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Digitale Medien bedeuten Bewegung

Welche Aufgaben haben Sie als Leiterin der Strategischen Online-Vermarktung und Marketing?
Ich bin verantwortlich für alle strategischen Themen, die das Thema Online-Werbung betreffen. Das ist aktuell konkret die Beantragung der TVThek-Vermarktung bei der Medienbehörde, das betrifft aber auch das Thema Pricing und Ertrags-Controlling für Werbung auf ORF.at gemeinsam mit meinen Kollegen in der ORF-Enterprise.
Viele der Themen, die ich bearbeite, stehen in engem Zusammenhang mit dem rechtlichen Korsett, das wir im Bereich Online-Werbung durch das ORF-Gesetz haben. Es ist ein oftmaliges Ausloten: welche Produkte dürfen wir in welcher Form anbieten und was überschreitet unsere rechtlichen Möglichkeiten.
Weiters vertrete ich den ORF im Vorstand des IAB, dem Fachverband für Online-Werbung, sowie im Gesellschafterausschuss der adworx, einer Tochterfirma, die im Bereich Online-Vermarktung und digitale technischen Dienstleistungen tätig ist.
Produkte im Bereich Online und neue Medien auch „ins rechte Licht“ zu rücken und Ihnen damit die richtige Portion an Aufmerksamkeit zu geben, gehört ebenfalls zu meinen Agenden. Wir sind sehr aktiv bei Branchen-Events wie dem Online-Summit, dem Online-Day bei den Medientagen oder der DMEXCO in Köln vertreten, um unsere Innovationen bekannt zu machen. Mit dem ORF-Marketing abgestimmte Werbekampagnen rund um neue Produkte wie z.B. dem neuen Festspiel-Channel auf ORF.at runden das Ganze ab.

Was bedeutet Ihnen persönlich das Medium Internet?
Ich würde das Wort „Internet“ gerne durch „digitale Medien“ ersetzen und das bedeutet vor allem ständige Bewegung und Entwicklung. Es geht schon lange nicht mehr darum, nur ein Online-Angebot für PC/Laptop für den ORF-Konsumenten bestmöglich bereitzustellen. Die Frage ist, auf welchen Plattformen nutzt der Kunde diese Angebote und wie möchte er diese Inhalte aufbereitet bekommen.
Ich selbst nutze eigentlich alle Angebote v.a. mobil via i-phone und i-pad, teste gerne Apps, schaue mir via Live-Stream den Damen Super-G in Schladming an oder On-Demand die versäumte Folge der Staatskünstler auf der TVthek.

Sie sind im Vorstand des Internet Advertising Bureau Austria. Wie wichtig ist ein derartiger Verein in Ihren Augen?
Obwohl Online und digitale in aller Munde sind und ein sehr chices Thema auf jedem Branchen-Event ist, fließt effektiv mit ca. 12% noch viel zu wenig Werbe-Budget in den digitalen Bereich, gemessen an der tatsächlichen Mediennutzung.
Der IAB, der Verein zur Förderung von Onlinewerbung, hat einerseits das Ziel, mehr Bewusstsein zu schaffen für die Vorteile von Online-Werbung und die Bedeutung herauszuarbeiten, die die digitale Branche auch als Wirtschaftsfaktor hat. Außerdem wird ganz konkrete Arbeit geleistet im Bereich Standardisierung von Werbemittel und Orientierung bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben. Es werden neueste Studien publiziert, die wesentliche Learnings im Einsatz von Online-Werbung aufzeigen und es wird versucht, Ausbildungsmöglichkeiten für den heiß begehrten Online-Nachwuchs zu schaffen.
Kurzum, der IAB ist sehr wichtig für die Branche und leider ressourcenmäßig noch nicht ganz so ausgestattet, wie es die Fülle der wahrzunehmenden Agenden eigentlich bedarf.