Renate Forte hat Pegasus Incoming von Beginn an aufgebaut – und ist rund 27 Jahre später immer noch sehr erfolgreich und stolz darauf, dass sie ein großes Netzwerk rund um den Globus hat.

Vor rund 37 wurde die Pegasus Reisen AG als voll lizenzierter Reiseveranstalter aus der Taufe gehoben, gegründet wurde auch eine Incoming Abteilung, die von Renate Forte geführt wird. Ihre ersten Schritte in die Brache setzte Renate Forte quasi schon als Teenager: „Schon während meiner Schulzeit half ich in Ybbs an der Donau bei einem lokalen Busbetrieb als Reiseleiterin für Tagesausflüge aus und habe so in den Beruf hineingeschnuppert. Als ich dann zum Studium nach Wien ging, arbeitete ich nebenbei beim Verkehrsbüro als Reiseleiterin für Städteflüge. So lernte zu die meisten europäischen Hauptstädte gut kennen und erweiterte meine Sprachkenntnisse.“

1980 erhielt sie bei Pegasus Reisen das Angebot, als Chefreiseleiterin die neuen Kolleginnen und Kollegen zu schulen und ein Jahr später die Möglichkeit, die Incomingabteilung aufzubauen und zu leiten. 1990 gründete sie ihre eigene Firma, Pegasus Incoming. „Seither widme mich ganz und mit Begeisterung dem Incomingtourismus.“

Auszeichnungen und Expansion

Von 1991 bis 1993 wurde das Unternehmen von einem führenden Wirtschaftsmagazin unter den TOP-100 neu gegründeten Unternehmen in Österreich ausgezeichnet. Es folgte erfolgreiche Jahre – für das Unternehmen und für Renate Forte selbst.

Zum einen wurde kräftig expandiert, zum anderen wurde Renate Forte als die beste Young Business Woman des Jahres in Österreich gewählt und Pegasus war die einzige Tourismusfirma, die in der TOP-100 aufschien. Die österreichische Handelskammer zeichnete Pegasus mit dem „Exportpreis 2004“ aus und ehrte damit die herausragenden und vorbildlichen Bemühungen und Erfolge des Unternehmens auf ausländischen Märkten. 2009 starte man eine Geschäftspartnerschaft mit Raiffeisen Reisen Österreich und erweiterte das Geschäft in CEE. 2011 ging Renate Forte eine Partnerschaft mit Columbus Travel ein.

Erfolgreich

Rund 27 nach der Gründung ist Renate Forte – sie beschäftigt sich neben ihren allgemeinen Aufgaben vorwiegend mit Verkauf, Marketing und Projektkoordination – mit dem Unternehmens immer noch sehr erfolgreich.

„Wir bearbeiten des Öfteren Märkte, die von anderen Firmen noch nicht aktiv beworben werden und suchen dort unsere Nischen“, sagt Forte. Aber nicht nur das zeichne Pegasus aus: „Mit der Produktauswahl gehen wir auf unsere Partner ein und stimmen die Angebote auf die unterschiedlichen Zielgruppen ab. Besonders freue ich mich, dass wir Geschäftspartner haben, die teilweise seit Jahrzenten mit uns arbeiten und in unserem kleinen feinen Team auch zwei Mitarbeiterinnen bereits mehr als 25 Jahre bei Pegasus tätig sind.“

Das Jahr 2016 lief „durchwachsen, einige Märkte wie Spanien zum Beispiel sind besser gelaufen als in den Vorjahren, bei den USA und Australien hatten wir einen leichten Rückgang. Unser Ziel für 2017 ist, den Anteil in den traditionellen Herkunftsmärkten zu halten und bei unseren Hoffnungsmärkten Asien einen Zuwachs zu erreichen“, sagt Renate Forte.

Menschenkenntnis

Die Tätigkeit der Reiseleitung zu Beginn ihrer Karriere möchte Renate Forte auch heute nicht missen: „Sie hat mich viel Praktisches gelehrt: Menschenkenntnis, Empathie zu entwickeln und auch in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren und praktikable Lösungen zu finden. Aber auch mit diversen Mentalitäten und Befindlichkeiten umzugehen und auf sie einzugehen. Ich besuche mit Begeisterung Fachseminare und Branchenmessen um am Puls der Zeit zu bleiben und ständig weiterzulernen. Heute bin ich stolz, dass ich ein großes Netzwerk von Geschäftsfreunden und Geschäftspartnern habe, die auf der ganzen Welt verteilt sind.“

Foto: Archiv/Pegasus Incoming

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Andrea Stürmer, 45, wurde per 1. März 2017 zur Vorstandsvorsitzenden der Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft (Zurich) bestellt. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze von Zurich Österreich.

Wie im November 2016 angekündigt, übernimmt Andrea Stürmer, MSc, MPA, am heutigen Tag die Führung von Zurich Österreich und folgt damit auf Dr. Gerhard Matschnig.  Stürmer ist ab sofort für rund 1.200 Mitarbeitende verantwortlich. Stürmer: „Zurich ist in Österreich sehr gut aufgestellt. Mein Ziel ist es, den Erfolgspfad fortzuführen und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. Als Teil einer weltweit tätigen Versicherungsgruppe verfügen wir über modernstes Know-how, mit dem wir unsere Vorreiterposition bei Innovationen weiter ausbauen wollen. Der Fokus liegt dabei auf noch mehr Kundenorientierung und zukunftsorientierten Produkten und Services.“

Andrea Stürmer ist seit 2007 bei der Zurich Gruppe. Nach verschiedenen Führungspositionen im Finanzbereich und der Rückversicherung in der Zentrale der Zurich Insurance Group war sie als strategische Beraterin des Group CEO tätig.

Bevor sie zu Zurich Österreich wechselte, zeichnete sie von Anfang 2014 bis Dezember 2016 als Chief Operations Officer für den KMU-Bereich bei Farmers in Kalifornien verantwortlich. Stürmer: „Ich freue mich, nun in Wien zu sein. Die Stadt hat für Musikbegeisterte wie mich sehr viel zu bieten und ich schätze auch die Nähe zu den Alpen, die viele Möglichkeiten für meine Hobbys Bergsteigen und Skifahren bieten.“

Internationaler Werdegang

Vor ihrem Wechsel zur Zurich Gruppe war Andrea Stürmer im Investment Banking einer amerikanischen Großbank und danach in der Konzernzentrale eines globalen Versicherungsunternehmens tätig. Frau Stürmer hat Master-Studien an der London School of Economics und der renommierten Harvard University abgeschlossen. Andrea Stürmer ist in England geboren und in Deutschland, England, USA und Kanada aufgewachsen. Sie besitzt die deutsche und englische Staatsbürgerschaft.

Foto: Zurich



Mit der Juristin Monika Vögele steht erstmals eine Frau an der Spitze des Verbandes der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler PHAGO. Ein Austrian Business Woman-Interview.

 

Monika Vögele hat die Führung des Verbandes der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler PHAGO inne. PHAGO ist eine freiwillige Interessenvertretung des österreichischen Arzneimittelvollgroßhandels, die seit 1955 besteht. Der Verband vertritt die Interessen von 2.000 Mitarbeitern, die  sechs Mitgliedsunternehmen bevorraten 50.000 Artikel von mehr als 2.000 Lieferanten und liefern jeden Monat 20 Millionen Arzneimittelpackungen aus.

Die gebürtige Oberösterreicherin war nach Abschluss des Jus-Studiums in Wien bei IBM Österreich für die Verträge mit den Vertriebspartnern in Osteuropa zuständig. In den Jahren 2002 bis 2007 arbeitete sie als Konzipientin in drei Wiener Rechtsanwaltskanzleien und schloss die Ausbildung und Prüfung zur Rechtsanwältin ab.

Im Jänner 2008 nahm sie ihre Arbeit in der Österreichischen Apothekerkammer auf, wo sie die stellvertretende Leitung der Präsidial-, Personal- und Verwaltungsabteilung innehatte. Daneben hält sie seit 2015 die Rechtsvorlesung für Pharmaziestudentinnen und –studenten an der Universität Wien. Seit Oktober 2016 ist sie als Nachfolgerin von Prof. Krammer die neue Generalsekretärin der PHAGO, des Verbandes der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler – als erste Frau in der Verbandsgeschichte.

