Interviews

Mit knapp 2.000 Mitarbeitern sorgt die die café + co International Holding für den Betrieb und das Service von Getränkeautomaten in Österreich sowie Mittel- und Osteuropa.

 

ABW sprach mit der Marketingleiterin über Herausforderungen, Perspektiven und Ziele im neuen Jahr.

Zwei Jahre Corona, jetzt ein nicht einschätzbares politische Schockszenario in der Ukraine – mit welchen Marketingaktionen erreichen Sie verunsicherte Kunden?
Die letzten beiden Jahre waren auch für café+co eine Herausforderung. Wir haben jedoch die Zeit genutzt um bei Kunden und Konsumenten nachzufragen, was sie sich von einem Vollversorger in der Betriebsverpflegung wünschen. Die Studienergebnisse zeigen ganz deutlich, dass höchste Qualitätsstandards und bester Geschmack von den Konsumenten verlangt wird.

Das gilt nicht allein für den Kaffee, sondern gleichermaßen für frische Snacks und Kaltgetränke. Als Qualitäts- und Serviceleader im Bereich Automaten-Catering bestärkt uns dies, unseren eingeschlagenen Weg weiter zugehen und konsequent auszubauen.

Dazu zählt auch die Herkunft der Produkte, die in unseren selbst produzierten frischen Weckerln in den Snack-Automaten angeboten werden. Daher legen wir ganz besonders Wert auf enge und langfristige Partnerschaften mit lokalen Produzenten aus dem Umkreis unserer Produktionsstandorte Graz und Linz.

Unter dem Motto „Gutes kommt von Nah!“ werden täglich rund 8.500 frische Weckerl eigenhändig von den Teams der café+co-Frischeproduktionen hergestellt und bereits bis zum Start der Bürozeiten in die Automaten gefüllt. Durch die regionalen Zulieferer ist auch die Vielfalt und Abwechslung in unseren Snack-Geräten garantiert.

Ihr Leitmotiv in nicht immer einfachen Zeiten?
Positiv in die Zukunft blicken und sich auch an kleinen Dingen erfreuen! Nach jeder schwierigen Zeit kommt auch wieder ein Hoch und auf dieses gilt es zielstrebig hinzuarbeiten.

Die Marketingbranche ist äußerst dynamisch und orientiert sich natürlich an Kundenwünschen. Was ist derzeit besonders gefragt? Welchen Vermarktungsschienen gehört die Zukunft?
Wir erleben derzeit eine Veränderung der Arbeitswelt. Homeoffice wird bis zu einem gewissen Grad bleiben, daher haben wir auch neue Geschäftsmodelle entwickelt, wie die mocca manufaktur – hier kann man auf Mietbasis eine Top-Kaffeemaschine mieten und wir liefern den Kaffee und die Füllprodukte wie Kakaomischungen. Die Befüllung und Reinigung erledigt der Kunde selbst und auf Wunsch bieten wir ein technisches Service. Die kleinen Tabletop-Geräte produzieren hervorragenden Kaffee, frisch gemahlen und sogar mit Frischmilch für einen perfekten Latte Macchiato. Also feinste Kaffeequalität für kleine Officeeinheiten.

Auch unserer Snack-Linie wird von Unternehmen immer stärker nachgefragt und war in Pandemiezeiten ein wichtiger Ersatz für geschlossene Gastronomie oder Kantinen.

Für uns ist hier in erster Linie die Kommunikation über online-Plattformen (wie unsere Website und Social Media) eine wichtige Schiene um mit dem Kunden in Erstkontakt zu treten – zusätzlich zu Empfehlungsmarketing. 

Eine Frage an Sie, als anerkannte Marketingexpertin: Welche Themen sollten Unternehmen keinesfalls unterschätzen?
Ganz wichtig ist für uns die Betreuung der Kunden und Konsumenten auch nach der Aufstellung der Geräte. Dabei erfährt man aus erster Hand, ob der Service und die Qualität passen, was besonders geschätzt wird, was es zu optimieren gilt und was sich der Kunde wünscht.  Dies sind wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen.

Ihre Pläne für dieses Jahr?

Unseren eingeschlagenen Weg weiterhin konsequent zu verfolgen und auf beste Qualität- und Service setzen. Bei der Kaffeeversorgung stehen die Lösungen für die neuen kleineren Büroeinheiten im Fokus sowie dem Konsumenten das Bezahlen so angenehm und bequem wie möglich zu machen. Also über Karte oder die café+co- SmartPay-App.

Regionalität ist bei unseren selbst produzierten Snacks ein wichtiger Faktor. Beim Kaffee unterstützen wir beispielsweise mit dem Direktimport der grünen Bohnen für unseren Premium-Kaffee BULUNGI nach wie vor die Kooperative in Uganda.

Foto: cafe + co

Als Teil von BSH Central Europe Marketing orchestriert sie für Österreich die Marketingplanung und Aktivitäten für Haushaltsgroßgeräte der Marken Bosch, Siemens, Neff, Gaggenau und Constructa.

 

ABW im Interview mit Margareta Seiser, seit Februar Head of Marketing der BSH Österreich.

Margareta Seiser verantwortet in ihrer neuen Funktion die disziplinarische Teamführung und Weiterentwicklung unter anderem der fünf Abteilungen Brand Marketing, Product Marketing & Training, D2C Stores und Online-Shops, Showroom Stilarena und Consumer Experience Journey.

„Ich freue mich darauf, mit meinem vielseitigen, kompetenten Team einen signifikanten Beitrag dazu zu leisten, noch mehr Konsumenten und Geschäftspartner für unsere Marken zu gewinnen und sie dafür zu begeistern, wie wir mit unseren BSH Hausgeräten und zugehörigen digitalen Lösungen – etwa Home Connect – den Alltag der Menschen erleichtern“, so Seiser. Mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die unbeständiger, dynamischer und gleichzeitig komplexer geworden seien, habe sich die Arbeitswelt und der Lebensalltag der Menschen massiv verändert. 

In diesem Kontext möchte sich die Marketing-Expertin im Sinne eines agilen Mindsets auch selbst beruflich und privat weiterentwickeln und stets dazulernen. Was sie besonders an ihrer neuen Aufgabe schätzt? Das strategisch Richtige operativ voranzutreiben und dabei im Sinne eines professionellen Schnittstellenmanagements alle relevanten Stakeholder mit an Bord zu haben. Hierbei sei es wichtig, gleichzeitig das unternehmerische „big picture“ sowie menschliche Bedürfnisse im Auge zu behalten. 

Neues Leben für gebrauchte Geräte

Dieses Jahr hat die Managerin einiges geplant. „Der erste große Schwerpunkt 2022 ist ein branchenweit einzigartiges Pionierprojekt, das wir in Österreich als Pilotland umsetzen durften. Im Sinne des gelebten Unternehmenswertes „Nachhaltigkeit“ bieten wir seit Februar erstmalig „Refurbished“ Waschmaschinen der Marke Bosch über unseren Onlineshop an. Das bedeutet, dass wir Waschmaschinen, die verschrottet werden würden, stattdessen zurückholen, professionell wiederaufbereiten und hygienisch reinigen, um ihnen ein zweites Leben zu schenken“, erzählt Margarete Seiser. 

Auch die anderen Marken hätten spannende Schwerpunkte geplant. „Was Produktneuheiten und Kampagnen betrifft, darf ich leider noch nicht zu viel verraten, ich verspreche aber, dass wir weiterhin mit Innovationen und Design begeistern werden. Höchste Priorität hat dabei grundsätzlich die Ausrichtung aller Aktivitäten an den Bedürfnissen der Endkunden“, so Seiser, deren Interesse an Marketing in der Jugend erwachte, als sie im Rahmen eines Nebenjobs das grundsätzliche Marketingerfolgsprinzip in der Praxis erlernte: nämlich für das Bedürfnis bzw. die Probleme der Zielgruppe die jeweils beste Gesamtlösung anzubieten und zielgruppengerecht zu kommunizieren. 

Ihr Tipp an alle Branchen-Neueinsteigerinnen: Neben einer einschlägigen Ausbildung auch Praktika absolvieren, sowie Auslandsaufenthalte, die das interkulturelle Verständnis und die Agilität fördern. Auch Unterstützung durch Mentoren zu suchen und anzunehmen, sei der Karriere förderlich. 

Zur Person

Margareta Seiser studierte Internationalen Betriebswirtschaft an der Universität Wien. Ihre Karriere startete vor mittlerweile 19 Jahren im Brand Management der Coca-Cola Company, wo sie für die strategische und operative Markenführung verantwortlich war.

In den Folgejahren entwickelte und leitete Seiser auch bei Nordsee und Unibail-Rodamco für die Shopping Center SCS und Donau Zentrum die Bereiche Marketing und PR. Später war sie Head of Marketing und Corporate Communications in der Fachhochschule Wiener Neustadt und absolvierte eine Weiterbildung im Bereich CSR. Zuletzt verantwortete sie das Marketing und die PR unter anderem für die Marken Egger Bier, Radlberger sowie Granny´s – Produkte der Egger Getränkegruppe.

Foto: Sabine Klimpt

Seit mittlerweile zehn Jahren ist sie bei der Quality Austria – nun wurden Sie Leiterin der Abteilung Marketing Communications. ABW sprach mit Marisa Offner über ihr neues Aufgabengebiet.

