KommR Mag. Barbara Komarek, Geschäftsführerin der Niederösterreich Bahnen GmbH: Auf grüner Schiene zum Erfolg

Im April 2024 übernahm Mag. Barbara Komarek die Geschäftsführung der Niederösterreich Bahnen GmbH. Seitdem verfolgt sie ambitionierte Ziele, um die regionale Mobilität und das touristische Angebot auszubauen und zu modernisieren.

 

Ihr Fokus liegt klar auf den Fahrgästen. „Wir wollen 2025 den Fahrgastrekord von 1,3 Millionen übertreffen“, sagt Komarek. Dafür setzt sie auf Servicequalität und Kundenzufriedenheit. 

Die Niederösterreich Bahnen betreiben sechs Bahnlinien und zwei Seilbahnen in den schönsten Regionen des Bundeslandes und sind wichtige Verkehrsträger im Alltags- und Freizeitverkehr. Komarek betont die Bedeutung der Mitarbeiter: „Freundlichkeit, Kompetenz und umfassender Service stehen im Mittelpunkt. “ Pünktlichkeit, Sauberkeit und Komfort sind für sie unverzichtbare Grundvoraussetzungen. „Nur mit einer tadellosen Infrastruktur können wir diese Top-Dienstleistung erbringen“, betont sie. 

Nachhaltige Mobilität und sanfter Tourismus

Niederösterreich profitiert im Tourismus von seiner abwechslungsreichen Landschaft, die vom Naturpark Ötscher-Tormäuer über den Schneeberg bis in die Wachau und zur Gemeindealpe Mitterbach reicht. Komarek sieht die Stärke der Bahnen im sanften Tourismus. „Unsere Gäste erreichen die schönsten Regionen des Landes klimafreundlich. Auf der Mariazellerbahn gilt das Klimaticket und auf allen anderen Bahnen und Seilbahnen kann die Niederösterreich-CARD genutzt werden“, erklärt sie. 

Auch Wanderer, Radfahrer, Skifahrer und Bergsteiger können bequem per Bahn anreisen. „Alle unsere Bahnen und Seilbahnen sind ab Wien mit den Zügen der ÖBB oder der Westbahn erreichbar“, erläutert Komarek. Zudem fungieren die Bahnen als Mobilitätspartner zahlreicher regionaler Veranstalter, von Sportevents wie dem Wachau-Marathon bis zu Kulturveranstaltungen wie dem Schrammelklang-Festival in Litschau. 

Bessere Erreichbarkeit für ländliche Regionen

Ein zentrales Anliegen Komareks ist die Stärkung der Mobilität abseits der großen Ballungsräume. Die Mariazellerbahn und die Citybahn Waidhofen, die gemeinsam rund 900.000 Fahrgäste zählen, sind die fahrgaststärksten Bahnen im Portfolio der Niederösterreich Bahnen. „Wir haben beide Bahnlinien mit einem attraktiven Halbstundentakt ausgebaut. Die steigenden Fahrgastzahlen geben uns recht“, sagt Komarek. Barrierefreie Bahnhöfe und die enge Abstimmung mit Busfahrplänen und Gemeindetaxis sollen das Angebot für die Menschen in den ländlichen Gebieten weiter verbessern. 

Digitalisierung als Basis für Effizienz

Digitale Technologien spielen für die Niederösterreich Bahnen eine zentrale Rolle. „Unsere Betriebsführung wäre ohne digitale Systeme nicht denkbar, weil sie einen stabilen und verlässlichen Fahrplan sicherstellen“, erklärt Komarek. Auch im Vertrieb und Marketing werden diese Tools künftig noch stärker zum Einsatz kommen. Im Februar 2025 soll ein neuer Webshop starten. „Unser Ziel dabei: mit drei Klicks zum Ticket. “ 

Grenzen überwinden – Kooperationen stärken 

Neben der Zusammenarbeit mit Nachbarbundesländern steht auch eine internationale Partnerschaft mit der Rhätischen Bahn in der Schweiz auf dem Programm. „Die Rhätische Bahn mit Zügen wie dem Glacier Express spielt in der Champions League der Eisenbahn“, sagt Komarek. Durch gemeinsame Marketingaktivitäten und den Austausch über technische Methoden in der Infrastrukturinstandhaltung profitieren beide Seiten. 

Ein Meilenstein ist der modernisierte Bahnhof Mariazell, der 2024 als Mobilitätsdrehscheibe neu eröffnet wurde. Hier sind Bahn, Bus, E-Auto, Fahrrad und Taxi vernetzt, unterstützt durch einen KI-basierten Informations- und Wartebereich. „Niederösterreich, die Steiermark und der Bund haben dieses Projekt gemeinsam finanziert – ein gelungenes Beispiel dafür, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit aussehen kann“, hebt Komarek hervor. 

Moderne Technologien für den Fahrgast der Zukunft

Bei Tickets, Echtzeitinformationen und alternativen Antrieben setzt Komarek auf eine intelligente Mischung aus persönlichem Service und digitaler Innovation. Reisende können bereits jetzt etwa die Hälfte aller Tickets online kaufen. Reservierungen für Fahrräder oder kurzfristige Umbuchungsoptionen („Flex-Tickets“) sind ebenfalls möglich. „Gleichzeitig stehen in allen Zügen Schaffnerinnen und Schaffner für den Ticketverkauf und Auskünfte zur Verfügung“, betont Komarek. 

Auch beim Thema emissionsfreie Züge geht es voran. Gemeinsam mit Fachhochschulen arbeitet man an Konzepten für neue Fahrzeuggenerationen. Bei der 100 Jahre alten Mariazellerbahn erweitert man gemeinsam mit der EVN die Kapazitäten im Kraftwerk Erlaufboden, um weiterhin auf Wasserkraft zu setzen. „Die Mariazellerbahn ist bereits seit über 100 Jahren elektrisch unterwegs“, erklärt Komarek.

Foto: NB_Monihart


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