Wie kamen sie zum Verband?

Die PHAGO – der Verband der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler – suchte für Prof. Heinz Krammer, der seine Tätigkeit als Generalsekretär nach 35 Jahren zurücklegt, eine/n Nachfolger/in. Als Kennerin der Branche – ich war zuvor über acht Jahre in der Präsidialabteilung der Österreichischen Apothekerkammer – musste ich nicht zwei Mal überlegen, sondern habe mich sofort beworben.

Sonja Sarközi war langjährig erfolgreicher CEO der easybank. Sie entwickelte die Direktbank seit Beginn 1997 zu einer Universalbank mit heute über 570.000 Konten. 2016 wurde Sonja Sarközi in den Vorstand der BAWAG P.S.K. Gruppe berufen. 

 

Was waren die Stationen ihrer bisherigen Karriere, wo haben sie am meisten gelernt?

Als ich 1996 die Chance hatte, die easybank – Österreichs erste Direktbank – aufzubauen, habe ich diese spontan ergriffen. Nicht wissend, was das bedeutet. Denn damals wurde Direct Banking per Telefon und online noch sehr skeptisch beurteilt. Jedes Formular, jeder Prozess wurde unter dem Gesichtspunkt gestaltet, das Banking für die Menschen einfacher, rund um die Uhr möglich und gleichzeitig sicher zu machen und ständig zu optimieren.

Ein in jeder Phase schlankes Mitarbeiter-Team galt es, auf kompromisslose Serviceeinstellung einzuschwören. Auch für mich war das viele Jahre ein rund um die Uhr Job. Der Einsatz hat sich ausgezahlt. Immer mehr Kunden wechselten zur easybank Das Service und die den Bedürfnissen der Menschen angepassten Produkte haben sich herumgesprochen.

Immer mehr neue Kunden kamen auf Empfehlung bestehender Kunden. Was letztlich dazu geführt hat, dass die easybank seit vielen Jahren zur besten Direktbank gekürt wird und auch fünf Jahre in Folge mit dem Recommender Award für die höchste Kundenzufriedenheit aller österreichischen Banken ausgezeichnet wurde. Gelernt habe ich jeden Tag, mit jedem Kunden, mit jedem Mitarbeiter, dass man sich nie mit dem Erreichten zufriedengeben darf. Die Ansprüche und die Möglichkeiten müssen täglich neu definiert werden. Insbesondere durch die Digitalisierung und die damit verbundene Geschwindigkeit und Transparenz.

Was umfasst ihr aktuelles Aufgabengebiet?

Das Bewusstsein für Kundenbedürfnisse und die jahrelange Erfahrung, wie daraus innovative Prozesse und Produkte für spezifische Zielgruppen maßgeschneidert werden, setze ich jetzt für die gesamte BAWAG P.S.K. Gruppe als CIO (Chief Innovation Officer) ein. In dieser Funktion beobachte ich auch auf den Hot Spots der technologischen Entwicklungen dynamische Start-Ups, insbesondere im Fin Tech Bereich.

Was muss man für eine Karriere wie die Ihre mitbringen?

Offenheit für Veränderungen und damit verbundene im ersten Moment kaum vorstellbare Herausforderungen. Viel Neugier für zukünftige Entwicklungen und die Fähigkeit, Mitarbeiter und Kunden für Neues und ständige Verbesserungen zu begeistern, einiges an Leidensfähigkeit und vor allem: grenzenlosen Optimismus. Ich habe mich immer selbst und meine Mitarbeiter gefordert, in jeder Minute das Beste zu geben, uns weiter zu entwickeln.

Der Erfolg ist kein selbstverständlicher, meist aber eine logische Konsequenz. Dass er mir über zwanzig Jahre ein treuer Begleiter war, lässt mich annehmen, dass ich mehr richtig als falsch gemacht habe. Ich bin allen, die mich auf diesem Weg unterstützt haben, sehr dankbar.

Foto: Andreas Tischler

 

Dr. Susanne Höllinger im ABW-Gespräch über Vermögenserhalt, die Vereinbarkeit von Job und Familie und die Freude an der täglichen Arbeit

 

Was hat Sie im Vorjahr besonders gefreut?

Sicherlich die erneute Erkenntnis, dass wir in einem extrem schwierigen Branchenumfeld mit sehr kundenorientiertem Arbeiten und Mitarbeitern mit höchstem Know-how gut über die Runden kommen können. Das macht mich sehr zufrieden für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter. In nackten Zahlen haben es unsere Angebote durchwegs geschafft, den Vermögenserhalt mehr als zu erreichen.

Worauf hätten Sie verzichten können?

Den überraschenden Ausgang des Referendums „BREXIT“ und dessen noch nicht abschätzbare Folgen. Wir haben allerdings die kurzfristigen Marktverwerfungen für unsere Kunden genutzt, um im Aktienbereich eine Reallokation (in diesem Fall eine Aufstockung) der Aktienquote durchzuführen. Die anhaltenden Niedrig (Negativ) -Zinspolitik in Europa und deren asymmetrische Auswirkung auf die Zinsmargen der Banken; und die offensichtlichen strukturellen Schwierigkeiten der EU bei der Bewältigung großer Herausforderungen.

Austrian Business Woman im Gespräch mit Dr. Christine Catasta, Leiterin Unternehmensberatung PwC Österreich.

 

Blick über die Grenzen

„Ich habe schon immer gerne gelernt“, sagt Dr. Christine Catasta. „Aber ich hatte nicht vor, Karriere zu machen.“ Catasta lächelt, das Business-Outfit sitzt perfekt. Dazu edles Halstuch, dezenter Schmuck. „Bereits während des Studiums an der Wirtschaftsakademie hat es mich in die weite Welt hinaus gezogen. Es war ein Hinausbewegen aus der Komfortzone.“ Erinnerungen an die USA, Südamerika, Frankreich und Italien. Erste Kontakte mit großen Konzernen. Siemens, VOEST und Bank of America.

„Ich war fasziniert, vor allem vom wirtschaftlichen Bereich.“ Fremdsprachen werden erlernt. Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch. „Mein Vater war sehr leistungsorientiert, meine Mutter empfahl mir Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Verdiene dein eigenes Geld.“ Ein kurzes Lächeln. Gedanken an die Anfänge. PwC, damals ein kleines Team in Österreich. 12 Mitarbeiter, heute mehr als 800. Start in der Wirtschaftsprüfung. Die Heirat in jungen Jahren, die Geburt der Kinder. Jahrelange Ausbildung zur Wirtschaftsprüferin. Familie, Job, Zusatzausbildung – Dreifachbelastung. Nahezu tägliches Lernen bis in die frühen Morgenstunden. Eine anstrengende Zeit.

„Im Freundeskreis habe ich meine Arbeitsleistung heruntergespielt damit ich nicht als Rabenmutter gelte.“ Der Job macht Freude, Spaß. Jeden Tag. Der Ehemann übernimmt die Kinderbetreuung. Catasta geht zu PwC nach London und Paris. Die große weite Welt. Aufbau des Bereichs Unternehmensberatung. Eine Erfolgsgeschichte, bis heute, dank Wissen, Weitblick und Freundschaften. Vor fünf Jahren wird in diesem Bereich der Bankensektor geschaffen. Auf Initiative von Catasta. „Ich wollte, dass Deutschland und Österreich enger zusammenarbeiten.“ Gemischte Teams sind im Einsatz, eine Win-Win-Partnerschaft.

Auf die Leistung kommt es an

Dr. Christine Catasta ist allem Neuen aufgeschlossen. Das war gestern und ist auch heute noch so. Frauenförderung ist ihr wichtig. Flexible Arbeitszeiten für Mütter. Aber die Leistung muss stimmen. Bei weiblichen und männlichen Mitarbeitern. Es geht nicht um Bürostunden, es geht um Projekte. Diese müssen organisiert und erledigt werden.