 

Der Bereich Marketing Communications, den ich seit Februar 2022 leite, steht mit vielen Disziplinen eng in Kontakt und gilt somit als operative Schnittstelle im Unternehmen. Zum Bereich Marketing Communications gehört unter anderem die Verantwortung über Kommunikationskanäle und -instrumente wie die Öffentlichkeitsarbeit und die Verantwortung über unser gesamtes operatives Marketing, beispielsweise unsere Website, die Social Media-Kanäle, die Drucksorten oder unseren YouTube-Kanal. Auch in der Produktentwicklung sind wir involviert und gestalten so das Leistungsangebot der Quality Austria mit. Die Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen fällt ebenfalls in das Aufgabengebiet des Marketing-Teams und wir veranstalten regelmäßige Fachevents zu Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit oder Lebensmittelsicherheit. Ganz aktuell befinden wir uns auf der Zielgeraden zu unserem jährlichen Event-Highlight, demqualityaustria Forum, welches am 16. März sowohl im Salzburg Congress als auch online stattfinden wird“, sagt Marisa Offner, der es ein persönliches Anliegen ist, die Quality Austria weiterhin als die Instanz für System-, Produkt- und Personenzertifizierungen am Markt zu platzieren, die Markenbekanntheit noch weiter auszubauen und dabei unterschiedliche Marketinginstrumente einzusetzen. „Selbstverständlich freue ich mich auch nach einer ersten Einarbeitungsphase immer mehr Fuß in meiner neuen Rolle zu fassen und gemeinsam mit meinem Team neue Ideen zu verfolgen“, so die Marketing-Spezialistin. 

Gemeinsam kreativ

An ihrem Job gefällt Marisa Offner besonders, die verschiedenen Aufgabengebiete des Marketing-Mix zu verantworten und unter einen Hut zu bringen. Gleichzeitig könne es natürlich herausfordernd sein, die vorhandenen Ressourcen bestmöglich einzusetzen – wenn beispielsweise von den vielen tollen Ideen, die im Team entwickelt würden, am Ende des Tages nur ein Teil davon umgesetzt werden könne. Damit müsse man umgehen können. 

Breite Produktpalette & umfangreiches Programm

Und welche Marketing- bzw. Kommunikationsschwerpunkte haben 2022 für die Quality Austria Priorität? „In unserem eingespielten Marketing-Team verfügen alle Mitarbeiterinnen in ihren jeweiligen Bereichen über umfassendes Know-how und Expertise. Somit können wir übers Jahr hinweg unterschiedliche thematische Schwerpunkte setzen, was bei der breiten Produktpalette, die die Quality Austria bietet, auch notwendig ist. Neben der Planung unserer Events und wiederkehrenden Projekten wie etwa unserem qualityaustria Kursprogramm widmen wir uns heuer unter anderem auch der Produktgestaltung in Anlehnung an aktuelle Themen, wie im Bereich Digitalisierung oder Kreislaufwirtschaft. Ein Augenmerk möchten wir heuer auch auf das breitgefächerte Trainingsangebot der Quality Austria legen, also auf die Ausbildungsvielfalt, die internationale Anerkennung und die vielen Angebote in den unterschiedlichsten Branchen“, so Offner, die ihren Arbeitsstil als sehr strukturiert und organisiert beschreibt. 

„Mir ist wichtig, nie das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Andererseits gehe ich aber auch gerne neue und kreative Wege mit dem im Marketing so wichtigen Blick über den Tellerrand. Das Wohl und der Zusammenhalt des Teams haben für mich auch Priorität und mir ist ein vertrauensvoller, wertschätzender Umgang untereinander bzw. zu meinem Team sehr wichtig.“ 

Leidenschaft für Marketing

Schon vor ihrer Zeit bei Quality Austria hat Marisa Offner erste Erfahrungen in der Marketing-Assistenz bei diversen Betrieben in Wien und Kärnten gesammelt und gemerkt, dass es sich bei Marketing um ein Gebiet handelt, in dem sie sich wohlfühlt. Ihr Tipp für alle junge Menschen, die gerne in der Marketing-Branche durchstarten möchten: Einfach ausprobieren. Erst durch das „Schnuppern“ in diversen Bereichen, durch Praktika und erste Praxiserfahrungen lässt sich erkennen, wofür man brennt und auch was einem mehr oder weniger liegt.  

Foto: Quality Austria

Seit 2019 ist sie Pressesprecherin von ISS Österreich, seit Jänner 2022 gehören auch die Bereiche Marketing, Presse sowie Unternehmenskommunikation zu ihrem Verantwortungsbereich.

 

In der neu geschaffenen Rolle als Head of Marketing & Communication ist sie maßgeblich für die Stärkung der Markenbekanntheit, der weiteren Professionalisierung der internen Kommunikation sowie der Social Media- und PR-Aktivitäten bei ISS Österreich verantwortlich. 

„Wir sind seit über 65 Jahren erfolgreicher Marktführer für Facility Services mit einer klaren Strategie für die Zukunft. In diesem Jahr wollen wir aktiv unsere Marktpräsenz stärken und uns über unsere Branchengrenzen hinweg als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Vertreten sind wir nicht nur in der Reinigung, sondern auch im Bereich Gebäudetechnik sowie Betriebsgastronomie. Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit den Themen Nachhaltigkeit und Diversität. 70 Prozent unserer rund 7.000 Mitarbeitenden sind Frauen, insgesamt sind mehr als 90 Nationen bei uns tätig“, so die neue Marketing-Managerin, die sich – als Unterstützer der UN Women’s Empowerment Principles – künftig noch stärker für Gender Equality, Vielfalt und Inklusion engagieren will.

In diesem Zusammenhang ist eines der Schwerpunktthemen 2022 ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und wie Frauen noch besser unterstützt und für Führungspositionen qualifiziert werden können. Für 2023 wird an einem Kinderbetreuungsangebot gearbeitet um damit die Arbeitgeberattraktivität weiter zu stärken.

Auch im Bereich der Nachhaltigkeit hat sich das Unternehmen Ziele gesetzt: Bis 2040 soll weltweit für alle Emissionskategorien (Scope 1 bis 3*) eine Netto-Null-Bilanz erreicht werden. Besonders im Bereich taste’njoy – der Betriebsgastronomiemarke – seien für 2022 zahlreiche Maßnahmen in Umsetzung: etwa die Einführung einer plant based Menülinie, Lebensmittelabfälle drastisch zu reduzieren aber auch den Co2 Fußabdruck je Speise abzubilden.

Der Reiz der Vielfalt

Die vielen Facetten von ISS Österreich, sind für Isabella Waldbauer-Schulner besonders faszinierend. „Allen voran die Themenvielfalt und die unterschiedlichen Kampagnen und Projekte, die wir laufend umsetzen können. Nach wie vor haben wir mit einem tradierten Bild zu kämpfen: ISS ist in Österreich primär als Reinigungsdienstleister bekannt. Für uns ist mehr denn je wichtig, uns nicht nur in der Branche, sondern in der breiten Gesellschaft als Marktführer für Reinigung, Gebäudetechnik und Betriebsgastronomie zu etablieren, der sowohl für Kunden als auch für (potentielle) Mitarbeiter viel zu bieten hat“, so Waldbauer-Schulner, deren Interesse für die Themen Kommunikation und Marketing bereits frühzeitig erwachte.

„In meiner Tätigkeit für eine Wiener Kommunikationsagentur konnte ich namhafte Kunden bei großen strategischen Herausforderungen begleiten – wie Neupositionierung, Krisenkommunikation oder Kulturwandel und habe hier mein Interesse für strategische Prozesse festgestellt. Als Dozentin an der FH St. Pölten gebe ich mein Wissen an Studierende weiter, lerne aber zugleich auch von ihnen. Die Offenheit und die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen bzw. eine Herausforderung aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, sehe ich als wichtige Eigenschaft jeden Kommunikators.“ Und: Aufgeschlossen für Trends und neueste Entwicklungen zu bleiben, sei gerade in ihrem Umfeld unabdingbar.

Foto: ISS Österreich

Warum Strategien für den Unternehmenserfolg wichtig sind und nur relevante, empathische Botschaften bei den Menschen ankommen, verrät Jana David-Wiedemann im ABW-Interview.

 

„In der Werbung hat sich viel getan. Ich bin heute mehr denn je davon überzeugt, dass Kreativität den Unterschied macht. Aber nicht irgendeine, sondern strategisch fundierte Kreativität“, sagt Jana David-Wiedemann auf die Frage, welchen Vermarktungsschienen die Zukunft gehöre.

Bei BBDO setze man deshalb mit vollem Bewusstsein auf Strategie: „Sie ist der Anfang aller Dinge und entscheidet, wie es weitergeht. Es geht um know-how- und toolbasierte Strategie, die Daten, Kulturen und Trends kennt und Unternehmensherausforderungen und -chancen identifiziert. Daraus ergeben sich individuelle Maßnahmen – die Möglichkeiten sind ja heute vielfältiger denn je. Altbewährtes kann Lösungen bieten, genauso wie neuere Entwicklungen wie zum Beispiel das Metaverse und damit einhergehend Augmented Reality oder Shoppable Content via Instagram oder TikTok“, so die Diplom-Psychologin, die davon überzeugt ist, dass Werbungkommunikation die Menschen auch in herausfordernden Zeiten erreichen kann – wenn sie relevant ist.

„Die Fragen, die wir uns stellen müssen, lauten: Welcher Purpose steckt hinter der Kampagne oder dem Kommunikationsanlass? Warum sollte uns jemand zuhören? Was können wir für die Menschen tun? Was bietet einen echten Mehrwert, was berührt sie zumindest? In der Kommunikation geht es heute mehr denn je um Empathie – das ist übrigens nicht nur der Fall, wenn wir Krisenzeiten durchleben. Viel mehr ist das unsere tägliche Handlungsmaxime. Wenn wir nichts Sinnstiftendes zu sagen haben, sollten wir lieber schweigen“, sagt die Präsidentin von Strategie Austria.

Darauf sollten Unternehmen achten

Die Menschen seien anspruchsvoller geworden und würden sich Qualität und guten Content erwarten. Das ungeschriebene Regelwerk nehme zu – die Tonalität verändere sich, Schwarz-Weiß-Denken und Lagerbildungen würden sich intensivieren – Punkte, die Unternehmen berücksichtigen sollten, um erfolgreich zu bleiben, meint die gebürtige Berlinerin.

