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AmaZone Award

Mädchen, die eine technisch-handwerkliche Lehre absolvieren, sind noch immer eine Ausnahmeerscheinung. Das liegt auch am Lehrangebot vieler Betriebe. "Umso erfreulicher ist es, wenn es Unternehmen gibt, die junge Frauen gezielt für Lehrausbildungen in technisch-handwerklichen Berufen anwerben. Mit dem amaZone-Award wollen wir Betriebe auszeichnen, die sich darum besonders verdient gemacht haben", so Susanne Gugrel vom Verein "sprungbrett", der heute im AK Bildungszentrum zum 19. Mal verliehen wird. Die silbernen Statuen in den vier Kategorien Klein-, Mittel- und Großunternehmen sowie öffentlichkeitsnahes Unternehmen gehen in diesem Jahr an die Sanierungsfirma J. Stettner Ges. m. b. H., die Dschungel Wien GmbH, die A1 Telekom AG sowie den Verbund. Mehr als 40 Wiener Betriebe hatten sich beworben. Sozialminister Rudolf Hundstorfer übergibt die Preise.

AK Vizepräsidentin Renate Anderl betont: "Mädchen, die sich trauen, einen weniger traditionellen Pfad bei ihrer Berufswahl einzuschlagen, brauchen Unterstützung. Hier leistet der Verein "sprungbrett" und seine Partnerfirmen gute Arbeit." Die Förderung des Engagements der Betriebe, junge Frauen in technisch-handwerklichen Betrieben auszubilden, sei ein wichtiger Beitrag zur Angleichung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern.

Der Frauenanteil in der Ausbildung in technischen und handwerklichen Berufen ist noch immer sehr gering: im Bereich der Informationstechnologie und Informatik bei 6 Prozent, im Bereich der Karosseriebautechnik bei 4 Prozent und bei den FliesenlegerInnen bei 2 Prozent. Viele Mädchen lernen nach wie vor Friseurin oder Verkäuferin. In diesen Berufen liegen der Einstiegslohn oder das Einstiegsgehalt nach dem Lehrabschluss unter 1.400 Euro brutto im Monat. Haben Frauen etwa einen metallverarbeitenden Beruf erlernt, verdienen sie jedenfalls mehr als 1.900 Euro brutto.

Zu den ausgezeichneten Unternehmen:

Der Familienbetrieb J. Stettner bildet aktuell eine junge Frau zur Installations- und Gebäudetechnikerin aus. In diesem Berufsfeld liegt der Fauenanteil aktuell bei 1 Prozent. Die Firma überzeugte die Jury durch bewusste mädchenfördernde Haltung, aktives Streben nach Öffnung der Branche für Technikerinnen, eine weibliche Führungskraft als Role-Model, gute Karrierechancen im Unternehmen, soziales Bewusstsein und Engagement und qualitativ hochwertige Ausbildung und Förderung. Sprungbrett-Geschäftsführerin Susanne Gugrel: "Besonders freut uns, dass Fr. Martina Amon, die gemeinsam mit ihrem Mann die Geschäftsführung des Betriebes innehat, selbst zu einer der ersten jungen Frauen, die im Laufe ihrer beruflichen Karriere von sprungbrett begleitet wurde zählt!"

Preisträger in der Kategorie Mittelbetrieb ist Dschungel Wien -Theaterhaus für junges Publikum GmbH. Aktuell werden zwei junge Frauen zu Veranstaltungstechnikerinnen ausgebildet. Insgesamt beträgt der Frauenanteil im technischen Team über 50 Prozent!
Die Jury überzeugte überdies die gebotene hochwertige und umfassende Ausbildung, das soziale Bewusstsein und Engagement sowie die Vorbildwirkung in der Branche.

A1 bildet aktuell Mädchen und Frauen zu Elektronikerinnen mit Schwerpunkt Informati-onstechnik & Kommunikation aus und bietet spezielle Förderprogramme für junge Frauen an. In einer Art "Buddy"-System stehen den Auszubildenden weibliche Ansprechpersonen zur Seite, das Unternehmen achtet in seiner Öffentlichkeitsarbeit, aber auch im Betriebsalltag auf gendergerechte Sprache und bietet auch nach der Lehrzeit Beschäftigungsmodelle für Frauen an, die gerne angenommen werden und somit gute Aufstiegschancen bieten. "Mit dem amaZone Award 2014 soll vor allem auch die Kontinuität und Nachhaltigkeit in der Mädchen- und Frauenförderung gewürdigt und die positive Entwicklung des Frauenanteils in der Technik wertgeschätzt werden", so Gugrel.

Der Verbund bildet aktuell 16 weibliche Lehrlinge im technischen Bereich aus. Besonders beachtlich ist in diesem Kontext auch der rasante Anstieg der Zahl der weiblichen Fachkräfte im Unternehmen innerhalb der beiden vergangenen Jahre. Für die amaZone Jury 2014 waren vor allem das aktive Streben nach Chancengleichheit, die Vielzahl der Maßnahmen, um den Anteil an weiblichen Technikerinnen zu erhöhen, die bewusste mädchen- und frauenfördernde Haltung und die hervorragende Qualität in der Lehrausbildung neben den guten Karrierechancen im Unternehmen ausschlaggebend.
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