Interviews

Ein ABW-Gespräch mit Dipl. Ing. Sigrid Oblak, seit zehn Jahren Geschäftsführerin der Wien Holding, über Geschäftshighlights, ihre Erwartungen an die Politik und Pläne für dieses Jahr.

 

Sind Sie zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2019 gewesen?

Wir sind sehr zufrieden. Wir gehen davon aus, unser Rekordergebnis vom letzten Jahr nicht nur zu halten, sondern weiter steigern zu können. Im Jahr 2018 konnten wir ja das beste Ergebnis unserer Unternehmens­geschichte vorlegen mit rund 552 Millionen Euro Umsatz im Gesamtkonzern, einer Bilanzsumme von rund einer Milliarde Euro und einem Gesamt-Konzernergebnis von 64,6 Millionen Euro. 

Welche Projekt Highlights gab es?

Besonders gefreut hat mich, dass wir 2019 wieder zahlreiche Projekte im Immobilien- und Medienbereich erfolgreich abschließen konnten. Die WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH, die für uns im Auftrag der Stadt Wien Schulerweiterungs- und -neubauten realisiert, konnte gleich mehrere Schulen fertigstellen, in Neu Leopoldau wurden die ersten 220 Wohnungen fertig und Anfang November konnten die ersten Mieterinnen und Mieter den ersten „Gemeindebau NEU“ in der Fontanastraße beziehen. Bei so vielen erfolgreichen Projektabschlüssen habe ich keinen Grund zur Klage.

Die Geschäftsführerin der IMC Fachhochschule Krems blickt deshalb auf ein erfolgreiches Jahr zurück und sprach mit ABW darüber, wie Österreich als Innovationstreiber gestärkt werden könne und warum Absolventen rasch Karriere machen.

 

2019 war für die IMC FH Krems ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr vor allem in den Bereichen Lehre und Forschung. Der neue englischsprachige Bachelorstudiengang Informatics begann mit Studierenden aus aller Welt. Es konnten neue Forschungsprojekte zu den Themen Aggregation und Visualisierung von Gesundheitsdaten, Digitaler Innovation, Blockchain und Brustkrebstherapie mit einer gesamt Fördersumme von fast 2,5 Millionen Euro eingeworben werden. Uzbekistan ergänzt als neuer internationaler Sitz unsere bestehenden Standorte in Vietnam, China und Azerbaijan. An ausgewählten Partneruniversitäten werden Studiengänge nach Kremser Vorbild angeboten“, erzählt Mag. Prommer.

Es gäbe fast 1.000 neue Absolventen in den Disziplinen Business, Health Sciences und Life Sciences, die von Krems aus neue Arbeitsmärkte erobern. Die hohe Beschäftigungsquote der Absolventen zeige, dass mit den Studiengängen die Bedürfnisse des Marktes erfüllt werden. „Nur mit fachlich qualifizierten Personen kann man innovative Wege in die Zukunft finden und neue Arbeitsmodelle entwickeln“, ist die Geschäftsführerin überzeugt. „Zu unserem 25-jährigen Firmenjubiläum werden 25 Projekte umgesetzt die zum Gemeinwohl in der Region aber auch international beitragen. Weniger freuen mich Bürokratie, neue Hürden und lange Wege, die neue, einfallsreiche Ideen daran hindern erfolgreich zu sein.“ 

Edeltraud Hanappi-Egger ist bereits seit 2015 Rektorin der WU. Am 1. Oktober 2019 hat ihre zweite Amtsperiode begonnen. ABW sprach mit der Uni-Managerin.

 


Das Uni Jahr 2019 war für öffentliche Universitäten allgemein ein sehr einschneidendes Jahr. Zum einen kam die neue Universitätsfinanzierung zum Tragen. Diese nimmt erstmals Rücksicht auf Studierendenzahlen und auf vorhandenes wissenschaftliches Personal. Zum anderen konnte die Wirtschaftsuniversität Wien in den alle drei Jahre stattfindenden Verhandlungen zu den Leistungsvereinbarungen mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung ein Budgetzuwachs von 17 Prozent erreichen. Die zusätzlichen Mittel fließen vor allem in die Aufstockung des wissenschaftlichen Personals. Damit ist ein erster Schritt in Richtung Anpassung der Betreuungsrelationen an internationale Verhältnisse getan“, fasst Univ.-Prof. Dr. Hanappi-Egger zusammen und freut sich, dass im Oktober 2019 das neue Rektorat seine Arbeit aufgenommen und damit ihre zweite Amtsperiode als Rektorin der WU begonnen hat. 

