: Wie Motivation zum erforderlichen Wandel gelingen kann. Aus Sicht der Hirnforschung ist Motivation nichts anderes als Belohnungserwartung, wobei es grundsätzlich drei Formen der Belohnung gibt:

  • Materielle Belohnungen wie Prämien und Gehaltserhöhungen
  • Soziale Belohnungen wie Lob und Auszeichnungen  
  • Intrinsische Belohnungen wie Selbstverwirklichung

Während materielle und soziale Belohnungen meist nur kurzfristige Effekte erzielen und zu Abnutzungserscheinungen neigen, wirken intrinsische Belohnungen nachhaltig. Sie sind allerdings eng mit der Persönlichkeit verknüpft und erfordern ein individuelles Eingehen der Führungskraft auf die Mitarbeiterin und den Mitarbeiter.
 
„Faulheit“ versus Motivation  
Generell „faule“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Ausnahme. Die „Faulheit“ beruht meist auf mangelnder Motivation für eine bestimmte Aufgabe, weil diese zu wenig Belohnung verspricht. Die Tätigkeit muss zur Persönlichkeit und den Bedürfnissen passen. Führungskräfte können dies leicht erkennen: Wer bei Projekten andere arbeiten lässt, ist für diese Tätigkeit nicht geeignet.

Dr. Täuber, der selbst als Abteilungs- und Vertriebsleiter Personalverantwortung hatte, rät, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einem Persönlichkeitsprofiling zu unterziehen. Er hat vier Typen charakterisiert, je nachdem, welche neuronalen Botenstoffe und Hormone das Verhalten besonders prägen.
 
Brainchanging is gamechanging: Mentale Intelligenz als härteste Währung der Zukunft 
Täuber: „Jeder von uns hat die Chance, persönlich gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Unser Gehirn ist in der Lage, Krisen zu bewältigen, und tut dies auch regelmäßig: Geburt, Krankheit, Altern, Schmerzen, Enttäuschungen, Niederlagen, Verluste – all das gehört zum Leben wie das Amen zum Gebet.“


Der Bestsellerautor hat das Konzept der „mentalen Intelligenz“ entwickelt. Es beschreibt die Fähigkeit, dass wir mit unserem Stirnhirn den Fokus auf Gedanken kontrollieren und so unser Denken lenken können. Neben der kognitiven Intelligenz (IQ) und der emotionalen Intelligenz (EQ) macht erst die mentale Intelligenz (MQ) unsere Trilogie der Grundfähigkeiten komplett. Für Täuber ist es erforderlich, dass wir uns regelmäßig aktiv dazu zwingen, alte Denkmuster zu durchbrechen und so den MQ zu trainieren. Sein Tipp: Jedes Unternehmen sollte regelmäßig fixe Zeiten reservieren, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht ihrer regulären Tätigkeit nachgehen, sondern gezielt Neues lernen und auf kreative Weise das Erlernte mit anderen teilen sollen.  Für ihn ist die Fähigkeit, altes Denken über Bord zu werfen und sich mit Change anzufreunden, die „härteste Währung“ in einer unsicheren Umwelt.

Das Steinzeitprogramm in uns

Unsicherheiten lösen Sorgen aus, auch Blutabnahmen, Impfungen oder kleine Eingriffe können bei manchen Menschen sehr starke Ängste bis hin zur Panikreaktion auslösen. Besonders stark ist die Angst vor Verletzungen durch Nadeln bei jungen Erwachsenen ausgeprägt. Rund 25 Prozent weist eine entsprechende Phobie auf. Im Alter nimmt die Angst ab und erreicht eine Prävalenz von etwa 3 bis 5 Prozent.

„Die Angst vor Verletzungen ist ein Steinzeitprogramm unseres Gehirns“, so Neurobiologe Marcus Täuber. Wer sich verletzte, hatte ein deutlich erhöhtes Sterberisiko. Die Trypanophobie setzt bei diesem evolutionären Erbe an, und wird durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst.

