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Blanca Juti neues Mitglied des Executive Committee der L’Oréal Gruppe

Blanca Juti ist neues Mitglied des Executive Committee der L’Oréal Gruppe. Die international erfahrene Top Managerin mit mexikanisch-finnischer Staatsbürgerschaft übernimmt die Funktion des Chief Communications & Public Affairs Officer. 

Blanca Juti hat mehr als 25 Jahre Erfahrung in konsumnahen Branchen in den Bereichen Technologie, Unterhaltung sowie Food & Beverage.  Sie hat bemerkenswerte Erfolge in den Bereichen Marketing und Markenaufbau erzielt und verfügt über ein umfangreiches Fachwissen in allen Aspekten der Kommunikation und Public Affairs, das sie in Europa, den USA, Lateinamerika, Asien und Afrika erworben hat.

Blanca Juti ist ausgebildete Anthropologin mit einem Doktor der Philosophie der Universität Cambridge und einem MBA der Universität Dallas. Nachdem sie fünf Jahre als Kulturattaché für die mexikanische Botschaft in Finnland gearbeitet hat, trat sie 1998 als Leiterin der Unternehmenskommunikation für Lateinamerika in den Nokia-Konzern ein. Anschließend wurde sie zur Leiterin der Investor Relations der Nokia-Gruppe ernannt. Danach trug sie als Vice-President Global Operator Accounts die P&L-Verantwortung für Kundenkonten in Höhe von zwei Milliarden Euro, zunächst in Europa und Asien und anschließend in Lateinamerika, bevor sie in die Rolle des Vice-President of Marketing aufstieg, mit der Verantwortung für ein elf Milliarden Euro schweres Mobiltelefongeschäft in 150 Ländern.

2013 übernahm Blanca Juti die Rolle des Chief Brand Officer bei Rovio und sammelte wertvolle Erfahrungen in der Spieleindustrie, bevor sie 2016 zum Chief Corporate Affairs Officer der Heineken Group ernannt wurde.  In dieser Funktion trug sie die Gesamtverantwortung für Kommunikation, Public Affairs und Nachhaltigkeit der Gruppe.  Sie berichtete direkt an den CEO und war für die Leitung eines großen globalen Teams aus 65 verschiedenen Nationalitäten verantwortlich.

 Blanca Juti, die sowohl die mexikanische als auch die finnische Staatsbürgerschaft besitzt, spricht mehrere Sprachen (Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Finnisch), verfügt über Führungserfahrung in Schwellenländern (u.a. Brasilien, China und Indien) und hat in vielen verschiedenen Ländern der Welt gelebt und gearbeitet.

Sie wird ab April 2021 die operative Verantwortung als Chief Communications & Public Affairs Officer von L'Oréal übernehmen. Mit der Ernennung von Blanca Juti sind 30 Prozent des Vorstandsgremiums des Kosmetikweltmarktführers mit Frauen besetzt.

 KEY FACTS | Frauen in Top Positionen bei L’Oréal

Im Jahr 2019 waren weltweit 64 % des L’Oréal Managements, 30 % der Vorstandsmitglieder und 54% der Führungskräfte Frauen. 

2020 steht L’Oréal unter den CAC 40-Unternehmen auf Platz 1 desEquileap Rankings für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz.

 Zudem ist L’Oréal im „Bloomberg Gender Equality Index 2020“ als eines von mehr als 300 Unternehmen gelistet, die sich für Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz einsetzen. 

L'Oréal wird außerdem regelmäßig auditiert, um die GEEIS-Zertifizierung(Gender Equality European and International Standard) in 23 Ländern und die EDGE-Zertifizierung (Economic Dividends for Gender Equality) in sieben Ländern zu erhalten. 

Im Jahr 2018 war L'Oréal eines der Gründungsunternehmen des Programms "One in Three Women" gegen geschlechtsspezifische häusliche Gewalt.

 
Deutschland – Österreich
 Mehr als die Hälfte der Geschäftsführung von L’Oréal Deutschland Österreich sind Frauen, zum Beispiel :

  •  L’Oréal Deutschland Österreich wird seit 2019 von Wioletta Rosolowska geführt
  • Anna Weste ist Geschäftsführerin der Sparte Consumer Products 
  • Isabel Neudeck leitet den Geschäftsbereich Luxusmarken
  • Suzan Schlag ist Geschäftsführerin der Division Professionelle Produkte
  • Eine Frau leitet die L’Oréal Produktion in Karlsruhe: Paulina Jurkiewicz

Foto: Sander Stoepker

Corona-Maßnahmen sorgen zunehmend für Existenzängste

Die neuen Corona-Maßnahmen bringen unzählige, österreichische KMU-Betriebe an den Rand des finanziellen Ruins.

(19.01.2021) „Die Verlängerung des Lockdowns führt zu massiven Existenzängsten bei österreichischen KMUs. Wirtschaften und planen können sie – wenn überhaupt, dann nur beschränkt, MitarbeiterInnen sind in Kurzarbeit, und die zugesagten Hilfen kommen nur sehr langsam an. Jetzt muss die Regierung endlich Taten folgen lassen und die Liquiditätshilfen endlich unbürokratisch auf die Konten der Betroffenen überweisen lassen. Unser Wirtschaftssystem ist mindestens genauso gefährdet wie das Leben vieler, die das Virus getroffen hat“, so Senats-Vorsitzender Hans Harrer.

Ausfallsbonus mit EUR 60.000 Deckelung für mittelständische Unternehmen unbefriedigend

Die Verlängerung des Fixkostenzuschusses II mit EUR 800.000, der als einzige Liquiditätsmaßnahme unbürokratisch und rasch bei den Betrieben ankam, wurde von den freien Wirtschaftsverbänden für die gesamte Dauer des Lockdowns empfohlen.

Erfreulicherweise hat der Finanzminister diese Forderung aufgegriffen und in Form des Ausfallsbonus umgesetzt. Die Höhe von 30 Prozent der Umsatzausfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt ist für die Branche jedoch ebenso völlig unzureichend wie die Obergrenze von EUR 60.000, die die Liquiditätssituation der Firmen verkennt.

„Es ist motivierend, dass der Bundesminister unserer gemeinsamen Forderung gefolgt ist. Jedoch wurde die Deckelung mit EUR 60.000 sehr oberflächig bemessen. Diese decken minimale Umsatzeinbußen der betroffenen Betriebe ab. Daher appellieren wir an den Finanzminister, den Deckungsbeitrag so anzusetzen, dass der Fortbestand von Betrieben und Arbeitsplätzen gewährleistet wird. Der Senat der Wirtschaft steht mit seinem Expertenkreis und Unternehmer-Know-how zur Verfügung“, so Hans Harrer.

Corona-Petition #arbeitsplätzeretten mit über 6.000 Unterschriften

Als Teil der freien Wirtschaftsverbände unterstützt der Senat der Wirtschaft die Initiative des Handelsverbands mit Nachdruck.

„Wir müssen endlich gemeinsam an einer Exit-Strategie arbeiten, um die Chance für ein wirtschaftliches Comeback nach der Krise zu erhalten. Mit gemeinsamen Initiativen und mit einem parteiübergreifenden Schulterschluss kann die Sicherheit und das Vertrauen unserer Unternehmen und deren MitarbeiterInnen wieder gewonnen werden“, appelliert Hans Harrer an die Bundesregierung.

Foto: Shutterstock/Cryptographer

Marion Mitsch übernimmt die Geschäftsführung des FEEI

Nach 20 Jahren an der Spitze des FEEI übergab Lothar Roitner mit 1. Jänner 2021 seine Funktionen an die seit Juni 2020 designierte Geschäftsführerin des FEEI Marion Mitsch.

Neben der Geschäftsführung des FEEI und der FEEI Management-Service GmbH, folgt Mitsch Roitner ebenso in den Vorstand der Plattform Industrie 4.0 nach. Darüber hinaus wurde Mitsch bereits im September 2020 als erste Frau in Vorstand der UFH-Privatstiftung, die die Eigentümerin der UFH GmbH & Co KG sowie der UFH Holding GmbH ist, gewählt.