Als großen Erfolg wertet sie, dass die Nachfrage nach einem Bachelorstudium an der WU ungebremst hoch ist und dass der englischsprachige Master in International Management (MIM) 2019 zwei ausgezeichnete Top-10 Platzierungen in internationalen Rankings erreichen konnten. In jenem der Zeitschrift Economist belegte das MIM-Studium Platz 5 von 40 gereihten Programmen und im Financial Times Ranking Platz 9 von 100.

„Nachdem universitäre Rankings und das Abschneiden der Universitäten in Österreich stets kritisch beurteilt werden, zeigt die WU mit diesen Erfolgen, dass es durchaus möglich ist, Österreich positiv zu vertreten“, sagt die Rektorin. Weniger erfreut zeigt sich Hanappi-Egger darüber, dass es 2019 nach wie vor das hartnäckige Gerücht gäbe, an der WU würde die „Atomuhr“ entscheiden, ob man einen Platz in einer Lehrveranstaltung erhalte oder nicht.

Herausforderung Digitalisierung

Die kommenden Jahre in Lehre und Forschung stehen an der WU ganz im Zeichen von Digital Economy. Dazu wird unter anderm ein neues Masterstudium entwickelt, das sich mit den strategischen, den Design- und Umsetzungsperspektiven sowie den sozialen und juristischen Herausforderungen zunehmend digitaler Unternehmen auseinandersetzen wird. 

Außerdem, so Hanappi-Egger, war die Umstellung auf die neue Universitätsfinanzierung ein großer Meilenstein, der die Universitäten auch in den kommenden Jahren stark beschäftigen wird. Die Auswirkungen der neuen Finanzierung seien nach der ersten Laufzeit sicherlich zu evaluieren. Im kommenden Jahr wird die WU neue Professuren und Tenure Track Stellen besetzen. Der Schwerpunkt Digital Economy wird dabei schon mitgedacht.

„Und schließlich müssen sich Universitäten selbst mit den Herausforderungen der Digitalisierung für die eigene Organisation beschäftigen. Einzelne IT-Maßnahmen reichen dabei nicht aus, um diese voranzutreiben, daher wird die WU eine universitätsweite Gesamtdigitalisierungsstrategie und entsprechende Innovationsprogramme aufsetzen.“ 

Mehr internationale Studenten
Universitäten tragen einen wesentlichen Teil zur Bildung der Bevölkerung bei, erbringen gleichzeitig wichtige Forschungsleistungen, die für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ebenso relevant sind wie für die Standortentwicklung, schaffen öffentlich zugängliches Fachwissen und fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs.

„Von den verantwortlichen politischen Stellen würde ich mir daher wünschen, dass diese umfassende Bedeutung der Universitäten stärker wahrgenommen wird, dass es ein stärkeres Commitment zur ausreichenden Finanzierung dieser gibt und dass wissenschaftliche Empfehlungen ernst genommen werden und sie in politische Entscheidungen einfließen. Da ist in Österreich sicher noch Luft nach oben“, so Dr. Hanappi-Egger, die die WU als Vorreiterin in Sachen Digital Economy und als Responsible University im In- und Ausland positionieren möchte.

„Als Rektorin werde ich die WU Interessen auch weiterhin im politischen Diskurs vertreten und bei allen relevanten Netzwerken präsent sein, um die WU in der internationalen Community weiter zu verankern. Ein großes Ziel ist außerdem die Umsetzung einer internationalen Marketingstrategie, denn ich möchte die Anzahl der internationalen Studierenden und auch der Faculty steigern. Die WU ist mit über 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine große und attraktive Arbeitgeberin, die unterschiedliche Karrieremodelle anbietet. Das soll in Zukunft verstärkt wahrgenommen werden. 

Foto: Klaus Vyhnalek

 

Seit einem Jahr ist sie Geschäftsführerin der Niederösterreich Bahnen (NÖVOG). Ihre Ziele: Die blau-gelben Bahnen und Sesselbahnen sollen noch attraktiver und kundenorientierter werden. Eine Zwischenbilanz.