„Aus meiner Perspektive als Kommunikatorin und Psychologin räume ich zudem der internen Kommunikation einen großen Stellenwert ein. In einer unsicheren Wirtschaftslage sollten Unternehmen besonders darauf achten, ein Verständnis für Konsumenten aber auch ihre Mitarbeiter als Menschen zu haben. Der vielgenannte „War of Talents“ ist Realität. Nach außen hin kommt es darauf an, relevante Themen zu kommunizieren: Unternehmen sollten über etwas sprechen, was den Menschen wichtig und wertvoll ist. Gesellschaftliche Themen wie Frauenkarrieren und Bildung, Umweltthemen, soziale Aspekte – das sind Themen, die berühren und somit auf der Agenda vieler Unternehmen nach oben rücken müssen. Und: Kreativität und Ideen müssen immer Spannung erzeugen – als Antwort auf die zunehmende Resignation. Ob mittels Humor oder einem emotionalen Spin: Die Botschaft muss bedeutsam sein, die Tonalität einladend.“

Einen neuen Spirit entfachen
Und was hat die Agentur-Managerin dieses Jahr geplant? „Werbung heute kann so viel mehr. Bei Markenkommunikation geht es nach wie vor um das „Ich möchte als Brand gesehen werden“ – es muss jedoch mit dem „Berühren durch Purpose und authentischem Erlebnis“ im Einklang stehen. Auch widmen wir uns nach wie vor unserer Neupositionierung als BBDO Group. Damit verändern wir nicht nur unseren Auftritt und unsere Firmierung: Wir definieren auch neu, wie künftig gearbeitet wird. Recruiting und Mitarbeiterbindung sind hochrelevante Themen. Es gilt jetzt, die Faszination von Kommunikation und Werbung wieder zu steigern. Wir wollen insbesondere bei Young Potentials die Lust auf kreatives Arbeiten erzeugen, und ihnen ein Arbeitsumfeld bieten, in dem sie sich entfalten können. Gemeinsam mit unserem 70-köpfigen Team möchten wir einen neuen Spirit entfachen – nach vielen Monaten im Home Office. Und auch wichtig für 2022: Wir wollen mit unseren Kunden Freude an unserer Arbeit haben“, so David-Wiedemann, die auch in schwierigen Zeiten stets zuversichtlich bleibt.

Es gelinge ihr, in dem sie nach vorne schaue, auch wenn es noch so schwierig sei. „Der Blick voraus – auf neue Möglichkeiten und Chancen – hilft uns dabei, uns zu entwickeln und voranzukommen. In Schockstarre zu verfallen, entspricht mir gar nicht, denn irgendwo wird man immer etwas Sinnvolles beitragen können. In der Kommunikation können wir so viel erreichen: Klarheit schaffen, Fakten aufzeigen, Zeichen setzen, Emotionen auslösen.“

Über BBDO Wien

BBDO Wien gehört neben DDB Wien und Team X Wien zu den drei Agentur-Marken unter dem Dach der BBDO Group Kreativagenturen GmbH und ist seit vielen Jahren eine der führenden Agenturen am österreichischen Kommunikationsmarkt. Die Geschäftsführung der Agentur hat Strategie-Expertin Jana David-Wiedemann inne, gemeinsam mit Thomas Tatzl und Andreas Spielvogel.

In ihrer Arbeit für ein diverses Kundenportfolio setzt die mehrfach ausgezeichnete Agentur auf strategische Markenführung und Positionierung, kreative Umsetzungen und smarte digitale Lösungen. BBDO Wien steht dabei insbesondere für die Integration von Strategie und Empathie in der Beratung. Auch punktet die Agentur mit einem starken Planning-Team, das sich mit Konsumentenverhalten, Zukunftstrends oder den Marktbedingungen intensiv beschäftigt. 

Foto: BBDO Wien

Auszeichnungen, Lob und Anerkennung von Kunden und Branchenkollegen – Himmelhoch überzeugt seit 2007 mit eindrucksvollen Leistungen. Ein ABW-Interview mit Agenturgründerin Eva Mandl.

 

Dieses Jahr feiert Ihre Agentur 15. Geburtstag – was ist diesbezüglich geplant?
Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Wir blicken auf 15 intensive Jahre zurück und freuen uns auf viele weitere. Wir werden agenturintern gemeinsam ein wenig feiern, obwohl in der Ukraine der Krieg tobt und Covid uns immer noch fest im Griff hält. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, werden wir uns Zeit nehmen und miteinander auf 15 erfolgreiche Jahre anstoßen.

Hochgelobt und vielfach ausgezeichnet – was ist das Erfolgsgeheimnis von Himmelhoch?
Unsere Erfolgsformel lautet E = L x K2 (Erfolg = Leistung x Kommunikation2). Dazu kommt, dass wir als einzige PR-Agentur in Österreich schon seit Jahren ISO 9001-zertifiziert sind, um bestmögliche Qualität sicherzustellen. Das wichtigste ist dabei, dass wir mit Herzblut an unsere Projekte herangehen und täglich Begeisterung und Freude haben, bei dem was wir tun. Das ist natürlich nur möglich, wenn sowohl alle Himmelhoch Mitarbeiter fachlich und menschlich zu den Besten zählen, als auch unsere Kunden innovativ, nachhaltig und auch manchmal mutig sind.

Zwei Jahre Corona, jetzt Krieg mitten in Europa – wie motivieren Sie Ihre Kunden und sich selbst?
Das sind zwei unterschiedliche Dinge. 

Erstens Corona: Wir haben Corona von Anfang an als eine Gelegenheit für proaktive und informative PR gesehen. Gerade in der Krise ist Kommunikation essenziell wichtig. Mitarbeiter, Stakeholder, Lieferanten und Kunden müssen kontinuierlich, aufrichtig und zielgenau informiert werden, damit das Vertrauen nicht nur erhalten, sondern auch gestärkt wird. Dazu kommt die Chance, innovative, digitale Kommunikationskanäle zu entwickeln, bzw. auszubauen. Denken Sie nur an hybride Events, Online-Konferenzen und Homeworking. Vieles, entstanden in der Krise, wird danach bleiben.
 
Zweitens Russland/Ukraine: Das ist ein extrem trauriges Thema, weil wir PR-technisch meistens nichts oder nur wenig tun können. Wir alle sind entsetzt über diesen völkerrechtswidrigen Überfall der russischen Föderation auf ein unabhängiges und freies Land. Grundsätzlich sind wir alle aufgefordert mitzuhelfen, Fake-News zu vermeiden. Aber auch bestehende und neue Kundenbeziehungen werden von uns dahingehend gescreent, ob nicht direkt oder indirekt der russische Angriffskrieg unterstützt wird. Zusammenarbeit und Kooperationen mit russischen Unternehmen oder Organisationen, auch wenn sie noch so lukrativ wären, kommen für uns derzeit nicht in Frage.

Ihre Agentur bietet ein breites Leistungsspektrum – welche Angebote wurden von den Kunden in den vergangenen beiden Jahren besonders gerne in Anspruch genommen?
Der Fokus unserer Kunden lag eindeutig auf PR und Social Media. Dazu gehören die klassische Medienarbeit wie Presseaussendungen, Interviews und hybride Pressekonferenzen. Auch viele Redaktionstouren haben wir, natürlich unter Einhaltung aller Covid-Bestimmungen, durchgeführt. Physische Events fanden leider kaum statt.

Ihre Pläne und Ziele für 2022?
Die Praxis zeigt, dass PR im der Kommunikation immer wichtiger wird – wir sind überzeugt, dass PR DIE Zukunftsdisziplin ist. Mit hochwertigem Content und einer smarten Strategie generieren Unternehmen hohe Reichweiten. Wichtig dabei ist die Kombination von Paid-, Earned-, Shared- und Owned-Media. Deshalb steht die möglichst perfekte Symbiose dieser Disziplinen bei uns im Fokus.
 
Wir sind außerdem gerade intensiv dabei, unsere Digital Unit auszubauen, weil dafür naturgemäß große Nachfrage herrscht, die noch weiter steigen wird. Wir werden uns im heurigen Jahr in der digitalen Kommunikation personell und organisatorisch stark weiterentwickeln.
 
Priorität hat generell, dass wir immer mehr Spezialisten in verschiedenen Bereichen aufnehmen, da Allrounder*innen die gestiegenen Anforderungen nicht mehr ausreichend abdecken können. Wichtig dabei ist, dass wir bei Neueinstellungen auch viel Wert darauf legen, die Integration der Neuen in das bestehende Himmelhoch-Team zu gewährleisten, damit alle Kräfte gebündelt und synchronisiert werden, um unseren Kunden die besten Ergebnisse liefern zu können.

Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Wir blicken auf 15 intensive Jahre zurück und freuen uns auf viele weitere. Wir werden agenturintern gemeinsam ein wenig feiern, obwohl in der Ukraine der Krieg tobt und Covid uns immer noch fest im Griff hält. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, werden wir uns Zeit nehmen und miteinander auf 15 erfolgreiche Jahre anstoßen.

Foto: Himmelhoch

Sie kann auf zehn Jahre Berufserfahrung im PR-Bereich zurückblicken, seit Sommer des Vorjahres verstärkt sie als Managerin das Team von gurkerl.at. Ihr Credo: Gut gibt´s nicht, es geht immer besser.

 

Welche Bereiche umfasst lhr Aufgabengebiet bei gurkerI.at?

Mein Verantwortungsbereich umfasst die strategische Gestaltung und operative Umsetzung der gesamten PR-Aktivitäten von gurkerl.at. Dies betrifft die Jahresplanung der Presse- und Kommunikationsschwerpunkte des Unternehmens und deren komplette Umsetzung.

