Interviews

Seit dem Vorjahr ist sie im Vorstand der Garanta Versicherungs-AG, sie leitet auch die Kommunikations- und Marketingabteilung. Dr. Karoline Haderer im ABW-Porträt. 

 

Die GARANTA ist Teil der NÜRNBERGER Versicherung und Dr. Karoline Haderer ist vor allem für die Themen Marketing, Kommunikation und Online Vertrieb verantwortlich. „Deshalb schlagen manchmal zwei Herzen in meiner Brust: Als Marketingleiterin und Verantwortliche für den Online Vertrieb stehen für mich der Ausbau der Online-Aktivitäten und die Positionierung der Marke NÜRNBERGER Versicherung im Vordergrund. Aber als GARANTA-Vorständin habe ich auch die Aufgabe, Kosten niedrig zu halten. Es überwiegt jedoch der Vorteil, dass ich als Teil des Konzerns einen sehr tiefen Einblick in die komplexen inneren Zusammenhänge habe, was meiner Vorstandsarbeit die richtige Perspektive gibt“, sagt Dr. Haderer, die ein Umdenken in der Branche ortet.

„Die größte Herausforderung ist es, sich stringent an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Das erfordert einen tiefgreifenden Kulturwandel. Die Rahmenbedingungen dafür sind aktuell alles andere als förderlich: Die Zinspolitik der EZB lässt die Renditen schmelzen, die regulatorischen Vorgaben werden immer anspruchsvoller und die Digitalisierung gewinnt zunehmend an Fahrt. Die Versicherungsbranche wird also an allen Fronten gefordert.“

Ihre größte Herausforderung sei es, die Ausrichtung des Unternehmens auf eine Kundenzentrierung voranzubringen. Dies sei eine Aufgabe, die das gesamte Unternehmen und alle Arbeitsabläufe durchdringen müsse. Es sei aber eine Herausforderung, die Jahre in Anspruch nehmen werde.

Sie verantwortet die Veranlagung von Kundengeldern in Höhe von 23 Milliarden Euro. Welche Rolle dabei eine konservative Veranlagungspolitik spielt, verrät Christine Dornaus im ABW-Interview.

 

"Aus meiner Sicht sind kontinuierliche Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung die wohl wichtigsten Aufgaben und zugleich Herausforderungen, die uns als Versicherungswirtschaft treffen. Eine Herausforderung für die Veranlagung stellt die anhaltende Niedrigzinsphase dar. Derzeit weist ein Großteil der europäischen Staatsanleihen, mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren, negative Renditen auf. In einzelnen Fällen reichen nicht einmal mehr 30 Jahre aus, um einen positiven Ertrag zu erzielen. Selbst die berühmte 100-jährige Anleihe der Republik Österreich rentiert bei bescheidenen 0,85 Prozent“, sagt Dr. Christine Dornaus.

Durch einen ausgewogenen und breit gestreuten Einsatz sämtlicher Produkte des Anlageuniversums sei es aber möglich, einen Großteil dieser temporären Erscheinungen am Kapitalmarkt zu kompensieren. „Die Fortführung unserer bewährten, konservativen Veranlagungspolitik durch Nutzung vielfältiger Ertragsquellen soll damit auch in Zukunft die lebenslang garantierten Leistungen an unsere Kunden sicherstellen.“ 

Sie kennt die Branche seit Jahrzehnten und ist ihrem Unternehmen stets treu geblieben. Ein ABW-Interview mit Mag. Silvia Emrich, CFO Zürich Versicherung, über Frauenförderung, Finanzen und Chancen im Vertrieb.

 

Bei unserem letzten Interview erzählten Sie uns, dass Sie Sponsorin des internen Frauennetzwerkes sind – wie sieht es derzeit hinsichtlich der Gleichstellung bei Zurich aus? 

Bei Zurich ist die Gleichstellung von Frauen und Männern selbstverständlich. Wir tun wirklich viel dafür, um für Frauen und Männer die gleichen Karrierechancen zu schaffen. Beispielsweise bieten wir Home Office, sorgen für Kinderbetreuung in den Ferien und unterstützen die Väterkarenz. Auch bei den Veranstaltungen unseres internen Frauennetzwerks setzen wir uns immer wieder mit Themen auseinander, die die Chancen von Frauen – und auch Männern – fördern. Als Sponsorin freue ich mich, dass wir so zum „inklusiven“ Miteinander beitragen.