Ausgewiesene Klima- und Umweltexpertin übernimmt FEEI

Mit Marion Mitsch übernimmt eine ausgewiesene Klima- und Umweltexpertin den FEEI. Die gebürtige Wienerin (50) war seit 2015 Geschäftsführerin der UFH Holding, einem Netzwerkpartner des FEEI. Dort hatte sie zuvor 14 Jahre als Prokuristin die Leitung der Bereiche Finanzen und Personal inne. Die studierte Betriebswirtin war unter anderem für den Aufbau der Sammel- und Verwertungsgesellschaften als auch für die Finanzierung der Kühlgeräte-Recyclinganlage – einer der modernsten Anlagen Europas – in Kematen an der Ybbs verantwortlich.

Mitsch engagiert sich seit zwei Jahrzehnten im Umwelt- und Klimaschutz in der Entsorgungs-, Recycling- und Kreislaufwirtschaft. Ihre breite Expertise wird sie nun als erste Geschäftsführerin des FEEI einbringen. Bereits im Juni 2020 ist Marion Mitsch in die Geschäftsführung der FEEI Management-Service GmbH eingestiegen, mit 1. Jänner 2021 hat sie die Geschäftsführung des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie übernommen.

„Die Elektro- und Elektronikindustrie ist wie keine andere Branche mit der Zukunft verbunden. Egal, ob die Bewältigung des Klimawandels, steigende Mobilitätsbedürfnisse, Smarte Städte oder die rasant voranschreitende Digitalisierung, ohne die Technologien, die die Elektro- und Elektronikindustrie entwickelt, ist es nicht möglich, diesen Herausforderungen beizukommen.

Sie ist der Enabler der Zukunft, sieht sich aber gleichzeitig auch mit Problemstellungen konfrontiert. Gerade wenn es um wichtige Zukunfts- und Schlüsseltechnologien in Europa, den akuten Fachkräftemangel in der Branche oder Rahmenbedingungen am Standort Österreich geht, um im harten internationalen Wettbewerb bestehen zu können, gibt es viel zu tun.

Und natürlich werden uns auch die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen noch einige Zeit begleiten. Hier hat die Elektro- und Elektronikindustrie mit ihren vielen innovativen und starken Unternehmen das Potenzial, Österreich aus dieser Krise herauszuführen. Lothar Roitner möchte ich für sein Engagement, das diese wichtige Branche in Österreich maßgeblich mitgeprägt hat, danken“, so Mitsch.

Foto: FEEI

Knapp ein Drittel aller Österreicher sehen sich finanziell unter Druck

Es ist schon der dritte und zudem verlängerte Corona-Lockdown in Österreich und die Stimmung ist trotzdem noch immer mehrheitlich gut.

(26.01.2021) Laut einer aktuellen Blitzumfrage von Integral im Auftrag der Erste Bank Oesterreich fühlen sich aktuell noch 60 Prozent der ÖsterreicherInnen insgesamt gut, aber 40 Prozent, das sind umgerechnet 2,5 Millionen geben an zu leiden. Und knapp ein Drittel aller ÖsterreicherInnen (32%) sehen sich zunehmend finanziell unter Druck.

Besonders Personen mit geringerem Einkommen und jene, die mit ihrem Einkommen nicht auskommen, sind aktuell negativ eingestellt. Auch der wirtschaftliche Schaden nimmt von Tag zu Tag zu. Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank Oesterreich: „Wir müssen die Pandemie mit allen Mitteln bekämpfen, das ist klar. Wir müssen aber gleichzeitig eine Wirtschaftskrise verhindern. Das braucht mehr Planbarkeit für Unternehmen und ihre Angestellten. Eine breitflächige Impfung wird uns ermöglichen, mehr Mut bei der langsamen Öffnung der Wirtschaft zu entwickeln, deshalb ist es wichtig, dass wir hier deutlich schneller vorwärts kommen, als wir es in den vergangenen Wochen gesehen haben.“

Finanzielle Situation deutlich angespannter - Reserven schwinden

Wie erwähnt, haben bereits 32% Prozent der ÖsterreicherInnen aktuell finanzielle Ängste und Sorgen in Zusammenhang mit der Pandemie. Dieses Drittel setzt sich zusammen aus 26%, die mit dem monatlichen Einkommen teilweise nicht mehr auszukommen und sechs Prozent, die sagen, dass ihr Monatseinkommen bereits gar nicht mehr für das tägliche Leben ausreicht.

Die Erste Bank Marktforscherin Karin Kiedler sieht vor allem junge Familien betroffen: „Besonders betroffen ist hier die Altersgruppe der 16 bis 29-Jährigen und Personen mit kleinen Kindern unter sechs Jahren, die immer öfter Schwierigkeiten haben, ihren monatlichen Verbindlichkeiten nachzukommen.“ Laut Umfrage haben 28 Prozent oder 1,8 Millionen ÖsterreicherInnen auch keine zusätzlichen finanziellen Reserven und 73 Prozent davon auch kein privates Umfeld, dass hier unterstützend zur Seite stehen könnte. Deshalb werden Kosten reduziert.

43 Prozent aller Befragten geben an, aufgrund der Krise bereits Einsparungen vorgenommen zu haben, 11 Prozent planen dies. Gespart wird dabei besonders bei den Themen Urlaub und Reisen, sowie Ausgaben für Bekleidung und Schuhe. Am wenigsten gespart wird bei Versicherungen, Banken und beim Telefonieren.

Große Zufriedenheit mit der Wohnsituation

Ein interessanter Nebenaspekt der Umfrage ist die Wohnsituation: Trotz mehreren Lockdowns und viel Zeit zu Hause sind 77 Prozent der Befragten mit ihrer Wohnsituation „alles in allem zufrieden“, 40 Prozent sogar „sehr zufrieden“. Aber die vergangenen Monate wurden von den ÖsterreicherInnen zum Renovieren genutzt.

30 Prozent haben seit Beginn der Corona-Krise kleine Renovierungsarbeiten vorgenommen, 26 Prozent planen dies und 15 Prozent haben größere Arbeiten schon erledigt. Sieben Prozent haben seit März 2020 die sehr günstige Zinslage genutzt und einen Kredit aufgenommen. Die Hälfte davon, um sich ein neues Haus oder Wohnung zu kaufen.  Ein Fünftel davon um während des Lockdowns zu renovieren oder sanieren.

ÖsterreicherInnen plagt das Fernweh

Nachdem Reisen seit fast einem Jahr nur noch eingeschränkt möglich sind, ist es kein Wunder, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten auf die spontane Frage nach ihren Wunschträumen nach der Krise Reisen an die oberste Stelle reihen. Gibt man eine Liste mit Vorschlägen vor, werden Freunde treffen und Restaurantbesuche noch vor dem Reisen genannt. 64 Prozent denken, dass sie ihre Träume nach der Krise verwirklichen werden.

Foto: Erste Bank©Hinterrammskogler

Marianne Archam ist neue Partnerin bei Mazars Austria

Marianne Archam (32) ist mit Jänner neue Partnerin der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei Mazars Austria. 

Die gebürtige Wienerin hat an der Universität Wien Internationale Betriebswirtschaftslehre studiert und ist seit ihrem Abschluss 2012 bei Mazars Austria beschäftigt. 2019 wurde Archam zur Steuerberaterin bestellt, seit Mitte Jänner ist sie beeidete Wirtschaftsprüferin. Neben klassischen Jahres- und Konzernabschlussprüfungen ist die leidenschaftliche Snowboarderin auf die Prüfung von EU-Förderungen spezialisiert.

„Es freut mich, dass ich ab Jänner 2021 bei Mazars Austria als Partnerin eine neue herausfordernde und spannende Aufgabe übernehmen darf. Dass mir dieser Schritt in der Kanzlei ermöglicht wird, in der ich bei meiner beruflichen Entwicklung und Ausbildung zur Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin von Anfang an begleitet und unterstützt wurde, bedeutet mir besonders viel. Mazars Austria zeichnet sich für mich durch ein stetig wachsendes und innovatives Team mit familiärer Atmosphäre aus“, sagt Marianne Archam.