Manche Menschen sind grundsätzlich eher ängstlich, andere wiederum haben negative Erlebnisse von ersten Arztbesuchen abgespeichert, die schmerzhaft waren. Auch der Kontrollverlust spielt eine bedeutsame Rolle. Eine Impfung wird von manchen Menschen mit einem Gefühl von ausgeliefert sein verbunden. „Dieser Kontrollverlust“, so Täuber, der in seinem neuen Buch „Falsch gedacht!“ Irrtümern in unserem Gehirn auf den Grund geht „bewirkt eine verzerrte Risikowahrnehmung“.

Das ist im Prinzip wie bei der Flugangst: Wir haben in der Regel mehr Angst vorm Fliegen, als vor der Autofahrt zum Flughafen. Statistisch gesehen ist aber zweiteres riskanter. Nur wenn wir selbst am Steuer sind oder auf den Fahrer einwirken können, gibt uns das ein Gefühl von Kontrolle und damit Sicherheit.


Angst ist nicht logisch

„Angst ist nicht logisch“, fasst der Neurobiologe zusammen. Viele Menschen haben ein mulmiges Gefühl, wenn sie im Meer baden. Die Angst vorm weißen Hai ist dabei besonders ausgeprägt. Allerdings: Nur etwa zehn Menschen sterben durchschnittlich pro Jahr weltweit an einer Haiattacke.
Insofern ist die Angst vor einer Impfung vergleichbar mit der Angst vorm weißen Hai. Bei beiden werden wir verletzt, empfinden wir einen Kontrollverlust bis hin zu einem Gefühl des „ausgeliefert seins“, und bei beiden malt sich das Gehirn entsprechende Schreckensszenarien aus. Die Alarmanlage im Gehirn, die sogenannte Amgydala, wird aktiviert und erhöht das Stresshormon Kortisol. Die Bilder aus Hollywood wie auch einzelner Medienberichte zu Haibissen brennen sich besonders leicht in die Amygdala ein.


Was wir gegen die Angst vor Nadel tun können

Marcus Täuber: „Das Tückische an der Angst: Sie führt zu einem Vermeideverhalten. Dadurch aber wird das Problem nicht gelöst. Auswege aus dieser Angst liegen in der kontrollierten Konfrontation.“
Für Täuber ist es wichtig, die Angst wahrzunehmen und zu akzeptieren. „Dazu müssen wir sie uns eingestehen und wie eine gute Freundin betrachten, die uns vor Gefahren beschützen möchte“. Wer sich mit faktenbasierten Aspekten des Impfens beschäftigt und Sorgen mit Vertrauenspersonen sowie der Hausärztin bzw. dem Hausarzt bespricht, legt den Grundstein zu einer Linderung. Tiefe Bauchatmung in Zusammenhang mit inneren Bildern von angsteinflößenden Situationen helfen, mehr Ruhe im Kopf zu erlangen. In ausgeprägten Fällen hilft eine Expositionstherapie, die auch über Virtual-Reality durchgeführt werden kann.

Über Dr. Marcus Täuber


Dr. Marcus Täuber ist promovierter Neurobiologe, Buchautor und Lehrbeauftragter an der Universität Wien sowie der Donau Universität Krems. Der Leiter des Instituts für mentale Erfolgsstrategien bringt Erkenntnisse der Hirnforschung als Vortragender auf den Punkt. Mit fünf erschienen Sachbüchern, unter anderem den Nummer 1-Bestseller „Falsch gedacht! Wie Gedanken uns in die Irre führen und wir mit mentaler Intelligenz zu wahrer Stärke gelangen“, gilt er als einer der Besten seines Faches. Sein Motto: Brainchanging is Gamechanging®.

Foto: IfMES

Die Kommunikation des Wissen bedeutet Macht

Die meisten Führungskräfte möchten ihre Teams dazu ermutigen, Wissen zu dokumentieren und innerhalb der Organisation zum Wohle der vorhandenen und zukünftigen Beteiligten zu teilen. Ob Mitarbeiter das tatsächlich tun, hängt von vielen Faktoren ab. 

