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Kategorie: News/Industrie & Energie

Dr. Eveline Steinberger 10/08, Klima- und Energiefonds der Bundesregierung


Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds
Welche Veränderung wird der Energiesektor in den kommenden zehn, 20 Jahren bringen?Die Umwälzungen werden enorm sein. Es geht um den Übergang ins postfossile Zeitalter. Fossile Brennstoffe liefern seit zwei Jahrhunderten Energie. Angesichts der Risiken, die durch die dabei frei werdenden Treibhausgase hervorgerufen werden, ist der Zeitpunkt zum Gegensteuern gekommen. Glücklicherweise gibt es Alternativen: Energie aus Wasserkraft, aus Wind, aus Sonnenstrahlen, aus der Wärme im Erdinneren oder der Kraft der Gezeiten. Auch synthetisch werden Brennstoffe gewonnen, die Benzin oder Diesel bei Autos ersetzen können. Mehr Effizienz und zurückhaltender Verbrauch können Energie intelligenter nutzen helfen.Wie stehen die Erneuerbaren in Österreich da?
Österreich erzeugt seinen Strom zu 85 % aus erneuerbaren Energien. Die Produktion von Strom ist aber nur die eine Hälfte der Medaille, daneben gibt es die Verwendung resp. den Einsatz. In der Produktion von Gewerbe und Industrie, in den Gebäuden, im Verkehr usw. Was die Technologiekompetenz bei erneuerbaren Energien anlangt, so gibt es Bereiche, wie bei der Wasserkraft oder Solarenergie, wo österreichische Unternehmer in bestimmten Sparten mit ihren Technologien und Produkten an der europäischen, ja sogar der Weltspitze stehen. Diesen Vorteil gilt es abzusichern. Der Markt für Energietechnologien ist enorm. Die EU bezifferte diesen kürzlich mit 2.200 Mrd. Euro bis 2020. Das schafft auch rund eine Mio. Arbeitsplätze.
Zur PersonEveline Steinberger ist seit November 2007 Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds der Österreichischen Bundesregierung, davor war sie leitende Managerin in der Verbund AG (Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG). 1998 beendete sie ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Karl-Franzens-Universität Graz mit dem Doktorat.