Foto: Mazars Austria

Susanne Weichselbaum übernimmt PR für Dr. Johannes Matiasek

Dr. Susanne Weichselbaum übernimmt ab sofort mit Ihrer Agentur WEICHSELBAUM PR die Kommunikations-Agenden für Dozent Dr. Johannes Matiasek, Beauty Doc & Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Wien und Schladming.

Zu seinen Spezialgebieten gehören neben minimalinvasiven Behandlungen wie Filler, Faden- und Vampirlifts auch chirurgische Lidstraffungen, Facelifts, Brustkorrekturen, sowie die gesamte Palette des Body-Contourings. Stets unter der Prämisse: Schönheit individuell definieren und Natürlichkeit wahren.

Zur Behandlung lokaler Fettdepots bietet Dr. Matiasek die von der Harvard Medical School entwickelte, nicht-operative Bodyforming-Behandlung „Kryolipolyse“ an, bei der Fettzellen durch medizinische Kälteeinwirkung weggefroren werden.

Neben ästhetischen Behandlungen und Eingriffen führt Dozent Matiasek handchirurgische Operationen und Tumorentfernungen im Gesichtsbereich durch.

Foto: Weichselbaum PR

Autonomes Fahrzeug aus Linz machte Halt an FH Technikum Wien

Die JKU Linz forscht in Kooperation mit der FH Technikum Wien an Auswirkungen autonomer Fahrzeugtechnologien. Zuletzt legte das Fahrzeug der JKU wieder einen Stop an der FHTW ein.

(Wien, 26.1.2020) Autonomes Fahren schreitet voran, aber offene Fragen gibt es nicht nur in der technischen Implementierung, sondern auch beim Zusammenwirken von Mensch und Maschine. Dazu wird am Lehrstuhl für Nachhaltige Transportlogistik 4.0 der Johannes-Kepler-Universität Linz geforscht. Die FH Technikum Wien ist Kooperationspartner des seit 2018 bestehenden Lehrstuhls. Zuletzt machte Lehrstuhlinhaberin Cristina Olaverri-Monreal mit einem autonomen Fahrzeug wieder Halt am Hauptstandort der FHTW.

Geforscht wird nämlich nicht nur am Fahrsimulator, sondern auch in der realen Umgebung eines Toyota-PKWs mit erweiterter Autonomie. „Die Ausstattung macht die Kontrolle des Fahrers über das Fahrzeug in vielen Szenarien überflüssig, obwohl eine Fahrerübernahme möglich und manchmal erforderlich ist. Wir ermitteln die Auswirkungen eines solchen Systems auf den Fahrer und dessen Fahrleistung“, erklärt Olaverri Monreal. „Zu diesem Zweck wird das Verhalten der Verkehrsteilnehmer aus Fahrdaten analysiert, wobei der Schwerpunkt auf das Bewusstsein und der Diagnose der Straßensituationen im Mittelpunkt steht.“

Die verwendete Technologie besteht aus verschiedenen Sensoren, unter anderem Kameras und ein Augenerfassungssystem der Firma Viewpointsystem GmbH. „Das Fahrzeug ist mit einem LIDAR („Light Detection and Ranging“) ausgestattet und demonstriert damit auch praktische Anwendungsfelder photonischer Technologien“, sagt Gerd Christian Krizek von der FHTW, der die Kooperation koordiniert und Mitglied des Stifterbeirats ist. „Dies ermöglicht den Zugang für Studierende der FHTW zu State of the Art Technologien in Lehre und Projektarbeiten.“

Die Hochschulleitung der FHTW nutzte die Gelegenheit, um das Fahrzeug mit seinen Systemen in Augenschein zu nehmen. „Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen ist es möglich, dass hier anhand der neuesten Technologie gelehrt und geforscht wird“, sagt Rektor Fritz Schmöllebeck von der FH Technikum Wien.

Lehrstuhl für Nachhaltige Transportlogistik 4.0

Am Lehrstuhl für Nachhaltige Transportlogistik 4.0 wird an der Implementierung von Systemen, welche auf dem Datenaustausch zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Personen beruhen geforscht und dies unter Anwendung digitaler Technologien, die auf den Einsatz von Automatisierung und Sensorik aufbauen und zusätzlich das menschliche Verhalten berücksichtigen. Der Lehrstuhl wird durch das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Fachhochschule Technikum Wien, der österreichischen Post AG und dem Engineering-Dienstleister der Automobilindustrie IAV GmbH in Deutschland und IAV France S.A.S.U gefördert.

FH Technikum Wien

Die FH Technikum Wien wurde gegründet, um Menschen für ein technisches Studium zu begeistern und auf die Nachfrage nach technischen Spitzenkräften in der Industrie zu reagieren. In den 26 Jahren ihres Bestehens hat sie über 13.000 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht. Heute umfasst das Bildungsangebot 12 Bachelor- und 19 Master-Studiengänge, 5 Master-Lehrgänge und zahlreiche maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote. Mehr als 4.400 Menschen studieren an Österreichs einziger rein technischer Fachhochschule. Die FH ist ein Netzwerkpartner des FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie.

Foto: © Nußbaum - FHTW

Lehre bei Bank und Versicherung: Krisenfeste Ausbildung

Wirtschaftskammer Wien und die Wiener Banken und Versicherungen starten neue Lehrlings-Werbekampagne. Digitalisierung und neue Kundenwünsche verändern Berufsbilder in der Branche.

„Die Wiener Banken und Sparkassen sind ein großer Arbeitgeber. Sie beschäftigen 25.000 Mitarbeiter, 51 Prozent davon sind Frauen. Und sie sind ein wichtiger Lehrlingsausbilder mit wachsendem Lehrlingsaufkommen“, wie Erwin Hameseder, Obmann der Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Wien, betont: „Im Vorjahr konnten wir dank unserer Lehrlingskampagne einen neuen Rekord an Bewerbern erzielen, damit einher gingen auch die Lehrlingszahlen nach oben.  Und auch in diesem Jahr wollen die Institute die Zahl der Lehrlinge nochmals steigern.“

Mit den durch die Digitalisierung angestoßenen Veränderungen in der Bank- und Versicherungsbranche haben sich auch die Berufsbilder der Bank- und Versicherungskaufleute in den letzten Jahren stark verändert: Die Berufe sind flexibler, ortsunabhängiger und kommunikativer geworden.

Deshalb werden die neuen Lehrlinge zu anderen Mitarbeitern ausgebildet als vor 20 Jahren. Denn Bankkaufleute – und in gleichem Ausmaß auch die Mitarbeiter von Versicherungen - müssen heute neue Anforderungen erfüllen. Sie müssen flexibler, mobiler und innovativer sein, denn die klassischen Bankarbeitszeiten gibt es nicht mehr. Hameseder: „Wir müssen heutzutage immer für unsere Kunden da sein – ganz egal, ob sie uns über Telefon und E-Mail bequem von zu Hause erreichen wollen oder eben persönlich in den Filialen.“

Die Werbekampagne für die Lehrlingssuche
Um diesen neuen Typus von Bank- und Versicherungsmitarbeiter anzusprechen, hat die Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Wien jetzt gemeinsam mit ihren Mitgliedern eine eigene Werbekampagne gestartet, deren Ziel es ist, eben diese neuen Mitarbeiter zu finden.
„Das Herzstück unserer Kampagne ist eine Potenzialanalyse, i

n der die interessierten Bewerber überprüfen können, ob ihre Vorstellungen mit denen des tatsächlichen Berufs zusammenpassen“, erklärt Franz Stiglitz, Bildungsbeauftragter der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Wien. Und ergänzt: „Angesprochen werden sollen nicht nur die klassischen Lehranfänger, sondern auch Maturanten oder Studienabbrecher, denn auch für sie bildet eine Lehre bei uns eine große Karrierechance.“

Zentrale Anlaufstelle der Lehrlingskampagne sind die beiden Homepages, die auch den Start in die Karriere bei Banken und Versicherungen bilden: der Self-Check online auf www.bankenlehre.at und www.versicherungslehre.at zeigt den Bewerbern ihr Potenzial für die Branche auf.  Die Kampagne läuft größtenteils online, dazu werden Out-of-home-Sujets platziert und eigene Promotions in Schulen gestartet. Vermittelt werden die Botschaften durch zwei trendige Jugendliche, die mit „Meine Lehre. Die sicherste Bank!“ bzw. „Meine Lehre. Die beste Versicherung!“ um potenzielle Bewerber buhlen.