 

Das Geschäftsjahr 2019 ist das erste, das ich als Geschäftsführerin der Niederösterreich Bahnen verantworten durfte. Umso größer ist die Freude bei meinem großartigen Team und bei mir, dass wir das fahrgaststärkste Jahr in der zehnjährigen Geschichte der Niederösterreich Bahnen vermelden können. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unsere über 1,1 Millionen Fahrgäste auf den sechs Bahnen und zwei Sesselbahnen“, sagt Barbara Komarek, für die der öffentliche Verkehr seit jeher ein Herzensthema ist.

„Meine größte Freude war es, zu entdecken, dass ich mit dieser Leidenschaft keineswegs alleine bin. Die große Begeisterung der 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Eisenbahn- und Bergbahnbetrieb ist jeden Tag spürbar und überzeugt auch unsere Kundinnen und Kunden“, so Komarek, die Chefin desgrößten Mobilitätsanbieters für Alltag und Freizeit des Landes Niederösterreich und gleichzeitig das zweitgrößte Eisenbahnunternehmen Österreichs ist.

Sparkassen-Vorständin Gabriele Semmelrock-Werzer wurde in der Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember 2019 als neues Vorstandsmitglied der FH Kärnten bestellt. Ihre Funktionsperiode beginnt mit Januar 2020.

 

Anstelle von Univ.-Doz. Mag. Dr. Werner Mussnig, der auf eigenen Wunsch ausscheidet, wurde vom Aufsichtsrat der FH Kärnten Gabriele Semmelrock-Werzer, Vorstandsdirektorin und Sprecherin des Vorstandes der Kärntner Sparkasse AG, zum neuen Vorstandsmitglied bestellt. Sie folgt damit dem selbstständigen Unternehmensberater Werner Mussnig nach, der von 2015 bis 2019 im Vorstand als stellvertretender Vorstandsvorsitzender tätig war und die positive Entwicklung der FH Kärnten aktiv mitgestaltete.

Als Nachfolgerin von Werner Mussnig komplettiert Gabriele Semmelrock-Werzer den dreiköpfigen Stiftungsvorstand und freut sich mit Spannung auf ihre neue Herausforderung: „Gemeinsam mit den beiden Vorständen möchte ich die regionale Verwurzelung und internationale Ausrichtung der FH Kärnten stärken und dabei unterstützen, das Studienangebot der Hochschule weiterzuentwickeln.“

Seit 1989 ist die gebürtige Kärntnerin bereits in der Bankenbranche tätig. Ihre Karriere begann sie in der Chase Manhatten Bank AG in Wien, danach war sie als Assistant Managerin im Private Banking Department der Crèdit Lyonnais AG Wien tätig, bis sie 1995 in die Erste Group Bank AG wechselte. Seit 2011 ist sie Vorstandsdirektorin und Sprecherin des Vorstandes der Kärntner Sparkasse AG. Gabriele Semmelrock-Werzer studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien Handelswissenschaften und belegte ein Studium am Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung. Sie spricht fließend Englisch, Französisch sowie Italienisch und als Sprachentalent hat sie auch Spanisch gelernt.

Der Stiftungsvorstand der FH Kärnten setzt sich aus drei Personen zusammen. Zwei ehrenamtliche Vorstände als Vertreter der Wirtschaft, Gabriele Semmelrock-Werzer und Reinhard Iro sowie Siegfried Spanz als geschäftsführender Vorstand verantworten die Organisation und den Betrieb der Fachhochschule Kärnten. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied führt in Abstimmung mit den beiden anderen Vorstandsmitgliedern die operativen Geschäfte der FH Kärnten.

Siegfried Spanz bedankt sich herzlich bei Werner Mussnig für seine ehrenamtliche Arbeit als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. „Werner Mussnig hat die Entwicklung der FH Kärnten in den letzten fünf Jahren prägend und nachhaltig mitgestaltet. Mit seiner konstruktiven Arbeitsweise war er eine wichtige Säule im Stiftungsvorstand. Mit Gabriele Semmelrock-Werzer gewinnen wir wieder eine Führungspersönlichkeit, die diese produktive Arbeit fortsetzen und auch wichtige neue Impulse in die Hochschule einbringen wird,“ so Siegfried Spanz weiter.

