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Katarzyna Kompowska, CEO für Zentraleuropa bei Coface: "Die Work-Life-Balance muss stimmen"

Nach ihrem Studium in Warschau (Polen) und Rouen (Frankreich) startete Katarzyna Kompowska ihre berufliche Karriere als Business Consultant an der Deutschen Botschaft in Warschau. Nach vier Jahren wechselte sie 1992 als Geschäftsführerin zu Coface Poland. Unterstützt durch die starke Internationalisierung des Konzerns wurden in Polen im Laufe der Jahre fünf Gesellschaften im Bereich Factoring, Kreditversicherung, Information und Inkasso gegründet, die sie entweder als Managing Director oder CEO geführt hat. 2012 wurde sie vom Konzernboard als Region CEO für Zentraleuropa bestellt und ist seitdem auch Mitglied des Executive Management Boards im Konzern. „Dieser neue Karriereschritt bedeutete die Übersiedlung von Warschau nach Wien, neben der beruflichen Herausforderung ist es auch eine sehr lehrreiche Erfahrung, sich in einem neuen Land sich das Netzwerk und die Kontakte neu zu erschließen.“

„Ich kann das nur jedem empfehlen, der die Chance geboten bekommt“, sagt Kompowska. 2015 lief alles in allem zufriedenstellend: „Die Umsatzentwicklung war in manchen Ländern etwas verhalten, vorwiegend in den traditionellen Märkten wie Frankreich, Deutschland und Österreich, dafür sahen wir eine schöne Entwicklung in den Emerging Markets. Auf der anderen Seite konnten wir den Schadenverlauf durch unser ausgezeichnetes Risikomanagement auch in den kritischen Ländern gut stabilisieren.“ Das Ziel für heuer ist es, „in jedem Land unserer Region ein entsprechendes Wachstum zu erzielen, unseren Kunden den bestmöglichen Service anzubieten und die üblicherweise hohe Kundenzufriedenheit zu halten, optimal wäre, sie noch um ein paar Prozentpunkte auszubauen. Wir wollen auf jeden Fall den eingeschlagenen Weg fortsetzen und bei unseren Kunden und Partnern mit unserer Expertise punkten und die neuen Produktlösungen als den neuen Standard am Markt zu etablieren.“ Die größte Herausforderung für ihre Branche? 

„Unsere größte Herausforderung ist, die Produkte der Kreditversicherung auf den nächsten Innovationslevel zu heben und komplett unsere Strukturen zu überdenken, um jederzeit den bestmöglichen Schutz und Service anbieten zu können. Seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 hat sich die Wirtschaft nicht nachhaltig erholen können. Die Industriestaaten sind immer noch in der Aufholphase, um wieder halbwegs an die Gross-Domestic-Product (GDP-) Entwicklung vor 2008 anknüpfen zu können. Der Wettbewerb und Preisdruck ist in allen Branchen hoch. Das bedeutet für die Kreditversicherungsbranche, dass wir heute viel schneller und in einem noch feinerem Granulationsgrad Risiko bewerten müssen.“

Interview mit Katarzyna Kompowska: 

„Jeder hat bei uns die gleiche Chance“ 

Coface hat einen sehr hohen Anteil an Frauen, auch in Führungspositionen: Woran liegt das?

Das hat mehrere Faktoren. Einerseits sind wir ein Dienstleistungsunternehmen und der Care-Gedanke liegt Frauen. Andererseits gehören wir zu einem internationalen Unternehmen und in diesen ist üblicherweise der Frauenanteil höher als in österreichischen. Ein weiterer Grund kann sein, dass wir es überhaupt nicht thematisieren. Wir versuchen für jede Position den besten Kandidaten zu gewinnen.

Werden Frauen in ihren Karrieren bei Coface geförder?

Ich würde das nicht so formulieren, denn bei uns werden Talente gefördert, dabei achten wir nicht auf das Geschlecht. Jeder hat die gleiche Chance, sich zu beweisen und am Unternehmenserfolg aktiv mitzugestalten. So hat sich dieses sehr ausgewogene Verhältnis von selbst ergeben.

Was muss man mitbringen, um eine Karriere wie die Ihre zu machen?

Man muss es wollen. Die Work-Life-Balance muss auch stimmen, sonst kann man nicht über Jahre eine Top-leistung abliefern. Wichtig sind ein hohes Maß an Eigenmotivation, gesundes Selbstbewusstsein und stete Lernbereitschaft. Offen sein für das Neue und vor allem offen sein für die besten Mitarbeiter, das ist mein Rezept, beste Leute in das Team zu holen und zusammen zum Erfolg führen. Denn wer rastet, der rostet. 

Foto: Coface