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Kategorie: Karriereportaits öffentliche Verwaltung
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Christiane Holzinger steht an der Spitze der Jungen Wirtschaft. Ihr Motto: Work hard, dream harder

Christiane Holzinger hat Anfang des Jahres den Bundesvorsitz der Jungen Wirtschaft (JW) übernommen. Die geprüfte Steuerberaterin und Unternehmensberaterin aus Kärnten ist seit 2011 Geschäftsführerin der Steuerberatungskanzlei „360° Business Planner GmbH“, sowie Co-Gesellschafterin und Geschäftsführerin der Unternehmensberatung „Start-up Stars GmbH“. 

„Ich möchte junge Unternehmerinnen und junge Unternehmer tatkräftig dabei unterstützen,mit ihren Ideen und Mut  dazu beizutragen, dass Innovationen umgesetzt und Arbeitsplätze  geschaffen  werden,“ so die neue Spitze der Jungen Wirtschaft.

Lebensziel „Entrepreneurin“

„Mein erste Berufsziel war, professionelle Springreiterin, mit der Matura hat sich dann der Plan gefestigt, vor dem 30. Geburtstag ein Unternehmen zu gründen,“ erzählt die gebürtige Klagenfurterin.  Möglicherweise war es auch ihr Engagement als Schulsprecherin, das ihr zweites Ziel geprägt hat: erste weibliche Bundespräsidentin Österreichs zu werden. 

Nach ihrem Studium mit Schwerpunkt im internationalen Steuerrecht in Wien, Paris und Adelaide, sowie zahlreichen Stationen in der nationalen und internationalen Steuerberatung, hat sie im Jahr 2011 den ersten Teil ihrer Lebensziele umgesetzt: Sie gründete ihre Steuerberatungskanzlei 360° Business Planner GmbH. „Die Umsetzung von Ziel Nummer zwei steht somit noch an,“ lacht Holzinger.

Christiane Holzinger verfolgt ihre Aufgaben mit absoluter Hingabe und lebt nach dem Motto „Work hard, dream harder“. Sie brennt für Social Entrepreneurship und hat es sich zum Ziel gesetzt, für Unternehmertum als Chance für eigenständiges und selbstverantwortliches Arbeiten zu „lobbyieren“ und ein positives Bild davon in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

„Mir ist es persönlich wichtig durch regelmäßigen Austausch stets neue Dinge und kreative Ideen mitzunehmen. Das inspiriert mich privat und für die Arbeit,“ erzählt die neue JW-Bundesvorsitzende. Offenheit für Neues und lebenslanges Lernen sieht sie als zentrale Faktoren für eine erfolgreiche 

Unermüdlicher Einsatz für das Unternehmertum

Holzinger engagiert sich daneben bereits seit über 10 Jahren ehrenamtlich in der Wirtschaftskammer und gehörte bereits zuvor dem JW-Vorstand in Kärnten, sowie dem letzten JW-Bundesvorstand an. Sie engagierte sich in den letzten Jahren zusätzlich in der Junior Chamber International (JCI), in der sie Österreich auf internationaler Ebene vertreten durfte.

Die zentralen Themen ihres JW-Vorsitzes sind die nachhaltige Entlastung und die Verbesserung des Images des Unternehmertums. Dabei steht die Senkung der Körperschaftsteuer auf mindestens 19% sowie die Einführung eines Beteiligungsfreibetrags oben auf der Agenda. Ganz konkret auf die Bedürfnisse der Jungunternehmer zielt die Forderung nach einer pauschalierten Absetzmöglichkeit des Arbeitsplatzes im Wohnungsverband ab. Dazu hat die JW gemeinsam mit Frau in der Wirtschaft eine Kampagne gestartet, die bereits mehr als 6000 Unterstützerinnen und Unterstützer zählt. 

Zusammen mit dem neuen JW-Bundesvorstand will Christiane Holzinger, der durch die UnternehmerInnen Christoph Heumader, Anita Höller, Martina Pfluger und Florian Wassel komplettiert wird, dafür sorgen, dass Unternehmertum Teil des gesellschaftlichen Spirits wird und positiv besetzt ist. Jungen Menschen soll Mut zur Selbständigkeit gemacht werden, was durch die Unterstützung bei Bildungsentscheidungen, wie durch verpflichtende Bildungs- und Berufsberatung, Talentchecks oder Berufs- und Studienwahlorientierung unterstützt werden soll. Auch die Verankerung von Wirtschafts- und Finanzunterricht als fixen Bestandteil der Allgemeinbildung soll jungen Menschen und den nachfolgenden Generationen Mut zum Unternehmertum machen.

Christiane Holzinger und die JW werden auch im Jahr 2019 das Thema Digitalisierung weiter vertiefen. Dafür konzentriert man sich heuer auf den Bereich „Künstliche Intelligenz“. 

Mit der JW- Roadshow „Künstliche Intelligenz“ tourt die JW von 6. Februar bis Juni durch ganz Österreich und zeigt praxisnah, anhand von Beispielen aus der Region, wie KI bereits genutzt wird und welche Möglichkeiten diese Zukunftstechnologie für Unternehmen bietet. Denn junge Selbstständige tragen mit ihren Ideen und ihrem Mut dazu bei, dass Innovationen umgesetzt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Die JW will sie dabei tatkräftig unterstützen.