Foto: Kärntner Sparkasse/HORST Bernhard STUDIOHORST

Die promovierte Juristin war Sozialarbeiterin, Familienberaterin und Lehrende. Seit 2015 ist sie Rektorin der FH-Campus Wien – und freut sich über ein überaus erfolgreiches Studienjahr.

 

Das Studienjahr war sehr erfolgreich! Wir konnten unsere Forschungsleistungen markant steigern. Zudem hatten wir mit 1. September 2019 zum ersten Mal über 7.000 Studierende. Die viele Vorarbeit dafür haben die Kollegen im Laufe dieses Jahres geleistet. Dabei geht es mir weniger um eine Zahl im Sinne von Wachstum, sondern darum, dass es über 7.000 Menschen waren, die uns als Hochschule gewählt haben und uns für ihre Aus- und Weiterbildung das Vertrauen schenken. Darauf sind wir sehr stolz, sind uns aber auch der großen Verantwortung bewusst, die wir den Studierenden gegenüber eingehen“, resümiert Dr. Bittner, die sich auch darüber freut, dass auf ihrer FH bereits seit zehn Jahren Ausbildungen im Pflegebereich angeboten werden.

„2008 waren wir die ersten in Österreich und damit Vorreiterin eines entsprechenden Bachelorstudiums der Gesundheits- und Krankenpflege mit Berufsberechtigung. Aufgrund des demografischen Wandels bietet dieses Berufsfeld exzellente Möglichkeiten für unsere Absolventen – sie haben vielfältige Möglichkeiten und sehr gute Aufstiegschancen als Experten der Gesundheits- und Krankenpflege. Auch in der Forschung hat sich dieses Feld an unserer Fachhochschule sehr positiv entwickelt. Heuer haben wir ein Kompetenzzentrum für Angewandte Pflegeforschung eröffnet. Es war schön zu sehen, wie gut sich dieser Bereich entwickelt hat und wieviel für die Gesellschaft relevante Forschung da mittlerweile passiert.“

Die Österreichische Forschungsgemeinschaft soll der Wissenschaftsförderung und der Wissenschaftspolitik neue Impulse geben. Anfang 2019 wurde Katharina Koch-Trappel Generalsekretärin.

 

Getragen von Bund und Ländern, ist es das Ziel der ÖFG, den interdisziplinären und standortübergreifenden Dialog zu wissenschaftlich und gesellschaftlich relevanten Themen zu fördern und entsprechende Forschungen anzuregen, bildungs- und hochschulpolitische Themen fundiert aufzubereiten sowie zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beizutragen.

„UnserTätigkeitsbereich umfasst dabei die Förderung des interdisziplinären Dialogs und Austausches zu wissenschaftlich und gesellschaftlich relevanten Themen durch den Wissenschaftstag und spezifische Kolloquia, die Behandlung von bildungs- und wissenschaftspolitischen Fragestellungen in Form von Workshops und die Erstellung entsprechender Positionspapiere dazu. Ein weiteres Tätigkeitsfeld der ÖFG ist das Initiieren von Vernetzung und interdisziplinären Forschungsaktivitäten im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften und die Förderung von jungen Wissenschaftlern durch die Vergabe von Fördermitteln. Hinzu kommt die Auszeichnung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen durch den Wissenschaftspreis der ÖFG. Diese Vielfältigkeit alleine macht meine Arbeit als Generalsekretärin sehr spannend. Ein ganz besonderes Highlight war der diesjährige Österreichische Wissenschaftstag. Er setzte sich heuer mit dem Themenkomplex „Wissenschaft und Aberglaube“ auseinander“, sagt die neue Generalsekretärin.

Verleihung des Wissenschaftspreises

Mit dem Geschäftsjahr 2019 ist Koch-Trappel sehr zufrieden: So konnten mit dem Förderprogramm „Internationale Kommunikation“ bisher 225 Jungforscher u.a. dabei unterstützt werden, ihre Forschungsergebnisse auf internationalen Tagungen und Kongressen zu präsentieren sowie kurze Forschungsaufenthalte zu realisieren.