„Manchmal laufen bei uns sogar Kinder durch die Gänge, mich stört das nicht.“ Rückblick. Die eigenen Schwierigkeiten Familie und Beruf zu vereinbaren. „Unsere Mitarbeiterinnen sollen es diesbezüglich leichter haben.“ Zauberwort Flexibilität: „Frauen, die Kind und Karriere kombinieren können, bleiben bei PwC. Sie tragen zum Erfolg des Unternehmens bei.“ Die weiblichen Stärken: Kaum Ellenbogentechnik, Förderung der Harmonie, Belastbarkeit.

Fit dank Sport

Ihre eigenen Kinder sind längst selbst beruflich erfolgreich. Die Tochter im Online-Marketing. „Sie ist eine typische Unternehmerin.“ Der Sohn, nach der UniCredit, nun bei Novomatic. Im Strategiebereich. „Meine Kinder sind erwachsen. Ich muss heute nicht mehr auf die Uhr schauen, kann so lange arbeiten, wie ich will. Sehr angenehm.“ Catasta greift zum Glas Wasser, trinkt einen kleinen Schluck. Mehr als fünf bis sechs Stunden Schlaf braucht sie nicht. Auch im Flugzeug kann sie abschalten und entspannen um fit zu sein für das nächste Meeting. Oder beim Sport. Golf, Skifahren, Langlaufen, Eislaufen, Tennis, Squash. Ruhe, Stillstand. Nicht ihre Sache.

Gemeinsam mit ihrem Mann, er arbeitet bei der Erste Bank, geht sie gerne auf Berge. „Ich bin viel unterwegs, aber Österreich hat mit Abstand die höchste Lebensqualität von allen Ländern die ich kenne.“ Am Wochenende steht sie früh auf. Dann wird der Haushalt erledigt. Im Haus am Semmering, an der alten Donau oder in der Berghütte auf der Gerlitzen.

„Ich mache die Arbeit gerne und ich habe es gerne schön.“ Als Kind hat sie nähen gelernt, greift bis heute zu Nadel und Faden. Speziell wenn es um die Innenraumdekoration geht. Zurücklehnen kann sich Christine Catasta, wenn es um das leibliche Wohl geht: „Mein Mann liebt es zu kochen. Er bereitet für uns die köstlichsten Speisen zu.“ Auch ihr Sohn schwingt leidenschaftlich gerne den Kochlöffel. Zuvor werden zumeist am Wiener Naschmarkt frische Zutaten gekauft. Da trifft es sich gut, dass auch bei PwC auf gute Verköstigung der Mitarbeiter Wert gelegt. Die Kantine wird von einem Koch geleitet, der sein Handwerk bei Toni Mörwald gelernt hat. 

Zur Person

Christine Catasta ist bereits seit mehr als 25 Jahren bei PwC und verfügt über umfassende Erfahrung auf dem Gebiet der Wirtschaftsprüfung von international tätigen Konzernen und in der Anwendung von IFRS und US Rechnungslegungsgrundsätzen. Seit 10 Jahren leitet und baut sie die Beratungsabteilung bei PwC auf. Sie hat große Erfahrung in den Bereichen Unternehmensbewertung, Mergers und Acquisition, Due Diligence Work und Performance Improvement, Restrukturierung und der Untersuchung von betrügerischen Handlungen.

Christine Catasta ist unter anderem Mitglied des Instituts Österreichischer Wirtschaftsprüfer, sowie Mitglied der Ethics Working Party der Fédération des Experts Comptables Européens. Sie hat ihr Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Spezialgebiet Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung absolviert und ist beeideter österreichischer Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Sie spricht fließend Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch.

Fakten zum Unternehmen

PwC Österreich verfügt über sieben Standorte in den wichtigsten Wirtschaftsräumen Österreichs. Die lokale Nähe sichert eine optimale Zusammenarbeit mit kurzen Kommunikationswegen, das globale Netzwerk von PwC Zugang zu einem internationalen Pool an Spezialisten. Damit sind etwa Kunden bei länderübergreifenden Transaktionen ebenso gut beraten wie Klein- und Mittelbetriebe in den Bundesländern. Vertrauen in der Gesellschaft aufbauen und wichtige Probleme lösen – das sieht PwC als seine Aufgabe. PwC ist ein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen in 157 Ländern. Mehr als 208.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erbringen weltweit qualitativ hochwertige Leistungen im Bereich Unternehmensprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung. 

Foto: PwC Österreich

WKÖ-Generalsekretärin Mag. Anna Maria Hochhauser im Interview mit Austrian Business Woman über Herausforderungen, die Frauenquote und den Wirtschaftsstandort Österreich.

 

Was waren 2016 die größten Herausforderungen für die WKÖ?

In den Augen unserer Mitgliedsbetriebe – das ergab eine großangelegte digitale Befragung – war die wichtigste Aufgabenstellung für die Wirtschaftskammer, Maßnahmen zur Überwindung der anhaltenden Investitionsschwäche der österreichischen Wirtschaft durchzusetzen. Hier ist uns einiges gelungen. Ende Oktober hat die Regierung ein Wirtschaftspaket mit Fokus Klein- und Mittelbetriebe auf den Weg gebracht, in dem die von der WKÖ geforderte Investitionszuwachsprämie und weitere Anreize zur Stärkung des Investitionsstandorts Österreich enthalten sind. Und auch die bereits von der Regierung beschlossene Startup-Förderung wie auch die massive Reduktion der Bankenabgabe wird positive Auswirkungen auf die Unternehmen, auf die Versorgung mit Investitionsmitteln haben. 

Prof. Elisabeth Stadler, Dr. Judit Havasi – mit einer Frau an der Spitze und einer Frau im Vorstand nimmt die Vienna Insurance Group (VIG) geradezu eine Vorbildfunktion betreffend weiblicher Führungspositionen in der Versicherungsbranche ein. Was sagen die beiden Damen im ABW-Interview dazu?

 

Sind Versicherungen ein gutes Pflaster für weibliche Karrieren? 

Elisabeth Stadler: Wir sind da eher die Ausnahme als die Regel. Versicherungen und allgemein der Finanzdienstleistungssektor, sind in der Führung noch immer klar männerdominiert. Aber es zeigt sich an immer mehr Beispielen, wir holen auf. Speziell im VIG Konzern wird auf Chancengleichheit und Frauenförderung großer Wert gelegt. 

Judit Havasi: Das stimmt. Frauen in Führungspositionen würde ich bei uns als Selbstverständlichkeit sehen. Wer die Karriereleiter erklimmen will, muss bei uns Einsatz, Motivation, Lernbereitschaft und Problemlösungskompetenz zeigen. Weder das Geschlecht noch die Herkunft sind dafür relevant.   

Bei Versicherungen geht es viel um Zahlen und Statistiken, das wird doch eher als männeraffiner Bereich gesehen. Würden Sie dem zustimmen?

Judit Havasi: Grundsätzlich schon und ich habe ursprünglich bewusst das Studium der Rechtswissenschaften gewählt, weil ich nichts mit Statistik und Mathematik zu tun haben wollte. Aber wie es so schön heißt, meistens kommt es anders… In der VIG bin ich für Solvency II, dem neuen EU-Regelwerk für Eigenkapitalausstattung, das Controlling und für Recht zuständig. Da geht es fast primär um Zahlen. Ich habe gelernt, dass Zahlen meine Freunde sind.

Elisabeth Stadler: Ich bin auch da wieder eher die Ausnahme als die Regel, denn Zahlen und Mathematik waren schon von früher Kindheit an eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Im Gymnasium bin ich sogar freiwillig einmal die Woche zur Mathematik-Olympiade gegangen.

Was macht außer viel mit Zahlen zu tun haben für Sie den Reiz aus, in der Versicherungsbranche zu sein?