Für unsere Aktivitäten wurden wir vor einiger Zeit von der unabhängigen Organisation EDGE ausgezeichnet. EDGE ist ein global anerkanntes Zertifizierungssystem für die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz. Als Zurich Österreich sind wir das erste österreichische Unternehmen, das sich dem Zertifizierungsprozess unterzogen hat und haben gleich auf Anhieb die Mittelstufe erreicht. Darauf sind wir stolz.

Seit Anfang des Jahres leitet sie den Bereich RisikoControlling der D.A.S. Rechtsschutz AG. Ein ABW-Gespräch über ihren Werdegang, Teamgeist und Mut zu Veränderung.

 

Petra Kernecker studierte an der Universität Siena, absolvierte das Bachelor- und Masterstudium der Technischen Mathematik an der TU Wien mit Schwerpunkt „Finanz- und Versicherungsmathematik“. Zwischen 2012 und 2017 war sie als Aktuarin für das Gruppen Aktuariat und Risikomanagement der UNIQA Versicherung AG tätig und konnte hierbei internationale Erfahrung sammeln.

Seit Oktober 2017 ist sie bei der D.A.S. tätig und leitet seit zwei Monaten den Bereich RisikoControlling.Sie ist für quantitative wie qualitative Themen des Solvency II Risikomanagements zuständig und bekleidet sowohl die Governance-Funktion Risikomanagement- als auch die Versicherungsmathematische-Funktion, entsprechend der EU Eigenkapitalmittelvorschriften Solvency II. 

Ing. Susanne Krönes, Geschäftsführerin der Coface Austria Kreditversicherung und Regional Marketing & Communications Director Central and Eastern Europe über ihre Arbeitsschwerpunkte.

 

Das Herzstück des Teams Coface ist die Verschmelzung der unterschiedlichen Kulturen und Marktbedürfnisse, um als internationaler Konzern nachhaltig erfolgreich zu sein. „Das bedeutet, sicherzustellen, dass für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter unsere Werte Teil der professionellen DNA sind oder werden. Wir sind auf einem sehr guten Weg und es gibt immense Kraft und Motivation, die Begeisterung zu sehen, mit der die unterschiedlichen Werte zum Leben erweckt und weiter entwickelt wurden“, so Susanne Krönes. Selbstredend sei die Erreichung der im Strategieplan „Fit to Win“ definierten Ziele ein Schwerpunkt. Serviceorientierung ist für Coface mehr als nur ein Schlagwort und eine Vielzahl von Maßnahmen fokussieren darauf, die Zusammenarbeit zu einem Erlebnis zu machen und somit dem Kunden neben der „technischen“ Sicherheit auch „emotionale“ Sicherheit zu geben. 

Vor etwas mehr als fünf Jahren startete die Juristin bei der ARAG – und hat eine beachtliche Karriere gemacht. Seit 2016 ist sie Mitglied der Geschäftsführung. Ein ABW-Gespräch mit Birgit Eder.

 

Welche beruflichen Schwerpunkte stehen 2018 für Sie im Fokus? 

Sehr präsent ist derzeit unser Datenschutz-Projekt. Die Datenschutz-Grundverordnung tritt am 25. Mai 2018 in Kraft und wir stecken in den abschließenden Umsetzungsarbeiten. Ein wichtiger Punkt wird 2018 auch der Ausbau der Schulungen für unsere Vertriebspartner sein – im Mittelpunkt stehen hier Rechtsschulungen statt reiner Produktpräsentationen. Wir wollen unsere Vertriebspartner gut informiert wissen. Mit der Ablöse eines alten IT-Systems erwarten wir 2018 schließlich einen weiteren Sprung in Sachen Digitalisierung.

Dürfen die Kunden 2018 neue Produkte erwarten? 