 Manche Mitarbeiter haben regelrecht Angst, Informationen zu teilen. Ihre Vermutung: Wenn ich den anderen mein Expertenwissen zur Verfügung stelle, bin ich nicht mehr so wichtig und werde womöglich zu einer austauschbaren Ressource. Sie fürchten, dass der eigene „Marktwert“ sinkt. Hier sind einige Möglichkeiten, Mitarbeiter trotzdem zum Wissensaustausch zu ermutigen:

1. Perspektive verändern

Tatsächlich ist es so, dass wir umso mehr an Wert gewinnen, je großzügiger wir mit unserem Wissen umgehen. Wenn niemand von der Expertise weiß, kann derjenige auch nicht als Fachmann wahrgenommen werden. Nur wer sein Wissen teilt, sorgt dafür, dass sein Wert im Unternehmen sichtbar und greifbar wird. Dadurch zeigen wir, dass wir die Person sind, die andere in der Zusammenarbeit bereichern kann. Und das spricht sich natürlich im Unternehmen herum. Der Wert steigt.

2. Die 5%-Regel

Wenn der Widerstand sehr hoch ist, lieber klein anfangen. Mitarbeiter tun sich leichter, wenn sie mit einem geringen Teil ihres Wissens beginnen können. Veröffentlichen sie erst einmal fünf Prozent davon auf der Wissensplattform, entsteht daraus oft eine Kettenreaktion: Der Mitarbeiter erlebt, wie viele Kollegen auf seine Informationen zugreifen und erhält positives Feedback.

Es werden sich andere Experten an ihn wenden, sein Netzwerk vergrößert sich, er wird zu wichtigeren Projekten hinzugezogen. Er stellt fest, wie sein Wert und seine Attraktivität für das Unternehmen zunehmen.

3. Der Zeitspareffekt

Durch das Teilen seines Wissens auf der Wissensplattform vergeudet der Experte weniger Zeit für das aufwändige Bearbeiten von Fachproblemen via E-Mail. Die Zahl der Standard-Anfragen von Kollegen wird zurückgehen oder sind schneller zu beantworten, durch den Hinweis auf die Wissensplattform. Die gesparte Zeit kann genutzt werden, um sich stärker in Projekten zu engagieren. 

4. Mit gutem Beispiel vorangehen

Bei Führungskräften werden Handlungen und Haltung intensiver beobachtet und nachgeahmt. Je offener diese also in Bezug auf die Weitergabe ihres eigenen Wissens sind, umso besser. Hilfreich ist darüber hinaus eine aktive positive Bestärkung der Mitarbeiter darin, Informationen auszutauschen, die für die Organisation von Nutzen sind. 

5. Was Mitarbeiter motiviert

Wir alle haben mehr und weniger bevorzugte Bereiche unserer Arbeit; das bedeutet, dass es bestimmte Gebiete gibt, in denen wir uns besonders motiviert fühlen. Sind diese identifiziert und gibt es Wege, dass Mitarbeiter dort mehr Energie einsetzen können, werden diese qualitativ hochwertigere Arbeit leisten. Außerdem fühlen sie sich wohler dabei, ihr Wissen weiterzugeben.

Von Vorteil ist es, wenn Mitarbeiter aktiv erfahren, wie sie dadurch die Organisation erfolgreicher machen. Ein innovativer/kreativer Vertriebsmitarbeiter könnte zum Beispiel seine Vorgehensweise dokumentieren, so dass der Rest des Verkaufsteams sich darauf beziehen und Wege finden kann, seine eigenen Ansätze zu verbessern.

6. Kollaboration statt Konkurrenz

Konkurrenz unbedingt abbauen, also lieber auf Teamziele statt auf individuelle Zielvereinbarungen und Leistungsboni setzen. Die Zurückhaltung Wissen zu teilen ist bei Mitarbeitern dann besonders groß, wenn sie völlig autonom arbeiten können. Unternehmen sollten diese Mitarbeiter also in kollaborative Aufgaben einbinden. So wird es ganz normal, Wissen zu teilen.

7. Das größere Bild zeigen

Führungskräfte sollten erklären, warum etwas getan werden muss und nicht nur, dass es getan werden muss. Was zählt ist Transparenz, d.h. dass die Mitarbeiter über den Fortschritt aller Projekte, an denen sie beteiligt sind, auf dem Laufenden sind. Wenn Menschen verstehen, wie ihre Arbeit zu einem größeren Projekt beiträgt, fühlen sie sich mehr geschätzt und sind eher bereit, ihre Ideen und ihr Wissen zu teilen.