Weiters zählen die strategische PR- Abstimmung mit der gesamten Rohlik-Gruppe, die interne Kommunikation mit den über 900 Mitarbeitern von gurkerI.at, der kontinuierliche Austausch mit allen Medienvertretern und den damit verbundenen Tätigkeiten wie etwa dem Verfassen von Presseinformationen und der Organisation von Interviews, die Betreuung des unternehmenseigenen Linkedln-Accounts und die Organisation der Teilnahme an Branchenveranstaltungen, unter anderem zu meiner Agenda.

Seit August des Vorjahres sind Sie PR-Managerin bei gurkerI.at - was fasziniert Sie besonders an lhrer neuen Tätigkeit?

Die größte Faszination liegt für mich darin, die PR-Strategie von gurkerI.at entsprechend unserem steilen Wachstumskurs und dem damit verbundenen hohen Arbeitstempo laufend flexibel und kurzfristig anzupassen. Wir hinterfragen uns ständig selbst und möchten uns laufend verbessern. Gut gibt’s nicht, denn es geht immer noch  besser. Höchster Kundenservice ist unsere Leidenschaft und wir nehmen unsere Beschreibung „Österreichs innovativster Online-Supermarkt“ wortwörtlich.

Worauf kommt es  bei  der  erfolgreichen Vermarktung eines Online-Supermarktes an?

Der Einkauf im stationären Supermarkt ist ein seit Generationen gelerntes Verhalten. Unsere Aufgabe ist es, Konsumenten dazu zu bringen, Neues auszuprobieren und offen uns gegenüber zu sein. Unser Ziel ist es, die Erwartungen unserer Kunden bei jeder Bestellung zu übertreffen und ein noch nie dagewesenes und einzigartiges Einkaufserlebnis für sie zu schaffen - der ganzen Customer Journey entlang. Wir möchten eine langfristige, vertrauensvolle Beziehung mit unseren Kunden aufbauen. 

Welche Variante des Vermarktungsjobs gefällt lhnen besser:  Auf Kunden- oder Agenturseite?

Beide „Ufer des Kommunikationsflusses“ haben Vorteile. Ich möchte mich daher nicht festlegen. Unternehmensseitig sind die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten größer und die Kommunikation erfolgt oft effizienter, da man direkt „an der Ouelle“ sitzt. Agenturseitig ist der Mix an Themen und Aufgaben reizvoll, der sich durch das diverse Kundenportfolio ergibt.

Welche werblichen Aktivitäten sind seitens gurkerI.at dieses Jahr geplant?

Unser werblicher Fokus liegt weiterhin im digitalen Bereich mit einigen High-Impact Ideen. Teilweise werden wir diese auch in der analogen Welt involvieren. Wir möchten unser Einkaufserlebnis noch persönlicher gestalten und unseren einzigartigen Service noch sichtbarer machen. Außerdem werden wir unsere Partnerschaften mit regionalen Lieferanten forcieren und diese vor den Vorhang holen.

Abschließend Ihr persönliches Rezept, um beruflich erfolgreich zu sein?

Ein ausgeglichenes und erfüllendes Privatleben, denn ohne innere Balance geht einem beruflich irgendwann die Luft aus.

Foto: Philipp Lipiarski

1999 startete die ORF-Karriere von Petra Höfer. Sie ist bestens vertraut mit dem linearen Fernsehen und gilt als Digitalpionierin der ersten Stunden.

 

Seit dem Vorjahr ist sie Leiterin der Stabstelle On-Demand Dienste. Ein Blick zurück auf die letzten 23 Jahre zeigt: Was die Managerin umsetzt, wird garantiert zum Erfolg.

Petra Höfers Gegenwart ist die Zukunft. Aufgewachsen mit Röhrenfernseher, Vierteltelefon und Kassettenrekorder steuert die erfahrene Managerin heute die Stabstelle On-Demand Dienste des ORF und zeichnet verantwortlich für die Streaming-Plattformen Flimmit und myfidelio. Überaus erfolgreich, wie die jüngsten Ergebnisse eindrucksvoll belegen.

Die Zahl der Abonnenten stieg innerhalb nur eines Jahres um sagenhafte 700 Prozent, die Film- und Musik-Highlights sorgen für Begeisterung. Wie macht das Petra Höfer? Was ist das Geheimnis ihres Erfolges? Wir haben uns auf Spurensuche begeben.

Überzeugend und erfolgreich

Vor mittlerweile 22 Jahren startete die WU-Absolventin nach einem Marketingjob in der Business-Metropole London beim ORF und bewies innerhalb weniger Monate, was mit den Zutaten Kreativität, Köpfchen und Leidenschaft möglich ist: Sie etablierte das bis heute beliebte Kulturevent „Lange Nacht der Museen“ in ganz Österreich mit über 100 Kulturpartnern - nicht zuletzt dank guter Überzeugungskraft, die sie direkt zur Vermarktung der linearen ORF-Programme brachte.

Es folgten acht lehrreiche Jahre, ehe sie 2007 die ORF-Projektleitung der „Austria Video Plattform“, dem ersten digitalen Kooperationsprojekt zwischen ORF und privaten Medienhäusern, übernahm. Die Mischung aus Kreativität und exakter Finanzplanung mache ihr besondere Freude, betont Petra Höfer, und motiviert sie zu Höchstleistungen. 2008 wird sie zur Onlinerin des Jahres gewählt, zehn                        

Millionen Euro Budget wurden von ihr in diesem Bereich verwaltet. Die erfolgreiche Marketing-Managerin übernimmt nur ein Jahr später die finanzielle Steuerung und den Markenaufbau der ORF-TVthek, auch in den Vorstand des Fachverbandes für Online-Werbung (IAB) wird sie gewählt. 

Als Kapitänin hat sie den Kurs auf Erfolg eingeschlagen, damit der Weg zum Ziel führt, kann sie sich auf eine Crew verlassen, die jeden Handgriff perfekt beherrscht. Von ihren Mitarbeitern wird Höfer wegen ihrer Offenheit und Transparenz geschätzt, sie gilt als teamorientiert und äußerst kooperativ. Jede Stimme zählt, auch wenn es am Schluss nur eine Entscheidung geben kann.

Markenbekanntheit gesteigert & sensationelle Zahlen

Und wieder ist auf Petra Höfer Verlass. 2017 kann sie erneut sensationelle Zahlen vorweisen: Die Markenbekanntheit der ORF-TVthek hat sich unter ihrer Verantwortung auf über 70 Prozent gesteigert. Mittlerweile zählt sie zu den Digitalpionierinnen am Küniglberg und verfügt über ein großes Netzwerk in der Medien- und Digitalbranche.

Kontakte, die ihr auch bei der Akquisition neuer institutioneller Partner für die Jugendnothilfe „Rat auf Draht“ und die Klassikplattform „myfidelio“ hilfreich sind. 2019 erhält die gebürtige Oberösterreicherin die nächste Auszeichnung: Den Staatspreis Marketing für myfidelio. Nur ein Jahr später erfolgt der von ihr geplante Relaunch der Streaming-Plattform Flimmit, dank welchem die Abo-Zahlen bis heute sprunghaft wachsen. Im Vorjahr wird Höfer dann Aufsichtsrätin der GIS und zur Gesamtverantwortlichen für die Plattformen Flimmit und myfidelio im ORF und weiterer Digitalprojekte, wie etwa das Strategieprojekt LOGIN, ernannt.  

Programmversprechen gehalten

Trotz Corona und strenger Home-Office-Regelungen wird mit Elan an der weiteren Erfolgsgeschichte der Streamingangebote gearbeitet. „Mitbewerber wie Netflix oder Amazon mögen zwar größer sein, dennoch bemühen wir uns täglich, auf Augenhöhe zu bleiben“, so Höfer.

Technisch sei man auf dem neuesten Stand, die Plattformen äußerst benutzerfreundlich. Im Contentbereich gäbe es keine Minute Stillstand – konsequent wird an Neuheiten gearbeitet, mit Bedacht auf das sich verändernde Nutzerverhalten. Ein Paradigmenwechsel sei zu beobachten, so die gebürtige Oberösterreicherin. Immer mehr Menschen würden die ORF-Streamingangebote auf mobilen Endgeräten – Smartphones und Tablets – nutzen und nur im Falle eines gemeinsamen Filmeabends oder Operngenusses auf große TV-Bildschirme streamen.

Das Programmversprechen Kultur-Höhepunkte sowie österreichischen Film, österreichische Serien und heimische Lieblinge zu den Menschen nach Hause zu bringen, ist voll aufgegangen. Nicht zuletzt deshalb, weil Petra Höfer mit ihren Teams nicht viel Zeit zwischen Planung und Umsetzung vergeudet. 

Quotenbringer ohne Ende

Der März steht derzeit mit drei Schwerpunkten ganz im Zeichen starker Frauenpersönlichkeiten vor und hinter der Kamera. Für das engagierte Projekt, ein „Flimmit-Original“, konnte Petra Höfer niemand geringeren als die Präsidentin der Akademie des Österreichischen Filmes, Verena Altenberger, gewinnen.

Ab 23. März wird der Geburtstag des Erfolgsregisseurs Michael Haneke auf Flimmit gefeiert. Eine entsprechende Filmkollektion wurde eingekauft und ist für zwei Monate abrufbar. Der April wiederum steht ganz im Zeichen der Diagonale, dem größten Festival des heimischen Films. Und auch mit dem Österreichischen Filminstitut wird es eine Zusammenarbeit geben. Das große Potential junger heimischer Filmemacher, die von den coronabedingten Massnahmen besonders hart getroffen wurden, wird den Flimmit-Fans vorgestellt werden. 

Die erfolgreiche ORF-Digital-Managerin, so viel ist sicher, hat noch unzählige Ideen und freut sich jeden Tag darüber, dass sie die Zukunft des Fernsehens massgeblich mitgestalten darf.        

