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Austrian Business Woman-Herausgeberin Barbara Mucha präsentiert 250 Top-Politikerinnen

Es entspricht leider der neuzeitlichen Auffassung von Politik, dass sie mehrheitlich eher den Individualinteressen gewisser Gruppierungen zu dienen hat, als dem Wohle der Allgemeinheit. Skandale und Skandälchen einzelner Verantwortungsträger, unschöne, schwer durchschaubare Beziehungsgeflechte und Geldflüsse sowie kaum nachvollziehbare Entscheidungen tragen wie Mosaiksteine dazu bei, moralische Normen gleichsam auszuhöhlen und ein Bild von Demokratie zu schaffen, wie es sich niemand von uns wünscht. 

Die Folgen sind spürbar und ich vermute, nicht allen Proponenten unangenehm (können sie doch weiter schalten und walten wie sie wollen): Eine Studie aus dem Vorjahr, durchgeführt mitten im Wahlkampf, hat gezeigt, dass 43 Prozent der Befragten gar kein Vertrauen in die österreichischen Politiker haben, weitere 50 Prozent wenig. 85 Prozent sagten, das Vertrauen in die Politik sei in den letzten fünf Jahren gesunken, nur für 14 Prozent war es gleich geblieben. Was bleibt, ist wenig Interesse an der Arbeit der Politiker und, zusätzlich zum Desinteresse, eine spürbare Resignation. Die neue Regierung wird sich anstrengen müssen, um das verlorene Vertrauen der Menschen wieder zurückzugewinnen. Aber auch die Staatsbürger sollte es sich nicht zu leicht machen und lediglich Urteile fällen. 

Jeder von uns ist gefordert, in der Tradition und im Geist der Aufklärung aktiv und eigenverantwortlich am Gemeinwesen teilzunehmen und dieses mitzugestaltet, also ein Citoyen zu werden. Das gelingt aber nur, wenn man gewillt ist sich einzubringen und nicht der irrigen Meinung anhängt, die Informationsflut der jederzeit verfügbaren Massenmedien bedeute gleichsam informiert zu sein. Politische Menschen sind aufmerksam, hinterfragen und handeln – so wie es unsere Prämisse ist. Deshalb steht die September-Ausgabe 2018 ganz im Zeichen der Politik. Konkret haben wir mit mehr als 250 der mächtigsten Frauen des Landes Kontakt aufgenommen: Ob Ministerin, Nationalrätin, Bundesrätin, EU-Parlamentarierin oder Landtagsabgeordnete – wir wollten wissen, warum die Politik für sie zum Lebensinhalt geworden ist, was sie in unserem Land für wen verändern möchten und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Herausgekommen ist eine in dieser Art bisher einmalige Sammlung von Interviews und Porträts, die viel Aufschluss über die heimische Politiklandschaft aus weiblicher Sicht gibt und dazu motivieren soll, sich selbst – vor allem als Frau – stärker politisch zu engagieren. Ich hoffe, wir können einen Teil dazu beitragen. 

 

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