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Karrierefaktoren bei Männern vs. Frauen

Der feine Unterschied…

Eine neue Studie untersucht die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Karriere bei Männern und Frauen.

Wir haben es ja schon immer gewusst, aber nun belegt es eine brandneue Studie. Das Geschlecht ist für österreichische Frauen die Karrierebremse Nummer 1.Eine von Accenture in 13 Ländern (Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien,Italien, Kanada, Österreich, Japan, Niederlande, Norwegen, Schweden, Schweiz und den USA) durchgeführte Studie befragte über 2.200 Führungskräftein mittleren und großen Unternehmen und bringt Eindeutiges zu Tage. Nicht weniger als 37 Prozent der befragten Frauen wünschen sich in Österreich einen flexiblen Job, um auch für ihre Familie und ihre Kinder da sein zu können. Auf die Frage, welche Faktoren ihre Karriere behindern, gaben weltweit 26 Prozent der Frauen ihr Geschlecht an. In Österreich sind es 27 Prozent. Weitere 24 Prozent geben an, dass sie langsamer vorankommen, weil sie sich um ihre Familie kümmern. Männer hingegen machen für einen Karriereknick eher äußere Umstände wie Konjunktur oder Pech verantwortlich.
„Diese Ergebnisse sind für mich schon überraschend“, sagt Dr. Heidemarie Schutt, Partnerin bei Accenture in Österreich. „Ich hatte eigentlich gedacht und gehofft, dass unsere Gesellschaft längst einen Schritt weiter wäre. Schließlich haben Frauen weltweit bewiesen, dass Geschlechtsunterschiede im Beruf keine Rolle spielen.“
Zaubermittel Selbstvertrauen
Nur wer an sich glaubt, kann auch etwas erreichen. Mehr als die Hälfte der befragten Männer (55 Prozent) geben an, schneller Karriere zu machen als ihre Kolleginnen. In Österreich liegt der Wert sogar bei 57 Prozent. Spitzenreiter ist China. Dort sind 90 Prozent der Männer davon überzeugt, dass Frauen nur geringe Chancen haben, in Führungspositionen aufzusteigen, obwohl es auch im Kommunistenstaatbeachtliche Karrierefrauen gibt. Der große Unterschied ist, dass Männer ihre Karriere von Anfang an mit viel mehr Selbstbewusstsein beginnnen. So rechnen 37 Prozent beim Berufsstart mit dem Aufstieg in die Chefetage. Frauen hingegen zeigen sich in diesem Punkt zögerlich. Als Berufseinsteigerinnen glauben 15 Prozent an ihren Aufstieg, nach mehreren Berufsjahren glauben noch immer mickrige 23 Prozent an ihre Chance. „Frauen sollen sich gerade zu Beginn ihrer Karriere ehrgeizige Ziele stecken“, rät Schutt. Andernfalls laufen sie Gefahr, dass sich ihr Aufstieg unnötig verzögert.“In einem sind Männer und Frauen einig. Satte 68 Prozent der befragten Männer und 64 Prozent der befragten Frauen meinen, dass der persönliche Ehrgeiz für ein Fortkommen im Job der ausschlaggebende Faktor sei. In Österreich liegt der Wert bei den befragten Frauen noch wesentlich höher: 67 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen nennen diesen Grund als Hauptantrieb für die Karriere. Über zwei Drittel der Frauen sehen zudem das Durchsetzungs-vermögen am Arbeitsplatz als Karrieremotor.
Frauen & Networking
Nur 27 Prozent meinen, dass Networking für ihre Karriere ausschlaggebend ist. „Dieses Ergebnis zeigt ganz deutlich, dass der Faktor Networking von Frauen massiv unterschätzt wird“, unterstreicht Schutt. Doch Frauennetzwerke sind grundsätzlich nicht mit dem Networking der Männer zu vergleichen. Männer sehen einander auf den ersten Blick neutral, Frauen bewerten viel tiefergehend und kritischer. Generell gilt für Networking: je größer und institioneller, um so ineffzienter. Große Networking Strukturen scheitern meistens an den Eitelkeiten der Initatoren.

Facts: Familie und Beruf

Eine Vollzeitkarriere ziehen laut Studie nur Frauen in Kanada und China vor. 45 Prozent der deutschen Frauen und 37 Prozent der Österreicherinnen wünschen sich einen Beruf, in dem sie Karriere machen können und trotzdem flexibel genug sind, um für ihre Familie und Kinder da sein zu können. Viele Mütter reduzieren für ihre Kinder die Arbeitszeit. Väter sind weniger dazu bereit. So hat in Österreich kein einziger der befragten Männer angegeben, dass sich seine Arbeitszeit durch eine Familiengründung reduziert habe. Dem gegenüber steht ein Viertel der befragten Frauen.