Drucken
Kategorie: Karriereportraits Versicherungen
austrian-business-womanchristine-dornausbarbara-mucha-media

Dr. Christine Dornaus, Wiener Städtische Versicherung: Sicher durch stürmische Zeiten

Sie verantwortet die sichere und nachhaltige Veranlagung von Kundengeldern der Wiener Städtischen in Höhe von 23 Milliarden Euro. Gerade in Zeiten von historisch extrem niedrigen Zinsen gelingt es ihr sehr gut, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern. Welche Rolle dabei eine konservative Veranlagungspolitik spielt und warum finanzielle Vorsorge wichtig ist, verrät Christine Dornaus im ABW-Interview.

"Aus meiner Sicht sind kontinuierliche Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung die wohl wichtigsten Aufgaben und zugleich Herausforderungen, die uns als Versicherungswirtschaft treffen. Eine Herausforderung für die Veranlagung stellt die anhaltende Niedrigzinsphase dar. Derzeit weist ein Großteil der europäischen Staatsanleihen, mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren, negative Renditen auf. In einzelnen Fällen reichen nicht einmal mehr 30 Jahre aus, um einen positiven Ertrag zu erzielen. Selbst die berühmte 100-jährige Anleihe der Republik Österreich rentiert bei bescheidenen 0,85 Prozent“, sagt Dr. Christine Dornaus. Durch einen ausgewogenen und breit gestreuten Einsatz sämtlicher Produkte des Anlageuniversums sei es aber möglich, einen Großteil dieser temporären Erscheinungen am Kapitalmarkt zu kompensieren. „Die Fortführung unserer bewährten, konservativen Veranlagungspolitik durch Nutzung vielfältiger Ertragsquellen soll damit auch in Zukunft die lebenslang garantierten Leistungen an unsere Kunden sicherstellen.“ 

Zukunftsbaustein Digitalisierung

Neue Technologien werden dabei verstärkt eine Rolle spielen. „Die Digitalisierung ist ein laufender Prozess, der die aktuellen Entwicklungen sowie die strategische Planung unserer zukünftigen Aktivitäten wesentlich beeinflusst. Somit ist die Digitalisierung auch ein wichtiger Baustein unserer Zukunftsstrategie“, so Dr. Dornaus. Die darin entwickelten Akzente und Initiativen würden sich sowohl nach außen richten, d.h. in Richtung Kundenservice und Kundennutzen, als auch nach innen, wo Prozesse analysiert und mit Hilfe digitaler Lösungen effizienter gestaltet werden. Sowohl die angestellten Berater als auch die externen Vertriebspartner würden bereits von digitalen Tools, die eine noch genauere und personalisierte Betreuung ermöglichen, profitieren. Bereits seit Jahren ist der neue, durchgängig digitale Beratungsprozess bei der Wiener Städtischen flächendeckend im Einsatz. Zentral dabei ist die Bedarfsanalyse „Smart“, die das Beratungsgespräch für Kunden der Wiener Städtischen zum digitalen Erlebnis macht. Hinsichtlich künstlicher Intelligenz arbeite man an interessanten Entwicklungen, die schon in Kürze vorgestellt werden. 

Nur das Beste für die Kunden

Beim Kundenservice setzt die Wiener Städtische neue Maßstäbe. Neben den bewährten Services wie persönliche Versicherungsberatung, ServiceCenter, Facebook, Website-Informationen und Apps bietet die Wiener Städtische auch professionelle Videoberatung, die Möglichkeit einer Video-Schadensmeldung, einen Webchat und den ServiceBot an. Der Webchat wird mehr als 100-mal pro Tag von unseren Kunden genutzt, der ServiceBot wurde bereits mehr als 150.000-mal aufgerufen. Die Video-Schadensmeldung geht rasch und unkompliziert – der Vorteil: Die übermittelten Bilder des Schadens werden aufgezeichnet und stehen dem Schadensreferenten unmittelbar zur Verfügung. Dadurch kann ein Schadensfall schneller bearbeitet und abgeschlossen werden. 