Wiener Lehrlingszahlen blieben trotz Corona stabil 
Mit Jahresende 2020 wurden in den Wiener Bank- und Versicherungsbetrieben insgesamt 366 Lehrlinge ausgebildet – um 20 Lehrlinge oder 5,8 Prozent mehr als Ende Dezember 2019. Auch in der Industrie, im Gewerbe und Handwerk sowie im Handel gab es mehr Nachwuchskräfte als ein Jahr davor. Insgesamt lag die Zahl der Lehrlinge in Wien Ende Dezember bei 17.365, das ist ein Plus von 1,2 Prozent im Jahresabstand. Davon entfielen 13.810 Lehrlinge auf Ausbildungsbetriebe der gewerblichen Wirtschaft, ein Plus von 0,6 Prozent. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation ist es in Wien also gelungen, die Lehrlingszahlen im Corona-Jahr stabil zu halten.

Ein Blick auf die Lehranfänger zeigt allerdings, dass die Pandemie vor allem im Tourismus- und Freizeitsektor Spuren hinterlassen hat. Dort konnten diesen Herbst mit 265 Nachwuchskräften nur halb so viele eine Ausbildung beginnen als im Jahr davor. Nur in der Industrie sowie bei Banken und Versicherungen war die Zahl der Lehranfänger gleich hoch oder höher wie im Jahr davor. Unterm Strich gab es mit 5.971 Lehrlingen im ersten Lehrjahr zu Jahresende dennoch ein Plus von 7,6 Prozent. Zurückzuführen ist das in erster Linie auf die überbetriebliche Ausbildungsschiene, wo sich nicht nur die Erhöhung der Zahl der Ausbildungsplätze, sondern vor allem eine Umstellung bei der Vertragserfassung auswirkt.

Julia Kretz ist neue Centerleiterin des Passage Linz

Die ausgewiesene Handelsexpertin übernahm am 4. Jänner 2021 die Centerleitung der Linzer Innenstadt-Shoppingmall.

Julia Kretz, Enkelin aus dem Linzer Traditionshaus Eiler folgt Monika Sandberger nach, die nach 7 Jahren als Geschäftsführerin und Centerleiterin in Babypause geht.

Kretz absolvierte nach der Matura ihre wirtschaftliche Ausbildung am Europäischen Bildungsforum für den Schuheinzelhandel (EBS Mainz). Nach diversen Praktika in führenden Schuhgeschäften in München und Köln wechselte sie 1996 in das Schuhhaus Eiler, wo sie seit 2001 die Geschäftsführung ausgeübt hatte.

Nach einem außergewöhnlichen Jahr steht auch 2021 der Handel vor großen Herausforderungen. Als neue Centerleiterin wird Julia Kretz ihre langjährige Erfahrung als Retail-Spezialistin dafür einsetzen das Passage Linz erfolgreich weiterzuentwickeln. Sie setzt dabei auf Hybridkonzepte, die den digitalen und stationären Handel optimal verbinden. „Gerade jetzt ist den Menschen bewusst geworden,“ so Julia Kretz, „wie wichtig soziale Kontakte sind und dass ein echtes Produkterlebnis durch nichts zu ersetzen ist“.

Foto: Kneidinger Photography

So können sich Unternehmen für die Pleitewelle rüsten

Umsatzeinbrüche, inkulante Vermieter, unzureichende Förderungen – die Liquiditätssorgen von Österreichs Unternehmen werden immer größer. „Niemand sollte sich zu sehr auf den Staat oder die Kulanz der Banken verlassen. Ich rate derzeit nicht nur angeschlagenen, sondern auch soliden Betrieben zum Aufbau von Liquidität. Denn bei der unausweichlichen Konsolidierungswelle wird es gute Gelegenheiten zu Akquisitionen geben“, erklärt Experte Peter Androsch. In den Lieferforderungen und Verbindlichkeiten schlummert oft ungeahntes Cash-Potential. 

(26.01.2021) „Bankkredite sind aufgrund der Nullzinspolitik der EZB zwar historisch günstig, aber diese muss man aufgrund des unsicheren Umfelds erst einmal bewilligt bekommen und in weiterer Folge natürlich auch abstottern“, mahnt Peter Androsch, Geschäftsführer von Österreichs führender Kreditversicherungsmaklergesellschaft A.C.I.C. Bei Liquiditätssorgen sollten die Unternehmen daher nicht immer sofort reflexartig an die Aufnahme neuer Kredite denken, denn dadurch werde die Misere nur noch größer. Vor allem bei Unternehmen, die weiter relativ solide Umsätze generieren, schlummert in den Bilanzen oft Liquiditätspotenzial, dem in der Praxis meist viel zu wenig Beachtung geschenkt wird: die Lieferforderungen.

Liquiditäts-Potenzial in der eigenen Bilanz heben

Bei KMU entfallen im Schnitt mehr als 20 Prozent der Bilanzsumme auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Damit sind diese die größte Einzelposition auf der Aktivseite der Bilanz. Alle Unternehmen, die ihren Kunden laufend Zahlungsziele einräumen, tragen daher ein besonders hohes Risiko für Zahlungsausfälle, das daher unbedingt abgesichert werden muss. Umgekehrt ist derzeit in einigen Branchen schon einiges an Geschick notwendig, um von den Kreditversicherern noch neue Deckungszusagen zu bekommen. 

Bewährtes Mittel, um den Kreislauf am Laufen zu halten

„Probieren Sie einmal in der Textilbranche eine neue Kreditversicherung zu bekommen. Das ist derzeit bereits eine enorme Herausforderung“, erzählt Androsch. Wobei die Textilbranche nur die Spitze des Eisbergs ist. Anders ist die Situation hingegen in der Industrie, der Lebensmittelbranche und anderen Wirtschaftszweigen. Dort ist die Absicherung der Lieferforderung gegen Zahlungsausfälle weiterhin möglich. Das wird auch rege genutzt, weil es ein bewährtes Mittel ist, um das Risiko für die Unternehmen massiv zu begrenzen und dadurch den Wirtschaftskreislauf am Laufen zu halten. 

Bilanz verkürzen und Eigenkapitalquote erhöhen

„Wer eine Kreditversicherung abgeschlossen hat, kann im zweiten Schritt seine Forderungen laufend oder einmalig an Factoring-Banken übertragen und bekommt dafür sofort Geld. Sollte der Kunde die vom Unternehmen an die Bank übertragenen Forderungen nicht begleichen können, springt die Versicherung ein“, erklärt der Experte. Die durch den Forderungsverkauf generierte Liquidität kann in weiterer Folge unter anderem zur Begleichung eigener Verbindlichkeiten genützt werden. Das verkürzt die Bilanz, erhöht die Eigenkapitalquote und verbessert die Bonität. 

Waren auf Ziel kaufen und trotzdem Skonto nützen

Ein ähnliches Prinzip zur Liquiditätsgenerierung kann auch beim Einkauf von Waren genutzt werden. „Die Unternehmen bezahlen dabei ihre Waren wie gewohnt erst rund 60 Tage nach der Lieferung. Trotzdem können sie alle im aktuellen Niedrigzinsumfeld besonders attraktiven Skonti und Sofortzahlungsrabatte nutzen, weil eine Factoring-Bank das Geld vorstreckt und die Lieferanten sofort bezahlt. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten“, rechnet der Experte vor.

Bei Unternehmen mit hohen Lagerbeständen sollte zudem auch eine Lagerfinanzierung geprüft werden, weil dadurch weiteres Umlaufvermögen in Liquidität verwandelt werden kann. „Cash ist King. Wer jetzt möglichst viel davon aufbaut, der wird bei der sich anbahnenden Konsolidierungswelle nicht nur viele Übernahme-Gelegenheiten vorfinden, sondern diese auch tatsächlich nützen können, denn damit werden Finanzierungslinien frei für langfristige Engagements“, zeigt sich Androsch pragmatisch. 

Foto: ©A.C.I.C./Nadja Nemetz

 

Frauen bleiben weiterhin Ausnahme in Österreichs Chefetagen

Frauen bleiben weiterhin Ausnahme in Österreichs Chefetagen – Anteil der weiblichen Aufsichtsratsmitglieder steigt leicht.