„Mit unseren Druckkostenzuschüssen konnten wir die Drucklegung von 14 wissenschaftlichen Werken unterstützen. Zusammen mit dem wissenschaftlichen Beirat der ÖFG und den Arbeitsgemeinschaften haben wir rund zehn Veranstaltungen organisiert und durchgeführt sowie 574 Gäste begrüßt. Außerdem haben wir zum Positionspaper „Bildung der Zukunft braucht auch ökonomische Forschung“, das auf dem Workshop „Wieviel Ökonomie braucht die Bildung?“ in Baden basierte, eine Reihe positiver Rückmeldungen erhalten.“ 

Das kommende Jahr wird, neben dem nächsten Wissenschaftstag und der Badener Tagung, die sich Studierenden und deren Studienabschluss widmen wird, wieder im Zeichen des Österreichischen Wissenschaftspreises stehen, der von der ÖFG alle zwei Jahre verliehen wird. 

Foto: ÖFG

 

Sie ist seit 2007 Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung von Österreichs E-Wirtschaft. In ABW erklärt Sie, wie Klima- und Energieziele zu erreichen sind.

 

Als Interessenvertretung ist die Arbeit von Oesterreichs Energie stark von den politischen Rahmenbedingungen abhängig. Anfang des Vorjahres wurde als Ziel definiert möglichst gute Rahmenbedingungen für die E-Wirtschaft in einem großen geplanten Gesetzespaket (Anm.: Erneuerbaren Ausbau Gesetz) zu bekommen. Durch Argumente und gut aufbereitete Daten und Fakten. „Dieses Gesetzespaket hätte vor dem Sommer als Begutachtungsentwurf veröffentlicht werden sollen – stattdessen wurde ein Video (Anm.: Ibiza-Video) veröffentlicht – mit bekannten Folgen“, so Dr. Schmidt.  

„Positiv war jedoch, dass das Thema Klimaschutz und Energieversorgung ganz oben auf der politischen Agenda angekommen ist. Noch kein Wahlkampf war so vom notwendigen Umbau des Energiesystems dominiert wie die heurigen Wahlkämpfe zum Europaparlament und der Nationalratswahl.“

Gabriele Graumann leitet das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser. In den vergangenen zehn Jahren hat sie den Sozialfonds der Stadt Wien zu einem Vorzeigeunternehmen gemacht.

 

Sie managen seit mehr als zehn Jahren das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser – was hat sich seither verändert?

Die Anforderungen haben sich stark verändert und werden in den nächsten Jahrzehnten noch viel stärker einem Wandel unterzogen sein. So kommt heute etwa die Individualität unserer Bewohner und unserer Mitarbeiter intensiver zum Tragen als früher. Als Organisation müssen wir mehr Möglichkeiten zur Selbstbestimmung – sowohl für Bewohner als auch für Mitarbeiter schaffen.

Welchen Stellenwert hat Ihr Beruf für Sie?

Ich erlebe meinen Beruf als persönliche Bereicherung. Er ist mit mir verknüpft und hat eine Wechselwirkung. Ich kriege im Rahmen meiner Tätigkeit Dinge mit, die mich auch privat dann noch beschäftigen. Da sind zum einen meine Mitarbeiter, deren Einsatz, Kompetenz und Ideen mich regelmäßig ins Stauen versetzen und zum anderen unsere Bewohner und Klubbesucher deren kreatives Potential mich oft regelrecht umhaut! Der Bestseller Autor Eugen Prehsler hat soeben ein Buch über die Häuser zum Leben geschrieben – „Das Lächeln des Alters“ – ich sehe dieses jeden Tag in den Gesichtern unserer Bewohner und Besucher – das schätze ich am meisten.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ist garant dafür, den erfolgreichen Weg Niederösterreichs auch in den kommenden Jahren fortzusetzen. Was dafür geplant ist, verrät sie im ABW-Talk.

 

Frau Landeshauptfrau, Niederösterreich gilt als wirtschaftlich erfolgreiches und innovatives Bundesland, wie soll dieser Weg – angesichts schwacher Konjunkturprognosen – fortgesetzt werden?