Foto: ORF

Im Sommer des Vorjahres wurde die WKÖ-Vizepräsidentin als Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft bestätigt. 

 

Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und eine Herzensanliegen für Martha Schultz sich – gemeinsam mit ihrem Team – für die Interessen der rund 130.000 Unternehmerinnen und Frauen in der Wirtschaft einzusetzen. „Gerade jetzt, in besonders herausfordernden Zeiten, beweisen unsere Unternehmerinnen einmal mehr, was sie tagtäglich leisten. Sie trotzen der Krise, finden Lösungen und antworten mit neuen, flexiblen und innovativen unternehmerischen Ideen“, so die WKÖ-Vizepräsidentin.

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung 

Die Pandemie, davon ist die Unternehmerin überzeugt, werde uns leider noch länger begleiten. Dementsprechend brauche es für die Betriebe dringend ein vorausschauendes Krisenmanagement, um zumindest Planungssicherheit zu gewährleisten. Es dürfe zu keinen weiteren Lockdowns mehr kommen! Außerdem sei eine konsequente Umsetzung der Steuerreform notwendig.

„Für die Wirtschaft sind hier drei Punkte von zentraler Bedeutung: den Standort zu stärken, die Betriebe zu entlasten und Ökologisierung mit Hausverstand umzusetzen. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist und bleibt ein brennendes Thema. Hier setze ich mich seit Langem für einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung in ganz Österreich – ganztägig, qualitätsvoll und leistbar – ein. Damit verbunden einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag bis zum 14. Lebensjahr“, so Schultz. 

Starke Interessensvertretung 

Ihr Tipp für Frauen, die den Sprung in die Selbständigkeit wagen möchten: „Trauen Sie sich und setzen Sie Ihre Idee um. Sie sind in bester Gesellschaft: Fast jedes zweite Unternehmen in Österreich wird von einer Frau gegründet. Klar ist: Um unternehmerisches Potenzial auch entfalten zu können, braucht es eine starke Interessenvertretung, kompetentes Service und ein attraktives Netzwerk“, sagt Martha Schultz.

Die Wirtschaftskammer stünde hier – mit dem Gründerservice, der „Jungen Wirtschaft“ und „Frau in der Wirtschaft“ – als starke Partnerin zur Seite. Beim Schritt in die Selbständigkeit würden zudem die rund 90 Gründerservice-Stellen in ganz Österreich hilfreich sein. 

So viele Impfungen wie möglich 

Ihre Wünsche für dieses Jahr? „Ich wünsche mir, dass wir so rasch als möglich das momentan dramatische Infektionsgeschehen in den Griff bekommen und dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen. Denn die Impfung ist der wichtigste Hebel im Kampf gegen die Pandemie. Wenn uns das gelingt, blicke ich – trotz fordernder Rahmenbedingungen – optimistisch in die Zukunft.“

Foto: Inge Prader

In ihrer Familie wurde oft über politische Themen diskutiert. Das hat sie geprägt und zu einer kleinen Revoluzzerin gemacht.  Das Feuer entfacht schließlich Matthias Strolz mit seinem Politikverständnis. 

 

Wir haben uns zu einem Zeitpunkt getroffen, an dem ich echt erschüttert war, wie wenig das alte politische System an morgen denkt. Seit dem Gründungstag von NEOS war ich dann über fünf Jahre mit voller Leidenschaft ehrenamtlich beim Aufbau unseres Polit-Start-Ups mit dabei. Bis ich mich dann vor der letzten NÖ-Landtagswahl dazu entschieden habe, selbst aktiv in den politischen Ring zu steigen“, so die Betriebwirtin und Mutter zweier Kinder.  

Alte Parteien machen uralte Politik

„Mein Fokus liegt natürlich auf Niederösterreich, wo alte Parteien uralte Politik machen, Lösungen für die Zukunft aber fehlen. Mir liegen die besten Chancen für alle unsere Kinder durch Bildung ebenso am Herzen wie das wohl brennendste Thema der Jungen – der Klimaschutz. Und auch was die Entfaltung von Unternehmertum anbelangt sehe ich großen Handlungsbedarf, denn gerade unsere Klein- und Mittelbetriebe sind der Garant für Wohlstand und Arbeitsplätze. Was ich wirklich schmerzlich vermisse, ist eine Politik, die die besten Lösungen für die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Stattdessen geht es oftmals um den eigenen Machterhalt und um die eigene Familie“, kritisiert Collini, die sich Politiker wünscht, die alle Aufträge ernst nehmen, die sie durch die Bürger bekommen haben.

Es dürfe nicht nur geredet, sondern müsse angepackt werden. Gut sei auch Expertise von außen. „Ich selbst bin eine Quereinsteigerin, war vorher lange in der freien Wirtschaft und habe auch ein Unternehmen aufgebaut. Ich kenne deshalb die echten Sorgen und Probleme der Menschen. Das etablierte System hat leider schon lange die Bodenhaftung verloren, die politische Aufgabe wird zum Selbstzweck und es geht nicht mehr um die Menschen“, so die gebürtige Vorarlbergerin. 

 

Politiker müssen Vorbilder sein

Um die Menschen wieder zu gewinnen, müsse endlich eine Politik mit Anstand gemacht und mit der Freunderlwirtschaft aufgehört werden. Transparenz sie hier ein Schlüssel. Politiker müssten Verantwortung für ihr Tun übernehmen. „Sie sind in gewisser Weise auch Vorbilder, darum finde ich es äußerst bedenklich, wie selbstverständlich in Österreich Anklagebank und Regierungsbank zusammengehen.

Und es braucht eine große Portion Ehrlichkeit. Wenn wir so weitertun wie bislang, werden wir die Klimaziele nicht erreichen und mit Strafzahlungen in Milliardenhöhe konfrontiert“, warnt die Abgeordnete, die sich bereits heute Politik für die Welt von morgen wünscht. Für die Jungen und für die Kindeskinder. Alle Kinder sollten zudem die Chance haben, die für sie passende Bildung zu bekommen und so ihre Talente zu entfalten. Denn das sei der Schlüssel für ein gelingendes, selbstbestimmtes und somit glückliches Leben. 

Foto: Karl Stadler

Warum der klassische 9-to-5-Job heute nicht mehr der Realität vieler Wienerinnen entspricht, weiß Elisabeth Hakel.

 

„Der klassische 9-to-5-Job entspricht heute nicht mehr der Realität vieler Wienerinnen. Viele sind selbstständig, arbeiten im Schichtbetrieb, arbeiten in der Nachtschicht oder haben Spätdienste bzw. 10- bis 12 Stunden Tage. Wenn die Kinderbetreuungseinrichtungen hier nicht mitgehen, geht dies zu Lasten der Frauen, der Wirtschaft und vor allem der Kinder“, so die Landesdirektorin des SWV WIEN Elisabeth Hakel am heutigen Weltfrauentag.

Einmal mehr wird es Zeit, dass wir uns an den skandinavischen Ländern ein Vorbild nehmen. Das fängt bei der Bezahlung von Pädagoginnen und Pädagogen an, geht über die Ausstattung von Kindergärten und Schulen – Stichwort Digitalisierung und schließt das wichtige Thema der Betreuungszeiten mit ein. 

100.000 Selbstständige massiv benachteiligt

„Besonders hart trifft es die Selbstständigen. In Wien gibt es rund 100.000 Frauen, die selbstständig erwerbstätig sind. Das ist rund die Hälfte aller Selbstständigen in dieser Stadt. Trotzdem ist eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie für selbstständige Frauen oft ein unlösbares Problem bzw. ein ständiges Balancieren zwischen dem Kampf um den nächsten Kundenauftrag und der nicht ausreichend vorhandenen Kinderbetreuung. Die Betreuungszeiten müssen den Arbeitszeiten angepasst werden“, fordert Hakel. 
Nicht vergessen ist die Sabotage der Kurz-ÖVP im Jahr 2016, die damit zusätzliche 1,2 Milliarden Euro für eine bessere Kinderbetreuung verhindert hat.

Kinderbetreuung kein reines Frauenthema

In Österreich sind mit 49% fast die Hälfte aller Frauen in Teilzeit. Daraus resultieren für Frauen Gehaltseinbußen und geringere Pensionen. Ein wichtiger Schritt in Richtung "Female Empowerment", also der Selbstermächtigung und Stärkung der Chancengleichheit von Frauen, ist der Ausbau der Kinderbetreuung und ein Rechtsanspruch bis zum Ende der Schulpflicht. 

Trotzdem stellt Hakel fest: „Kinderbetreuung ist kein reines Frauenthema! Auch Männer mit Betreuungspflichten sind auf offene Betreuungseinrichtungen angewiesen.“

Für Wien dürfen die Bundesländer kein Maßstab sein

In Wien leben insgesamt 481.500 Familien, davon 170.500 mit Kindern unter 15 Jahren. Die Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Bezahlbarkeit hochwertiger Betreuungseinrichtungen für Kinder ist daher ein Schlüsselfaktor, um am Erwerbsleben teilnehmen zu können. „Als Interessenvertretung der Unternehmerinnen und Unternehmen fordern wir den Rechtsanspruch auf kostenlose Kinderbetreuung bis zum Ende der Schulpflicht.

Zudem müssen die Betreuungslücken in den Ferien & an Fenstertagen geschlossen werden“, fordert Marcus Arige, Präsident des SWV WIEN.

Foto: Vicky Posch

Mit acht Jahren schrieb sie einen Beschwerdebrief an den Landeshauptmann wegen der schlechten Luft in Linz. Mit 13 sammelte sie Geld für den „Regenwald der Österreicher“.