8. Den Wissensaustausch identifizieren und lenken 

Menschen teilen ihr Wissen auf vielfältige Weise – durch E-Mails, Gespräche auf dem Flur, Messaging-Anwendungen und Meetings. Sind die Personen in der gesamten Organisation und in einzelnen Teams identifiziert, die sich für die Dokumentation dieses Wissens begeistern, kann man diese bitten, Vorschläge zu machen, wie und wo Inhalte weitergegeben werden sollten. 

9. Es leicht(er) machen

Mitarbeiter lassen sich umso leichter zum Wissensaustausch ermutigen, je besser potenzielle Hindernisse beseitigt werden. Mit einer fest etablierten Plattform für den Wissensaustausch hat jeder im Unternehmen einen zentralen Knotenpunkt, von dem aus er Inhalte hochladen kann, die für andere nützlich sind.

 Nicht jeder ist gut darin, Informationen für andere zu schreiben oder anderweitig zu verpacken. In manchen Fällen hat jemand Wissen, das so wichtig ist, dass es sich lohnt, ihm jemanden zur Seite zu stellen, der dabei hilft, es zu erschließen. Es gibt viele Möglichkeiten, dies zu tun:  ein Interview, das Zusammenfassen vorhandener E-Mails und Dokumente oder sogar das Filmen einer Demonstration.

Unternehmen und Führungskräfte, die beginnen den Wissensaustausch aktiv zu fördern, stellen schnell fest, dass viele Teammitglieder bereit sind zu helfen. Die Mitarbeiter wissen bereits, wie wertvoll es ist, von den Erfahrungen und dem Fachwissen anderer zu lernen. Sobald sie die positiven Ergebnisse der Weitergabe ihres eigenen Wissens sehen, werden sie zu begeisterten Teilnehmern in ihrer Wissensaustauschgemeinschaft.

Zur Person

Ulrike Stahl ist Expertin für Zusammenarbeit und das neue WIR im Business, Autorin und gefragte Rednerin – auf der Bühne und online. Wie geht Zusammenarbeit in digitalen Zeiten? Wie entwickeln wir eine WIR-Kultur für uns selbst, in unseren Unternehmen und Verbänden? Darauf gibt sie Antworten, die wirken. Sie ist Autorin des Buches „So geht WIRTSCHAFT! Kooperativ. Kollaborativ. Kokreativ.“ – laut Handelsblatt eines der besten Wirtschaftsbücher.

Foto: Kersti Niglas

Future of Marketing Kongress 2021 am 5. und 6. Juli

Customer Centricity steht auch auf der Agenda des 2. Future auf Marketing Kongress. Top Service Österreich und Kunde21 sind als Partner mit dabei. Nutzen Sie die Gelegenheit von 5. bis 6. Juli 2021 zum branchenübergreifenden Informationsaustausch mit Top Marketing- und Kundenverantwortlichen im idyllisch gelegenen „Schloss an der Eisenstraße“/Waidhofen/Ybbs. Freuen Sie sich auf interessante Vorträge, interaktive Break-Out Sessions und ein abwechslungsreiches Panel mit TSÖ ausgezeichneten Unternehmen. 

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So vermeiden Sie die 5 größten Erfolgsverhinderer

Viele Frauen und vor allem Unternehmerinnen tanzen auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig. Beruf. Hobbies. Familie. Freunde. Auch die größten Organisationstalente fühlen sich manchmal überfordert, weiß Melanie Lohmann.

Das Gefühl der Überforderung kann dazu führen, dass Frauen einen ihrer Lebensbereiche praktisch aufgeben, meist Partnerschaft oder Beruf – oder sich ständig zu neuen Höchstleistungen antreiben.

Das Problem dabei: Mehr Arbeit bedeutet nicht zwangsläufig mehr Erfolg. Im Gegenteil: Oft endet dieser Weg im Burnout. 

Letztendlich gibt es fünf Dinge, die den meisten Frauen im Wege stehe, wenn es darum geht, im Job oder Privatleben erfolgreich zu sein.