Wir haben Anfang Jänner dieses Jahres einen neuen Tarif für Privat-und Firmenkunden heraus gebracht. In vielen Bereichen wurden Leistungen erweitert, insbesondere im außergerichtlichen Bereich. Neu ist bei Vermietung von Wohneinheiten der Versicherungsschutz bei einem Mietausfall – dieser schützt vor finanziellen Nachteilen durch sogenannte Mietnomaden. Unsere Firmenkunden sind in unserem Premium Produkt zukünftig mit dem neuen Cyber-Rechtsschutz auf der sicheren Seite.

Sie arbeitete bei der Chase Manhattan Bank in Brasilien, 2002 startete sie bei der Wiener Städtischen. Heute, 16 Jahre später, ist sie Vorstandsdirektorin.

 

Ein Austrian Business Woman-Interview.

Welche beruflichen Schwerpunkte stehen dieses Jahr für Sie im Fokus?

Die Wiener Städtische wird heuer den Fokus auf das Thema Vorsorge legen. Dazu zählt neben der Altersvorsorge auch die Gesundheitsvorsorge. Bei beiden spielt die demografische Entwicklung eine entscheidende Rolle: Jeder will alt werden – allerdings finanziell gut abgesichert und bei bester Gesundheit. Genau dafür ist eine individuelle Vorsorge wichtig, die über eine staatliche Grundversorgung hinausgeht. Für beide Themen wollen wir mehr Bewusstsein schaffen.

Dürfen die Kunden neue Produkte erwarten?

Die Wiener Städtische wird auch im laufenden Jahr wieder zahlreiche Innovationen auf den Markt bringen. Wir planen sowohl in der Lebens- und Krankenversicherung als auch in der Kfz-Sparte attraktive Neuerungen. Darüber hinaus werden wir auch unsere Online-Produktpalette konsequent erweitern.

Prof. Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der Vienna Insurance Group, ist die erste Frau, die es vor etwas mehr als zwei Jahren an die Spitze eines ATX-Unternehmens geschafft hat.

 

Austrian Business Woman erklärte die Spitzenmanagerin, wie sie eine knapp 200 Jahre alte Versicherungsgruppe in das digitale Zeitalter führt.

Stichwort Digitalisierung – welche Veränderungen bringt diese mit sich?

Sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens werden sich im Zuge der Digitalisierung grundlegend verändern. Das stellt auch Versicherungen vor großen Herausforderungen: Durch „Smart Home“ und die Steuerung der Risiken durch computergenerierte Systeme wird sich beispielsweise das Haushaltsversicherungsrisiko verändern.

Durch selbstfahrende Autos werden weniger Unfälle erwartet. Durch Cyberkriminalität oder Drohnen werden wir uns intensiver mit neuen Geschäftsfelder beschäftigen müssen. Daraus ergeben sich veränderte Risikofaktoren und neue Prämienkalkulationen.

Julia Auckenthaler ist Leiterin des Bereichs Veranlagung bei der Tiroler Versicherung. Ein ABW-Gespräch über ihren Karriereweg, männerdominierte Branchen und die vielen Vorteile ihres Jobs.

 

Welche beruflichen Schwerpunkte stehen 2018 für Sie im Fokus?

In der TIROLER ist das Thema Solvency II inzwischen vollständig im Alltag angekommen. In den letzten Jahren war die Implementierung von SII für die Versicherungsbranche eine große zusätzliche Herausforderung, vor allem, weil das Regulativ für das Geschäft nicht nur sinnvolle Vorgaben beinhaltet. 2018 gilt es für mich wie jedes Jahr, besonders kritisch auf externe Einflussfaktoren zu achten und zum Unternehmen passende, nachhaltige Veranlagungsentscheidungen zu treffen. 

Sie startete ihre Laufbahn bei der Wiener Städtischen Versicherung AG im Jahr 2002. Sieben Jahre später wurde sie Vorstandsdirektorin. Dr. Christine Dornaus im ABW-Gespräch über Vorsorge und ihre Karriere.

 

Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation der Versicherungsbranche?