Christiane Holzinger, Bundesvorsitz der Jungen Wirtschaft (JW) 

Drei Fragen an Christiane Holzinger:

1.   Stichwort „Digitalisierung“: Speziell für viele EPU und KMU im Handel scheint das Thema noch immer ein "rotes Tuch" zu sein – vor allem wenn man an die nicht einzuholende Konkurrenz durch Amazon denkt. Was raten Sie diesbezüglich diesen Unternehmern?

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die diversen Ausprägungen und Möglichkeiten der Digitalisierung allen Unternehmen nützen. Unabhängig davon, ob es sich um ein EPU, ein KMU oder eine andere Unternehmensgröße handelt. Die Chancen, die uns die Digitalisierung bietet, sind nahezu unerschöpflich. Im Bereich Handel denke ich dabei unter anderem an Logistik, Beschaffung und Buchhaltung. Den Unternehmerinnen und Unternehmern müssen die digitalen Möglichkeiten aufgezeigt werden und für sie als Chance erkennbar werden.  Dafür setzt sich die Junge Wirtschaft tagtäglich ein. Ich möchte allen Unternehmern ans Herz legen, nach Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung für sich und den eigenen Betrieb zu suchen und umzusetzen.

Der Handel hat einige besondere Herausforderungen zu bewältigen, die oft auch mit hohen finanziellen Investitionen verbunden sind.Das ist klar. Wichtig ist es aus meiner Sicht den Fokus auf persönliches Service, ausgezeichnete Beratung und ein besonderes Kauferlebnis zu legen. Dies sind die Unterscheidungsmerkmale, die immer zentraler in der Differenzierung zum Onlinehandel werden. 

2.   Die Wirtschaft wird durch KI ein Wachstum erleben – wie sieht es diesbezüglich in Kärnten aus?

Das stimmt. Künstliche Intelligenz oder Artificial Intelligence birgt enorme Optimierungs- und Problemlösungsmöglichkeiten in sich. In Kärnten haben wir auch schon sehr innovative und spannende Unternehmen im Bereich KI, wie beispielsweise die Übersetzungsagentur MEINRAD.cc oder das Unternehmen Sensolligent, das durch KI-Anwendungen „Digitale Zwillinge“ für Industrie und Maschinenbau entwickelt.

Solche Beispiele gibt es aber nicht nur in Kärnten. Die österreichischen Unternehmen sind hier schon viel weiter als man vielleicht denkt! Darum hat die Junge Wirtschaft im Februar eine Roadshow gestartet, die bis Juni durch alle Landeshauptstädte tourt, um jungen Unternehmerinnen und Unternehmern aufzuzeigen, wie Künstliche Intelligenz schon heute in ihrem Bundesland genutzt wird und wie sie KI in ihren Business-Alltag integrieren können. Wir wollen praxisnah zeigen, was alles möglich ist. 

3.   Wie kann eine gelungene „Willkommenskultur für Gründer“, speziell in ländlichen Regionen, aussehen?

Kurz gesagt: Unternehmensgründung muss in Österreich so attraktiv und unbürokratisch wie möglich werden. Es gilt sie einfach und effizient zu gestalten z. B. durch einen One-Stopp-Shop. Dann finden künftig auch mehr junge Österreicher und Österreicherinnen den Mut zu gründen.

In Fragen der Infrastruktur bedeutet das, gerade für den ländlichen Raum, vor allem die notwendige Anbindung an ein leistungsfähiges Breitbandinternet.Wir müssen die digitale Kluft zwischen Stadt und Land schließen, damit eine Unternehmensgründung nicht schon an der notwendigen Infrastruktur scheitert. Weiters ist der Aufbau eines Unternehmens mit großen Investitionen und vielen Kosten verbunden. In dieser Phase brauchen alle angehenden und jungen Selbstständigen eine größtmögliche Entlastung. Konkret denke ich hier an die Abschaffung der Mindest-KÖSt. Denn eine Steuerbelastung, ohne Gewinne erwirtschaftet zu haben, wirkt wie ein Klotz am Bein jeder Jungunternehmerin bzw. jedes Jungunternehmers. 

Ganz wichtig ist auch, dass es attraktiv ist, von zuhause aus seine ersten Schritte als Unternehmerin oder Unternehmer zu tun. Wir wissen, dass etwa 60 % der Gründerinnen und Gründer am Anfang der Selbstständigkeit zuhause arbeiten. Viele bieten ihren Mitarbeitern später außerdem Homeoffice-Lösungen an. Dieser Realität muss auch von der Politik Rechnung getragen werden. Ein Büro im Wohnungsverband muss daher steuerlich begünstigt werden, ganz egal ob es räumlich abtrennbar ist oder nicht. Diese Forderung unterstützen derzeit übrigens schon fast 9.000 Österreicherinnen und Österreicher, denn der Trend geht eindeutig dahin, orts- und zeitunabhängig zu arbeiten. 

Foto: Ruiz Cruz/Nadine Studeny Photography