1. Perfektionismus

Der Irrglaube, dass etwas nicht gut genug ist, kann dazu führen, dass es nie fertig wird. Perfektion gibt es nicht. Sie liegt im Auge des Betrachters und kostet schlicht und ergreifend zu viel Zeit. Ein neuer Leitsatz könnte sein: Erst fertigstellen, und gegebenenfalls später optimieren.

2. Anpassung an die Meinung anderer

Gerade Frauen wollen oft gefallen. Als Kinder haben sie gelernt, dass angepasstes Verhalten belohnt wird. Tatsächlich führt zu viel Anpassung oft dazu, nicht ernst genommen zu werden. Niemand kann allen gefallen. Und es ist viel zu anstrengend sich der Meinung aller anzupassen. Für ein entspanntes und erfolgreiches Leben ist es sehr wichtig, die eigenen Bedürfnisse, Werte und Meinungen zu kennen und sich nicht zu stark im Außen zu orientieren.

3. Konzentration auf Ängste und Sorgen

Wer sich ständig auf Negatives konzentriert und sich das Schlimmste und Fürchterlichste ausmalt, das passieren könnte, zieht es schlimmstenfalls an. Wer sich beim Klettern vorstellt zu fallen, wird vermutlich auch fallen. Wer sich vorstellt, erfolgreich einen Felsen oder Baum zu erklimmen steigert allein durch die Kraft der Gedanken, die Wahrscheinlichkeit, dass es auch klappt. Unsere Gedanken sind ein wichtiges Werkzeug, deshalb lohnt es sich, positives Denken zu trainieren.

4. Ungesunde Gewohnheiten

Gewohnheiten sind automatisierte Programme, die den Alltag erleichtern sollen. Sie steuern  Gedanken und Emotionen. Die meisten Entscheidungen entstehen aus der Gewohnheit heraus. 

Wenn alles gewohnheitsgemäß läuft, dann ist das Belohnungssystem im Gehirn happy. Es ist eine Schleife: Reiz, Reaktion, Belohnung. Das Schwierige dieser Gewohnheitsschleifen ist, sie durch neue Gewohnheiten zu ersetzen. Bevor ein neues Verhalten zur Routine wird, heißt es also, dieses neue Muster so lange zu wiederholen, bis es Routine ist. 

Anstatt unangenehme Aufgaben aufzuschieben, könnte eine neue Routine darin bestehen, genau diese Aufgaben immer als erstes zu erledigen.

5. Mangelndes Selbstwertgefühl

Menschen, die unsicher sind und nicht mit sich im Reinen sind, strahlen diese Unsicherheit auch aus. Sie werden weniger ernst genommen – und zwar sowohl im Privatleben als auch im Beruf. Viele unsichere Menschen denken über die Dinge in ihrem Leben nach, die in der Vergangenheit schlecht gelaufen sind. Solche Gedanken bestärken die Versagensangst und reproduzieren sie. Mein Tipp: Lassen Sie Gedanken wie „Ich kann das nicht – ich schaffe das nicht“ los und ersetzen Sie die Gedanken durch: Ich kann das das NOCH nicht. Ich habe NOCH nicht das gewünschte Ergebnis. Ich KANN nicht, bedeutet eigentlich ich WILL nicht, oder ich habe gerade andere Prioritäten. 

Denken Sie an Dinge, die gut gelaufen sind. Das gibt Selbstvertrauen!

Zur Person:

Melanie Lohmann ist psychologische Beraterin und Hypnose-Coach. Als Mutter von drei Kindern und ausgebildete Erzieherin brachte sie die Frage nach dem tieferen Sinn des Lebens dazu, eine Ausbildung in der Psychotherapie nach dem Heilpraktiker-Gesetz zu absolvieren. Im Rahmen dieser Ausbildung befasste sie sich intensiv mit Hypnose und lernte Hypnose als Veränderungstool kennen und lieben. Seit zehn Jahren führt sie ihre eigene Praxis und hat bereits über 5000 Menschen in ein glücklicheres, entspannteres und erfolgreicheres Leben begleitet. Besonders häufig unterstützt sie selbständige Mütter dabei, die Balance zwischen Privatleben und Beruf zu finden.