 

Mit 16 organisierte sie Schüler-Busreisen, um vor dem AKW Temelin zu demonstrieren. Mit 18 war sie auf der Welternährungskonferenz als Journalismus-Praktikantin. An der Politik führte also kein Weg vorbei.

„Jedes Lebewesen braucht ihm eigene ökologische Rahmenbedingungen. Auch für Menschen und deren Gemeinschaft gäbe es eine Art „Ökologie“: „Der Mensch braucht ein Umfeld, indem er sich entfalten kann. Beste Rahmenbedingungen schon in der Kindheit, Chancen, Bildung, Infrastruktur. Der Mensch braucht Freiheit, Menschenrechte, Familie – Zeit mit- und füreinander anstatt nur im Hamsterrad zu rennen – und ein gerechtes Steuersystem, das ausreichend Spielraum lässt, das eigene Leben selbst gestalten zu können. Dafür setze ich mich ein“, so Gudrun Kugler, die meint, Politiker müssten selbst kein Lexikon sein, aber komplexe Themen verstehen und Prozesse moderieren können. Dazu brauche es außerdem einen guten Draht zu allen beteiligten Stakeholdern. Unerlässlich seien Ausdauer und Biss – denn an manchen Themen müsse man sehr lange dranbleiben. 

Schwierige Themen beherzter angehen

„Politik ist ein schöner, herausfordernder Beruf und die allermeisten üben ihn mit großem Engagement und Liebe zum Menschen aus“, sagt die Abgeordnete, die auf Authentizität schwört und überzeugt davon ist, dass man als Politiker für Ideale eintreten und auch mal Fehler eingestehen müsse. „Außerdem sollten wir manchmal unpopuläre und schwierige Themen beherzter angehen, wenn sie wichtig sind und dabei weniger an die nächste Wahl denken. Wir müssen darauf achten, im Wettbewerb der Ideen immer sachlich und mit Respekt vor Andersdenkenden zu bleiben“, sagt die Theologin und Juristin.

Die Meinungsfreiheit schützen 

Die großen Themen der nächsten Jahre seien nicht nur Corona und Klima, sondern auch demographische Fragen und die damit einhergehenden Lebensumstände für Familien. Kinderwunsch und seine Realisierung würden auseinanderklaffen.“ Jedes Kind soll willkommen sein! Derzeit arbeiten wir an einer Regelung zum assistierten Suizid. Das besorgt mich sehr – ich wünsche mir ein restriktives Gesetz und wirksame Präventionsmaßnahmen.

Geopolitisch besorgt mich unter anderem der Vormarsch Chinas. In Zeiten von Cancel Culture müssen wir besonders wieder die Meinungsfreiheit schützen“, so die bekennende Christin und Initiatorin der ersten katholischen Heiratsplattform im deutschsprachigen Internet.

Foto: photonews.at/Georges Schneider

Als Volksschullehrerin hat sie tagtäglich miterlebt, was im Schulsystem falsch läuft. Dagegen wollte sie etwas unternehmen und wurde politisch aktiv. Heute setzt sie sich für Menschen mit Behinderung ein.

 

Aktuell arbeite ich für Menschen mit Behinderungen und sehe den akutesten Handlungsbedarf darin, in Österreich in einer inklusiven Gesellschaft zu leben. Ich will einfach nicht akzeptieren, dass Menschen mit Behinderungen ihr Leben nicht selbstbestimmt leben können und tagein tagaus immer zu Bittstellern gemacht werden. Mein Ansatz ist, dass ich, sollte ich morgen mit einer Behinderung leben müssen, so gut wie möglich mein Leben weiterleben kann und nicht auf die Barmherzigkeit von anderen angewiesen bin. Und das will ich für alle Menschen mit Behinderungen erreichen“, so Fiona Fiedler, die folgende wichtige Eigenschaften bei vorbildlichen Politikern voraussetzt: Wichtig ist es, sich selbst treu zu bleiben und nicht einer Machtposition nachzueifern, sondern sich für die Menschen in unserem Land einzusetzen, denn wir sind Volksvertreter. Dafür wurden wir gewählt und das sollte man nicht aus den Augen verlieren.“

Um der um sich greifenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken, müsse ordentliche, anständige Politik gemacht werden. Mit den Menschen müsse gesprochen, ihnen zugehört und auf ihre Wünsche eingegangen werden, meint Fiedler, die sich wünscht, dass Österreich endlich inklusiv lebt und alle Menschen am gemeinsamen selbstbestimmten Leben teilhaben sollen.

Foto: NEOS

Sie ist selbständige Finanzkommunikationsberaterin und war Mitglied des PRVA-Vorstands von 2011-2017, im Vorjahr wurde sie Geschäftsführerin des Wissenschaftlichen Senats des PRVA.

 


Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihr neues Aufgabengebiet?

Mit meiner Finanzkommunikationsagentur UKcom Finance GmbH betreue ich österreichische Unternehmen am Kapitalmarkt in der Kommunikation zu Ihren Investoren. Meine Ansprechpersonen auf Unternehmensseite sind in diesem Bereich Vorstände und IR-Manager.

Vom Börsegang bis hin zu Kapitalerhöhungen und der Regelpublizität biete ich gemeinsam mit strategischen Agenturpartnern das gesamte Spektrum der Kapitalmarktkommunikation ab. Das Feld ist sehr spezifisch und die Stakeholdergruppen sind Investoren, Analysten, Rating-Agenturen, die regulierenden Behörden sowie die die Finanzmedien. Zusätzlich bin ich noch an drei Fachhochschulen als externe Lektorin tätig, bin Vorstandsmitglied einer Familienprivatstiftung und führe seit Mai dieses Jahres ehrenamtlich die Geschäfte des Wissenschaftlichen Senats des PRVA.

Sie sind seit Kurzem Geschäftsführerin des Wissenschaftlichen Senats des PRVA – Ihr bisheriges Résumé?

Der Vernetzung von Wissenschaft und Praxis nimmt eine zentrale Rolle ein – egal ob in der PR oder in anderen Branchen und Segmenten. So kann die Wissenschaft ohne die Praxis nicht forschen und sich die Praxis ohne die Wissenschaft nicht fundamental und strategisch weiterentwickeln.

Mit dem Wissenschaftlichen Senat des PRVA wollen wir diese Brücke im PR-Bereich bauen und die Praktiker eng mit der Wissenschaft verbinden. Bereits gelungen ist es meiner Vorgängerin Dr. Ingrid Vogl, dass beinahe alle österreichischen PR- und Kommunikationsinstitute über unseren Think Tank mit im Boot sind und sich untereinander austauschen.

Der Franz Bogner Wissenschaftspreis für PR zeichnet auch die besten wissenschaftlichen PR-Arbeiten in Österreich aus und stellt die ausgezeichneten Studierenden vor den Vorhang. Was uns jedoch noch fehlt, sind mehr Senatoren, die wir aus der Praxis auf CEO und Kommunikationsleiterebene gewinnen wollen, die die Plattform des Wissenschaftlichen Senats als ihr Tor zur Wissenschaft nutzen und sich hier Trends und aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse abholen. Daran arbeite ich gerade mit einem kleinen Kernteam.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrer Tätigkeit?

Am meisten fasziniert mich an meiner Arbeit, dass sie so vielfältig und abwechslungsreich ist. Kein Tag ist wie der andere und in der Früh weiß ich oft noch nicht, was alles auf mich zukommt. Die Ergebnisse der Investor Relationsberatung lassen sich über die Monate und Jahre gut im steigenden Aktienkurs und höheren Marktkapitalisierung ablesen.

Damit ist die Börse ein klares Spiegelbild von klarer Investorenkommunikation. Weiters finde ich an meinem Aufgabengebiet besonders wertvoll, dass ich mit sehr vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten zu tun habe. Den Austausch mit den Studierenden schätze zusätzlich sehr.

Diese Vielfältigkeit inspiriert mich und ich entdecke für mich immer wieder neue Vorbilder. Das Dreieck Kommunikationsarbeit – Investor Relationsarbeit – Wissenschafts-PR bildet für mich das große Ganze. 

Welche Herausforderungen haben für Sie in den kommenden Jahren Priorität? 

Wie auch die großen Konzerne und Industrieunternehmen steht auch die IR und PR-Branche vor dem großen Thema des Vorantreibens und Voranschreitens der Digitalisierung. In diesem Zusammenhang wird es in den nächsten Jahren große Veränderungen geben, die mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz auch zur weiteren automatisierten Erstellung von Inhalten und Publikationen führen wird.

Weiters ist die Kommunikationsbranche gesamt auch stark gefordert, dem Thema Nachhaltigkeit einen Fokus zu geben. Ob in der integrierten Unternehmenskommunikation oder in der Investor Relations Arbeit: Das Thema Nachhaltigkeit wird uns jeden Tag treiben und wir sind gefordert, die strategischen Ansätze des TOP-Managements sowie die operative Umsetzung einzelner Maßnahmen in die Kommunikationsarbeit aufzunehmen und mit der richtigen Vision, Positionierung und den richtigen Botschaften die Wachstums-Story der Unternehmen zu untermauern! Bei dieser Themensetzung kann uns die Wissenschaft auf Basis von wissenschaftlichen Studien gute Unterstützung bieten.

Ihre Wünsche und Ziele für 2022?

Ich hoffe, dass es uns gesellschaftliche gelingt, die COVD-19-Pandemie lokal und global wieder stark in den Griff zu bekommen und wir die positiven Veränderungen aufgrund der Krise in der Arbeits- und Kommunikationswelt auch zukünftig mitnehmen sowie den Digitalisierungsschub nicht wieder einschlafen lassen.

Dennoch würde es mich freuen, wenn Kommunikationsarbeit in vielen Bereichen auch wieder stark auf persönlicher Ebene stattfinden kann, denn PR- und IR-Arbeit ist Beziehungsarbeit und baut auf Emotionen. Um diese zu transportieren, bedarf es jedoch der persönlichen Gespräche!