Die Anzahl weiblicher Vorstandsmitglieder in Österreichs börsennotierten Unternehmen (Stichtag 1. Jänner 2021) ist im Vergleich zur Jahresmitte 2020 (Stichtag 1. August 2020) um eine Frau gestiegen. Somit stehen in den im Wiener Börse Index notierten heimischen Unternehmen immer noch 15 weibliche Vorstandsmitglieder 175 männlichen gegenüber. Im Vergleich zur letzten Analyse bedeutet das einen leichten prozentuellen Anstieg von 7,4 auf 7,9 Prozent.

Bereits mehr als jedes vierte Aufsichtsratsmitglied der österreichischen WBI-Unternehmen ist aktuell eine Frau: Somit ist in den Aufsichtsräten insgesamt die Anzahl der Frauen von 27,4 auf 27,8 Prozent gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Gegenüber August 2020 ist die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte zwar konstant geblieben, allerdings ist die Anzahl der Aufsichtsräte um neun gesunken. In den Aufsichtsgremien sind damit 145 Frauen (27,8 %) und 376 Männer (72,2 %) vertreten. 

Das sind einige der Ergebnisse des Mixed Leadership Barometers der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Dafür werden regelmäßig die Strukturen von Vorständen und Aufsichtsräten der im Wiener Börse Index gelisteten österreichischen Unternehmen analysiert.

„Der Frauenanteil bei Vorstandsmitgliedern der österreichischen börsennotierten Unternehmen ist im letzten halben Jahr um eine Frau gestiegen – somit ist aktuell jedes 13. Vorstandsmitglied weiblich. Dieses Ungleichgewicht zeigt, dass der Aufstieg für Frauen in die Vorstandsetagen weiterhin sehr schwierig ist und die Unterstützung von Politik, Unternehmen und vermutlich auch vom persönlichen Umfeld oft fehlt“, kommentiert Helen Pelzmann, Partnerin (EY Law) und Verantwortliche für die Initiative „Women. Fast Forward“ bei EY Österreich, die Ergebnisse.

Der schleppende Anstieg über die letzten Jahre sei aus Sicht von Pelzmann auf folgendes zurückzuführen: „Obwohl Unternehmen immer mehr den Wert und die Notwendigkeit von vielfältig zusammengestellten Teams erkennen und auch wissen, dass sie im ‚War for Talents‘ nicht auf Frauen verzichten können, scheuen sie diesen Veränderungsprozess noch in den obersten Leitungsfunktionen“, so Pelzmann. 

Pelzmann weiter: „Die Gründe für den Erfolg von geschlechtergemischten Teams liegen hauptsächlich in den oftmals unterschiedlichen Herangehensweisen. Die verschiedenen Perspektiven und Arbeitsweisen von Mann und Frau führen oftmals zu einem effektiveren und effizienteren Prozess und damit zu mehr Erfolg als bei homogenen Teams.“

„Gerade in der Coronakrise und auch davor kümmern sich Frauen nachweislich mehr um familiäre beziehungsweise haushaltsbezogene Aufgaben. Diese Doppelbelastung ist natürlich ein großes Hindernis auf dem Karrierepfad von Frauen. Hier sind einerseits die Unternehmen gefordert, durch ein flexibles Arbeitsumfeld und die Möglichkeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Zuhause zu arbeiten, eine gute Grundlage zu schaffen, um beiden Geschlechtern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und dadurch die Gleichstellung der Frauen voranzutreiben, andererseits sind auch die Frauen gefordert, die Männer mehr in die Pflicht zu nehmen“, sagt Pelzmann. 

Die meisten Frauen sind momentan in den Chefetagen in der Konsumgüterbranche anzutreffen, wo ihr Anteil bei 22,2 Prozent liegt. An zweiter Stelle folgt die IT-Branche (20 %) und an dritter Stelle die Finanzbranche (7,4 %). Keine einzige Vorständin gibt es in fünf Branchen: Automobil, Immobilien, Rohstoffe, Telekommunikation und Transport.

Weniger als jedes vierte der 21 betroffenen im WBI notierten Unternehmen würde die in Deutschland beschlossene Quotenregelung in Vorständen aktuell erfüllen
Mit Ende des Jahres 2020 wurde in Deutschland ein Gesetzesvorschlag für eine verbindliche Frauenquote in Vorständen von börsennotierten Unternehmen in Deutschland verabschiedet. Demnach muss in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit vier oder mehr Mitgliedern spätestens ab einer Neubesetzung ein Mitglied eine Frau sein. Würde man die deutsche Regelung auf Österreich übertragen, dann würde aktuell nur fünf der 21 davon betroffenen im WBI notierten Unternehmen mit vier oder mehr Vorstandsmitgliedern – also weniger als jedes vierte Unternehmen – diese Quotenvorgabe erfüllen. Würde die deutsche Regelung also auch in Österreich umgesetzt werden, dann würden bei Neubestellungen 16 Frauen zusätzlich in Vorstände einziehen.

Gut jedes vierte Aufsichtsratsmitglied in WBI-Unternehmen ist weiblich
Der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder ist hingegen weiter gestiegen: Seitdem mit 1. Jänner 2018 die gesetzliche Genderquote von 30 Prozent in Kraft getreten ist, erhöhte sich der Frauenanteil in den Kontrollgremien der österreichischen WBI-notierten Unternehmen deutlich und kontinuierlich von 19 auf 27,8 Prozent – das bedeutet einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt ist die Zahl der Frauen in den Aufsichtsräten der österreichischen WBI-Unternehmen leicht von 26,4 auf 27,8 Prozent gestiegen. Von den derzeit 521 Aufsichtsratsmitgliedern der im WBI notierten österreichischen Unternehmen sind 145 Frauen. Gegenüber August 2020 ist die absolute Zahl der weiblichen Aufsichtsräte zwar konstant geblieben, allerdings ist die Anzahl der Aufsichtsräte um 9 gesunken. In 48 der 55 untersuchten Unternehmen gibt es aktuell mindestens eine Frau im Aufsichtsrat – das ist ein Unternehmen mehr als noch im August 2020.

„Bei der Einführung der Quotenregelung für Aufsichtsräte gab es viele Bedenken und Diskussionen. Auch wenn Quoten sicher kein Allheilmittel sind, sehen wir in diesem Fall einen ganz klaren Effekt. Seit der Einführung vor drei Jahren ist der Frauenanteil in den Kontrollgremien deutlich gestiegen. Die Quote hat die Themen Diversität und Gleichstellung deutlich nach oben an die Spitze der Unternehmens-Agenda gehievt, zumindest den Aufsichtsrat betreffend. Es ist zu hoffen, dass eine anfängliche Quotenerfüllung zur Erfahrung und Erkenntnis führt, dass gemischte Teams besser arbeiten und auch die wirtschaftliche Performance des Unternehmens positiv beeinflussen, sodass es auch zu einem Spillover-Effekt auf eine diverse Besetzung des Vorstands kommt“, so Pelzmann.

Aufholbedarf trotz Fortschritt: Fast jeder vierte Aufsichtsrat, der der Quotenregelung unterliegt, erfüllt die Quote noch nicht
Trotz deutlicher Fortschritte bei der ausgewogenen Besetzung von Aufsichtsräten gäbe es immer noch Aufholbedarf, so Pelzmann: „Die Genderquote zeigt Wirkung, es gibt 44 weibliche Aufsichtsratsmitglieder mehr als zum Zeitpunkt des Inkrafttretens. Dieser Zuwachs ist zu einem überwiegenden Teil darauf zurückzuführen, dass jene österreichischen im WBI notierten Unternehmen, die die Quote erfüllen müssen, mehr Aufsichtsratsposten an Frauen vergeben haben. Allerdings ist das Ziel noch nicht erreicht. Fast jedes vierte verpflichtete österreichische Unternehmen erfüllt die Genderquote im Aufsichtsrat noch nicht“. 

Am höchsten ist der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder wie im Vorjahr in der Energiebranche (35,5 %), wo jedes dritte Aufsichtsratsmitglied eine Frau ist. Ähnlich hoch ist der Anteil in der Finanz- (33,1 %), Immobilien- (28,9 %) und IT-Branche (26,9 %).

