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Jahreswechsel aus steuerlicher Sicht


Jahreswechsel 2008/2009 aus steuerlicher SichtMag. Kurt WallnbergerWirtschaftsprüfer und Steuerberater, ist geschäftsführender Gesellschafter der TRUST Treuhand- und Steuerberatung GmbH mit Tätigkeitsschwerpunkten in der Beratung zur Steuerplanung und -strategie; Beratung im Stiftungsrecht; Beratung auf den Gebieten EDV-unterstützter Organisation, Finanzierungsberatung, steuerschonende Vermögensschaffung, Betreuung von Start-up‘s im Bereich Planung, Budgetierung und Finanzierung.
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! jedes Jahr vor dem Jahreswechsel sollten Sie sich als Unternehmerin, aber auch als Angestellte ein paar Minuten freischaufeln, um einen Blick auf Ihre persönliche Steuerplanung zu werfen. Dies ist wichtig, um keine Optimierungsmöglichkeiten ungenutzt verstreichen zu lassen.

Sollten Sie bei der Planung erkannt haben, dass Sie im Jahr 2008 einen hohen Gewinn gemacht haben, so hat man auch jetzt noch einige legale Möglichkeiten, um die anfallenden Steuern zu optimieren. So optimieren Sie Ihre Steuern als Unternehmer: Als Einnahmen- Ausgaben-Rechner können Sie Ausgaben bereits im Jahr 2008 bezahlen und die Einnahmen in das Jahr 2009 verschieben. Wenn Sie eine Bilanz erstellen, so können Sie Aufwendungen vorziehen und Erträge auf das 2009 zurückstellen. Zusätzlich kann man Investitionen noch kurz vor dem Jahresende tätigen, diese sind sofort abzugsfähig, wenn sie unter 400 Euro betragen, liegen sie darüber, so kann man für 2008 noch eine Halbjahresabschreibung geltend machen.Getätigte InvestitionenZusätzlich gibt es auch im Jahr 2008 wieder ein Zuckerl für getätigte Investitionen. Dies betrifft die Einnahmen-Ausgaben-Rechner, die zum zweiten Mal den Freibetrag für investierte Gewinne (FBiG) in Anspruch nehmen zu können. Bis zu 10% des Gewinnes (gedeckelt allerdings mit einem maximalen Freibetrag von 100.000 Euro) können einkommensteuerfrei gestellt werden, wenn bestimmte Investitionen in das Unternehmen getätigt werden. Die Absetzung des Freibetrages ist zusätzlich zur Abschreibung möglich, sodass eine Doppelabsetzung erfolgt. Die angeschafften Anlagegüter müssen allerdings neu sein und über eine Mindestnutzungsdauer von vier Jahren verfügen, die Begünstigung gilt nur für körperliche Wirtschaftsgüter. Gebäudeinvestitionen, Pkws und Kombis sind nicht begünstigt. Wenn Sie den Freibetrag für investierte Gewinne nutzen möchten, im Jahr 2008 allerdings keine begünstigten Investitionen getätigt haben bzw. zu wenige Investitionen haben, so gibt es eine weitere Variante. Besonders interessant ist die Möglichkeit, dass auch die Anschaffung von bestimmten Wertpapieren als begünstigte Investition gilt. Eine relativ genaue Planung ist zur Inanspruchnahme des Freibetrages für investierte Gewinne förderlich: Sie sollten daher rechtzeitigvor dem Jahresende eine Schätzung der Einnahmen machen und die Ausgaben abziehen. Zusätzlich stellen Sie sich die getätigten Investitionen auf. Übersteigen Ihre Investitionen 10% des Gewinnes, so besteht kein Handlungsbedarf, liegen diese darunter, so können Sie noch weitere begünstigte Investitionen tätigen oder die begünstigten Wertpapiere kaufen. Für bilanzierende Einzelunternehmer/Personengesellschaften gibt es die Steuerbegünstigung für noch nicht entnommene Gewinne. Diese begünstigte Besteuerung kann jährlich bis zum einem Höchstbetrag von 100.000 Euro pro Jahr und Bebusiness trieb in Anspruch genommen werden. Wie dies der Name schon erahnen lässt, handelt es sich hier um eine Begünstigung dafür, dass man das Geld im Unternehmen belässt. Auch hier ist eine gute Planung unabdinglich, da es hier eine jährliche Steuerersparnis von bis zu 25.000 Euro geben kann! Am günstigsten ist es, wenn die volle Begünstigungshöhe von 100.000 Euro erreicht wird. Liegt der voraussichtliche Gewinn des Jahres 2008 unter 100.000 Euro, so sollte nichts entnommen werden. Dies ist natürlich nur dann möglich, wenn man von anderen Einkünften leben kann. Zu beachten ist, dass auch die persönlichen Steuerzahlungen als Entnahme gelten. Liegt der Gewinn über 100.000 Euro, so sollte der darüber liegende Gewinn entnommen werden. Diese noch nicht entnommenen Gewinne unterliegen der Einkommensteuer nur zum Hälftesteuersatz. In den Folgejahren ist allerdings eine weitere Planung der Entnahmen notwendig, da es hier eine siebenjährige Bindung gibt und es sonst zu einer Nachversteuerung