Foto: Ute Greutter

Austrian Business Woman im Gespräch mit Mag. Silvia Angelo, Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG.

 

Ihr Résumé des vergangenen Geschäftsjahres?

Natürlich hatte uns Corona wie alle fest im Griff. Die ÖBB ist aber ein starkes Team, und es ist dieser Teamgeist, der uns sicher durch die Krise getragen hat und trägt.

Aber natürlich ist es eine Herausforderung, alle beisammen zu halten und durch Homeoffice & Co nicht auseinander zu fallen. Gleichzeitig stehen wir vor der wichtigen Aufgabe, in der Pandemie den Verkehr aufrecht zu erhalten und Ansteckungen zentraler Einheiten zu verhindern. Und nicht zuletzt haben wir dafür Sorge zu tragen, auf unseren Bahnhöfen das Ansteckungsrisiko bestmöglich zu minimieren. Das alles ist uns gut gelungen, die Bahn ist und bleibt eine stabile Mobilitätspartnerin.

Doch auch in der längerfristigen Planung hat Corona neue Herausforderungen gebracht. Die ÖBB stehen vor einem großen Generationenwandel, das bedeutet, wir müssen auch während der Pandemie unsere nächste Generation ausbilden. Hier haben unsere Kollegen der Aus- und Weiterbildung volle Arbeit geleistet und rasch auf online umgestellt.

Was tun die ÖBB im Bereich der Nachhaltigkeit?

Sehr, sehr viel. Es ist eines unserer wichtigsten Themen. Wir können in Österreich die Klimaziele nur durch die Bahn – durch massive Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene – erreichen. Das ist eine große Herausforderung für unsere Infrastruktur, der wir uns aber sehr gerne und sehr engagiert stellen. Natürlich ist es auch ungemein wichtig, dass wir als Unternehmen selbst im Bereich Nachhaltigkeit ein Vorbild sind.

So haben wir bereits 2018 als eines der ersten Bahnunternehmen der Welt auf 100 Prozent Grünstrom umgestellt, 2019 folgten dann alle Bahnhöfe, Werkstätten, Büros und weitere Anlagen. Unser Strom kommt aus Wasserkraft, Sonne und Wind – und diese Ressourcen bauen wir auch selbst aus. Wir haben insgesamt zehn Wasserkraftwerke, deren Kapazitäten an die Anforderungen der Zukunft angepasst werden. Wir haben in Wilfleinsdorf das erste Solarkraftwerk für Bahnstrom gebaut, und laufend folgen weitere Photovoltaikanlagen.

Bereits jetzt werden mehr als 90 Prozent der Transportleistungen auf unseren Schienen elektrisch erbracht. Und bis 2030 soll der Diesel- und Benzinverbrauch der Infrastruktur AG auf Null gesunken sein.

Dazu sorgen wir auch für die Umwelt in unserem engeren Umfeld: Wir geben Grünflächen der Natur zurück, und wir kümmern uns auch mit Hilfe von professionellen Imkern um die 4,4 Millionen „Schienen-Bienen“, die bei uns wohnen und arbeiten. Und sehr wichtig: Wir verzichten auf den Einsatz von Glyphosat, um unsere Schienenanlagen im Sinne der Verkehrssicherheit frei von Unkraut zu halten. Auch hier haben wir in Europa eine Vorreiter-Rolle.

Welche Maßnahmen werden in Bezug auf Lehrlings- und Frauenförderung gesetzt?

Die Förderung von Frauen ist mir ein besonderes Anliegen, und entsprechend haben wir hier auch sehr effiziente Programme. Wir sind als Infrastrukturbetreiber mit rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein sehr Technik-lastiges Unternehmen. Damit ist auch klar, warum unser Frauenanteil mit knapp 10 Prozent leider unterdurchschnittlich ist. Natürlich ist es in diesem fordernden Umfeld eine Herausforderung, den Frauenanteil deutlich anzuheben – eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.

Denn Diversität in unserer Mitarbeiterstruktur ist die Voraussetzung, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Die Digitalisierung unseres Arbeitsumfeldes spielt hier eine bedeutende Rolle. Denn das Bild von ölverschmierten Männern, die schwere Stahlteile durch die Gegend tragen, ist ein Klischee von gestern.

Heute sind es „digitale Zwillinge“ unserer Infrastruktur im Computer, 3-D-Drucker und Virtual Reality, die uns den Weg in die Zukunft weisen – und es Frauen erleichtern, in die Welt der Bahn-Infrastruktur einzusteigen. Die Digitalisierung ermöglicht zudem flexiblere Arbeitsmodelle, die Frauen entgegenkommen. 

Die Digitalisierung kann hier zu einem „Gamechanger“ werden – allerdings ist das kein Selbstläufer. Mit effizienten Strategien müssen hier geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Vorteile auch nutzen zu können. Es ist entscheidend, von Einzelmaßnahmen zu einer umfassenden, schlagkräftigen und effizienten Strategie zur Frauenförderung zu kommen.

Wir haben ein ganzes Bündel an Maßnahmen geschnürt, um diese Ziele auch zu erreichen. So wie wir im Bereich des Umweltschutzes zum größten Klimaschutz-Konzerns Österreichs geworden sind, wollen wir auch bei der Diversität mit gutem Beispiel voranschreiten. Unglaublich wichtig ist die Unterstützung der Frauenförderung durch das Top-Management. 

Deshalb haben die ÖBB eine Gleichstellungspolicy und Diversity Charta. Diese sieht für die ÖBB-Infrastruktur einen Frauenanteil von 10,5% bis 2023 vor. Die Zielerreichung wird halbjährlich durch Diversity Bericht überprüft. Für uns, die ÖBB-Infrastruktur, ist Diversität eine enorme Chance. Ausgangsbasis war eine umfassende, faktenbasierte Aufbereitung des Status Quo mithilfe des Frauen-Karriere-Index (FKi) als Analyse- und Managementinstrument. Aufbauend auf den Ergebnissen wurden sehr effektive Maßnahmen entwickelt.

Die Maßnahmenerarbeitung orientierte sich an strategischen Ansatzpunkten, darunter:

Arbeitszeitflexibilisierung, frauenspezifische Ausgestaltung bereits bestehender Maßnahmen, Informationsoffensiven zu bestehenden Angeboten sowie Regionalisierung und flächendeckende Ausrollung von Maßnahmen (auch über digitale Lösungen).

Und zu den Lehrlingen: Die sind unsere Zukunft. Die Mitarbeiter der Zukunft, die wir dringend benötigen. Und wir arbeiten daran, immer besser zu werden. Das zeigt unsere neue Kampagne: Next Level: Wir bringen die Lehrlingsausbildung in allen Bereichen auf eine neue Stufe. Aktuell bilden wir über 2.000 Jugendliche in 27 unterschiedlichen Lehrberufen aus.

Jahr für Jahr nehmen wir rund 600 neue Lehrlinge auf und wir garantieren ihnen eine Ausbildung auf Top-Niveau. Daneben gibt es fairen Lohn, genügend Freizeit, 5.000 km Freifahrt mit den Zügen der ÖBB durch ganz Österreich und gute Jobchancen – rd. 75% der Lehrlinge werden aktuell übernommen und starten bei uns im Unternehmen ihre berufliche Karriere.

Wir wissen, dass für die Berufswünsche oftmals noch traditionelle Bilder prägend sind. Wir versuchen deshalb als technisches Unternehmen ganz gezielt junge Frauen zu erreichen, um sie für unsere Lehrberufe und Jobs zu begeistern. Und es zeigt sich schon, dass es wirkt: immerhin sind fast 20% der Lehrlinge Frauen. Das ist deutlich mehr als im gesamten Konzern.

In welche Richtung wird sich das Mobilitätsverhalten der Österreicherinnen und Österreicher entwickeln?

Der Trend geht eindeutig zu umweltfreundlichen Lösungen, also zum Öffentlichen Verkehr. Das zeigt der Erfolg des Klimatickets der Bundesregierung, das zeigen aber auch die Zahlen der Fahrgäste, die auf unseren Schienen und in unseren Bahnhöfen unterwegs sind. Auf der Weststrecke haben wir in den vergangenen Jahren seit dem Ausbau in vielen Segmenten eine Verdoppelung feststellen können. Ein Beweis der These, dass ein gutes Angebot auch Nachfrage schafft. Und die gleiche Entwicklung werden wir auf der Südstrecke sehen, wenn die Großbauprojekte Koralmstrecke 2025 und Semmering-Basistunnel 2028 fertig sein werden. Wenn man dann erstmals direkt mit der Bahn von Graz nach Klagenfurt reisen kann – und das mit 45 Minuten in einer Zeit, mit der kein Auto mitkommt – dann wird das zu einem massiven Zuwachs führen. Und die Fahrtzeit von Wien nach Klagenfurt in etwas mehr als zweieinhalb Stunden hat das gleiche Potential.

Ihre Wünsche und Ziele für dieses Jahr?

Ja, zuallererst einmal das Ende der Pandemie und endlich die beiden letzten Weihnachtsfeiern mit den Kolleginnen und Kollegen nachfeiern. Außerdem wünsche ich uns allen viel Kraft und Energie für das kommende Jahr, denn wir haben das größte Bahn-Ausbaupaket umzusetzen und werden damit unsere Infrastruktur noch fitter für die Zukunft zu machen.  

Außerdem wünsche ich mir, wie schon angesprochen, möglichst viele Frauen für die Bahn zu begeistern – nicht zuletzt, um den großen Generationenwechsel zu meistern. Und einen Wunsch darf ich auch nach Brüssel senden: Um den Mobilitätswandel auch grenzüberschreitend zu einem Erfolg zu machen, dürfen unsere Bahnprojekte nicht an den nationalen Grenzen enden.  