Was die Konjunktur betrifft, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man bereitet sich rechtzeitig vor, oder man wartet, bis die Gewitterwolken da sind. Wir haben uns ganz klar für die zweite Variante entschieden und mehr als ein Jahr an unserer Wirtschaftsstrategie 2025 gearbeitet. Die Eckpfeiler sind klar definiert: Wir wollen Niederösterreich noch stärker als internationalen Unternehmensstandort positionieren und nachhaltiges Unternehmenswachstum garantieren.

Etablierte Standorte wie die Technopole und Wirtschaftsparks sollen ausgebaut, der Breitbandausbau vorangetrieben werden. Auch die Zusammenarbeit der Unternehmen mit Technologie- und Forschungszentren wollen wir forcieren – wichtig ist mir in diesem Zusammenhang die Einbindung der kleinen- und mittleren Betriebe. Diese wollen wir bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, aber auch in ihrer Weiterentwicklung und im nachhaltigen Wachstum, unterstützen. 

Wie zufrieden sind Sie mit der wirtschaftlichen Entwicklung Niederösterreichs?

Ich bin sehr zufrieden, unser Wachstum liegt über dem österreichweiten Durchschnitt und die Prognosen für kommendes Jahr sehen ebenfalls gut aus. 

Der Karriereweg von Mag. Renate Niklas ist eindrucksvoll. Seit zwei Jahren ist sie Geschäftsführerin der Friedhöfe Wien GmbH und liebt ihren Job – nicht nur, weil sie gerne Schwarz trägt. 

 

Die Büros der Friedhöfe Wien GmbH befinden sich vis a vis des altehrwürdigen Zentralfriedhofes in einem modernen Gebäude, dessen Erscheinungsbild von einer statischen, aber äußerst sehenswerten Fassade geprägt ist. In der weitläufigen Eingangshalle befindet sich der Kundenbereich mit großzügigen Beratungsschaltern, sowie Ausstellungsbereiche für Grabsteine, Urnen und Särge. Düstere Gedanken kommen dennoch nicht auf, denn Oblichtdecken sorgen dafür, dass genügend Tageslicht seinen Weg in die Räumlichkeiten findet.

Hier, wo sich alles ausschließlich um die letzte Ruhestätte dreht, ist das Reich von Mag. Renate Niklas. Sie ist seit zwei Jahren bei den Friedhöfen Wien tätig. Als Geschäftsführerin obliegt ihr die Verwaltungshoheit über 46 Friedhöfe mit insgesamt rund fünf Millionen Quadratmeter Fläche sowie die Verantwortung für rund 400 Mitarbeiter. Für Renate Niklas ein Betrieb überschaubarer Größe, war sie als Leiterin der Human Relations bei den Wiener Linien doch für immerhin 8.000 Mitarbeiter zuständig. 

Mag. Renate Niklas, Geschäftsführerin der Friedhöfe Wien GmbH

Die 47-jährige Unternehmensberaterin wird künftig die Interessen der rund 60.000 Wiener EPU noch stärker vertreten.

 

„Als Sprachrohr der Wiener EPU in der Wirtschaftskammer werde ich eine neue Kultur der Zusammenarbeit aufbauen. Es genügt nicht, Missstände nur aufzuzeigen und Beschwerden und Anliegen zu sammeln. Ich möchte gemeinsam mit allen zuständigen Stellen und den betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmern Lösungen erarbeiten und dann umsetzen“, gibt Greco, die selber EPU ist, die Linie vor.

Konkret setzt Greco auf drei Säulen: Interessenvertretung, Service und Netzwerken. So soll etwa der Arbeitsplatz im Wohnungsverband künftig steuerlich begünstigt werden. „Da der Arbeitsplatz bzw. das Büro von Ein-Personen-Unternehmern häufig im Wohnbereich liegen, soll die steuerliche Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für ein Arbeitszimmer im Wohnungsverband erleichtert werden“, so Greco. Darüber hinaus braucht es mehr Rechtssicherheit bei Werk- und Dienstverträgen: „Die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen brauchen noch mehr Flexibilität und Eigenverantwortung. Der Wechsel zwischen Angestellten - und selbstständigem Status wird künftig noch häufiger. Hier muss eine Vereinfachung gefunden werden, die auch rechtssicher ist.“

Parallel wird Greco den Ausbau der Qualifizierungsangebote und Netzwerkveranstaltungen im EPU Center forcieren. Dazu gehören neue Workshops zur Unternehmensentwicklung und Digitalisierung ebenso wie ein regelmäßiger EPU-Talk in den Bezirken.