Elisabeth Stadler: Ich habe mein ganzes Berufsleben, also jetzt über 30 Jahre, der Versicherungsbranche gewidmet und keinen Tag davon bereut. Versicherungen leisten eine sehr wichtige und sinnvolle Aufgabe, nämlich Menschen durch finanzielle Absicherung vor existenzgefährdenden Risiken zu schützen. Das kann gar nicht uninteressant werden. Man muss bedenken, dass sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Parameter verändern und daran gilt es auch die Produkte und Leistungen anzupassen. Das ist und bleibt aus meiner Sicht spannend.

Frau Dr. Havasi, was sehen Sie als persönliche Erfolgsfaktoren? 

Judit Havasi: Ich kam 2000 zur VIG. Ich habe einmal in einem Interview gemeint, der Start in der VIG war für mich wie Liebe auf den ersten Blick. Ich kann sagen, mir kam meine Herkunft aus Ungarn zu Gute, auch weil die Österreicher die Ungarn mögen. Ich denke Zielstrebigkeit, selbstständiges und lösungsorientiertes Arbeiten sind wichtige Faktoren für den Erfolg. Meinen Karriereweg hätte ich aber nicht vorhersehen oder so planen können. Die Rahmenbedingungen haben gepasst und ich hatte das Glück, immer Personen hinter mir zu haben, die mir großes Vertrauen und einen Vertrauensvorschuss entgegengebracht haben.

Elisabeth Stadler: Da stimme ich zu, auch mir wurde von Entscheidungsträgern viel Vertrauen geschenkt. Natürlich müssen Managementfähigkeiten, Kompetenz und Engagement vorhanden sein und diese Eigenschaften sind für Positionen wie die unseren geschlechtsunabhängig. Aber ich sage auch immer Karriere ist gesteuerter Zufall. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, spielt da manchmal eine nicht unbedeutende Rolle. 

Foto: Philipp Lipiarski

Seit Herbst vergangenen Jahres ist Lisa Weddig COO der TUI Österreich, sie verfügt über reichlich Erfahrung in der Branche. Die erfolgreiche Touristikerin im ABW-Talk.

 

Jänner 2016 – Seit Herbst vergangenen Jahres ist Lisa Weddig COO der TUI Österreich. Ihr Aufgabengebiet ist breit gefächert. „Als COO (Chief Operating Officer) bin ich für das touristische Geschäft des Veranstalters verantwortlich. Dazu gehören sowohl der Flugeinkauf als auch Zielgebietsentwicklung, das Katalogpricing und untersaisonale Steuerung sowie Disposition unserer Kapazitäten. Ebenso verantworte ich die Marke GULET und treibe TUI MAGIC LIFE in Österreich voran. Zu meinen Teams zählt auch das Gruppenreisengeschäft, das besonders geeignet ist, um neue Potentiale zu finden. Neben Produkt und Flug verantworte ich noch die Servicebereiche, dazu gehören das Servicecenter als Erstkontakt und Möglichmacher für Reisebüroanfragen und der Kundenservice zur Nachbearbeitung, wenn im Urlaub mal etwas anders als geplant gelaufen ist. Als Geschäftsführerin bin ich natürlich auch für die strategische Entwicklung des Unternehmens verantwortlich und kümmere mich um Organisationsentwicklung.“

Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter

Ihre Begeisterung für das Unternehmen ist hörbar. „Die TUI ist ein internationaler Konzern mit mehr als 75.000 Mitarbeitern. Uns zeichnet ein riesen Produktangebot auf der ganzen Welt aus. Diese Internationalität spüren wir täglich im Arbeitsleben, auch weil wir über Grenzen hinweg mit Kollegen  aus verschiedenen Ländern zu tun haben. Auch über Social Media, Newsticker und Videobotschaften erfahren wir jede Woche aktuelle Themen aus allen Quellmärkten. Diese Vernetzung ist in vielen Themen ein großer Vorteil." „Ein so großer Konzern, so Weddig, "gibt auch Sicherheit, sowohl den Mitarbeitern als auch Kunden.

Mag. Dr. Susanne Baumann-Söllner ist seit etwas mehr als drei Jahren Vorständin der IAKW-AG die das Austria Center Vienna betreibt. Das Erfolgsrezept der Powerfrau sind Großkongresse. 

 

Wie viele Veranstaltungen/Kongresse finden durchschnittlich pro Jahr im Austria Center Vienna statt?

Das Austria Center Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Meetingräumen und verfügbaren 22.000 m2 Freiflächen das größte Kongress- und Veranstaltungszentrum in Österreich für bis zu 20.000 Teilnehmern. Unser Kerngeschäft ist die Abwicklung von internationalen Großkongressen mit bis zu 20.000 Personen – vorwiegend aus dem medizinischen Bereich – und internationalen Firmenkundenveranstaltungen. Zusätzlich finden bei uns viele nationale Veranstaltungen – von Firmentagungen über Messen, Hauptversammlungen oder Galaveranstaltungen statt. Durchschnittlich sind das pro Jahr rund 150 bis 200 Veranstaltungen mit insgesamt 150.000 Teilnehmern.

Sie startete ihre Laufbahn bei der Wiener Städtischen Versicherung AG im Jahr 2002. Sieben Jahre später wurde sie Vorstandsdirektorin. Dr. Christine Dornaus im ABW-Gespräch über Vorsorge und ihre Karriere.

 

Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation der Versicherungsbranche?

Die österreichische Versicherungsbranche ist sehr gut für die kommenden Aufgaben vorbereitet. Die historisch extrem niedrigen Zinsen sind allerdings eine große Herausforderung. Die Wiener Städtische als eine der größten Versicherungen des Landes hat in der Veranlagung einen sehr langen Atem. Konkret heißt das, dass wir festverzinsliche Anleihen im Deckungsstock haben, die noch deutlich höhere Zinsen abwerfen als zum Beispiel neu aufgelegte deutsche oder österreichische Bundesanleihen.

Wie sicher sind Versicherungen?

Versicherungen sind es seit jeher ein stabiler Wirtschaftszweig, weil sie sehr vorsichtig mit Risiken umgehen. So musste keine einzige Versicherung während der jüngsten Finanzkrise vom Staat aufgefangen werden, sie waren auch da ein Fels in der Brandung. Die Wiener Städtische hat in ihrer mehr als 190-jährigen Geschichte schon zwei Weltkriege und mehrere Währungsreformen und zahlreiche Konjunkturschwankungen überlebt. Und wir sind auch für die Zukunft sehr gut gerüstet.

„Ich mag es, wenn Bewegung da ist“ – Mag. Silvia Emrich im ABW-Talk über kontinuierliches Lernen und weibliche Führungskräfte.

 

Was zeichnet einen guten Finanzvorstand aus?

Ein guter Finanzvorstand verleiht dem Unternehmen Stabilität, Nachhaltigkeit, sichert dessen Finanzkraft und gewährleistet gesundes profitables Wachstum. Er gestaltet außerdem die strategische Ausrichtung des Unternehmens entscheidend mit. Neben Finanzkompetenz und analytischen Fähigkeiten ist zukunftsorientiertes und strategisches Denken ein wichtiges Merkmal. Ebenso eine umfassende Kenntnis der eigenen Organisation, aber auch der Branche, in der das Unternehmen tätig ist und des Mitbewerbs.

Über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu sein, ist entscheidend, um Chancen für das Unternehmen aufzuzeigen. Die finanzielle Bewertung jener Chancen im Rahmen von vorausschauenden Planungsrechnungen und validen Business Cases ist eine wichtige Grundlage für eine fundierte Entscheidungsfindung. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das einfache und verständliche Darlegen komplexer Finanzthemen. Nicht zuletzt ist auch kosteneffizientes Denken ein entscheidendes Merkmal, um den Erfolg eines Unternehmens langfristig zu sichern.   

Durch soziale Kompetenz und integres, verantwortungsvolles Handeln zum Wohle des Unternehmens genießt ein guter Finanzvorstand das Vertrauen seines CEOs, der MitarbeiterInnen, Aktionäre und übrigen Stakeholder.   

Wie unterstützt die Zürich Versicherung weibliche Mitarbeiter in Bezug auf Familie und Karriere? 