80 Prozent der Güter, die Österreich durchqueren, sind grenzüberschreitend unterwegs. Doch die Bahn ist im Güterverkehr gegenüber der Straße enorm benachteiligt: viele Kosten des LKW-Verkehrs zahlt die Allgemeinheit. Neben finanziellen Aspekten kommt noch eine Vielzahl an anderen Hürden hinzu. Während ein einziger LKW mit einer Zulassung und einem Führerschein von Nordwest- bis Südosteuropa durchqueren kann, muss ein Zug auf derselben Strecke 10 Mal Lokführer wechseln und 6 verschiedene Kontrollsysteme passieren. Mein größter Wunsch ist wohl: einen Zug durch Europa zu fahren muss so einfach sein wie einen LKW.

Foto: Sebastian-Philipp

Ursula Jakubek ist seit Juni 2021 kaufmännische Vizepräsidentin des Wissenschaftsfonds FWF, Österreichs führender Organisation zur themenoffenen Förderung der Grundlagenforschung.

 

Warum kluge Köpfe für unser Land so wichtig sind, verrät sie im ABW-Interview.

„Ich habe den FWF vom ersten Tag an als eine hochprofessionelle Organisation kennengelernt mit unglaublich motivierten Mitarbeitern, die für die Wissenschaft brennen. Beeindruckend ist die breite Vielfalt an Spitzenforscherinnen und Spitzenforschern, die im Bereich der Grundlagenforschung gefördert werden. Auch Wissenschaft aus Österreich muss sich dem weltweiten Wettbewerb stellen, und da spielen immer mehr Forschende – und zu meiner Freude speziell Wissenschaftlerinnen – ganz vorne mit“, so Ursula Jakubek, der es eine besonders große Freude bereitet, jungen wissenschaftlichen Talenten ihren Karrierestart in der Wissenschaft zu ermöglichen und sie ein Stück ihres Weges bis an die Spitze begleiten zu dürfen. Aber auch unter arrivierten Forscherinnen und Forschern sei die scheinbar unendliche Neugierde, mit der sie immer wieder Neues entdecken wollen, beeindruckend. 

Gleichzeitig seien Wissenschaft und Forschung oft mit viel Risiko verbunden, und Scheitern gehöre dazu. „Das Schöne ist, dass sich gerade daraus oft die größten Durchbrüche und Innovationen ergeben. Da nah dran zu sein und diese zukunftsweisenden Projekte auf Schiene gebracht zu haben ist ein enormer Ansporn. Österreich ist nicht unbedingt reich an Rohstoffen, aber wir sind reich an klugen Köpfen und Ideen. Sie werden den zukünftigen Wohlstand und die Entwicklung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Österreich ausmachen“, ist die gebürtige Linzerin überzeugt. 

Wir sind eine Wissenschaftsnation

In den kommenden Jahren will sich Jakubek für die weitere Stärkung der Grundlagenforschung in Österreich einsetzen. Diese sei die beste Versicherung, um die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft zu meistern. Pionierinnen und Pioniere würden sich dadurch auszeichnen, den ersten Schritt gemacht zu haben.

„In der Grundlagenforschung kommt es genau darauf an, Dinge zu entdecken, die vorher noch niemand entdeckt hat. Davon profitiert die ganze Gesellschaft – bis hin zur nächsten Generation. Denken Sie nur an die Corona-Impfung. Ein Triumph der Wissenschaft, der ohne jahrelange Grundlagenforschung nicht so schnell möglich gewesen wäre“, so die studierte Betriebswirtin, die gerne von „Wission“ spricht, wenn Visionen dank der Wissenschaft möglich werden. Diese würden uns allen zugutekommen. „Wir brauchen visionäre Erkenntnisse aber auch, um Herausforderungen wie Klimakrise, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung besser begegnen zu können. Und es gilt, das gewonnene Vertrauen in Wissenschaft und Forschung zu fördern und den enormen Stellenwert zu erkennen. Österreich ist nicht nur eine Kultur- und Sportnation, wir sind auch eine Wissenschaftsnation.“ 

Zur Person

Vor ihrem Wechsel zum FWF leitete Ursula Jakubek fünf Jahre lang die Bereiche Finanzen und Personal bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, davor war sie Prokuristin und Global Head of Finance & Accounting der Speech Processing Solutions GmbH und lange Jahre bei Philips Austria tätig. Die gebürtige Linzerin studierte Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Foto: Daniel Novotny

Die Geschäftsführerin der IMC Fachhochschule Krems wurde im November des Vojahres zur Präsidentin der Fachhochschul-Konferenz gewählt.

 

Mit ihr wird eine innovative und dynamische Managerin das Sprachrohr aller heimischen Fachhochschulen. Ulrike Prommer, Geschäftsführerin der IMC FH Krems, wird bis 2024 das Amt der Präsidentin der Fachhochschul-Konferenzbekleiden. In der jüngsten Generalversammlung wurde sie einstimmig gewählt, sie ist damit die erste Frau in dieser wichtigen Funktion. Die Fachhochschulen haben eine beeindruckende Entwicklung hinter sich.

Mittlerweile zählen sie knapp 60.000 Studierende. Jede dritte Studienanfängerin bzw. jeder dritte Studienanfänger in Österreich beginnt das Studium an einer Fachhochschule. Prommer dazu: „Die Fachhochschulen haben sich mittlerweile nicht nur national, sondern auch international als erfolgreicher Hochschulsektor positioniert. Wir haben gezeigt, wie Hochschule mit ausgeprägter Serviceorientierung, Studierendenzentriertheit und hohem Organisationsgrad funktionieren kann. Der Erfolg unserer Absolventinnen und Absolventen gibt uns recht. Nun ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen anzupassen, damit wir flexibel und effizient auf die Anforderungen der Zeit reagieren können.“ 

Laut Prommer, die mit ihrer Strategie „Tun, statt lange zu fragen“, die FH Krems zu einer der führenden Fachhochschulen des Landes gemacht hat, heiße dies, dass eine umfassende Entbürokratisierung stattfinden müsse. Zu detaillierte Regelungen engten Entwicklungsprozesse und Fortschritte ein und verhinderten ein rasches Reagieren auf aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt.

Darüber hinaus müsse eine ausreichende Finanzierung von Lehre und Forschung sichergestellt werden, um die hohe Qualität der Ausbildung weiterhin garantieren zu können. In diesem Sinne drängt Prommer auf eine zügige Ausarbeitung des nächsten FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplans, dem Planungsdokument des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung für die Weiterentwicklung des FH-Sektors, für den Zeitraum ab dem Studienjahr 20022/2023.  

„Der Bedarf von Wirtschaft und Industrie nach hochqualifizierten Absolventinnen und Absolventen ist ungebrochen. Um weiterhin exzellente Absolventinnen und Absolventen an den Fachhochschulen auszubilden, braucht es so rasch wie möglich die nächste Planungsgrundlage, um in die Umsetzung gehen zu können“, so Prommer.

Foto: IMC FH Krems

Im Juli des Vorjahres hat sie die Geschäftsführung des Fachverbandes Metalltechnische Industrie (FMTI) übernommen. ABW im Gespräch mit der Juristin.

 

Der FMTI zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich. Die 1200 Mitgliedsunternehmen sind überwiegend mittelständisch strukturiert und kommen aus ganz unterschiedlichen Industriezweigen: Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren, Gießerei – und genauso vielfältig sind auch ihre Bedürfnisse.

„Meine Aufgabe ist es, gemeinsam mit meinem großartigen Team unsere Mitgliedsunternehmen bestmöglich darin zu unterstützen, am und vom Standort Österreich aus erfolgreich zu sein. Dazu gehören die richtigen Rahmenbedingungen in den verschiedensten Politikbereichen, z.B. Arbeitsmarkt, Aus- und Weiterbildung, Forschung/Entwicklung/Digitalisierung oder das Megathema Umwelt- und Energie. Hier gemeinsam Ziele und Initiativen zu entwickeln und koordiniert umzusetzen, ist eine meiner Hauptaufgaben – und auch die, die mir mit am meisten Spaß macht“, sagt Sabine Hesse.

Besonders reizt sie das Potential, das in diesem Job steckt. Die Vielfalt der Themenbereiche, in denen etwas bewegt werden kann. Die Möglichkeit, gemeinsam Neues zu schaffen - mit ganz unterschiedlichen Menschen. „85 Prozent unserer Mitglieder sind Familienunternehmen, die seit Generationen in den Regionen verwurzelt sind. Und gleichzeitig sind viele von ihnen Weltmarktführer in einem der High Tech Bereiche der Industrie. Das sind absolut beeindruckende Persönlichkeiten. Mit diesen an (Zukunfts-)Themen zu arbeiten, das macht einfach Spaß“, so die Juristin. 

Raum für Ideen

Österreich müsse als Industriestandort erhalten und gestärkt werden, davon ist Hesse überzeugt. Eine starke Industrie schaffe Wohlstand und Sicherheit – und sie habe die technologischen Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft. Wer, wenn nicht die Industrie, solle so – im wahrsten Sinne des Wortes - brennende Themen wie die Energie- und Klimapolitik wirklich umsetzen?

„Ziele festsetzen ist das eine, sie umzusetzen ist die wirkliche Mammutaufgabe. Dafür braucht es technologische Lösungen und dafür brauchen wir die besten Leute, kreative Köpfe jeden Alters, die uns helfen, das umzusetzen. Wir brauchen Raum für Ideen, gut ausgebildete und engagierte Fachkräfte und politische Rahmenbedingungen, die es uns erlauben, die genannten Potentiale voll auszuschöpfen“, sagt die Geschäftsführern, die sich für das kommende Jahr vor allem eines wünscht: Eine epidemiologische Situation, die keine mehr ist.  

Foto: FMTI

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