kommt.Tipps für ArbeitnehmerArbeitnehmer bitte jetzt aufpassen: Auch Sie können mit gutem Timing Steuern sparen. Werbungskosten sollten noch vor dem 31. Dezember bezahlt werden, dies ermöglicht einen Ansatz in der Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2008. Dies gilt auch für die Sonderausgaben, wie Personenversicherungen sowie für den Kirchenbeitrag. Diese Sonderausgaben sind zwar nur beschränkt abzugsfähig, daher ist die Absetzbarkeit zu überprüfen. Ab einem Einkommen von über 50.900 Euro stehen keine Sonderausgaben im Rahmen der Personenversicherungen mehr zu. Das Gleiche gilt auch für außergewöhnliche Belastungen, wie Kosten für Krankheit und Behinderungen, darunter fallen unter anderem Zahnbehandlungen oder Kurkosten, sofern sie von der Versicherung nicht ersetzt werden. Diese Ausgaben werden erst dann steuerwirksam, wenn Sie einen Selbstbehalt von maximal 12% des Einkommens übersteigen. Daher kann es sich in bestimmten Fällen lohnen, eine Zahnbehandlung zur Gänze in einem Jahr zu bezahlen, damit man sich steuerlich etwas zurückholen kann. Sozialversicherungsrechtlich gibt es auch bis zum Jahresende einiges zu beachten: Bis Ende 2008 können Sie die Rückerstattung von Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträgen 2005 beantragen. Die rückerstatteten Beiträge unterliegen allerdings im Jahr der Rückzahlung wieder der Einkommensteuer. Den Antrag auf GSVG-Befreiung für Kleinstunternehmer kann man für 2008 noch bis Ende des Jahres stellen. Dies betrifft Gewerbetreibende, wenn die steuerpflichtigen Einkünfte 2008 4.188,12 Euro und der Jahresumsatz 30.000 Euro nicht überstiegen haben. Antragsberechtigt sind Jungunternehmer mit weniger als 12 Monate GSVGPflicht in den letzten fünf Jahren und Männer über 65 bzw. Frauen über 60 Jahre. Es ist allerdings sicherzustellen, dass man zumindest krankenversichert ist. Bis Ende des Jahres können Bauern und Freiberufler noch zur neuen Selbstständigenvorsorge optimren. Dazu ist ein Antrag bei einer betrieblichen Vorsorgekasse zu stellen. Danach sind jährlich 1,53% der Beitragsgrundlage an die Kasse zu bezahlen. Die Vorteile daraus sind: Die Einzahlungen sind zur Gänze steuerlich absetzbar, die Veranlagungen in der Kasse sind steuerfrei. Die Auszahlung wird mit 6% besteuert. Wenn das Guthaben auf eine Pensionskasse übertragen wird, sind die bezogenen Pensionen steuerfrei.
STEUERTIPPSTipps für ArbeitgeberOptimale Ausnutzung des Jahressechstels mit 6% Lohnsteuer: Wer neben den Monatsbezügen andere Bezüge
(Zulagen, Überstundenvergütungen) oder Sachbezüge nur 12-mal jährlich bezieht, dann wird das begünstigt besteuerte Jahressechstel nicht optimal ausgenutzt. In diesem Fall könnte noch eine begünstigt besteuerte Prämie ausgezahlt werden. Prämie für Diensterfindungen und Verbesserungsvorschläge: Es besteht die Möglichkeit, Prämien für Diensterfindungen und Verbesserungsvorschläge mit einem um 15% erhöhten Jahressechstel steuerbegünstigt auszubezahlen. Weihnachtsgeschenke bis maximal 186 Euro steuerfrei: Geschenke an Arbeitnehmer sind innerhalb eines Freibetrages von 186 Euro jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen handelt. Betriebsveranstaltungen bis 365 Euro pro Arbeitnehmer steuerfrei: Für die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen (wie Weihnachtsfeiern) gibt es einen Steuerfreibetrag von 365 Euro pro Jahr und pro Arbeitnehmer. Zu beachten ist, dass alle Betriebsveranstaltungen des gesamten Jahres zusammengezählt werden, somit sollten gesamt 365 Euro pro Jahr nicht überschritten werden.
FACTBOXEinnahmen-Ausgaben-Rechner ermitteln ihren Gewinn nach dem Zufluss-Abfluss-Prinzip. Erträge werden erst berücksichtigt, wenn die Zahlung durch den Kunden erfolgt ist. Auch bei Aufwendungen ist es erforderlich, dass die Zahlung durchgeführt wurde und der Abfluss vom Konto erfolgt ist. Eine Ausnahme dazu sind regelmäßige wiederkehrende Zahlungen, die kurze Zeit vor oder nach dem Beginn des Kalenderjahres erfolgen (15-Tage-Regel). Diese sind dem Jahr zuzuordnen, zu dem diese wirtschaftlich gehören. Bei einem Einnahmen-Ausgaben-Rechner ist es somit besonders wichtig, vor dem Jahresende eine Planung durchzuführen, um gegebenenfalls noch Ausgaben zu tätigen oder Einnahmen zu erhalten.
WUSSTEN SIE?Arbeitnehmerveranlagungen können rückwirkend für die letzten fünf Jahre durchgeführt werden. Bis Ende
Dezember haben Sie somit noch Zeit, um die Arbeitnehmerveranlagung 2003 durchzuführen und sich Lohnsteuer vom Staat zurückzuholen.