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Kategorie: News/Industrie & Energie
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Infineon Austria: Innovative Lösungen für globale Heraus-forderungen sorgten 2015 für deutliches Wachstum

Die Infineon Technologies Austria-Gruppe (Infineon Austria) konnte auch in der abgelaufenen Periode deutlich wachsen. Das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2015 (Oktober 2014 bis September 2015) wurde jetzt bei der Jahrespressekonferenz präsentiert.

Infineon Austria erzielte 2015 einen Umsatz von €1.427,1 Millionen. Damit wurde der Vorjahreswert (Umsatz 2014: €1.300,5 Millionen) um €126,6 Millionen bzw. rund 10 Prozent übertroffen. Dieser Umsatz ist ein neuer Höchstwert in der Geschichte des Unternehmens. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug €152,1 Millionen, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um €3 Millionen oder rund 2 Prozent (EGT 2014: €149,1 Millionen).

Zum Umsatzanstieg hat die gute Marktentwicklung in den Geschäftsbereichen beigetragen, die Infineon Austria global für den Konzern verantwortet. Zudem wirkte sich im abgelaufenen Jahr auch die Entwicklung des Dollar-Wechselkurses positiv aus. Das Ergebnis ist auf Produktivitätssteigerungen am Fertigungsstandort Villach bei gleichzeitig hoher Auslastung der Produktion zurückzuführen.

„Unsere umfassenden Kompetenzen in der Leistungselektronik wurden durch die weltweit starke Nachfrage nach Chips zur Erhöhung der Energieeffizienz in Industrie-, Fahrzeug- und Konsumentenanwendungen begünstigt“, so Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG.

„Durch die Fokussierung auf wesentliche Zukunftsthemen wie energieeffiziente Technologien, nachhaltige Mobilität und hardwarebasierte Sicherheit bietet 
Infineon innovative Lösungen für die aktuellen globalen Herausforderungen. Damit profitieren wir von weltweiten Megatrends wie der Energiewende, dem autonomen Fahren oder der Digitalisierung.“

Die im Jänner 2015 abgeschlossene Akquisition von International Rectifier bedeutet eine weitere Stärkung der weltweit führenden Position des Infineon-Konzerns bei Energieeffizienz-Chips. Die Integration des früheren Mitbewerbers ist bereits weit fortgeschritten und eröffnet auch attraktive Chancen für Infineon Austria, die sich im Geschäftsjahr 2016 konkretisieren werden.

Investitionen: Hohes Niveau gehalten

Die Investitionen liegen mit €111,6 Millionen um 1 Prozent über dem Vorjahreswert (2014: €110,2 Millionen). Damit wurden vor allem die Errichtung des 
neuen Gebäudeverbunds für Forschung, Entwicklung und Produktion sowie Infrastrukturmaßnahmen in Villach umgesetzt. Darüber hinaus wurde in neue Maschinen und Anlagen zur Fertigung von energiesparenden Halbleitern in 300-Millime-ter-Dünnwafer-Technologie investiert.

Vorreiter bei intelligenter Industrialisierung in Österreich

Mit der Eröffnung des Gebäudeverbunds in Villach, in dem Industrie 4.0 konkret erprobt und umgesetzt wird, hat sich Infineon in Österreich als Vorreiter für dieses Thema positioniert. Die Erweiterung wird mit Investitionen und Forschungsaufwendungen in der Höhe von insgesamt 290 Millionen Euro bis 2017 vorangetrieben. Mit dieser Entwicklung stärkt Infineon seine Wettbewerbsfähigkeit und schafft neue Schlüsselarbeitsplätze in Österreich. Von den im Zeitraum 2014 bis 2017 geplanten rund 200 neuen High-Tech-Arbeitsplätzen sind zum Bilanzstichtag 130 Stellen besetzt.

