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WK Wien: Wiens Unternehmen setzen stärker auf Lehrlings-ausbildung

Ende Oktober fast sechs Prozent mehr Lehrlinge in den Wiener Betrieben – Bundeshauptstadt mit größtem Zuwachs österreichweit – WK Wien fordert verbindliche Bildungsziele, um Ausbildungsreife aller Pflichtschulabsolventen zu garantieren.

Der positive Trend der letzten Monate auf dem Wiener Lehrlingssektor setzte sich auch im Oktober fort: Laut Wirtschaftskammer-Statistik gab es Ende des Monats 13.728 Lehrlinge in Wiener Ausbildungsbetrieben – im Jahresabstand ein Plus von 5,8 Prozent bzw. 754 Personen. Wien liegt damit an der Spitze aller Bundesländer und deutlich über dem Österreich-Durchschnitt (+ 2,4 Prozent). Zuwächse gab es in sämtlichen Wiener Wirtschaftssektoren – von Gewerbe und Handwerk über Industrie, Handel und Tourismus bis zur Sparte Information & Consulting. Deutlich gestiegen ist auch di­­e Zahl der Lehranfänger – um 6,3 Prozent im Jahresabstand auf aktuell 4401 Personen.

„Die Lehrlingsausbildung ist und bleibt für die Unternehmen wichtig – aus Verantwortung gegenüber der Jugend und als wichtige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel“, kommentiert Wirtschaftskammer (WK) Wien-Präsident Walter Ruck die Zahlen. Das bestätigt auch die aktuelle Bildungsbedarfsanalyse der WK Wien: Drei von zehn Ausbildungsbetrieben gaben darin an, in den nächsten drei bis fünf Jahren mehr Lehrlinge ausbilden zu wollen – in Summe bis zu 1.800 zusätzliche Lehrstellen. Gesucht wird vor allem in den Branchen Tourismus/Gastronomie, Handel und Bauwesen.
 
Ausbildungsreife durch Bildungsstandards sicherstellen
Die Bildungsbedarfsanalyse bestätigt allerdings auch die Kritik der Wirtschaft am Bildungsniveau der Lehrstellenbewerber. Gut die Hälfte aller Befragten gab an, dass deren Qualifikation in den letzten Jahren gesunken sei. Oft können Lehrstellen aus Mangel an genügend qualifizierten Bewerbern gar nicht besetzt werden. Das zeigt sich offenbar auch in der Statistik des Arbeitsmarktservice (AMS) Wien: Das AMS meldete mit Ende Oktober 750 offene Lehrstellen, obwohl gleichzeitig mehr als 3000 Jugendliche als lehrstellensuchend registriert waren.

„Zu viele Schüler verlassen derzeit offenbar die Pflichtschule mit Lücken in den Grundkompetenzen“, so Ruck dazu. Während einer Lehre könne aber nicht nachgeholt werden, was davor versäumt wurde. Deshalb erneuert er die Forderung der WK Wien nach verpflichtenden Bildungszielen, die jeder Schüler erreichen muss, ehe er das Schulsystem verlässt. „Nur so kann die Ausbildungsreife der Schulabgänger sichergestellt werden“, unterstreicht Ruck. Auch die Vermittlung digitaler Kompetenzen spiele dabei eine immer größere Rolle. „Digital Know-how wird immer mehr zum Schlüsselfaktor für die Betriebe. Deshalb muss die Vermittlung von E-Skills in allen Ausbildungswegen integriert ­­und gestärkt werden“, so der Wiener Wirtschaftskammerpräsident.

Foto: Shutterstock/aerogonda2

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