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Daniela Hennrich, GF Hennrich PR, im ABW-Gespräch über die Faszination Vermarktung

Daniela Hennrich hat mehr als 25 Jahre Berufserfahrung, 2005 gründete sie eine Agentur für Gesundheit und Kommunikation. „Hennrich.PR“ ist seither kontinuierlich gewachsen und ein Fixstern am PR-Himmel. Austrian Business Woman sprach mit der erfolgreichen Vermarkterin über ihren Werdegang, die Faszination am Job und die Vereinbarkeit von Kind und Karriere.

Bitte schildern Sie uns Ihren Werdegang?

1991 war ein ereignisreiches Jahr für mich. Ich habe nicht nur mein Volontariat beim Westfalenblatt in Bielefeld abgeschlossen und die Chefredaktion für verschiedene Wochenzeitung im Verlagshaus übernommen, sondern auch meinen späteren Ehemann während eines Urlaubes auf der Insel Kreta kennen gelernt. Nach einer zweijährigen Fernbeziehung bin ich im September 1993 zu ihm nach Österreich gezogen. Durch seine Unterstützung habe ich es auch geschafft, in Österreich beruflich Fuß zu fassen. Zuerst als freie Mitarbeiterin bei verschiedenen Zeitungen und Magazinen, und später mit einer fixen Anstellung in einer Agentur.

Was hat Sie dazu bewogen, im PR-Bereich tätig zu werden?

In den Jahren 1996 und 1998 bin ich Mutter zweier Söhne geworden. Ich habe die Karenzzeit und ihre ersten Lebensjahre, in den ich nicht voll berufstätig, sondern als freie Mitarbeiterin bei verschiedenen Magazinen tätig war, genutzt, mich weiterzubilden, meine Persönlichkeit weiterzuentwickeln und eine Trainerausbildung (Schwerpunkt: Kommunikation) zu absolvieren. Die Arbeit in einer PR-Agentur ist meines Erachtens sehr viel abwechslungsreicher als in einem Verlag. Denn neben dem Verfassen von Texten und Reportagen gehört auch die Organisation von Veranstaltungen und Fortbildungen zu meinem Portfolio.

Lag Ihr Fokus schon immer auf dem Medizin- bzw. Pharma-Bereich?

Da ich mich auch persönlich und privat sehr für präventive Medizin und medizinische Forschung interessiere, habe ich als Journalistin viel in diesem Bereich recherchiert und publiziert. Damals habe ich auch viele Kontakte zu medizinischen Experten aufbauen können, mit denen ich teilweise heute immer noch zusammenarbeite. Auch in der PR auf den Schwerpunkt Medizin und Gesundheit zu setzen, lag für mich klar auf der Hand. Hier kann ich meine Begeisterung für die Produkte, Events und Ideen meiner Kunden voll einsetzen und vermitteln.

Wie sorgt man für zufriedene Kunden? 

Wichtig ist, dass ich mich als Dienstleister für die Produkte/Veranstaltungen/Botschaften meiner Kunden begeistern kann. Nur so kann ich erfolgreich kommunizieren. Weiters ist es wichtig, auf Vertrauen basierende Beziehungen zu etablieren und die Kunden über die Agenturleistungen stets auf dem Laufenden zu halten.

Wie gewinnen Sie neue Kunden?

Häufig durch Empfehlungen. Die Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert immer noch sehr gut. Zufriedene Kunden nehmen mich gerne auch als Dienstleister mit, wenn sie innerhalb der Branche wechseln. Außerdem nütze ich seit einigen Jahren vermehrt Online-Plattformen und Social-Media-Kanäle. Hennrich.PR ist zum Beispiel auf Facebook, Youtube und Linkedin vertreten. So werden viele auch online auf meine Agentur aufmerksam.

Was ist das Geheimnis des Erfolgs Ihrer Agentur? Welche Leistungen bieten Sie an?

Ich pflege die persönlichen Beziehungen zu Kunden und Kooperationspartnern sehr sorgsam. Und ich biete ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Erfolge in der Medienarbeit verdanke ich sicherlich auch meiner journalistischen Erfahrung. Ich weiß, welche Informationen die Journalistinnen und Journalisten benötigen, um gute, objektive Artikel schreiben zu können.

