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EU-Spezial: Simone Schmiedtbauer, ÖVP: Die Brückenbauerin

2009 startete sie als Quereinsteigerin in der Politik. Jetzt ist sie Spitzenkandidatin der steirischen ÖVP bei der EU-Wahl. Das ABW-Porträt einer zielstrebigen Frau, Mutter und Landwirtin.

Wenn Sie an die Europäische Union denkt, dann kommt Simone Schmiedtbauer Gemeinschaft in den Sinn, denn Europa sei nicht bloß Brüssel – Europa beginne vor unserer Haustüre, in unseren Regionen und Gemeinden. „Wir alle müssen in Europa unsere Kräfte bündeln und uns richtig weiterentwickeln – statt uns von außen und von innen schwächen zu lassen. Wir brauchen ein starkes Europa, das wieder vom Reden ins Tun kommt, das für Sicherheit, Freiheit und für den Erhalt unseres Wohlstandes sorgt“, so die engagierte Bauernbündlerin, für die die gemeinsame Agrarpolitik (Anm.: GAP) ein wesentliches Thema ist, denn starke Budgetkürzungen seien angedacht. Die GAP-Reform dürfe keinen Bruch mit sich bringen, sondern solle die österreichische Land- und Forstwirtschaft wieder wettbewerbsfähiger machen. Sie müsse auch einfacher werden, und zwar direkt am Schreibtisch der Bäuerinnen und Bauern. 

Unsere Bauern haben eine Zukunft

Schmiedtbauer wünscht sich mehr Handlungsspielraum für die einzelnen Länder bei der Erreichung der Ziele, anstatt von Brüssel zentral über alle Mitgliedsstaaten zu bestimmen. „Wir müssen Brüssel und somit Europa einfacher, verständlicher und praktikabler machen. Wir müssen Europa wieder näher zu uns bringen und diesen Gedanken wieder leben. Denn wer einen ökosozialen Ansatz in Europa vertritt, muss Europa von den Wurzeln her denken und sich darauf besinnen, was uns ausmacht: Das, was in unseren Gemeinden gelebt wird“, so die Landwirtin, die sich Brückenbauerin sieht und für mehr Verständnis für die kleinstrukturierte Land- und Forstwirtschaft kämpfen und dabei auch die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen suchen will. „Das sehe ich als meine große Stärke. Mein oberstes Ziel ist es, mit Herz, Hausverstand und dem erforderlichen Fachwissen Menschen davon zu überzeugen, dass unsere Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft haben. Hierbei gilt es, Partner, Vertraute und Menschen davon zu überzeugen, Allianzen zu schmieden, um einen gemeinsamen Weg zu beschreiten.“ 

Einsatz für die Gesellschaft

Bereits seit ihrer Nominierung im Jänner ist sie österreichweit unterwegs, besucht zahlreiche Veranstaltungen und nutzt jede Gelegenheit für ein persönliches Gespräch. Als Bürgermeisterin einer Marktgemeinde mit knapp 7.000 Einwohnern wurde ihr bei ihrem Amtsantritt schnell klar, dass Menschen in einem Politiker einen Partner suchen, einen Vertrauten, jemand der sich Zeit nimmt und zuhört – der nicht nur redet, sondern umsetzt. Einen Menschen, der bereit ist für die Interessen seiner Bürgerinnen und Bürger zu kämpfen, der für Stabilität, Kontinuität, Gemeinsamkeit und Sicherheit Sorge trägt. „Mein Engagement für die Menschen hat nicht erst mit meiner Kandidatur begonnen. Neben meiner Tätigkeit als Bürgermeisterin setze ich mich bereits seit vielen Jahren in zahlreichen Funktionen für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ein. Für mich ist es selbstverständlich in unterschiedlichen Ausschüssen tätig zu sein und mich für andere stark zu machen. Ich komme aus der Basis und weiß wo es drückt und zwickt. An meinem Einsatz für die Gesellschaft wird sich daher auch in Zukunft nichts ändern“, sagt die gebürtige Grazerin.

 Simone Schmiedtbauer, Spitzenkandidatin der steirischen ÖVP bei der EU-Wahl

Frauen sollen ihre Potentiale nutzen

Sie hat eine klare Mission und will die Wähler mit ihrer persönlichen Herangehensweise an die Politik überzeugen: „Wir brauchen keine Schreibtisch-Experten in Brüssel, von denen gibt es genug. Ich will mit praktischer Veranlagung, Herz und Hausverstand an der Gesetzgebung in Brüssel konstruktiv mitarbeiten. Denn schließlich wird ein Großteil der Rahmenbedingungen, die uns tagtäglich bei unserer Arbeit betreffen, auf europäischer Ebene ausgehandelt.“

Simone Schmiedtbauer zählt zu jenen Frauen, deren Stimme in der Regionalpolitik bereits Gewicht hat. Vielleicht werden künftig noch mehr Frauen politisch aktiv, zu hoffen sei es „In vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben wir bereits vieles erreicht, dennoch müssen wir auch weiterhin daran arbeiten mehr Frauen in die Politik zu holen. Mit dem verpflichtenden Reißverschlusssystem das die ÖVP für sich eingeführt hat, wurde bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung gemacht“, so die Mutter zweier Kinder. Dennoch sei es wichtig Frauen dazu zu motivieren aufzustehen und ihre Stimme zu erheben. „Ich will sie darin bestärken und ermutigen ihr Potential zu nutzen.“ Die Gesellschaft sei noch immer dabei die klassische Rollenverteilung zu durchbrechen. Wie auch im beruflichen Leben würden Frauen noch immer zurückstecken müssen und würden – trotz Verbesserungen – nach wie vor die Hauptlast in Sachen Haushalt und Familie tragen. Hier wären Role Models nötig, die für Frauen als Vorbild fungieren und beweisen, dass es möglich ist trotz Familie, beruflich wie auch politisch, erfolgreich zu sein.

Jeder sollte zur Wahl gehen

Thema EU-Verdrossenheit – wo ortet sie die Ursachen? „Für viele ist die EU nicht greifbar und ihnen ist auch nicht bewusst, wie wichtige diese Union auch für uns in Österreich ist. Europa passiert nicht irgendwo, sondern ist tagtägliche Realität in unseren Familien, in unseren Betrieben, in unseren Gemeinden und Regionen. Es hat vor uns Menschen gegeben, die wirklich hart für ihr Wahlrecht gekämpft haben. Für mich ist es daher ein No-Go, dieses Wahlrecht mit Füßen zu treten. Deshalb will ich die Menschen dazu bewegen, wählen zu gehen, und wenn sie mir dann noch ihr Vertrauen geben, sage ich: ‚Herzlichen Dank‘.“

Foto: Glaser

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