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Michaela Reitterer, ÖHV-Präsidentin

„Schon mit sechs Jahren wollte ich Hotelière werden“ sagt Michaela Reitterer. Damals hatte der Vater in einem Hotel gearbeitet: „Wenn ich ihn besuchte, durfte ich hinter dem Pult mit den Menschen Schmäh führen. Das hat mich begeistert.“ Michaela Reitterer führte nach der Matura an den Tourismusschulen Modul zuerst aber einmal ihr Reisebüro KUONI Hippesroither. 2002 kaufte sie ihren Eltern das Hotel „Zur Stadthalle“ ab und wandelte es Schritt für Schritt zum „Boutiquehotel Stadthalle Wien“ um, dem weltweit ersten Stadthotel mit Null-Energie-Bilanz. Reitterer wurde 2009 mit dem Umweltpreis der Stadt Wien und dem Österreichischen Staatspreis für Tourismus ausgezeichnet und 2010 mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis. Im selben Jahr wurde sie zur Hotelière des Jahres gewählt. 2011 erhielt sie den Sterne-Award der WKO in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ und das fünfte Österreichische Umweltzeichen in Folge. Als erstes Hotel in Wien erhielt das Boutiquehotel Stadthalle zweimal das Europäische Umweltzeichen und den HolidayCheck Award 2013 als beliebtestes Hotel Österreichs. Ab 2006 war Reitterer Vorsitzende der ÖHV Wien.

Einsatz für die Hoteliers

Seit 22. Jänner 2013 sind Michaela Reitterer und Mag. Gregor Hoch Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung. Warum Hoteliers Mitglied bei der ÖHV werden? Vor allem wegen des Lobbyings. Reitterer: „Die ÖHV engagiert sich im Dialog mit Bundes- und Landesregierungen für Bürokratie-Abbau, für leichteren Zugang zu Förderungen und gegen steigende Lohnnebenkosten. Ihr Ziel ist eine zielorientierte Tourismuspolitik mit Fokus auf Wertschöpfung, Entlastung und Preisdurchsetzung. Außerdem punktet die ÖHV bei ihren Mitgliedern mit einer schnellen Rechtsberatung. Aktuell etwa befasst sich der EuGH mit einer Klage, die die ÖHV vorbereitet und durch die Instanzen betreut hat. Vom Ergebnis (es geht um die Rückzahlung überhöhter Energieabgaben) würden alle Dienstleister profitieren.“ Ein weiterer Schwerpunkt der ÖHV ist die Weiterbildung. Das Angebot wird, basierend auf dem Mitgliederfeedback, halbjährlich aktualisiert und mit Experten kompakt und praxisnah aufbereitet. Reitterer: „Im ersten Halbjahr 2015 stehen Übergabe, Marketing-Controlling, Beschwerdemanagement online und offline, Texten, Verkaufsoptimierung und Revenue Management auf der Agenda. Top-Seller sind die ÖHV-Akademien, eine für Unternehmer, eine für Abteilungsleiter, durch deren Schule ein Großteil der heimischen Top-Hoteliers gegangen ist. Abgerundet wird das Angebot durch eine breite Range hochqualitativer Produkte und Services.“

Wichtiger Player

Der hohe Stellenwert des Tourismus macht die ÖHV zu einem wichtigen Player im Konzert der Mächtigen, ist Reitterer überzeugt. Und der Stellenwert des Tourismus nimmt immer weiter zu. „Arbeitsplätze entstanden in den Krisen Jahren vor allem im Dienstleistungsbereich, der auch immer wichtiger wird für die Gesamtwirtschaft: Die Dienstleister erwirtschaften über 70 Prozent der heimischen Wertschöpfung, bei steigender Tendenz. Davon profitiert ganz Österreich – denn der Überschuss von 15,4 Milliarden Euro aus dem Dienstleistungsbereich überkompensiert die Verluste in allen anderen Bereichen.“ Davon profitieren ganze Regionen: Reitterer: „Die Hoteliers investieren die Einnahmen aus diesen Tourismusexporten in Mitarbeiter und Aufträge an das regionale Gewerbe: Die Investitionen ergehen zu 80 Prozent an Betriebe im Umkreis von 90 km – und in keiner Branche entstehen auch nur annähernd so viele Arbeitsplätze wie im Tourismus. Die größte Herausforderung besteht darin, dass die Politik die Chance erkennt und nutzt, die in mitarbeiterintensiven KMU liegt, die erfolgreich hochqualitative Dienstleistung an liquide internationale Kunden verkauft.“