Foto: Lohmann

Das Leben ist Verkauf. Tipps von Verkaufsprofi Marcus Kutrzeba

Während meiner Ausbildung zum Vertriebstrainer hatte ich einen großartigen Mentor. Wann immer ich ihn gefragt habe, wie ich dies oder jenes angehen soll, hat er gesagt: „Mach es auf deine Art, dann wird es gelingen!“ 

Das hat mich verwirrt, denn ich wusste nicht, was „meine Art“ war. Ich musste es erst herausfinden, vieles ausprobieren, reflektieren und wieder revidieren. Gelegenheit dazu bietet sich laufend, und zwar jeder und jedem von uns. Denn Verkauf spielt – entgegen der überwiegenden Meinung – in allen Lebenslagen und - bereichen eine Rolle.

Ob wir mit unseren Kindern oder unserem Partner reden, ob wir beim Chef ein Projekt durchsetzen möchten oder Mitarbeiter von etwas überzeugen wollen: Das ganze Leben ist Verkauf und jeder ist Verkäufer. Dabei sind gute Verkäufer – im privaten wie im beruflichen Bereich – stets im Vorteil. Doch wie gelingt Ihnen der Weg zum Erfolg?

Verkaufen verstehen

Verkaufen ist das Grundlegendste im Menschen, die Basis jeder zwischenmenschlichen Beziehung. Dabei hilft ein guter Verkäufer, vereinfacht ausgedrückt, dem Anderen das zu bekommen, was er oder sie braucht. So muss ich beispielsweise meiner Tochter täglich etwas „verkaufen“, sie also zu einer Handlung führen, von der ich glaube: Das braucht sie, sie weiß es nur noch nicht. Zähneputzen zum Beispiel. Genauso sind auch manche Kunden: Sie wollen etwas, wissen aber (noch) nicht, was sie brauchen – und benötigen dafür Unterstützung durch den Verkäufer.

Voraussetzung ist also, den anderen zu verstehen, seine Gefühle und Ängste zu erkennen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die andere Person ein Kunde, das Kind, der Partner, der Chef oder ein Kollege oder Mitarbeiter ist. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Würde jeder wissen, wie Verkaufen funktioniert, müsste es Streit, Krieg und Verfolgung nicht geben. Doch aus Unwissenheit entsteht Angst und aus Angst tun Menschen nur allzu oft die seltsamsten beziehungsweise grausamsten Dinge. Das war schon immer so und ist leider bis heute so geblieben. Was sich verändert hat, ist der Blick auf den Berufsstand der Verkäufer.

Der Verkäufer im Wandel der Zeit

Die alten Handels- und Kaufleute waren einst eine sehr angesehene Schicht. Spätestens in den 1980er-Jahren kam der Imagewandel. Etliche Verkäufer nutzten ihr Wissen zum eigenen Vorteil aus, missbrauchten es und eine ganze Zunft musste dran glauben. Seither werden Verkäufer mit argwöhnischen Augen betrachtet und niemand will mehr etwas verkauft bekommen. Aber alle wollen kaufen! Das boomende Onlinegeschäft verdeutlicht das Problem: Die Menschen vertrauen dem Internet mehr als ihrem Gegenüber aus Fleisch und Blut.

Wie können Verkäufer angesichts dieser Rahmenbedingungen in unserer neuen, digitalen Welt bestehen? Wie können Sie verloren gegangenes Vertrauen wiedergewinnen? Die Antwort ist simpel: Indem sie die alten Verkaufsgrundsätze wieder hervorholen, indem sie zum Wohle des Anderen handeln – so wie wir es tagtäglich tun als Partner, als Eltern, als Freunde, als Dienstleister. Das galt damals, das gilt heute und das wird auch in Zukunft so sein.

Dabei müssen die Vertriebswege in Unternehmen natürlich auch die neuen, digitalen Medien nutzen: Am Online-Marketing kommt heute keiner mehr vorbei. So ist die Riege der alten Vertriebler mit der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft vom Aussterben bedroht, weil sie ihre Geschäftspraktiken nicht anpassen können. Oder wollen. Doch schließt das eine das andere nicht aus: Vielmehr ist es die Summe aller Vertriebswege – on- wie offline – die ein erfolgreiches Marketing auszeichnen.