Die österreichische Versicherungsbranche ist sehr gut für die kommenden Aufgaben vorbereitet. Die historisch extrem niedrigen Zinsen sind allerdings eine große Herausforderung. Die Wiener Städtische als eine der größten Versicherungen des Landes hat in der Veranlagung einen sehr langen Atem. Konkret heißt das, dass wir festverzinsliche Anleihen im Deckungsstock haben, die noch deutlich höhere Zinsen abwerfen als zum Beispiel neu aufgelegte deutsche oder österreichische Bundesanleihen.

Wie sicher sind Versicherungen?

Versicherungen sind es seit jeher ein stabiler Wirtschaftszweig, weil sie sehr vorsichtig mit Risiken umgehen. So musste keine einzige Versicherung während der jüngsten Finanzkrise vom Staat aufgefangen werden, sie waren auch da ein Fels in der Brandung. Die Wiener Städtische hat in ihrer mehr als 190-jährigen Geschichte schon zwei Weltkriege und mehrere Währungsreformen und zahlreiche Konjunkturschwankungen überlebt. Und wir sind auch für die Zukunft sehr gut gerüstet.

„Ich mag es, wenn Bewegung da ist“ – Mag. Silvia Emrich im ABW-Talk über kontinuierliches Lernen und weibliche Führungskräfte.

 

Was zeichnet einen guten Finanzvorstand aus?

Ein guter Finanzvorstand verleiht dem Unternehmen Stabilität, Nachhaltigkeit, sichert dessen Finanzkraft und gewährleistet gesundes profitables Wachstum. Er gestaltet außerdem die strategische Ausrichtung des Unternehmens entscheidend mit. Neben Finanzkompetenz und analytischen Fähigkeiten ist zukunftsorientiertes und strategisches Denken ein wichtiges Merkmal. Ebenso eine umfassende Kenntnis der eigenen Organisation, aber auch der Branche, in der das Unternehmen tätig ist und des Mitbewerbs.

Über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu sein, ist entscheidend, um Chancen für das Unternehmen aufzuzeigen. Die finanzielle Bewertung jener Chancen im Rahmen von vorausschauenden Planungsrechnungen und validen Business Cases ist eine wichtige Grundlage für eine fundierte Entscheidungsfindung. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das einfache und verständliche Darlegen komplexer Finanzthemen. Nicht zuletzt ist auch kosteneffizientes Denken ein entscheidendes Merkmal, um den Erfolg eines Unternehmens langfristig zu sichern.   

Seit vier Monaten ist Elisabeth Stadler Generaldirektorin der Donau Versicherung. Sie führt ein Unternehmen mit rund 1.400 Mitarbeitern.

 

Was sind die Stärken der Donau Versicherung?
Die Donau Versicherung existiert seit  knapp 148 Jahren und steht für eine traditionsreiche und erfolgreiche Entwicklung. Eine unserer großen Stärken ist die intensive regionale Verankerung. Österreichweit sind über 1.400 Mitarbeiter in unseren neun Landesdirektionen und Geschäftsstellen tätig. Unser regionaler Fokus heißt auch sehr kundenorientierte Beratung und gute persönliche Kundenbeziehungen zu den knapp 900.000 Kunden.

Was können sie den Versicherten bieten?

Unser Slogan lautet „flexibel wie das Leben“, das trifft nicht nur auf Produkte und Beratung zu, sondern auch ganz spezifisch auf die Mitarbeiter und unsere Unternehmenskultur. Die Donau Mitarbeiter zeichnet eine sehr ausgeprägte Teamkultur und Kundenorientiertheit aus. Ein Vorteil ist unser breites Produktangebot. Wir bieten alle Sparten an, sprich wir können die Kunden umfangreich gegen alle Risiken sowohl privat als auch gewerblich absichern.

Was sind ihre Ziele für 2015 fürs Unternehmen?
Das gesamte vierköpfige Vorstandsteam ist neu und wurde erst im September 2014 formiert. Wir alle sind sehr motiviert und haben viel vor. Für 2015 gilt es eine neue Positionierungsstrategie für die Donau Versicherung festzulegen. Wir wollen an unserem Profil arbeiten. Wofür steht die Donau, was haben die Kunden für Vorteile, wenn sie bei uns versichert sind. Da wurden Stärken bisher zu wenig nach außen betont.    

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