„Wir haben mit der Erweiterung jetzt die Voraussetzungen geschaffen, um durch eine engere Verknüpfung von Entwicklung und Produktion die Innovationszyklen deutlich zu beschleunigen sowie Produktivität und Qualität zu verbessern“, erklärt Sabine Herlitschka. „Mit der Konzentration auf die wissensintensive Fertigung können wir uns als Innovationsstandort noch besser im globalen Wettbewerb bewähren.“

Die in Villach entwickelten Industrie 4.0-Lösungen tragen zum Erfolg des Infineon-Konzerns bei und können zukünftig über die gesamte Wertschöpfungskette von Kunden bis Lieferanten genutzt werden. Gleichzeitig werden konkrete Beispiele für die Arbeitsplätze der Zukunft geschaffen. Dafür hat Infineon gezielte Qualifizierungsmaßnahmen für die Beschäftigten gesetzt und bereits erste neue Job-Profile entwickelt.

F&E: 25 Prozent Forschungsquote

Infineon Austria hat im Geschäftsjahr 2015 für Forschung, Entwicklung und 
Innovation
 €363 Millionen aufgewendet. Das sind um €43 Millionen oder 13,4 Prozent mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Dies entspricht einer Forschungsquote von 25 Prozent des Gesamtumsatzes. Seit dem Geschäftsjahr 2013 ist Infineon laut TOP 500-Rangliste des Wirtschaftsmagazins trend das forschungsstärkste Industrieunternehmen in Österreich.

Mit dem strategischen Ansatz „Vom Produkt zum System“ liegt der Fokus auf Systemlösungen, die Infineon-Kunden in ihren Märkten erfolgreicher machen. Die inhaltlichen Kompetenzen umfassen einerseits Leistungshalbleiter und damit zusammenhängend Dünnwafer-Technologien sowie die Erforschung neuer Materialien für besonders energiesparende Chips. Darüber hinaus werden Sensorik- und Mikroelektromechanik-Komponenten sowieSicherheitschips für Kartenanwendungen und Ausweise entwickelt.

Mitarbeiterstand weiter ausgebaut

Zum Bilanzstichtag beschäftigte Infineon Austria an den Standorten Villach, 
Klagenfurt, Graz, Linz und Wien insgesamt 3.493 Personen. Das sind um 188 mehr als im vorangegangenen Vergleichszeitraum (plus 5,7 Prozent). Damit hat das Unternehmen den Höchststand aus dem Geschäftsjahr 2014 ein weiteres Mal übertroffen. Der Personalaufbau erfolgte in der Technologieentwicklung für die Fertigung, in den F&E-Bereichen und im Qualitätsmanagement sowie in Headquarter-Funktionen der Geschäftsbereiche, wodurch globale Verantwortung in Österreich gestärkt werden konnte. Darüber hinaus sind rund 1.900 Arbeitskräfte über Partnerfirmen für das Unternehmen tätig.

Rund 48 Prozent der Beschäftigten verfügen über eine akademische Ausbildung. 1.269 Personen sind in Forschung & Entwicklung tätig. Das bedeutet eine neuerliche Steigerung um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1.205 Personen). Infineon Austria beschäftigt damit über ein Fünftel der F&E-Workforce im Infineon-Konzern.

Effizienteste Fabrik Österreichs 2015

Im Geschäftsjahr 2015 wurden in Villach 15,5 Milliarden Chips produziert. Die Fertigung in Villach ist das Kompetenzzentrum für die Produktion von Leistungselektronik im Infineon-Konzern. Innovative Fertigungsmethoden wie die 300-mm-Dünnwafer-Technologie wurden hier konsequent zur Marktreife entwickelt. Mitte 2015 startete die Volumenproduktion dieser neuen Generation von Leistungshalbleitern für Automobilanwendungen. Die neuen Chips gehören zu den weltweit dünnsten ihrer Art und leisten einen wesentlichen Beitrag zu höherer Energieeffizienz und damit zur Senkung der CO2-Emissionen von Fahrzeugen. Das Villacher Werk wurde von Fraunhofer Austria Research und dem Industriemagazin als effizientester Produktionsbetrieb Österreichs in der Kategorie „Konzerne“ ausgezeichnet und erhielt zudem den Sonderpreis für Instandhaltung.

Einkaufsvolumen: Wertschöpfung im regionalen Umfeld

Von Infineon Austria wurden im Geschäftsjahr 2015 Einkäufe im Wert von €417 Millionen getätigt (Vorjahr: €394 Millionen). Davon entfielen auf Einkäufe in Österreich €161 Millionen, das entspricht rund 39 Prozent.