(Ver-)Kaufen ist individuell

Letztlich sollte Ziel des Vertriebs sein, dem Kunden im persönlichen Kontakt bei seinem Kauf zu helfen. Das erfordert Aufmerksamkeit und persönliches Engagement – auch oder vielleicht gerade in digitalen Zeiten. Denn letztlich gehen die Menschen oft nur aus einem Grund „online shoppen“: Weil sie keine realen Verkäufer mehr finden, die sich Zeit für sieund ihr Anliegen nehmen. Kaufen ist nämlich stets persönlich – für den Käufer wie den Verkäufer.

Machen wir uns die drei Ebenen des Tuns bewusst – das Was, das Wie und das Warum – wird deutlich: Schon in jungen Jahren „lernten“ wir von Eltern, Lehrern, Familie und Umfeld, was wir zu tun haben und wie wir es am besten machen sollten. In der Regel wurde mit guten Argumenten auch gleich noch das Warum mitgeliefert. Dies setzt sich im Erwachsenenalter fort. So geben Vorgesetzte häufig das Was, das Wie und das Warum vor. Aber nicht nur sie: Ratgeber, Anleitungen auf Internetportalen, Blogs, Bücher, Lehrgänge oder Coaches wollen uns erklären, wie wir es richtigmachen.

Ich behaupte: Niemand kann andere zu guten Verkäufern machen, indem er das Wie vorgibt. Denn: Wer es nicht auf seine eigene Art machen darf, kann sein volles Potenzial nicht ausschöpfen, kann seinen Erfolgsmotor nicht in Gang setzen. Standards laufen im Verkauf nicht – ebenso wenig wie die Imitation exzellenter Verkäufer. Dann nämlich tritt der Verkäufer als Persönlichkeit in den Hintergrund – und das merkt der Kunde. Ahmen Sie daher niemals die Verhaltensweisen, die Körpersprache, den Kleidungsstil oder Ähnliches sehr guter Verkäufer nach, auch wenn Vorgesetzte, Ausbilder oder selbst ernannte Verkaufsgurus Ihnen das raten. Letztendlich kauft der Kunde nämlich nicht nur das Produkt oder die Dienstleistung, die Sie Ihm anbieten; er kauft auch Ihre Überzeugung. Vertrauen Sie sich selbst, wird auch der Kunde Ihnen vertrauen.

Auf das Mindset kommt es an

Gute Verkäufer gehen also ihren eigenen Weg und versuchen nicht, andere nachzuahmen: Selbstbewusst ziehen sie ihr Ding durch, machen es genau so, wie es für sie am besten passt – ungeachtet dessen, was die anderen denken und sagen. Doch dieser Weg ist kein einfacher: Müssen wir doch unsere Glaubensgrundsätze, die eher vorsichtig, brav, still, höflich und angepasst sind, über Bord werfen. Wir müssen Verantwortung übernehmen – für uns selbst.

Natürlich gibt es ein paar Grundprinzipien, die man als Verkäufer kennen sollte, doch gilt es, diese individuell zu interpretieren und umzusetzen. So ist der Verkauf in erster Linie eine Frage der Haltung, des Mindset und der Glaubenssätze. Mit der richtigen Einstellung zu uns selbst und zu dem, was und wie wir es in unserer ganz eigenen Art tun, kommen wir in Bewegung und werden mit Erfolg belohnt.

Geben Sie dem persönlichen „Wie“ Raum und Zeit

In Unternehmen ist das Was vorgegeben und häufig auch das Warum. Doch den Mitarbeitern das Wie vorzuschreiben, ist kontraproduktiv. Vielmehr müssen wir den Menschen so nehmen, wie er ist. Wir müssen ihm Raum zur Entfaltung geben – in geschäftlichen wie in privaten Beziehungen.

Hat die Führung eines Unternehmens diese Toleranz, ist es möglich, dass die Bedürfnisse aller gedeckt werden. Und wo Bedürfnisse gedeckt werden, „kaufen“ die Menschen – Ideen, Produkte, Dienstleistungen, ganz egal was. Nur wenn wir die Leute ihren eigenen Weg gehen lassen, können Kommunikation, Führung und Verkauf langfristig gut funktionieren. Wo dieser Raum fehlt, ist Frust vorprogrammiert, entstehen Konflikte, gehen Beziehungen kaputt und Chancen verloren.