Im Finanzbereich hat der Großteil der Mitarbeitenden Familie mit Kindern, wobei die Anzahl der jungen Mütter und Väter in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen wir beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle mit der Möglichkeit zur schrittweisen Stundenerhöhung sowie Heimarbeitstage. 

Was lieben Sie an Ihrer Tätigkeit besonders? 

Der Finanzbereich ist insofern spannend, als alle Vorgänge des Unternehmens in den Finanzen transparent werden. Als CFO ist man in die verschiedensten Aktivitäten eingebunden – seien es Projekte, Investitionsentscheidungen, strukturelle und organisatorische Änderungen, Strategieentwicklung und Planung. Das „Gestalten können“ war mir immer sehr wichtig. Durch langfristiges Planen und strategisches Arbeiten kann man die Zukunft des Unternehmens aktiv mitbestimmen und beeinflussen. 

Wie erholen Sie sich vom Job? 

Meine Familie und mein großer Freundeskreis spielen hier eine wichtige Rolle. Zusätzlich ist regelmäßiger Sport für mich das effektivste Mittel zur Entspannung und Ausgeglichenheit. Ich trainiere mindestens zweimal wöchentlich im firmeneigenen Fitnesscenter. Dies ist fix reserviert in meinem gedrängten Terminkalender. 

Ein intensives Training, bei dem ich ganz auf mich und meinen Körper konzentriert bin, macht meinen Kopf so richtig frei von beruflichen Themen. Danach bin ich entspannt und fühle mich wohl - genau das Richtige nach einem anstrengenden Arbeitstag!              

Welche Branche stellt, neben Ihrer eigenen, Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung für Frauen dar?

Meiner Ansicht nach liegt die Herausforderung für Frauen weit weniger als in der Vergangenheit in der Branche begründet. Mittlerweile rücken immer mehr Frauen in vielen Branchen in die Führungsebenen vor und durchbrechen Männerdomänen. Der Anteil an weiblichen Führungskräften ist zwar nach wie vor nicht groß, aber ein Fortschritt ist schon erkennbar.

Meines Erachtens ist die größte Herausforderung für Frauen auf ihrem beruflichen Karriereweg noch immer die Vereinbarkeit mit Familie und Kindern, mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben und einen eigenen, persönlichen Führungsstil zu entwickeln - mit einer weiblichen Note. Da geht es vor allem darum, authentisch zu bleiben und nicht männliche Rollenbilder nachzuahmen. Von Vorurteilen und Klischees darf man sich überdies nicht abschrecken lassen. 

Was möchten Sie noch erreichen?

Grundsätzlich bin ich immer daran interessiert, mich fachlich wie persönlich weiter zu entwickeln. Dazu gehört eine kritische Selbstreflexion und kontinuierliches Lernen. Lernen und Weiterentwicklung kann beispielsweise die Erweiterung des Aufgabengebiets oder die Übernahme eines völlig neuen Verantwortungsbereichs bedeuten. Die Finanzthemen sind für mich aber generell sehr spannend geblieben und werden mich auch weiterhin fesseln, aber ich mag es, wenn Bewegung da ist.

Mag. Silvia Emrich ist CFO (Vorstand Finanz- und Rechnungswesen) der Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft. 

Foto: Zürich Versicherung

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Helga Freund wusste offenbar früh, wohin die Reise gehen soll. Mehr darüber hat sie ABW erzählt.

„Nach meiner Schulausbildung habe ich das Tourismus College besucht und anschließend bei einem Reiseveranstalter, der im Outgoing Bereich tätig ist, in verschiedenen Abteilungen Erfahrungen gesammelt. Weil ich mich weiterentwickeln wollte habe ich dann zu Eurotours gewechselt um dort neben Outgoing auch im Incoming tätig zu werden. Vom Hoteleinkauf, über Vertrieb, Operations bis zum Aufbau des damals jungen Geschäftsfeld Direktvertrieb durfte ich alles verantworten.
 
Also, alles von der Pike auf lernen und aktiv gestalten. Dadurch ist Tourismus zu meiner großen Leidenschaft geworden“. Ihre Aufgabe als CCO macht ihr richtig Freude: „Reisen ist positiv besetzt. Diese positive Assoziation in touristische Konzepte umsetzen zu können, ist eine der spannendsten Herausforderungen die man sich beruflich stellen kann. Produkte zu entwickeln, Qualität sicher zu stellen, nachhaltige Kundenbindung zu betreiben, macht viel Freude. Da ist kein Arbeitstag wie der andere. Da wird es nie langweilig. Unsere rund 400 Mitarbeiter haben ein Durchschnittsalter von 33 Jahren. Das bedeutet: Bei uns geht es jung, dynamisch und motiviert zu. Das alles macht den Reiz einer tollen Aufgabe aus.“

Ansporn und Verpflichtung
Eurotours arbeitet im B2B-Bereich mit 1200 Reiseveranstalter in 60 Ländern zusammen und ist einer der führenden Direktreiseveranstalter in Mitteleuropa. Vertreten in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Tschechien und Polen: Vom Familienurlaub über Wellness Reisen, Kreuzfahrten, Städtereisen, Fernreisen, Winter-und Badeurlaub hat das Unternehmen nahezu alles.
 
Angeboten werden Vertriebslösungen sowie Reisepakete für touristische Unternehmen und Busreiseveranstalter an. „Bei Kunden- und Vorteilsprogrammen für Handels- und Tankstellenketten, Banken und im Bereich Media sind wir auch sehr erfolgreich. Wir organisieren maßgeschneiderte touristische Lösungen für Vereine, Gewerkschaften, Kirchen und Sozialwerke. Wir arbeiten ständig an innovativen Produkten. Unsere Reiseangebote  sind preisgünstig und auf qualitativ hohem Niveau. Sie werden sehr gut angenommen. Noch ein weiteres Lob erhalten wir von unseren Kunden: Kundenzufriedenheitswerte von 97 Prozent zeichnen unsere Arbeit aus. Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich und muss ständig aufs Neue erkämpft werden.“

Immer einen Schritt voraus
Als Geschäftsführerin Touristik ist Helga Freund für Einkauf, Business Development, Vertrieb, Produktion und Operations verantwortlich. „Sich ständig auf verändernde Marktentwicklungen im Tourismus einzustellen und intelligente Produkte zu entwickeln, als Trendsetter im Markt den Wettbewerbern immer einen Schritt voraus zu sein, ist nicht nur eine anspruchsvolle Aufgabe sondern bringt auch Spaß. Besonders wenn man den Erfolg dann auch an unseren guten Geschäftsergebnissen sieht.“ Auch 2014 konnte das Unternehmen den Umsatz wieder steigern: „Wir wachsen kontinuierlich und sind zufrieden.“

„Deutschland macht Urlaub“
2015 ist der Fokus darauf ausgerichtet, die Marke Post Reisen in Deutschland auszubauen. „Wir starten mit rund 400 Reiseangeboten, die auf der Homepage www.postreisen.de ständig aktualisiert  werden und buchbar sind. Zug um Zug wollen wir dieAngebote weiter ausbauen. Wir haben das Projekt seit Anfang des Jahres in einigen, ausgewählten Regionen in Deutschland gestartet. Dadurch erreichen wir zur Zeit zehn Millionen Haushalte. Ziel ist es nach der Startphase das Projekt auf ganz Deutschland auszudehnen. Dann reden wir über alle deutsche Haushalte und 80 Millionen Einwohner. Wir wollen attraktive, preiswerte Reisen bequem von zu Hause aus buchbar machen. Unser mit der Deutschen Post DHL entwickelter Slogan lautet: „Deutschland macht Urlaub“. Mit diesem Anspruch ist alles gesagt.“ Daneben werden insbesondere in Tschechien und Polen die Direkvertriebs-Aktivitäten weiter ausgebaut. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Forcierung des weiteren Ausbaus der Internet Plattform justaway.com in Deutschland und Polen sein.
 
Foto: Ruefa/Jürg Christandel

 

Was in den vergangenen Jahren immer stärker propagiert wird, Elisabeth Orasche hat es bereits vor längerer Zeit gemacht: Eine Lehre war der Beginn ihrer Karriere in der Reisebranche.