Rechtzeitig für das Alter vorsorgen

Und wie sieht es eigentlich mit den medial ins Kreuzfeuer geratenen Lebensversicherungen aus? Ist diese Sparte tatsächlich in der Krise?„Das ist mit einem klaren Nein zu beantworten: Wenn man an finanzielle Vorsorge denkt, dann geht es um einen finanziell gesicherten Lebensabend – es geht also nicht um kurzfristigen Vermögensaufbau oder eine möglichst hohe Rendite in der Ansparphase, sondern um langfristig orientierte Vorsorge und Risikoabsicherung. Das Risiko, länger zu leben, als das angesparte Geld reicht, ist eines der am meisten unterschätzten überhaupt. Hier ist Aufklärung erforderlich, denn die eigene Lebenserwartung wird im Schnitt um ganze sieben Jahre unterschätzt. Vor diesem Hintergrund ist eine rechtzeitige private Altersvorsorge für jedermann ein Gebot der Stunde. Denn: Wer lebenslange Ausgaben hat, braucht auch lebenslange Einnahmen. Kein anderes Produkt bietet eine garantierte Rente auf Lebensdauer – und das bereits bei Vertragsabschluss! Das ist ein klares Alleinstellungsmerkmal. Die Lebensversicherung bietet darüber hinaus bereits ab der ersten Prämienzahlung einen Versicherungsschutz. Der Kernzweck der Lebensversicherung liegt seit jeher darin, biometrische Risiken zu decken, d.h. finanzielle Absicherung der Familie im Todesfall, ein finanzieller Polster bei Eintritt einer schweren Krankheit, Invalidität, Pflegebedürftigkeit oder bei Berufsunfähigkeit.“ 

Pflegevorsorge im Fokus

Die Pflegevorsorge werde, neben den Themen Gesundheit und Altersvorsorge, mit Sicherheit ein Zukunftsthema von höchster Dringlichkeit bleiben. Ein Pflegefall in der Familie sei nicht nur mit persönlichen Belastungen, sondern auch mit enormen Kosten verbunden. „Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass ein Platz im Pflegeheim, je nach Pflegebedarf und Heimausstattung bis zu 6.000 Euro monatlich kostet. Die Kosten für eine Pflege zu Hause setzt der Rechnungshof mit rund 3.500 Euro fest, Hilfsorganisationen rechnen mit bis zu 4.500 Euro. Die Versicherungswirtschaft bietet seit vielen Jahren entsprechende Vorsorgelösungen im Rahmen der privaten Pflegevorsorge an. Da es sich bei der Pflege immer noch um ein absolutes Tabuthema handelt, war die Kundennahfrage bis heute jedoch überschaubar. Die MEDplus Pflege der Wiener Städtischen orientiert sich an den gesetzlichen Pflegestufen, ergänzt so die gesetzliche Pflegeversicherung und bietet den Betroffenen entscheidende Freiheiten“, so Dornaus, die seit geraumer Zeit eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach Vorsorgeprodukten sieht, die etwas mehr Ertrag ermöglichen als fondsgebundene Lebensversicherungen und Hybridprodukte. „Wir führen die zunehmende Nachfrage auf den Kundenwunsch nach höheren Rendite zurück. Hybridprodukte sind besonders für Kunden geeignet, die sowohl auf Ertragschancen als auch auf Sicherheit Wert legen. Fondsgebundene Lebensversicherungen zeigen im Vergleich zu einem Direktinvestment, dass bei langen Laufzeiten die Versicherungslösungen klar besser abschneiden. Und: Dank einer sehr breiten Fondsauswahl mit unterschiedlichsten Risikoklassen, können die Veranlagungsrisiken in einem überschaubaren Rahmen gehalten werden. Des Weiteren forcieren wir Produkte, die biometrische Risiken abdecken, beispielsweise Deckungen für Unfall, Invalidität, schwere Erkrankungen, Berufsunfähigkeit oder Pflege.“ 

Kind und Karriere sind möglich

Der Erfolg eines Unternehmens, so Dr. Dornaus, stehe und falle mit seinen Mitarbeitern. Deswegen sie ihr die Mitarbeiterförderung ein zentrales Anliegen. „Wir legen großen Wert darauf, individuelle Talente zu entdecken, ihre Stärken zu fördern und ihnen nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Unsere Mitarbeiter können aus einem umfangreichen Aus- und Weiterbildungsangebot wählen, um sich fortzubilden und weiter entwickeln zu können. Seit Jahrzehnten setzen wir uns auch gezielt für die Gleichstellung der Frauen in unserem Unternehmen ein. Mitarbeiterinnen mit entsprechender Qualifikation und Leistungsbereitschaft haben selbstverständlich auch mit Kindern die Möglichkeit, Karriere zu machen. In unserem Unternehmen ist Familienplanung mit hohen Positionen vereinbar, beispielsweise durch flexible Arbeitszeitmodelle oder unserem Betriebskindergarten, der mehr als 40 Jahre alt ist. Als Mutter von zwei Kindern bin ich das beste Beispiel dafür, dass das funktioniert“, sagt Christine Dornaus, die großen Wert auf einen respektvollen, wertschätzenden Umgang legt. Dieser sei die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit im Team. Darüber hinaus pflegt die Managerin eine kommunikative Arbeitsweise und schätze schnelle, direkte Kommunikation und rasche Entscheidungen, gepaart mit Leidenschaft für die Arbeit. „Mein Credo lässt sich so auf den Punkt bringen: Leg die Latte immer höher als du dir zutraust, dann wirst du sie auch überspringen.“

 Foto: Ian Ehm