Zur Erläuterung des Dilemmas ziehe ich gerne das Beispiel einer Bergwanderung hinzu, die meine Frau und ich gerne unternehmen. Das ist das Was. Während mir vor allem der sportliche Aspekt am Herzen liegt, liebt es meine Frau, die schöne Natur zu beobachten. Das ist unser divergierendes Warum. Ebenso verschieden kann auch das Wie sein: Das ist einerseits situationsabhängig, andererseits – und vor allem – eine Typfrage. Hier können leicht Konflikte entstehen, wenn die Bedürfnisse im Vorfeld nicht klar sind und kommuniziert werden.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen meiner Frau und mir werden schon bei der Vorbereitung offenbar. Während ich so wenig wie möglich bei mir trage – festes Schuhwerk ist wichtig und Geld, um auf der Almhütte etwas zu kaufen, sorgt meine Frau für alle Eventualitäten und für alle Familienmitglieder vor: Essen und Getränke, Regenjacken, Reservekleidung, Sonnen- und Mückenschutz, Wanderführer, Kamera, Taschenmesser, Taschentücher, Pflaster und Kaugummi – nichts darf fehlen. Wichtig ist, dass ich die Vorgehensweise meiner Frau nicht bewerte und ihr sage, wie sie es anders oder gar „besser“ machen könnte. Stattdessen denke ich in guter alter Verkäufermanier darüber nach, wie ich ihr dabei helfen kann, „ihr Ding“ zu machen.

Der Erfolg zeigt sich bei der Wanderung an sich: Ich bin gerne schnell, sie lieber etwas langsamer, unterwegs. Zu Beginn unserer gemeinsamen Ausflüge war das oft ein Problem, denn ich war ungeduldig und sie war schnell überanstrengt. Bald haben wir uns darauf geeinigt, dass jeder nach seiner Gangart wandert – ich gehe ein Stück voraus, sie holt mich

bei einer Rast wieder ein. Diese Lösung entspricht am besten unserer Veranlagung und unseren Bedürfnissen. Inzwischen gehen wir sogar meist gemeinsam, weil jeder von uns gemerkt hat, dass er vom anderen nicht für dessen Zwecke „verkauft“ wird, sondern das persönliche Wie ausleben darf.

Seien wir uns also bewusst, dass jeder seine „Gangart“ hat. In einem Team sollten folgende Fragen im Fokus stehen: Wie können wir von den unterschiedlichen Charakteren profitieren? Wie kommen wir am besten zusammen? Wie sind wir am effektivsten? Denn: Wer nach seiner Art handeln darf, hat Spaß und ist motiviert. Und wer motiviert ist, ist produktiver. Nicht umsonst ist Motivation eines der entscheidendsten Themen in der Unternehmenskultur.

Wer ein guter Verkäufer sein will, wer erfolgreich sein will, muss also herausfinden, wer er ist, was ihn ausmacht und schließlich danach handeln (dürfen). Das überzeugt! In jeder zwischenmenschlichen Interaktion – und nichts anderes findet im Verkauf statt – im beruflichen wie im privaten Bereich. Wer dagegen in eine Rolle schlüpft oder sich dauerhaft verstellen muss, hat schon verloren.

Foto: K-Punkt Training

Digi Lab "Customer Experience speziell für B2B Unternehmen

Die Kundenorientierungs- und Customer Experience-ExpertInnen Alexandra Nagy und Barbara Aigner von Kunde 21 laden auch im Jahr 2021 zu einem interaktiven Vormittag. Anhand von fünf Beispielen wird dabei das Potential von CX im B2B-Umfeld aufgezeigt.

Ziel des digital Labs ist es, Ihnen neue Werkzeuge an die Hand zu geben, um Ihre Kundenbeziehungen zu managen, zu pflegen, zu entwickeln und zu vertiefen.

Wann: 2.3.2021, 10:30-12 Uhr
Wo: digital/Zoom
Wer: Führungskräfte und alle Personen, die Ihre Kontakte zu internen und externen Kunden verbessern möchten.

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