Das allein aber ist noch kein Erfolgsgarant, dazu gehört noch viel mehr – was genau und noch einiges mehr erzählt sie Austrian Business Woman.

„Mit viel Liebe zu meinem Beruf, ständigem Einsatz und ein wenig Glück holte mich eine Person, die das vollste Vertrauen in mich setzte, in die Verkehrsbüro Group“, das war, erzählt Sissy Orasche, der Beginn ihrer Karriere in einem Konzern, welcher Marktführer im Bereich Leisure Touristik – mit 120 Reisebüros unter der Marke „Ruefa“ in ganz Österreich ist.

Karriere mit Lehre
Was heute propagiert wird, Elisabeth Orasche hat es vor einigen Jahren schon vorgemacht: Karriere mit Lehre! Heute leitet sie bei Ruefa den Bereich Steiermark und Kärnten und verantwortet damit 20 Filialen. Die Ausbildung allein allerdings wäre für eine solche Karriere allerdings zu wenig gewesen. Eine wesentliche „Zutat“ ihres Erfolgs war und ist die Liebe zum Beruf: „Durch ständiges Interesse an fremden Ländern und Kulturen und der Umgang mit Menschen wurde dieser Beruf zum Hobby. Jede freie Minute wurde dafür genutzt um den Kunden die schönsten Tage im Jahr, sprich Urlaub, so zu vermitteln, dass sie in ewiger Erinnerung bleiben.“

Geschenk und harte Arbeit
Nach der Tätigkeit im Verkauf und als Büroleiterin „schnupperte“ Orasche ich als Regionalleitung in den Veranstalterbereich.  „Zwei Jahre danach holte man mich zu RUEFA als Regionalleiterin und als Geschäftsführerin der Kärntner Reisebüros. Dafür tätig zu sein, war und ist für mich eine tolle Herausforderung und der Erfolg ist ein Geschenk, eingepackt in harte Arbeit. 

Berufung
Leidenschaft, Liebe und Begeisterung sind für Orasche die wichtigsten Indikatoren für Glück, Freude und Erfolg im Beruf.“Ich betrachte meine Arbeit nicht als Last oder Pflicht, sondern als Berufung. Mein Tag ist ausgefüllt mit Umsatz und Ergebnisplanung, Erreichung der Ziele,Mitarbeiterführung und Kommunikation. Regionsorganisation und Controlling, Verkaufsförderung-Steuerung, Mitarbeiterförderung und Qualifikation, Planung von Meetings und Veranstaltungen, Beschwerdemanagement, Personalsuche, Kundenakquise etc. und bin ich ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen.“

Erfolgsrezept
Um in ihrer Branche erfolgreich zu sein bedarf es einiges: „Eine derart abwechslungsreiche Tätigkeit verlangt ein enormes Fachwissen. Ein freundliches, offenes Wesen, großes Interesse am Reisen sowie an Menschen und Kulturen, genaues Arbeiten mit Liebe zum Detail, eine gute Auffassungsgabe und Organisationstalent sind wichtige Voraussetzungen. Wichtig ist allerdings auch, die Fähigkeit mit einer gewissen Arbeitsbelastung und mit Stress umzugehen, sowie selbständiges Arbeiten, hohe Effizienz und Einsatzbereitschaft.

Neue Reisebürogeneration
Die Verkehrsbüro Group ist als Österreichs führender Tourismuskonzern seit über 95 Jahren erfolgreich. Motto: Der Urlaub beginnt im Ruefa-Reisebüro Für ihren Arbeitgeber ist sie auch nach vielen Jahren immer noch Feuer und Flamme:  „Ruefa stellt mit seiner führenden Marktpräsenz und den Filialen in allen Bundesländern die Nähe zum Kunden.
 
Als einziger Anbieter in Österreich hat Ruefa ein Zertifizierungsprogramm für ihre Reisebüroberater implementiert. Die Zertifizierung stellt unternehmensweit überdurchschnittlich hohe Qualitätsstandards in der Kundenberatung sicher. In Fachseminaren werden die wichtigsten Kenntnisse und Qualifikationen für die Tätigkeit als Reiseberater vermittelt. Das Spektrum reicht von Destinationsschulungen über Reiserecht, Verkaufsseminare bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung. Ruefa steht für die außerordentliche Qualität einer neuen Reisebürogeneration. Alle Reiseberater werden umfassend ausgebildet, die Kundenberatung ist zertifiziert“, sagt Orasche.

Hohe Ansprüche
Orasche hat an sich und ihr Team hohe Ansprüche, was die Erfüllung der Kundenwünsche betrifft: „Als modernes Dienstleistungsunternehmen wollen wir die Erwartungen unserer Kunden mit höchster Qualität und Professionalität übertreffen und agieren mit ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung. Den Unternehmenserfolg sichern wir nachhaltig durch herausragende Leistungen unserer bestens ausgebildeten Mitarbeiter.
 
Die strategischen Unternehmensziele und Werte  sind im Unternehmensleitbild zusammengefasst, in dessen Zentrum Kundennähe und professionelle Kundenberatung  stehen. Unsere tägliche Arbeit bestimmen höchste Dienstleistungsqualität, Teamgeist, Zielorientierung und Innovationsfreude.“ Zielgruppe von Ruefa sins, so Orasche Menschen, welche das Vertrauen in das Reisebüro setzen und auf Sicherheit und Qualität achten.

Dem Alltag entfliehen
Und die Trends? Was wollen die Kunden heuer? Laut Ruefa-Umfrage wollen 90 Prozent der Österreicher vor allem eines: verreisen und dem Alltag entfliehen. „Ob Städtereise, Aktivurlaub, eine zwei Ländertour oder Rundreise, Reise-Kombinationen per Schiff, Bus oder Flugzeug liegen im Trend. Die kulturelle Vielfalt im Zuge von Studien und Intensivreisen stehen hoch im Programm. Städtereisen mit Party, Shopping, Kultur und Romantik. Bade und Strandurlaub beliebter denn je. Erholung steht ganz oben auf der Liste.“

 

Seit dem Vorjahr (Juni 2014) steht Petra Nocker-Schwarzenbacher an der Spitze der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Mit ABW spricht sie Klartext über Beamte und Bürokratie.

Ein erstes Resümee als Obfrau?
Es ist schön, sagen zu können: Ich bereue diesen Schritt sicherlich nicht. Viel Freude an der Arbeit, aber auch viele Termine, dafür aber gute Gespräche. Doch abgerechnet wird bekanntlich erst am Schluss. Ich weiß, dass wir auf einem sehr guten Weg sind! Erst zu Beginn dieses Jahres haben wir unser 8- Punkte Programm für einen nachhaltigen Erfolg der Tourismus- und Freizeitwirtschaft präsentiert, in dem die Schwerpunkte meiner Arbeit definiert werden. Themen wie die Verbesserung des Image der Branche, Entbürokratisierung, Betriebsübergaben, die Senkung der Arbeitskosten sind nur einige meiner Themen für die nahe Zukunft.

Wie steht es um die heimische Tourismus und Freizeitwirtschaft?
Wir sind seit jeher eine Wachstumsbranche mit Standort und Arbeitsplatzgarantie, wir sind ein verlässlicher, krisenresistenter Motor für die österreichische Wirtschaft,- und werden trotzdem nicht entsprechend wertgeschätzt. Ich sehe es daher auch als meine Aufgabe an, die Freude am und mit dem Tourismus in Österreich wieder spürbar und sichtbar zu machen, sie neu zu entfachen. Wir müssen darauf schauen, dass unsere Jugend die Begeisterung am Tourismus beibehält, dass die Betriebe, die Regionen und Destinationen sich weiterentwickeln können, und dass damit die Attraktivität für die Gäste wahrgenommen wird und steigt. Österreich ist nicht von ungefähr einer der beliebtesten Lebensplätze der Welt - und nicht zuletzt deshalb haben wir auch in Zukunft hervorragende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Tourismus – auch in der nächsten Generation.