Wir bieten maßgeschneiderte Konzepte für strategische Kommunikationsmaßnahmen, klassische Öffentlichkeitsarbeit, Eventorganisation (Laienvorträge, Fortbildungen für Ärzte und Apotheker, Messeauftritte, Symposien, Pressekonferenzen, Round-Table-Gespräche, Moderation, Feste und vieles mehr) sowie Medientraining, Text nach Maß (redaktionelle Gestaltung von Broschüren, Kunden-Newsletter, Kundenzeitschriften, Presseunterlagen, Berichte, Fachbeiträge für diverse Medien, Anzeigen, Bücher und Websites), Betreuung von Service-Telefonnummern und ein umfangreiches ExpertInnen-Netzwerk.

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit?

1. Abwechslung! Denn die Öffentlichkeitsarbeit vereint ganz viele verschiedene Tätigkeiten: schreiben, recherchieren, organisieren, kommunizieren, reisen, verhandeln,…

2. Zusammenarbeit mit Menschen! Viele Beziehungen gehen über die Arbeitswelt hinaus. Wir reden auch über Privates. Freundschaftliche, auf Vertrauen basierende Beziehungen bereichern das Berufsleben.

3. Der medizinische Fortschritt und, dass ich diese Weiterentwicklungen unter die Leute bringen darf. Daher auch der Slogan von Hennrich.PR: „Damit‘s die Spatzen von den Dächern pfeifen.“

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Das Internet – ich bin mir nicht mehr sicher, ob es nur Segen oder vielmehr ein Fluch ist. Die Pfade der traditionellen Kommunikation, die mit einem ordentlichen Stadtplan zu vergleichen waren, gehören leider der Vergangenheit an. Das Internet ist ein Dschungel, in dem auch viele Gefahren lauern. 

Welchen (beruflichen) Fehler würden Sie heute nicht mehr begehen?

Zu Beginn meiner Tätigkeit, habe ich etliche Angebote sehr detailliert ausgearbeitet, bevor meine Kunden überhaupt wirkliches Interesse signalisiert haben. Viele leere Kilometer, die wirklich Energie und Zeit gekostet haben. Heute kann ich die Signale viel besser deuten. Das liegt auch an den Mentalitätsunterschieden zwischen Österreichern und Deutschen. Mittlerweile kann ich Zwischentöne hören und richtig deuten.

Ihr größter Erfolg?

Rückblickend meine Agenturlaufbahn als Gesamtobjekt. Ich habe es geschafft, mich innerhalb von zehn Jahren als PR-Agentur im Bereich der Medizin zu etablieren. Und dass, obwohl viele Österreicher Deutschen gegenüber Vorurteile haben. Aber zu ihrer Entlastung scherzen viele, ich sei gar keine richtige Deutsche.

Wie haben Sie Kind und Karriere vereinbart?

Mein Mann war schon immer eine große Unterstützung und hat meine berufliche Selbstständigkeit mitgetragen. Häufig hat er die Kinder betreut und versorgt, wenn ich beruflich unterwegs war. Seit der Geburt meines jüngeren Sohnes hatten wir auch immer ein Aupair-Mädchen, bis zum Schuleintritt der Kinder. Ich habe zwar in den ersten Jahren von zu Hause aus gearbeitet, allerdings war konzentriertes Recherchieren oder Telefonieren kaum möglich, wenn sie nicht beschäftigt waren. Später, als die Kinder schon zur Schule gingen, haben sie die Nachmittage im Hort verbracht.

Wodurch unterscheiden Sie sich von den Mitbewerbern?

Ich weiß es nicht wirklich. Ein Kunde hat einmal zu mir gesagt, im Vergleich zu anderen Agenturen müsse man mich nicht antreiben, sondern eher bremsen…  – im Zuge der zunehmenden Einschränkungen in der Pharmaindustrie, habe ich Geduld und Achtsamkeit gelernt.

Hätten Sie keine PR-Agentur, welchen Beruf würden Sie ausüben? 

Wahrscheinlich würde ich nach wie vor als Journalistin arbeiten. Aber ich könnte mir auch gut vorstellen, dass ich Ärztin oder Heilpraktikerin geworden wäre.

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die in der PR-Branche Fuß fassen wollen?

Im Vertrieb heißt es ja immer, ein guter Verkäufer könnte alles verkaufen – das glaube ich nicht. Ich könnte zum Beispiel niemals für Fonds oder Computer PR machen, das langweilt mich. Junge Frauen sollten sich eine gute Basis an PR- Fachwissen und journalistischen Fähigkeiten aneignen – und dazu noch eine Portion Offenheit und Freude an der Kommunikation mitbringen. Wer plant, in einer Agentur mit Branchen-Schwerpunkt Fuß zu fassen, muss auch die Branche verstehen.

Fotocredit: Tony Gigov