„Die WK Wien ist bei der Betreuung der Wiener EPU spitze. Allein die Leistungen unseres EPU Centers werden pro Jahr von 17.000 Kleinstunternehmern in Anspruch genommen. Das ist erfreulich, aber gleichzeitig auch Auftrag, unser Angebot für die 60.000 EPU weiter auszubauen. Mit der Ernennung von Kasia Greco gehen wir den nächsten Schritt und geben den EPU eine zusätzliche starke Stimme“, so Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

Foto: WK Wien/Florian Wieser

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Sie ist berufstätig, verheiratet und zahlt einen Wohnungskredit ab. Als eine Frau aus dem ‚normalen Leben‘ will Julia Reichenhauser Europa wieder in die Herzen der Menschen tragen. 

 

Bei mehr als 50 Prozent der Stimmen für NEOS würde sie selbst ins EU-Parlament rücken. „Sollte der Fall nicht eintreten, trage ich auch mit meiner Arbeit für NEOS dazu bei, dass die Bürgerinnen und Bürger informiert werden und mehr über die Europäische Union erfahren.“  So begegne die gebürtige Steirerin Julia Reichenhauser tagtäglich vielen interessierten Wählern, denen sie die Philosophie ihrer Partei näherbringen könne. „Ich freue mich immer besonders, wenn die Leute unsere Ideen teilen.“

Zudem gibt sie an, nichts unversucht zu lassen, um Europa wieder in die Herzen der Menschen zu tragen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, warum die EU überlebensnotwendig für uns ist. „Ich bin berufstätig, verheiratet, und zahle unseren Wohnungskredit ab. Ich bin also ein normaler Mensch aus dem normalen Leben, den dieselben Dinge ärgern und der dieselben Probleme hat wie die meisten Bürgerinnen und Bürger.“ Die Anliegen der Bürger nehme sie deshalb sehr ernst und sei stets bemüht Lösungen dafür zu finden. 

Mag. Gabriele Graumann leitet als Geschäftsführerin des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser einen der wichtigsten Sozialfonds der Stadt Wien. ABW traf sie zum Interview. 


Sie managen seit über 10 Jahren höchst erfolgreich das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser mit seinen 30 Häusern zum Leben und seinen 150 Pensionistenklubs der Stadt Wien. Das KWP ist somit der größte Anbieter für SeniorInnen-Wohnen und SeniorInnen-Betreuung in Wien. Was ist das Besondere an der Tätigkeit des KWP? 

Das Besondere am KWP ist, dass wir jeden Tag zehntausende Menschen betreuen, versorgen und pflegen – sowohl in 150 Klubs als auch in 30 Häusern. Die MitarbeiterInnen haben eine ganze Bandbreite an Menschen, die sie hier umsorgen: von sterbenden Menschen, die hier ihre letzten Tage, letzten Stunden bei uns verbringen bis hin zu lebenslustigen SeniorInnen, die beim SeniorInnen-Speed-Dating die neue Liebe finden wollen.

Diese Bandbreite ist die Besonderheit, die meine MitarbeiterInnen jeden Tag leisten. Die wirtschaftliche und operative Leitung von Pensionisten-Wohnhäusern und die Sicherstellung der Qualität des Leistungsangebots und der interdisziplinären Zusammenarbeit sind eine spannende und wichtige Aufgabe, die einen fordert und auch Spaß macht. Meine MitarbeiterInnen sprechen oft von einem Beruf mit persönlichem Mehrwert – dem kann ich nur beipflichten.

Wien soll sowohl für die Wienerinnen und Wiener, als auch für alle in- und ausländischen Gäste stets attraktiv, lebens- und liebenswert sein: Das ist das größte Anliegen der stadt wien marketing gmbh. 

 

Das Unternehmen wurde vor bald 20 Jahren gegründet, um im Auftrag der Stadt Wien Events in der Bundeshauptstadt zu unterstützen, zu fördern und durchzuführen.Gerlinde Riedl, seit rund eineinhalb Jahren Mitglied der Geschäftsführung, im ABW-Talk.