Aktuell jedes 13. Vorstandsmitglied in Österreich ist eine Frau
Nach wie vor ist in 41 von 55 österreichischen börsennotierten Unternehmen noch keine Frau im Vorstand vertreten. Immerhin drei der insgesamt 15 Frauen in Vorstandsetagen leiten das Unternehmen als CEO. Sieben Frauen stehen dem Finanz-Ressort vor.

In eigener Sache: Frauenanteil bei EY
Mit Stichtag 1. Jänner 2021 waren von den 39 Partnern von EY Österreich acht Frauen – das entspricht einem Anteil von 20,51 Prozent. Auf Management-Ebene liegt der Frauenanteil aktuell bei 43,73 Prozent. EY möchte den Frauenanteil auf Führungsebene weiter systematisch vergrößern und baut dabei auf Programme, die teilweise bereits seit mehreren Jahren schon bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansetzen. Der Frauenanteil in der gesamten Belegschaft von EY Österreich liegt momentan bei 56,21 Prozent.

Foto: EY/Robert Herbst

Dagmar Koch neue Country Managerin von Coface Österreich

Mit 1. Dezember 2020 übernimmt die Finanzmanagerin Dagmar Koch die Leitung von Coface Österreich. Als Country Managerin verantwortet sie das Österreich-Geschäft des internationalen Kreditversicherers Coface und steht an der Spitze eines 100-köpfigen Teams.


„In dieser Krise sind wir besonders gefordert, noch enger an der Seite unserer Kunden zu stehen, Lieferketten abzusichern und schnelle Lösungen zu entwickeln. Jetzt, wo alle ein Stück mehr Sicherheit brauchen als sonst, bewährt sich das globale Coface-Netzwerk ganz besonders. Aus Risiken müssen wieder Chancen werden. Ich sehe es als unsere Kernaufgabe, Unternehmen auf diesem Weg zu unterstützen“, so Dagmar Koch.

Die studierte Juristin Dagmar Koch ist 1973 in Graz geboren und startete ihre Karriere in der Finanzbranche, die sie von Anfang an begeisterte: „In der Finanzbranche geht es immer um Lösungen und darum konsequent und konstruktiv kundenzentriert zu arbeiten.“ Nach ihrem Berufseinstieg bei der Volksbank in Oberösterreich wechselte Koch in die Raiffeisen-Gruppe nach Wien.

In der Raiffeisen Bank International AG arbeitete sie im Credit Office und Produktmanagement. Dort entwickelte sie ein Portfolio-Rating-Modell, konzipierte den Top-Down-Forderungsankauf und wurde mit der Gründung der Raiffeisen Factor Bank beauftragt, bevor sie die Gruppenverantwortung für Factoring übernahm. Nach elf Jahren bei Raiffeisen wechselte Koch zur Unicredit FactorBank AG, wo sie den Großkundenvertrieb sowie die Unternehmensstrategie verantwortete. Seit 2017 war sie in der Erste Group als Head of Department International Supply Chain Finance bei der Intermarket Bank AG tätig.

Mit dem Motto „schneller, näher und persönlicher“ legt Koch den Fokus auf die Kundenzentriertheit der Versicherung. Dazu braucht es eine „umfassende Digitalisierungsstrategie und eine agile Herangehensweise“, so Dagmar Koch abschließend.

Foto: Sabine Hauswirth

Wien schließt 2020 mit 4,6 Mio. Nächtigungen – ein Minus von 73,9 Prozent

Wien zählte aufgrund der Pandemie 2020 4,6 Mio. Nächtigungen und damit um 73,9% weniger als im bisherigen Rekordjahr 2019.

(19.01.2021) Nach starken Zuwächsen im Jänner und Februar verzeichneten sämtliche anderen Monate des Jahres 2020 Rückgänge im hohen zweistelligen Prozentbereich, im Lockdown-Monat Dezember wurden zuletzt nur 76.000 Nächtigungen getätigt (-95,6%). Die Netto-Nächtigungsumsätze der Hotellerie stehen zurzeit für Jänner bis November 2020 fest: 231,5 Mio. Euro bedeuten Rückgänge in der Höhe von 74,4%.

Wiens Beherbergungsbetriebe zählten 2020 4.590.000 Nächtigungen (-73,9%) bzw. 2.007.000 Ankünfte (-74,7%). Mit Ausnahme von China, das im Nächtigungsranking 2020 auf den 18 Platz abgestiegen ist, finden sich alle Top-10-Märkte aus 2019 auch 2020 in der Liste, nunmehr ergänzt um Polen. Die Hälfte aller Nächtigungen kam aus zwei Ländern – Österreich (1.278.000, -58%) und Deutschland (1.002.000, -70%), beide Länder trugen jeweils über eine Million Nächtigungen zum Gesamtergebnis bei.

Mit einigem Abstand komplettieren Italien (188.000, -78%), Großbritannien (139.000, -81%), Frankreich (127.000, -75%), die USA (123.000, -88%), Spanien (120.000, -82%), die Schweiz (117.000, -75%), Polen (109.000, -58%) und Russland (104.000, -78%) Wiens Top-10 des Vorjahres. Die Umsätze der Beherbergungsbetriebe liegen aktuell für die Monate Jänner bis November 2020 vor.

Mit 231.459.000 Euro (-74,4 %) konnten Wiens Beherbergungsbetriebe in diesem Zeitraum um rund drei Viertel weniger erwirtschaften als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die durchschnittliche Auslastung der Hotelbetten sank im Dezember auf 5,8% (12/2019: 70,6%), jene der Zimmer auf rund 8% (12/2019: rund 91%). Insgesamt waren im Dezember rund 35.000 Hotelbetten in Wien verfügbar, das waren Lockdown-bedingt rund 32.000 Betten (-47,8%) weniger als im Dezember 2019.

Für das Gesamtjahr 2020 verzeichnete Wien – das in guten Zeiten über das Jahr die höchste Auslastung aller Bundesländer aufweist – eine Bettenauslastung von 22,3% (1-12 2019: 61,9%) sowie eine Zimmerauslastung von rund 29% (1-12 2019: rd. 80%).

Die aktuellen Kennzahlen in vollem Umfang für sämtliche erhobenen Herkunftsmärkte erhalten Sie unter https://b2b.wien.info/de/statistik/daten/statistik-aktuell

Foto: Shutterstock/Mitzo

Vorlagenportal gewinnt beim Constantinus Award den 1. Platz

Über den 1. Platz beim Constantinus Award 2020 in der Kategorie Rechnungswesen und Personalverrechnung freut sich die Geschäftsführung des Vorlagenportals für Arbeitsrecht und Personalverrechnung, Birgit Kronberger MBA und Mag. Rainer Kraft: „Die Auszeichnung stärkt uns dabei, den bisherigen Weg weiter zu gehen. Die letzten turbulenten Monate haben gezeigt, dass unsere Kunden rasche und kompetente Informationen für ihre tägliche Arbeit benötigen. Unsere Vorlagen und Textmuster sparen den Kunden viel Zeit und Kosten.“ 

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung, ausgestrahlt auf PULS24 am 12.01.2021, wurde der Award an die Geschäftsführung des Vorlagenportals übergeben.

Der Constantinus Award
Österreichs großer Beratungs-, Buchhaltungs- und IT-Preis wird seit 2003 jährlich vergeben und ist eine Initiative des Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT). Er holt Beratungsqualität aus den Bereichen Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT vor den Vorhang - und prämiert Berater gemeinsam mit ihren Kunden.

Über das Vorlagenportal
Das Vorlagenportal bietet eine Online-Datenbank für Arbeitsrecht und Personalverrechnung, durch die die im Personalwesen tätigen Personen mit qualitativ hochwertigen Textmustern unterstützt werden. Die Datenbank bietet alles, was man an Schriftverkehr vom Eintritt bis zum Austritt der Mitarbeiter brauchen kann (z.B. von der Stellenausschreibung, über Dienstverträge, Abrechnungshilfen bis hin zu Beendigungsschreiben) und umfasst aktuell über 1.200 Mustervorlagen. Das Vorlagenportal wird laufend erweitert und stets an die aktuelle Gesetzeslage und Rechtsprechung angepasst. Dies spart den Kunden viel Zeit und Kosten. Ebenso können teure Fehler im betrieblichen Schriftverkehr vermieden werden. Begleitende Webinare helfen den Kunden, schnell und einfach fachlich up-to-date zu bleiben.

