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ABW-Karrieretipp von DI Theresia Vogel, GF des Klima- und Energiefonds: "Seien Sie nicht zu höflich"

DI Theresia Vogel führt seit 2010 gemeinsam mit DI Ingmar Höbarth die Geschäfte des Klima- und Energiefonds. Mit Austrian Business Woman sprach sie über ihr Berufsleben, den Blick in die Zukunft und Eigeninitiative als Karriereschub.

Vor ihrer Geschäftsführertätigkeit leitete Theresia Vogel in der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) den Bereich der Strukturprogramme, welcher mit einem Team von 40 Experten ein spezifisches Förderportfolio mit Fokus auf die Be­seitigung struktureller Hemmnisse für industrielle Forschung und Technologieentwicklung anbietet. Das wohl bekannteste Förderprogramm aus  diesem Portfolio ist das Kompetenzzentren­programm COMET, wo internationale sichtbare, wissenschaftliche Spitzenleistungen gefordert und gefördert werden. DI Vogel studierte nach Abschluss der HTL Bauingenieurwesen an der TU Wien und schloss dort ihre Diplomprüfung mit Auszeichnung ab. Sie war während ihrer Studien­zeit als Studienassistentin im Bereich Forschung und Entwicklung tätig.  Im Anschluss war sie Leiterin des Wissenschafts­bereichs Umweltmanagement und Qualitätsmanagement an der Fachhochschule  Wiener Neustadt am Standort Wieselburg und hat u. a. den Themenbereich „Nachhaltigkeit und Umweltmanagement“ aufgebaut und in diesem Themenfeld geforscht.

Ausdauer und Glaube an die Sache

Highlight ihres bisherigen Berufslebens: „Eindeutig unser Energieforschungsprogramm. Wir haben es in nur fünf Jahren geschafft, die Industrie als Partner zu gewinnen und gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft zu arbeiten.  Es sind aber auch die vielen kleinen, und scheinbar unspektakulären Erfolge, die mich stolz machen. Wir haben Österreich zum Vorreiter in Sachen Smart Cities gemacht, haben Unternehmen und Institutionen zusammen gebracht, die nun international viel beachtete Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien umsetzen. Es zählt Ausdauer und der Glauben an die Sache – das stelle ich täglich unter Beweis.“

Sichtbar werden durch Eigensinn

Früher, so Vogel, sei sie manchmal zu höflich gewesen. „In manchen Situationen hätte ich früher aufzeigen und klarer Ungereimtheiten ansprechen müssen. Der Klügere gibt nach – das gibt es heute nicht mehr“, gibt sie sich kämpferisch. Was sie an ihrer Tätigkeit besonders schätzt ist der Blick in die Zukunft. „Ich habe mit  Menschen zu tun, die sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen, mit Innovation und unserer Welt in 50 oder 100 Jahren beschäftigen. Sie geben uns  die notwendige langfristige Perspektive. Es gibt so viele kluge Köpfe im Land, junge ForscherInnen und UnternehmerInnen, die neue unkonventionelle Ideen präsentieren und eine schier unglaubliche Kreativität entwickeln. Es ist die reinste Freude, sie zu erleben.“ Wer sich, wie Theresia Vogel, nicht mit Mittelmäßigkeit begnügt sondern es im Berufsleben zu etwas bringen will, sollte nicht auf Lob und Förderungen hoffen, sondern Eigeninitiative entwickeln. Und: „Manchmal auch durchaus eigensinnig sein, wenn man gute Alternativszenarien bieten kann – so wird man sichtbar. Und auch unbedingt konsequent NEIN sagen, wenn Überlastung durch Nebensächlichkeiten droht.“

Foto: Archiv