Markterfolge mit österreichischem Know-how

Grazer Chiptechnologie für Öffis in Barcelona
Graz ist der Sitz des weltweiten Infineon Kompetenzzentrums für Kontaktlos- und Sicherheitstechnologien. Diese Expertise wird zur Weiterentwicklung von Ticketing-Systemen im öffentlichen Personennahverkehr genutzt. Der kontaktlose Sicherheitsstandard CIPURSETM wird federführend in Graz entwickelt und ist mittlerweile in Großstädten wie Sao Paolo (BRA), Perm (RUS), Budapest (HUN) und Medellin (COL) im Einsatz. Diese kontaktlose Technologie ermöglicht sichere elektronische Transaktionen über Chipkarten oder mobile Geräte.

Seit diesem Jahr setzt auch Barcelona für das neue elektronische Zahlungssystem „T-Mobilitat“ auf die kontaktlosen Sicherheitschips. Einzelfahrscheine oder das Ticket für 10 Fahrten werden durch chipbasierte Fahrkarten ersetzt. Damit haben die rund fünf Millionen Einwohner Zugang zu allen Verkehrsmitteln der Stadt wie „Metro Barcelona“, Bussen und anderen Transportmitteln. Langfristig soll die gesamte Region Katalonien auf kontaktloses Ticketing umgestellt werden.

Wachstum des Internets treibt Einsatz von energieeffizienten Halbleitern

Energieeffizienz ist das Schwerpunkt-Thema der Aktivitäten von Infineon Austria. So regeln bereits in 45 Prozent der Server weltweit Chips aus dem globalen 
Infineon Kompetenzzentrum für Leistungselektronik in Villach die Stromwandlung.

Wäre das Internet ein Land, hätte es den weltweit sechsthöchsten Stromverbrauch. Nach einer Studie von Greenpeace* wird sich der Stromverbrauch für Internetaktivitäten bis 2020 verdreifachen. Infineon profitiert von dieser Entwicklung über die gesamte Wertschöpfungskette mit flexiblen Lösungen für eine verlustarme und zuverlässige Stromversorgung. Von der weltweiten Einführung der vierten Mobilfunk-Generation LTE über den massiven Ausbau der Serverkapazitäten bis hin zu den mobilen, internetfähigen Geräten. In Villach entwickelt Infineon Energiesparchips der neuesten Generation, mit denen zukünftig Energieverluste halbiert werden können.

* Clicking Clean: How Companies are Creating the Green Internet, April 2014

Exzellenz bei Forschungs- und Bildungskooperationen

Als größte Forschungseinheit für Mikroelektronik in Österreich hat Infineon Austria auch im abgelaufenen Jahr die intensive Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Forschungspartnern fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2015 wurden insgesamt 120 Forschungskooperationen umgesetzt.

Europäisches Projekt PowerBase

Ein Beispiel ist das europäische Forschungsprojekt PowerBase (Enhanced substrates and GaN pilot lines enabling compact power applications). Das im Mai 2015 gestartete Projekt entwickelt die nächste Generation von Energiesparchips aus neuen Materialien wie Galliumnitrid und macht diese reif für den industriellen Masseneinsatz. Unter der Leitung von Infineon Austria ist es mit 39 Partnern aus neun Ländern und €87 Millionen Volumen das bisher größte aus Österreich koordinierte Mikroelektronik-Forschungsprojekt in Europa. PowerBase wird gemeinschaftlich aus Mitteln der Industrie, sowie mit europäischer und nationaler Beteiligung finanziert.

Stiftungsprofessuren

2014 hat Infineon zum ersten Mal in Österreich eine Stiftungsprofessur für Leistungselektronik ausgeschrieben. €1,5 Millionen werden in fünf Jahren in Forschung und Lehre der Fakultät für Technische Wissenschaften an der Universität Innsbruck investiert. Die Professur wurde im November 2015 mit Univ.-Prof. Dr. Martin Pfost besetzt. Erste Vorlesungen starteten im Wintersemester 2015/16. Weiters engagiert sich Infineon bei den durch das Infrastrukturministerium geförderten Stiftungsprofessuren für Industrie 4.0 an der Technischen Universität Wien sowie für Data Science an der Technischen Universität Graz.