Womit hat die Branche am meisten zu kämpfen?
Ganz oben steht hier sicher der enorme Bürokratieaufwand für unsere Betriebe, der viel Zeit und Geld kostet! Es gibt viele regulative Maßnahmen, die durchaus Sinn machen. Immerhin sind wir im Report der wettbewerbsfähigsten Tourismusdestinationen der Welt (erstellt vom World Economic Forum im Davos) auf Platz drei und bei der touristischen Infrastruktur sogar Weltmeister. Das hat sicher auch damit zu tun, dass bei uns die Auflagen sehr streng sind und nicht jeder das machen kann, was er will. Aber, es kann nicht sein, dass sich Beamte jeden Tag etwas Neues einfallen lassen, um uns zu reglementieren und zu kontrollieren. Wenn ich beispielweise an den enormen Aufwand für uns Gastronomen bei der Kennzeichnung allergener Stoffe denke oder die aufgebrachte Idee der Registrierkassenpflicht - alleine die Neuanschaffungskosten würde für die Betriebe der Tourismus und Freizeitwirtschaft rund 95 Millionen Euro an Kosten bedeuten!

Wie können sie, wie kann die WKÖ, die Betriebe unterstützen?
Die Interessen der Mitglieder stehen für mich an erster Stelle. Ich bin selbst Unternehmerin und habe mit 28 Jahren einen Betrieb übernommen und ausgebaut. Somit weiß ich auch aus der eigenen Erfahrung, was unsere Mitglieder beschäftigt. Gründung, Übernahme, behördliche Auflagen, Mitarbeiterführung, Förderungen, Tourismuswerbung und vieles mehr. Für mich bedeutet diese Funktion eine große Verantwortung zu tragen. Aber wie auch immer: Ich setze mich mit voller Kraft für die Anliegen der Branche ein und am Ende des Tages zählt nur, ob wir erfolgreich waren.

Zur Person
Die Salzburger Hotelierin Petra Nocker-Schwarzenbacher ist seit 1. Juni 2014 Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ. Sie absolvierte die Hotelfachschule in Bad Hofgastein und führt seit 1992 den elterlichen Betrieb in St. Johann im Pongau, den sie zu einem Vier-Sterne-Betrieb mit 110 Betten ausgebaut hat.
 

Foto: Helge Kirchberger

 

Seit vier Monaten ist Elisabeth Stadler Generaldirektorin der Donau Versicherung. Sie führt ein Unternehmen mit rund 1.400 Mitarbeitern.

 

Was sind die Stärken der Donau Versicherung?
Die Donau Versicherung existiert seit  knapp 148 Jahren und steht für eine traditionsreiche und erfolgreiche Entwicklung. Eine unserer großen Stärken ist die intensive regionale Verankerung. Österreichweit sind über 1.400 Mitarbeiter in unseren neun Landesdirektionen und Geschäftsstellen tätig. Unser regionaler Fokus heißt auch sehr kundenorientierte Beratung und gute persönliche Kundenbeziehungen zu den knapp 900.000 Kunden.

Was können sie den Versicherten bieten?

Unser Slogan lautet „flexibel wie das Leben“, das trifft nicht nur auf Produkte und Beratung zu, sondern auch ganz spezifisch auf die Mitarbeiter und unsere Unternehmenskultur. Die Donau Mitarbeiter zeichnet eine sehr ausgeprägte Teamkultur und Kundenorientiertheit aus. Ein Vorteil ist unser breites Produktangebot. Wir bieten alle Sparten an, sprich wir können die Kunden umfangreich gegen alle Risiken sowohl privat als auch gewerblich absichern.

Was sind ihre Ziele für 2015 fürs Unternehmen?
Das gesamte vierköpfige Vorstandsteam ist neu und wurde erst im September 2014 formiert. Wir alle sind sehr motiviert und haben viel vor. Für 2015 gilt es eine neue Positionierungsstrategie für die Donau Versicherung festzulegen. Wir wollen an unserem Profil arbeiten. Wofür steht die Donau, was haben die Kunden für Vorteile, wenn sie bei uns versichert sind. Da wurden Stärken bisher zu wenig nach außen betont.    

Was war für sie das Highlight im Jahr 2014?

Persönlich sicher der Wechsel von der Führungsspitze der ERGO zur Donau. So einen Schritt überlegt man sich gut. Andererseits war der Anreiz für mich sehr groß, einem so traditionsreichen Unternehmen, inmitten der größten Versicherungsgruppe Österreichs als Generaldirektorin anzugehören.   

Wie erging es ihnen seit ihrem Wechsel?

Ich bin von meinem jungen Vorstandsteam und allen Kolleginnen und Kollegen sehr nett aufgenommen worden. Das ist schon einmal eine wichtige Basis, um sich den neuen Herausforderungen sehr motiviert stellen zu können. Derzeit sind meine Arbeitstage sehr intensiv, da wir natürlich extrem viele Ideen haben und möglichst rasch konkrete Konzepte erarbeiten und umsetzen wollen. Ich freue mich auf die ersten Erfolge.  

Sie sind seit über 30 Jahren in der Branche tätig: Ist es für sie immer noch spannend und warum?

Ich habe mein ganzes Berufsleben der Versicherungsbranche gewidmet und keinen Tag davon bereut. Versicherungen leisten eine sehr wichtige und sinnvolle Aufgabe, nämlich Menschen durch finanzielle Absicherung vor existenzgefährdenden Risiken zu schützen. Das kann gar nicht uninteressant werden. Denn in all den  Jahren galt und gilt es weiterhin die Produkte und Leistungen an die sich ändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Parameter anzupassen.    

Warum versuchen Versicherungen - auch die Donau - Frauen als Mitarbeiterinnen zu gewinnen?

Wir sind derzeit generell auf der Suche nach qualifizierten Beraterinnen aber auch Beratern im Außendienst. Der persönliche Kontakt zum Kunden hat für uns immer noch Priorität.  Gerade wenn es um so komplexe und vertrauliche Themen wie Finanzen geht. Wir würden uns mehr Frauen in der Beratung wünschen, weil Frauen im Vergleich zu Männern als einfühlsamer gelten und besser auf den Kunden eingehen können. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für die Versicherungsberatung. Denn die Zeiten, wo der Verkauf im Vordergrund stand, sind längst vorbei. Heute zählt in erster Linie, genau den individuellen Bedarf der Kunden im Gespräch zu eruieren und dazu dann die passenden Produkte anzubieten.   

Welche Bedeutung haben Versicherungen in der Wirtschaft?

Volkswirtschaftlich haben Versicherungen einen sehr hohen Stellenwert. Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe keine Versicherungen und tausende Schäden wie das abgebrannte Haus, der Autounfall mit Leistungsforderungen von Schwerverletzten in Millionenhöhe, das unerwartete Ableben eines mehrfachen Familienvaters, die drohende Insolvenz des Unternehmens wegen unerwartet langer Betriebsunterbrechung, dann müssten diese von den Betroffenen aus der eigenen Tasche bzw. den Ersparnissen gedeckt werden. Das wäre für die meisten Betroffenen allein nicht finanzierbar und volkswirtschaftlich kritisch. Das Risiko eines Einzelnen auf eine größere Gefahrengemeinschaft zu übertragen und dafür Prämie zu bezahlen, ist seit Jahrhunderten ein bewährtes System. Versicherungen sind außerdem einer der größten Arbeitgeber und Investoren des Landes.    

Vor welchen Herausforderungen steht die Versicherungsbranche?