Was umfasst Ihr Aufgabenbereich?

Ich teile die Geschäftsführung mit Michael Draxler, einem absoluten Profi im Eventbereich, der das Unternehmen über viele Jahre erfolgreich mitaufgebaut hat. Während er sich um das budgetäre und operative Geschäft kümmert, bin ich für die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, das Sponsoring und die Kommunikation zuständig. Ich bin sozusagen das Gesicht nach außen. Wenn es um kreative Leistungen geht, arbeitet sowieso das ganze Team im Unternehmen mit.  

Mit Dr. Cordula Donner hat sich Bürgermeister Michael Ludwig erstmals eine Frau zur Leitung der wahrscheinlich wichtigsten Schnittstelle zwischen Verwaltung und Politik ins Wiener Rathaus geholt. 

 

Sie sind die erste Frau, die in Wien das Büro des Bürgermeisters leitet  – was sind Ihre konkreten Aufgabengebiete?

Unser Bürgermeister hat viele Visionen und Ideen, um das Leben für die Menschen in unserer Stadt noch lebenswerter zu machen. Dazu braucht er ein Umfeld, das im Hintergrund nicht nur Termine und Tagesordnungen koordiniert, sondern laufend alle für seine Arbeit  wichtigen Informationen und Entscheidungsgrundlagen aufbereitet. Ein Team, das Recherchen anstellt, Ideen aufgreift, sie weiter entwickelt und dafür sorgt, dass Projekte im Zusammenspiel mit den einzelnen Ressorts koordiniert ablaufen. Nicht zu vergessen all die persönlichen Anfragen und Beschwerden, die es auch immer wieder gibt.

Seit sechs Jahren ist Maria-Anna McDonald in der Industriellen Vereinigung tätig, seit nun bald einem Jahr Bereichsleiterin bei der IV. Zeit für ein Resumeé.

 

„Ich bin stolz einen wichtigen Beitrag für die Positionierung der Österreichischen Industrie in der Österreichischen Bevölkerung und bei den Opinion Leadern zu leisten, und damit beizutragen, dass durch bessere Rahmenbedingungen die Industrie weiterhin der größte Arbeitgeber bleibt und damit der Wohlstand in Österreich erhalten bleibt“, sagt Maria-Ana McDonald über ihren Job.

Die IV sei sicher Österreichs modernste und umsetzungsstärkste Interessensvertretung. Österreich stehe jedoch vor großen Aufgaben und brauche Reformen um in einer globalen Welt wettbewerbsfähig bleiben zu können. Änderungen lösen naturgemäß Ängste aus und hier gelte es Brücken zu schlagen und den Menscheng verständlich zu machen, dass Reformen positive Veränderungen bringen.

Die ÖBB sind der größte Mobilitätsanbieter Österreichs, und der ÖBB-Postbus ist ein wesentlicher Teil davon. Die Juristin Silvia Kaupa-Götzl ist seit August 2015 Mitglied der Geschäftsführung.

 

„Wir stehen seit 110 Jahren (seit 1907) für hohe Qualität und Zuverlässigkeit im Busverkehr. Mit rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und rd. 2.300 Bussen bieten wir Mobilität in Städten und am Land, bis in die entlegensten Gemeinden Österreichs und auf die höchsten Gletsche“, sagt Silvia Kaupa-Götzl. 

Die Juristin arbeitet bereits seit dem Sommer 2005 für den ÖBB Konzern, als die erste Ausgabe des Magazins Austrian Business Woman erschien, war sie bei der ÖBB-Personenverkehr AG als Assistentin des CEO tätig. Zu ihren beruflichen Highlights der vergangenen zehn Jahre „gehört eindeutig das Railjet-Fahren zum Wiener Hauptbahnhof und weiter direkt zum Flughafen Wien. Außerdem agierte der Postbus in den letzten zehn Jahren erfolgreich im Ausschreibungswettbewerb“, sagt Kaupa-Götzl. Silvia Kaupa-Götzls Arbeitstag ist geprägt „von Terminen und Besprechungen, Emails bearbeite ich dazwischen. Und ich bin sehr froh ein Office Management zu haben, das mich dabei unterstützt, dass am Ende des Tages nichts liegen bleibt.“

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