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„Ich bin stolz, Wienerin zu sein“

Sie sind Mitarbeiterin der Stadt Wien. Was bedeutet Ihnen diese Stadt persönlich?
Unglaublich viel! Fast alles, woran mein Herz und meine Leidenschaft hängen, befindet sich innerhalb dieser 41,5 Quadratkilometer. Innerhalb Wiens bin ich schon etliche Male herumgezogen und überall, ob in Gersthof oder in Favoriten habe ich mich wohl gefühlt. Sicher ist es auch für mich interessant und spannend, ins Ausland zu reisen und andere, viel größere, eindrucksvolle Städte zu erleben, mir kommt aber immer wieder am Heimweg vom Flughafen - so ungefähr bei der Urania - ein Seufzer der Erleichterung aus, weil ich wieder daheim bin. Ich bin wirklich stolz, Wienerin zu sein und ertappe mich öfter dabei, dass ich Kritik an Wien reflexartig – wie Kritik an meinen Kindern – persönlich nehme und zum verbalen Angriff gehe. Daher sehe ich es als wirklichen Glücksfall an, für diese Stadt auch arbeiten zu können. Der Identifikationsgrad ist hoch, ich bin – aus verschiedensten Aspekten – eine echte, typische Urwienerin.

Was macht Werbung bzw. die Werbebranche für Sie reizvoll?

Die Vielfältigkeit. Man sagt ja, dass in unserer Branche überproportional viele Zwillinge – ich meine das Sternzeichen – arbeiten und ich erfülle viele der nachgesagten Eigenschaften oder auch Klischees. Die Arbeit ist anspruchsvoll, unterliegt einem schnellen Wandel, erfordert Flexibilität, Extrovertiertheit, Kommunikationsfreude, persönliches Engagement und Empathie. Anforderungen wie diese kommen meinem Naturell sehr entgegen. Außerdem bin ich ein Nachtmensch – ich erinnere mich noch mit Schrecken daran, als ich schul- oder kinderbedingt noch jeden Tag um Sechs Uhr in der Früh aufstehen musste, um rechtzeitig in die Schule zu kommen. Es macht mir aber gar nichts aus. bis spät am Abend zu arbeiten, auch das ist branchenimmanent.

Inwieweit sind Social Networks und das Internet wichtig für Ihre Tätigkeit?

Ich bin der Auffassung, dass das Internet die Welt in einem noch stärkeren Ausmaß verändert, als es die Buchdruckerkunst in der Geschichte der Menschen geschafft hat. Sämtliche Ausprägungen der Kommunikation werden derart von den Möglichkeiten des Internets beeinflusst, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Nicht nur, dass räumliche Distanzen keine Rolle mehr spielen, verändert sich die Sprache, der Begriff Bildung, die Arbeitswelt, eigentlich jeder Lebensbereich. Meine Kinder, die mittlerweile auch schon erwachsen sind, erleben Kommunikation bereits auf einer völlig anderen Ebene. Dadurch leben sie auch in einem völlig anderen Selbstverständnis und Bewusstsein, als ich es noch getan habe. Social Networks und ihre hohe Akzeptanz ist – finde ich - die logische Konsequenz dieser Entwicklung. Es stellt sich also gar nicht mehr die Frage, inwieweit das Internet und die sich daraus ergebende Nutzung wichtig ist für die Kommunikationsbranche. Es ist mittlerweile das zentrale Tool der Kommunikation. Die Werbung allerdings konnte sich noch nicht auf diese Veränderung einstellen. Ich orte große Verunsicherung, teilweise Ratlosigkeit und jede Menge Diskussion in der Branche über ungelöste Problemstellungen. Nahezu jedem ist klar, dass die gewohnten Oberflächen und deren Funktionalitäten für die Werbung teilweise nicht mehr sehr lange ihre Anforderungen erfüllen werden können, aber niemand hat eine adäquate Alternative oder sogar das Patentrezept. Da Werbung von und mit Kommunikation lebt, wird wohl auch hier kaum ein Stein auf dem anderen bleiben.