Ich sehe da fünf Punkte. Erstens die allgemeine wirtschaftliche Herausforderung.  Die anhaltend schwache Konjunktur  lässt die Menschen genauer überlegen, wo und wie sie investieren. Wir sind aufgefordert, noch intensiver den Menschen die Notwendigkeit privater Absicherung und deren Sicherheit zu verdeutlichen. Die uns anvertrauten Gelder sind durch sehr strenge gesetzliche Regelungen gesichert. Zweitens branchenspezifisch, da wir schon derzeit eine  hohe Versicherungsdichte  haben und somit in einem intensiven Wettbewerb untereinander stehen. Potential gibt es ganz klar noch in der Lebens- und Unfallversicherung sowie in der Gewerbeversicherung. Die heimischen Unternehmen sind nach unseren Erkenntnissen nicht ausreichend abgesichert. Drittens die technischen Anforderungen. Die Serviceerwartungen der Kunden und Partner steigen durch die moderne Kommunikationstechnologie stetig. Viertens die sehr ressourcenaufwendigen regulativen Änderungen wie Solvency II zur Berechnung der Eigenkapitalausstattung, Änderungen im Versicherungsvertragsgesetz usw.. Fünftens  zwingt uns die Niedrigzinspolitik unsere Kostenstrukturen zu überprüfen und neue Produktvarianten in der Lebensversicherung zu überlegen. Die Donau Versicherung bietet bereits seit Frühjahr 2013 mit dem Smart Garant eine Lebensversicherung ohne Garantiezins, dafür mit 100%iger Bruttoprämiengarantie an.

Hat die klassische Lebensversicherung demnächst ausgedient?

Keineswegs, wir werden auch weiterhin die klassische Variante mit Garantiezins anbieten. Wichtig ist die Abdeckung der biometrischen Risiken stärker hervorzuheben, sprich zum Beispiel eine lebenslange Rente zahlen zu können und diese Jahrzehnte im Voraus berechnen zu können. Risikoabsicherung ist die Quintessenz der Lebensversicherung, nicht die Erzielung einer möglichst hohen Rendite. Das stand leider in den Phasen der Hochkonjunktur im Vordergrund. Unternehmen mit hoher Risikotragfähigkeit wie es auch die Donau Versicherung  ist, werden auch in Zukunft weiterhin Garantien geben können.

Wie erklären Sie sich den medialen Abgesang auf die Lebensversicherung?

Weil wir gewohnt sind in Renditen zu denken statt in Risikoabsicherungen. Natürlich sind die Renditen in der Lebensversicherung derzeit nicht üppig. Aber niemand bringt zur Sprache, dass wir früher Renditen von sechs oder sieben Prozent hatten, dafür aber Teuerungsraten von fünf und sechs Prozent. Jetzt haben wir eine Inflationsrate unter 2 % und stehen bei  3,25 % Gesamtverzinsung für die klassische Lebensversicherung, davon sind ab 2015 1,5 % garantiert. Und was es zusätzlich zu betonen gilt: Die von uns veranlagten Kundengelder sind Sondervermögen in eigenen Deckungsstöcken veranlagt und würden im Extremfall eines Konkurses nicht in die Konkursmasse fallen. Der Deckungsstock muss überdies nach strengen gesetzlichen Regeln und Bestimmungen extrem risikoarm veranlagt werden. Diese besonderen Sicherheiten die nur wir Versicherungen bieten, sollten auch berücksichtigt werden, wenn über die Attraktivität von Lebensversicherungen diskutiert wird.

Ich nehme an, Sie haben selbst auch mit einer Lebensversicherung vorgesorgt?

Natürlich und zwar reichlich. Ich wäre eine schlechte Kauffrau, würde ich meine Ware nicht selbst schätzen und kaufen. Ich bin da sicher kein Maßstab für die Allgemeinheit, denn ich besitze eine breite Palette von Lebensversicherungen, von klassisch und staatlich gefördert bis hin zur fonds- und indexgebundenen. Ich bin grundsätzlich in der Veranlagung meines Geldes sehr konservativ unterwegs und da passen Lebensversicherungen perfekt ins Portefeuille.
 
Foto: VIG

 

Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner verrät im ABW-Talk, warum nicht nur das neue staatliche Pensionskonto Anlass sein sollte, sich intensiv mit der eigenen Zukunftsvorsorge zu beschäftigen.

 

Raiffeisen OÖ hat mit der Vorsorge-Beratung eine groß angelegte Offensive gestartet. Warum ist ihnen dieser Bereich so wichtig?
Wir wissen aus den unzähligen Kundengesprächen, die wir bei Raiffeisen Oberösterreich pro Jahr führen, dass die finanzielle Altersvorsorge sowohl bei Erwachsenen als auch bei Jugendlichen ein zentrales Thema ist. Als wichtigster finanzieller Nahversorger sehen wir es als unsere Verpflichtung an, mit unseren Kunden gemeinsam eine individuelle Strategie zu entwickeln um optional für die Zukunft vorzusorgen.

Stichwort neues staatliches Pensionskonto: Was bedeutet das für jeden einzelnen?
Das neue staatliche Pensionskonto bringt jetzt erstmals Klarheit und Transparenz. Es zeigt ganz genau, wie hoch der bisher erworbene Pensionsanspruch ist. Auf dieser Basis lässt sich hochrechnen, wie groß der Unterschied zwischen Einkommen und Pensionshöhe bei Pensionsantritt sein wird. Unsere Erfahrungswerte zeigen, dass die Höhe der staatlichen Pension in den überwiegenden Fällen nicht dem entspricht, was sich die Menschen als Einkommen im Alter wünschen. Zusätzlich sind damit auch viele Unsicherheiten verbunden, was z.B. den Nachkauf von Versicherungszeiten betrifft. Daher bieten wir jetzt bei Raiffeisen OÖ eine umfassende Vorsorge-Beratung an, die Klarheit schafft, was nun wirklich zu tun ist, damit man später seine Wunsch-Pension erhält.

Mit der Vorsorge-Beratung zur Wunsch-Pension – wie kann man sich das vorstellen?
Die Vorsorge-Beratung wird kostenlos von unseren Spezialisten in den Raiffeisenbanken durchgeführt. Bei dieser Beratung wird der zu erwartende Pensionsanspruch ermittelt und eine eventuell bereits bestehende, private Vorsorge ermittelt. Im Gespräch wird dann ein realistischer Plan für die Zukunft erstellt. Die Differenz zwischen der staatlichen Pension und der Wunschpension ist der Vorsorge-Bedarf. Um diesen zu decken, entwickeln unsere Spezialisten einen umfassenden strategischen finanziellen Plan, der sich an den individuellen Zielen und Bedürfnissen jedes einzelnen Kunden orientiert. Dieser beinhaltet aufeinander abgestimmte Vorsorgelösungen, die den Kapitalaufbau für die später gewünschte private Zusatzpension ermöglichen.

Was beinhaltet eine richtige Vorsorgelösung?
Welche Vorsorgeprodukte zum Einsatz kommen, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Absicherungswunsch, der Risikobereitschaft und der Laufzeit ab. Man muss auch nicht gleich seinen gesamten errechneten Vorsorge-Bedarf decken. Generell gilt aber: Je früher, desto besser! Denn schon mit kleinen monatlichen Beträgen kommt bei einer entsprechenden Laufzeit ein ansehnliches Kapital zusammen. Zusätzlich empfehlen wir in regelmäßigen Abständen den Vorsorge-Bedarf unter Einbeziehung des aktuellen Standes des staatlichen Pensionskontos und der aktuellen Lebenssituation neu zu berechnen, um die Vorsorge schrittweise zu erweitern und zu optimieren.
 
Foto: RLBOÖ

 Seit über 30 Jahren ist Ulrike Marinoff für die Stadt Wien tätig. Anfang der 90er Jahre, nach der Geburt ihrer Tochter, wurde sie zum PID versetzt.

 

Anfangs hatte sie wenig Freude damit. Das hat sich bald geändert: „Ich habe sehr schnell begriffen, dass mir nichts Besseres passieren konnte.“ Ulrike Marinoff über ihren vielfältigen Aufgabenbereich, die Vielfalt an Kommunikationsmöglichkeiten, ihren Führungsstil und wie sie Erfolg definiert.

Wie kamen sie zum PID?
Ich hatte 1990 meine Tochter zur Welt gebracht und bin nach der damals möglichen einjährigen Karenzzeit  in den Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (PID) – vorerst auf ein halbes Jahr zur Probe – versetzt worden. Damals war es nämlich noch nicht üblich, dass man nach einer Babypause wieder an seinem vorherigen Arbeitsplatz zurückkehren konnte.

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