Mag. Kathrin Kühtreiber-Leitner, MBA, OÖ Versicherung: Ein guter Partner auch in schwierigen Zeiten

Die Ex-Bürgermeisterin ist die erste Frau im Vorstand der Oberösterreichischen Versicherung. Seit 2021 ist sie für die Bereiche Gesamtvertrieb, Organisation und Infrastruktur sowie Marketing verantwortlich. Und sie sorgt dafür, dass die Kundenkommunikation stimmt.


„Für uns ist die Kommunikation zum (Neu-)Kunden etwas ganz wesentliches. Jeder Kunde ist eine eigenständige Persönlichkeit, jeder hat ganz persönliche Wünsche und Bedürfnisse. Es ist daher sehr wichtig, ihn verständlich und ganzheitlich zu beraten, sowie umfassend aufzuklären. Die Kommunikation hat sich verändert. Unsere Kundinnen und Kunden entscheiden, wo, wann und wie sie mit ihrer Oberösterreichischen kommunizieren. Ob persönlich oder online, wir halten alle Kanäle offen“, sagt Kathrin Kühtreiber-Leitner und betont, dass die individuelle persönliche Beratung von den Kunden besonders geschätzt werde.

Zudem würden die Kunden für alle Bedürfnisse einen Produkt-Maßanzug wünschen und kein Produkt von der Stange. Und im Schadenfall sei es wichtig, schnell und unkompliziert zu helfen. 

Geschützt bei Hacker-Angriffen

Ein IT-Sicherheitspaket sei die Feuerversicherung des 21. Jahrhunderts. „Vielen Geschäftsführern ist nicht bewusst, dass sie bei einem Schaden durch einen Cyber-Angriff Haftung übernehmen müssen, wenn die IT den Anforderungen des Unternehmens nicht entspricht. Die Gefahr ist da. 2021 verzeichnete die polizeiliche Kriminalstatistik rund 46.000 Anzeigen. Das sind 28,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Dunkelziffer liegt noch viel höher. Aus Angst vor einem Reputationsverlust sprechen viele Unternehmen nicht über einen erfolgten Hacker-Angriff“, so die gebürtige Linzerin. In Deutschland habe man gerade ein neues Angebot auf den Markt gebracht. Das Onlineprodukt „Klima Pro“ biete optimalen Schutz für saubere Energiequellen. 

Auch das Thema „Tiny House“ werde immer wichtiger. „Uns steht immer weniger Fläche zur Verfügung und die Menschen wollen mobil sein. Mit Tiny Häusern können sie dort wohnen, wo sie wollen, daher erfreuen sie sich immer mehr Beliebtheit“, sagt Kühtreiber-Leitner, die Auswirkungen von Corona und Ukraine-Krieg im Anlagebereich sieht. „Während der Lockdowns schafften wir die Nähe zum Kunden durch digitale Elemente wie etwa elektronischen E-Mailantrag. Wir sind auch in schweren Zeiten immer für sie da, das wissen unsere Kundinnen und Kunden und schätzen das auch. Die persönliche Nähe, die uns auszeichnet, lässt uns diese Durststrecke sicher überstehen.“

Alle Themen auf einen Blick

Ihre Einschätzung wie sich die Märkte entwickeln werden? „Unser Generaldirektor Othmar Nagl sagt immer `Wir haben keine Glaskugel, wir wissen es nicht, wie es sich entwickelt`. Ich kann mich dem nur anschließen. Da wir es nicht wissen, ist es nicht möglich, eine seriöse Einschätzung abzugeben“, sagt die Mutter einer Tochter.

icher ist: Das Unternehmen arbeitetpermanent an digitalen Prozessen. „Für unsere Kundinnen und Kunden sind im Kundenportal und unserer Kunden-App wichtige Themen und ihre Polizzen hinterlegt. Auf einen Blick wissen sie immer, was ist versichert, was ist dabei, wie wurde versorgt, und so weiter. Diese elektronische Kommunikation spart auch Druckerpatronen und Papier, worüber sich wiederum unserer Umwelt freut.“

Flexible Arbeitszeiten und guter Zusammenhalt

Das wichtigste seien die Werte des Unternehmens, die auch gelebt werden. Vertrauen und Zusammenhalt würden bei der Oberösterreichischen großgeschrieben – sehr zur Freude der Mitarbeiter. Auch jener, die Vorhaben, bei in der Versicherungsbranche Karriere zu machen.

„Wir sind bekannt, bei der Oberösterreichischen läuft also auch viel über persönliche Empfehlung. Flexibilität ist den Mitarbeitern immer wichtiger, den klassischen nine to five-Job gibt es nicht mehr. Neben Homeoffice-Möglichkeit haben wir eine sehr knappe Kernzeit. Die Mitarbeiter können sich ihre Zeit also weitgehend selbst einteilen“, so die ehemalige Hagenberger Bürgermeisterin, die für Frauen keinen speziellen Veranlagungstipp hat, denn jeder Mensch habe individuelle Bedürfnisse und für diese gäbe es individuelle Produkte, die sehr vielfältig sein können. „Ich denke, das wichtigste ist, dass sich Frauen mit Produkten und den Möglichkeiten beschäftigen und sich selber Gedanken darüber machen, also aktiv ihre eigene Altersvorsorge mitgestalten. Wichtig ist sicher auch, einen Teil des Einkommens beiseite zu legen, auch im Niedrigstzinsumfeld. Jede Kleinigkeit hilft.“

Frühzeitig vorsorgen

Ein Anliegen ist es der Vorstandsdirektorin auch, die junge Generation von der Wichtigkeit der Vorsorge zu überzeugen – obwohl sie wisse, das Themen wie Vorsorge und Absicherung nicht gerade ´sexy´ seien – dafür aber sehr wichtig.

„Was ist, wenn ein Jugendlicher beim Radfahren jemanden verletzt? Wer übernimmt die Haftung dafür? Wer kommt für die Heilungskosten auf und zahlt Folgeschäden? Wir haben zum Glück eine gute Kundenbeziehung zu Familien, wo den Jungen bereits sehr früh mitgegeben wird, dass sie sich selber versichern müssen, sobald sie aus dem Haus sind. Natürlich ist auch hier die digitale Kommunikation wichtig, man muss den Kanal finden, wo die Jugend ist und die Sprache treffen, die sie sprechen“, sagt Kühtreiber-Leitner. 

Ihre Wünsche für das heurige Geschäftsjahr? „Ich wünsche mir, dass wir unsere neuen Märkte und unseren Vertriebswegemix weiterhin so gut aufeinander abstimmen können, wie bisher. Persönlich wünsche ich mir, dass der Ukrainekrieg beendet wird und sich die Lage wieder normalisiert. Dass sich die Preissteigerung stabilisiert und wir es schaffen, mit Corona zu leben, ohne Unmengen von Maßnahmen befolgen zu müssen.“

Foto: Oberösterreichische Versicherung


Drucken   E-Mail