Foto: Wolfgang Voglhuber

Barbara Havel als Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien bestätigt

Anfang 2019 wurde Barbara Havel, Geschäftsführerin der Havel Healthcare GmbH, zur neuen ehrenamtlichen Vorsitzenden des Wiener Landesvorstands der Jungen Wirtschaft Wien gewählt und jetzt in ihrem Amt bestätigt.

Zusammen mit der Vorsitzenden wurde auch der Landesvorstand bestimmt: Erster Stellvertreter Havels ist Rainer Matiasek, zweite Stellvertreterin Ruth Gabler-Schachermayr, Christoph Czasch und Clemens Schmidgruber bleiben ebenfalls im Vorstand, neu dazugekommen ist Thomas Urbanek. 

„Die zentrale Frage für unser Programm 2021 war: Was brauchen JungunternehmerInnen, um voll durchzustarten?“, sagt Barbara Havel, „wir sind überzeugt, dass erfolgreiche Neugründungen und erfolgreiche JungunternehmerInnen ein Turbo für den Wirtschaftsstandort Wien sind. Dabei unterstützen wir sie und dafür braucht es auch die notwendigen Rahmenbedingungen.“ Die Junge Wirtschaft Wien fordert deshalb eine digitale, unternehmerfreundliche Stadt und hat die dafür notwendigen Schritte ausformuliert: 

Eine Plattform für alle Behördenangelegenheiten: Es braucht eine Plattform, die alle Daten von Behörden vereint und die Erledigung von Behördenangelegenheiten ermöglicht (Standesamt, Melderegister, Unternehmensserviceportal USP, Finanzamt etc.). Dabei soll das Once Only-Prinzip als Vorbild dienen - einmal hochgeladen und jederzeit verfügbar.

Mehr Transparenz und Kontrolle der eigenen Daten: Kontrolle und Transparenz bei Daten ist wichtig. Alle Unternehmer haben ein Recht auf ihre Daten. Diese sollten auch jederzeit gratis und aktuell abrufbar sein (z.B. Firmenbuchauszug). Auch über die Datenabfrage seitens Dritter innerhalb der geforderten digitalen Plattform sollten die Unternehmen in Kenntnis gesetzt werden. 

Mehrwegkommunikation innerhalb des elektronischen Postfachs: Das elektronische Postfach muss ausgebaut werden - sowohl für die direkte Kommunikation mit den Behörden als auch für den vertragsrelevanten Austausch mit anderen Unternehmen.

Möglichkeit der Datenhinterlegung im elektronischen Postfach: Im Zuge des Ausbaus des elektronischen Postfachs sollen bestimmte Unternehmensdaten abgespeichert werden können und individualisiert an Behörden und andere Unternehmen freigegeben werden können.

Eine automatische Handy-Signatur für alle Unternehmen: Bei der Gründung eines Unternehmens soll automatisch eine Handy-Signatur vergeben werden. Eine zusätzliche Beantragung und damit ein weiterer bürokratischer Mehraufwand sollen damit vermieden werden. 

Hochtechnologischer Netzausbau für Wien: Covid-19 hat veranschaulicht, wie essentiell digitale Kommunikation ist - dafür müssen auch die notwendigen technischen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Überarbeitung der Lerninhalte für Kinder im Pflichtschulalter: Ab der fünften Schulstufe sollte es an allen Schulen das Pflichtfach „Wirtschaft” geben, das grundlegendes Wirtschafts- und Finanzwissen beinhaltet. 

Stärkung der digitalen Kompetenz in den Schulen: Der Fachkräftemangel ist insbesondere im IT-Bereich nach wie vor beträchtlich. Aus diesem Grund sollen digitale Kompetenzen bereits ab der ersten Klasse Volksschule in den Lehrplan fix integriert werden, damit jedes Kind am Ende seiner Schullaufbahn über umfassende digitale Kompetenzen verfügt.

Bildungsprämie für Unternehmen im Bereich der Digitalisierung: Unternehmen sollen finanzielle Unterstützung für Aus- und Weiterbildungen im Digital-Bereich (z.B. für Kurse im Performancemarketing, entsprechende WIFI-Kurse etc.) erhalten. Es soll sich dabei um einen Direktzuschuss von 50 Prozent zu den Kosten, also eine finanzielle Unterstützung im Sinne einer Rückgewehr, handeln. 

Eine Anlaufstelle für sämtliche Behördenwege in Wien: Der One Stop Shop-Ansatz knüpft an das digitale Postfach an und soll für eine Verschlankung der Bürokratie sorgen. In dieser zentralen Anlaufstelle sollen vor Ort Auskünfte ebenso gegeben werden wie die Bereitstellung notwendiger Formulare und die gesamte Abwicklung bis hin zu Genehmigungen. 

Foto: JWW

 

Als die Österreicher begannen, mit dem Home Office zu leben

Flexible Arbeitsgestaltung gefragt - Hohe Zufriedenheit mit dem Verhalten der Arbeitgeber in der Krise, vor allem im Handel.

(19.01.2021) COVID-19 hat Österreich in ein Land der Home Offices verwandelt. Rund 42% der Arbeitnehmer geben an, letztes Jahr im Home Office gearbeitet zu haben. Überdurchschnittlich häufig war dies bei den hohen Bildungsabschlüssen (68%) und jüngeren Arbeitnehmern der Fall. Während 54% der unter 30-Jährigen zumindest zum Teil im Home Office arbeiteten, waren es bei den Arbeitnehmern über 50 Jahren 35%.

Für die Zukunft wünschen sich die Befragten vor allem mehr Spielraum bei der Arbeitsgestaltung: 79% befürworten flexiblere Arbeitszeiten, 55% „hybrides“ Arbeiten (zum Teil im Home Office und zum Teil am bisherigen Arbeitsort). Nur 26% der österreichischen Arbeitnehmer möchten ausschließlich von Zuhause aus arbeiten, für reine Präsenzarbeit sprechen sich 50% aus. Besonders hoch ist die Akzeptanz für mobile Arbeitsmodelle bei den jungen Arbeitnehmern: 71% der unter 30-Jährigen können sich hybrides Arbeiten, 40% reines Home Office vorstellen.

Die Attraktivität eines Arbeitsmodells hängt dabei deutlich mit Erfahrungen während der Krise zusammen: Arbeitnehmer, die teils im Home Office, teils am bisherigen Arbeitsort arbeiteten, wünschen sich zu 84% diese Lösung für die Zukunft. Reines Home Working finden hingegen vor allem jene attraktiv, die ausschließlich zu Hause tätig waren (64%).

„Wie in anderen Lebensbereichen hat die Corona-Krise auch in der Arbeitswelt die bestehenden Trends beschleunigt. „New Work“ ist zur Realität geworden und scheint sich als Wunschmodell der Zukunft zunehmend durchzusetzen. Home Office alleine ist dabei kein Allheilmittel, vor allem die menschliche Interaktion im Team fehlt. Vielmehr geht es darum, die individuell richtige Kombination zwischen Remote-Arbeit und Arbeitsplatz- Präsenz sowie mehr Arbeitszeit-Flexibilität zu ermöglichen,“ so die Leiterin des Gallup Instituts, Andrea Fronaschütz.

Die Arbeitgeber werden gut beurteilt

Die Österreicher stellen in der Gallup-Umfrage* zur „Einschätzung der Arbeitsbedingungen in der Krise“ ihren Arbeitgebern für den Zeitraum zwischen März und Dezember 2020 insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Diese haben ihre Mitarbeiter mehrheitlich gut über Veränderungen und Entscheidungen informiert (79% „stimme vollkommen zu“ oder „stimme zu“). Mehr als drei Viertel der Befragten (77%) fühlten sich fair entlohnt. Wesentlich für die hohe Zufriedenheit war auch, dass die Unternehmen eine angstfreie Atmosphäre geschaffen haben (79%).

