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EU-Spezial: Claudia Gamon, NEOS: Die Vereinigten Staaten von Europa

Bereits seit 10 Jahren ist Claudia Gamon politisch tätig. Während ihres Studiums war sie Stellvertretende Bundesvorsitzende der JuLis – der heutigen JUNOS – und Mitglied der ÖH Bundesvertretung. Bei der diesjährigen EU-Wahl kandidiert sie für die NEOS und ist damit die einzige weibliche Spitzenkandidatin. 

Gemeinschaft, Zusammenhalt, Vereinigung – für Claudia Gamon geht es bei der Europäischen Union ganz klar um eine Einheit, in der sich alle Bürger und Bürgerinnen frei bewegen können. Damit einher gehen staufreie Grenzübergänge: „Sie symbolisieren für mich die Freiheit überall in Europa ohne Hindernis studieren, arbeiten, wohnen und hinreisen zu können. Das ist eine ungeheure Errungenschaft, die es zu verteidigen gilt.“

Die Vision der NEOS folgt dieser Ansicht: „Es ist die Vision der Vereinigten Staaten von Europa. Unser Weg dorthin ist radikal realistisch. Wir gehen ihn mit progressiv durchdachten Konzepten und dem Willen zur immer tieferen Zusammenarbeit jener, die diese Vision teilen und bereit sind Europa in wesentlichen Bereichen neu zu gründen.“

Die Klimakrise ist eine Schicksalsherausforderung

Claudia Gamon sieht die Klimakrise nicht nur als eine Problematik für Europa, sondern für die ganze Welt. „Europa muss hier im Sinne der Generationengerechtigkeit mit einer starken Stimme in der Welt auftreten und mit gutem Vorbild vorangehen.“ Bevor Europa sich aber für andere Staaten einsetzen kann, müsse es seine eigenen Probleme lösen. „Aktuell beschäftigt uns natürlich leider das absolute Chaos um den Brexit, das von verantwortungslosen Politikern aus Wahltaktik losgetreten wurde. Wir müssen aber diesen Moment nutzen, um die Europäische Union wirklich nach vorne zu bringen - in Richtung der Vereinigten Staaten von Europa. Wir müssen sie handlungsfähiger, demokratischer und nicht zuletzt auch überlebensfähiger machen. Nur so werden wir europäische Antworten in den Themen Digitalisierung, Klimawandel, Sicherheit und Wohlstand finden.“

Für den Erfolg Europas in diesen Bereichen setze sich Gamon mit voller Kraft ein. „Wir hatten in den letzten Jahren schon zu viel Klein-Klein und Blockaden. Als NEOS-Abgeordnete werde ich im Europaparlament Teil der liberalen Fraktion sein, die möglicherweise zur drittstärksten Kraft aufsteigen kann. Da wird kein Weg mehr an uns vorbei führen. Konkret sind meine Herzensthemen die Zukunftsbereiche Forschung und Innovation und das sind auch die Themengebiete, wo man gerade auf europäischer Ebene besonders viel bewegen kann.“

Claudia Gamon, einzige weibliche Spitzenkandidatin der NEOS bei der EU-Wahl

Vertrauen in die Jungen

Europas Bürger und BürgerInnen erwarten sich ambitionierte Gestalter. Was sie bekommen, sind ausgelaugte Verwalter und brandgefährliche Spalter. NEOS stehen für jene Menschen, denen wichtig ist, dass die Freiheiten in Europa nicht aus Nationalismus oder in einer Überreaktion auf aktuelle Probleme über Bord geworfen werden.“ Gerade den jungen Europäer und Europäerinnen scheint die Zukunft Europas wichtig zu sein: „Wenn wir uns die aktuellen europaweiten Proteste für das Klima und das freie Internet ansehen, sehen wir: es gibt durchaus auch bei den Jungen ein Bewusstsein für europäische Themen. Sie sind schon viel weiter als die alteingesessenen Politiker. Hier gibt es viele Anknüpfungspunkte um europäische Politik auch in Österreich präsenter zu machen. Eine verstärkte Zusammenarbeit in Europa und eine handlungsfähige Union sind einfach eine Notwendigkeit, um in der Welt bestehen zu können. Damit die Bürgerinnen und Bürger hier auch mitbestimmen können, braucht es eine Stärkung der europäischen Demokratie - wie etwa die Direktwahl der EU-Kommissionspräsidentin oder europäischen Volksbegehren.“

Ihren eigenen Beitrag dazu möchte Claudia Gamon auch nach dem Wahlkampf fortführen. „Zu meinen liebsten Tätigkeiten gehört es, an Schulen mit jungen Menschen über Politik zu diskutieren. Das will ich auch als Europaabgeordnete weiter machen. Ich halte es für essentiell gerade mit jungen Menschen über die Chancen eines vereinten Europas zu reden. Aber auch über Social Media bin ich ständig in Kontakt mit interessierten Menschen, die sich auch einbringen wollen.“ 

Motivation für junge Frauen

„Ich bin sehr stolz darauf, dass bei uns NEOS die Hälfte der Abgeordneten Frauen sind – und das ganz ohne Quote. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Männer sich ein politisches Amt schnell selbstbewusst zutrauen, während man bei Frauen öfters nachfragen muss, ob sie kandidieren wollen. Auch spielen bei Frauen leider immer noch Bedenken zur Vereinbarkeit von politischem Engagement und Familie eine größere Rolle als bei Männern. Hier braucht es endlich einen echten Kulturwandel“, so Gamon. Dagegen möchten die NEOS vor allem parteiintern vorgehen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich Frauen oft weniger zutrauen, für ein politisches Amt zu kandidieren als Männer - das hängt oftmals mit der vorherrschenden politischen Kultur zusammen. Wir haben bei NEOS deshalb ein Promotee-Programm, mit dem wir vor allem junge Frauen motivieren wollen, politisch aktiv zu werden. Auch Vorbilder und Rolemodels sind wichtig - und hier gehen wir bei NEOS auch voran.“ 

Foto: NEOS

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