ABW Logo

Steueroptimierung des Unternehmensverkaufes


Steueroptimierung des Unternehmensverkaufes
MMag. Dr. Sibylle Novak ist Rechtsanwältin und Steuerberaterin bei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH. Sie ist auf Gesellschaftsrecht, nationales und internationales Steuerrecht und Privatstiftungsrecht spezialisiert. e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Rechtsanwalt Dr. Hannes Pachler, MBL, ist Mitglied der Practice Group Real Estate bei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH mit Schwerpunkt Immobilien-, Miet- und Baurecht.  e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möchten Ihr Unternehmen verkaufen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie durch eine Umstrukturierung vor dem Unternehmensverkauf Steuern sparen können.Sie haben ein Unternehmen aufgebaut oder saniert und möchten es nun gewinnbringend verkaufen? Wenn Sie Ihr Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft führen, schneidet der Fiskus an Ihrem Veräußerungsgewinn ordentlich mit: Der Veräußerungsgewinn, das ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Verkaufspreis der Beteiligung einerseits und den Anschaffungskosten der Beteiligung sowie den Veräußerungskosten andererseits, ist zur Gänze einkommensteuerpflichtig. Es kommt der halbe Durchschnittssteuersatz zur Anwendung, das ist in der Regel ein Steuersatz von etwas unter 25 %. Der Verkauf einer Beteiligung wäre nur ausnahmsweise dann einkommensteuerfrei, wenn die Beteiligung weniger als 1 % am Stammkapital beträgt und darüber hinaus länger als ein Jahr gehalten wurde.
Ein Beispiel: Wenn Sie Ihre GmbH vor rund 10 Jahren mit dem gesetzlichen Mindestkapital von EUR 35.000 errichtet und dieses Kapital anlässlich der Gründung voll einbezahlt haben, betragen Ihre Anschaffungskosten EUR 35.000. Unter der Annahme, dass Sie ein florierendes Unternehmen aufbauen konnten und die Anteile an der GmbH nun gewinnbringend um EUR 500.000 verkaufen können, beträgt Ihr steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn EUR 465.000. Die Einkommensteuer beträgt daher in etwa EUR 116.250 (rund 25 % von EUR 465.000). Wenn Sie den Ihnen nach Abzug der Einkommensteuer verbleibenden Veräußerungserlös in der Folge beispielsweise in Wertpapiere (Anleihen, Investmentzertifikate u.Ä.) investieren und diese auf dem Depot einer österreichischen Bank hinterlegen, unterliegen die Zinserträge der 25%-igen Kapitalertragsteuer.
Option Privatstiftung
Sie sollten daher vor solchen Unternehmenstransaktionen überlegen, ob und wie Sie eine derart hohe Steuerbelastung vermeiden können. In vielen Fällen wird sich die Errichtung einer Privatstiftung als Steueroptimierungsmöglichkeit darstellen. Zweck einer Privatstiftung ist häufig die Sicherung, Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Stifters und die Sicherung des Lebensunterhaltes der Begünstigten. Eine Privatstiftung hat keine Eigentümer, sondern es handelt sich um eine Art Zweckvermögen. Die Begünstigten werden vom Stifter bestimmt und erhalten Zuwendungen von der Privatstiftung. Zum Kreis der Begünstigten zählen meistens der Stifter selbst und seine nahen Angehörigen. Das Vermögen der Privatstiftung wird vom Stiftungsvorstand verwaltet. Der Stiftungsvorstand besteht aus mindestens drei Mitgliedern und vertritt die Privatstiftung gegenüber Dritten. Der Stifter kann sich sowohl das Recht zur Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Stiftungsvorstandes vorbehalten als auch das Recht zur Änderung der Stiftungsurkunde selbst; davon abgesehen ist der Stifter auch berechtigt, sich den Widerruf der Privatstiftung an sich vorzubehalten. Das Vermögen, das der Stifter an die Privatstiftung überträgt, gehört der Privatstiftung und ist somit grundsätzlich seiner privaten Vermögenssphäre entzogen. Nur bei Widerruf der Privatstiftung würde das Vermögen wieder an den Stifter zurückfallen.
Steueroptimierung
Aus Gründen der Steueroptimierung könnten folgende Schritte vor dem geplanten Unternehmensverkauf durchgeführt werden: (1.) Errichtung einer Privatstiftung mit einem Barvermögen von EUR 70.000; (2.) Einbringung der Beteiligung an der Kapitalgesellschaft in die Privatstiftung; (3.) Verkauf der Beteiligung durch die Privatstiftung; (4.) Veranlagung der Veräußerungserlöses in der Privatstiftung.
Die Optionen im Detail
Anlässlich der Errichtung (1. Schritt) und Einbringung von Vermögen in die Privatstiftung (2. Schritt) ist derzeit noch eine Schenkungssteuer in Höhe von 5 % vom Wert des eingebrachten Vermögens zu entrichten. Nach derzeitiger Rechtslage wird ab 1.8.2008 in Österreich keine Schenkungssteuer mehr erhoben. Es bleibt abzuwarten, ob bzw. wie in Hinkunft die Widmung von Vermögen an die Privatstiftung besteuert wird. Bei Verkauf der Beteiligung über die Privatstiftung (3. Schritt) fällt auf Ebene der Privatstiftung lediglich eine so genannte Zwischensteuer von 12,5 % an. Diese Zwischensteuer würde im Beispiel oben EUR 58.125 betragen (12,5 % von EUR 465.000). Die Steuerbelastung beträgt demnach nur die Hälfte. Wesentlich ist, dass diese Zwischensteuer auf die Kapitalertragsteuer anrechenbar ist, die bei Zuwendungen der Privatstiftung an die Begünstigten anfällt. Die Zwischensteuer wird für Zwecke dieser Anrechnung über einen unbegrenzten Zeitraum evident gehalten. Werden daher im Jahr des Verkaufs der Beteiligung und/oder in späteren Jahren Zuwendungen an die Begünstigten der Privatstiftung getätigt, wird der Verkauf der Beteiligung durch die Privatstiftung durch die Anrechnungsmöglichkeit der Zwischensteuer wirtschaftlich betrachtet steuerfrei gestellt. Auch die Veranlagung des Vermögens in der Privatstiftung (4. Schritt) ist steuerlich attraktiv. Verkaufen Sie Ihre Beteiligung ohne Zwischenschaltung einer Privatstiftung und veranlagen Sie den nach Abzug der Einkommensteuer verbleibenden Veräußerungserlös in der Folge im Privatvermögen, unterliegen die zukünftigen Zinserträge der 25%-igen Kapitalertragsteuer. Dagegen besteht bei Veranlagung über die Privatstiftung der Vorteil, dass die Zinserträge auf Ebene der Privatstiftung ebenfalls nur der Zwischensteuer von 12,5 % unterliegen, wobei diese Zwischensteuer wiederum auf die Kapitalertragsteuer von Zuwendungen anrechenbar ist. Lassen Sie sich vor einer Unternehmenstransaktion über Steueroptimierungsmöglichkeiten beraten!
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Datenschutzerklärung Ok