Große Unternehmen (mit mehr als 250 Mitarbeitern) schneiden besonders gut bei den Aspekten Information, Entlohnung und Infrastruktur ab. „Große Unternehmen haben die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen zufriedenstellend zu gestalten und konnten die vorhandenen Strukturen offenbar gut einsetzen,“ so Fronaschütz weiter.

Die Angestellten beurteilen das Verhalten ihrer Arbeitgeber am positivsten, die Beamten am kritischsten, insbesondere was Zusatzleistungen, Gemeinschaftsgefühl oder Vorleben von Werten anbelangt.

Im Branchenvergleich hebt sich der Handel in der Jahresrückschau besonders positiv ab. Die Beschäftigten im Handel schätzen vor allem die Unterstützung und Hilfe durch ihren Arbeitgeber. Auch sind sie im hohen Maße der Meinung, dass die Unternehmen das Gemeinschaftsgefühl gefördert, gesellschaftliche Verantwortung übernommen und entsprechende Werte vorgelebt haben.

Handelsangestellte zeigen auch eine höhere Weiterempfehlungsbereitschaft als Beschäftigte in den meisten anderen Branchen und würden sich häufiger erneut bei ihrem Arbeitgeber bewerben. „Die Führungskräfte im Handel haben offenbar während der Krisenmonate einen guten Job gemacht,“ kommentiert Andrea Fronaschütz diese Ergebnisse. Bei den Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegewesen, die im vergangenen Jahr ebenfalls stark gefordert waren, fallen die Beurteilungen tendenziell unterdurchschnittlich aus.

Die Arbeitsbedingungen während der Krise haben Spuren in der Wahrnehmung der Arbeitgeber hinterlassen: 21% der Befragten sehen ihren Arbeitgeber positiver und fühlen sich diesem mehr verbunden als vor der Krise, 16% haben eine schlechtere Meinung von ihrem Arbeitgeber und fühlen sich diesem weniger verbunden. Mitarbeiter, die zumindest teilweise im Home Office arbeiteten, urteilen hier positiver als jene mit weniger Arbeitsflexibilität.

Die österreichischen Arbeitnehmer zeigen sich zum Zeitpunkt der Umfrage (Dezember 2020) in Bezug auf die Arbeitsplatzsicherheit überwiegend zuversichtlich: 84% gingen davon aus, ihren Arbeitsplatz in Zukunft behalten zu können, 80% gaben an, in den nächsten Jahren bei ihrem Arbeitgeber bleiben zu wollen.

Foto: Gallup

Angela Teml leitet den Bereich Marketing & Kommunikation in der IV

Das Marketing- & Kommunikationsteam der Industriellenvereinigung (IV) hat eine neue Führung: Seit Montag, 11. Jänner, leitet Mag. Angela Teml den IV-Bereich Marketing & Kommunikation. 

„Wir freuen uns, dass wir mit Angela Teml eine ausgewiesene Kommunikationsexpertin gewinnen konnten, die über langjährige Erfahrung in der Unternehmenskommunikation, ausgezeichnete Führungsqualitäten und strategisches Know-how in der Medienarbeit verfügt. Sie wird dazu beitragen, die vielfältigen kommunikativen Aktivitäten der Industriellenvereinigung weiterzuentwickeln. Für den Start in ihre neue Aufgabe wünschen wir ihr viel Erfolg“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, am heutigen Dienstag.

Angela Temel war zuletzt mehr als 10 Jahre als Head of Corporate Communications bei der Nestlé Österreich GmbH tätig und zeichnete unter anderem für die Entwicklung und Implementierung der Kommunikationsstrategien verantwortlich. Zuvor arbeitete die studierte Betriebswirtin unter anderem als Corporate Communications Specialist bei Nestlé sowie als Senior Brand Manager bei Schöller Lebensmittel.

Foto: Michael Sazel

Corona: Rückenwind für mehr Frauen in Führungspositionen?

Das Homeoffice gehört seit einigen Monaten zum neuen Alltag, denn Corona brachte eine heilige Kuh zu Fall: die Präsenzkultur. Eine massive Barriere für Frauen mit Führungsambitionen ist niedergerissen. Die Beraterinnen Ruth Terink und Regina Nemeth zeigen mit der Umfrage „Chefsache Frauen“ auf, was Frauen wirklich zu Führungspositionen hinzieht und wie Unternehmen Hürden beseitigen können.

Abschaffung der Präsenzkultur gefordert

418 Frauen und Männer in unterschiedlichen Branchen - davon 60,5% Führungskräfte – wurden online befragt. Für 96% sind familienfreundliche Präsenzzeiten die wirksamste Maßnahme, um Chancengleichheit in den Führungsetagen herzustellen. „Solange die Anwesenheitsdauer zu den wichtigsten Zugangskriterien für Führungspositionen gehört, sind Frauen wirklich im Nachteil. Die Forderung nach mehr zeitlicher und räumlicher Flexibilität ist daher keine Überraschung“, erklären Ruth Terink und Regina Nemeth. Unmittelbar nachdem die Beraterinnen ihren Report „Chefsache Frauen“ fertiggestellt hatten, erzwang das Coronavirus diese Flexibilität in kürzester Zeit 

Corona als Game Changer?

Was viele bezweifelten, gelang auf Anhieb: die Führungskräfte verlegten ihre Arbeitsplätze nach Hause und führten problemlos trotz räumlicher Trennung. Die Forderung nach permanenter Anwesenheit sollte durch den Ausbau der Home Office-Regelungen in vielen Unternehmen somit der Vergangenheit angehören.

„In vielen Organisationen wird derzeit laut gedacht: „Wenn Home Office von einem auf den anderen Tag so gut funktioniert hat, welche alten Zöpfe könnten wir denn noch abschneiden?“, so Nemeth/Terink. Eine Frage, die ambitionierten Frauen aber auch fortschrittlichen Unternehmen nützen könnte, um weitere Hindernisse und unbewusste Vorurteile aus dem Weg zu räumen. 

Ein fataler Cocktail

Nicht nur die Präsenzkultur macht es Frauen schwer. Das oft überzogen selbstkritische Denken, die weit verbreitete Überzeugung der Unvereinbarkeit von Familie und Beruf, das große Arbeitspensum und die hohen Anforderungen aus der Familie bilden einen fatalen Cocktail, der die Frauen massiv bremst.

93% der Befragten sind überzeugt, dass Handeln nötig ist, um mehr Frauen in die Chefetagen zu bringen. Denn es ändert sich nichts, wenn niemand aktiv wird.

Für Unternehmen ist dieses Thema seit Jahren auf der Agenda. 38% der Firmen, in denen die Befragten arbeiten, setzen bereits Initiativen zur Ausgewogenheit der Geschlechter in den Führungsebenen. Meistens sind das Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Das empfinden Frauen als Unterstützung - ihre Entscheidung für die Führungsrolle beeinflusst das aber zu wenig“, so Nemeth/Terink.

Ja, Frauen wollen führen! 

„Viele fragten uns, ob Frauen wirklich bereit sind, Führungsjobs zu übernehmen oder ob sie nicht doch lieber in der zweiten Reihe bleiben wollen“, berichten Terink/Nemeth von Gesprächen mit Führungskräften und Personalverantwortlichen, die manches „Nein“ auf ein attraktives Jobangebot zu hören bekamen.

Die Botschaft der Umfrage dazu ist klar - viele Frauen wollen in Führung gehen, sie gestalten genauso gerne wie Männer - doch ihr Wollen ist an Voraussetzungen geknüpft. Eine dieser Voraussetzungen ist, dass Unternehmen ihnen mehr Gestaltungsspielräume zuerkennen. Frauen wollen auch nicht mehr gegen veraltete Rollenbilder ankämpfen müssen. Dann werden sie häufiger „Ja“ zu Führungsjobs sagen! 

Der Report zeigt, wo die Knackpunkte liegen und bietet interessante Ausgangspunkte für gezielte Veränderungsschritte. Jetzt sind die Unternehmen am Zug.

Interessierte finden die Befragungsergebnisse unter: www.chefsache-frauen.at

Foto: Shutterstock/Rob Marmion

 

 

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