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Angelika Wolff, Operndirektorin: „In Innsbruck habe ich mein berufliches Ziel erreicht“

Angelika Wolff im ABW-Talk über ihren Werdegang, die Liebe für Theater und Musik, warum sie auch einen „bürgerlichen“ Beruf erlernte und das Privileg einen Beruf auszuüben, den man von ganzem Herzen mit Freude und Begeisterung macht.

Vor zehn Jahren erschien die erste Ausgabe ABW. Ein Blick zurück: Wo waren Sie vor zehn Jahren beruflich tätig, in welcher Funktion?

2007 war ich im schönen Frankenland in Bayern am Theater Hof als Künstlerische Betriebsdirektorin tätig.

Bitte nennen Sie uns Ihr berufliches Highlight der vergangen zehn Jahre?

In Innsbruck habe ich mein berufliches Ziel erreicht und bin Operndirektorin geworden.

Was waren die wesentlichen Stationen Ihrer Karriere?

Die Liebe und Begeisterung fürs Theater, für die Musik, wurde schon früh in mir geweckt, da ich aus einer Theaterfamilie komme. Meine Eltern waren beide Opernsänger, und mein Vater war, als ich geboren wurde, Staatsintendant in Karlsruhe. Hauptthema in unserer Familie war „Theater“. Von klein auf bin ich so oft wie möglich ins Theater gegangen. Auf diese Weise habe ich schon als junger Mensch große Repertoirekenntnisse erworben. Rückblickend war dies ein gutes Rüstzeug für meine jetzige Tätigkeit am Theater. Neben meinem Musikstudium mit Schwerpunkt Gesang, musste ich auf Wunsch meiner Eltern einen bürgerlichen Beruf erlernen. Ich wurde Med. Tech. Assistentin und habe einige Jahre im  Krankenhaus gearbeitet, zuletzt als leitende Assistentin in der Nuklearmedizin in Karlsruhe. Da dies das Kontrastprogramm zum Theater war, hat es meine persönliche Entwicklung sehr geprägt. Nachdem ich über 20 Jahre als Sängerin an verschiedenen Bühnen tätig war, habe ich in München ein Kulturmanagementstudium absolviert, um mir neben meinen künstlerischen Kenntnissen u.a. Kenntnisse in der Administration anzueignen. Ich denke, die unterschiedlichen Stationen, in denen ich immer viel dazugelernt habe, haben sich zu einer Einheit geformt.

Was macht der Reiz an ihrer Tätigkeit aus?

Ich empfinde es als ein Privileg einen Beruf auszuüben, den man von ganzem Herzen mit Freude und Begeisterung macht. Sehr viel aus meiner beruflichen Lebenserfahrung kann ich in meine jetzige Tätigkeit als Operndirektorin einfließen lassen. Spannend und eine Bereicherung ist die Zusammenarbeit mit Künstlern aus den verschiedensten Nationen dieser Welt. Kein Tag ist wie der andere, es treffen immer wieder unvorhergesehene Situationen ein. Mit einem Wort, es wird nie langweilig.

 Was umfasst ihr Aufgabenbereich?

Als Operndirektorin bin ich für alle Sparten des Musiktheaters verantwortlich, also auch fürs Musical und die Operette. Ich erarbeite den Spielplan pro Saison für das Musiktheater. Beschäftige mich mit diesen Stücken, damit ich die Partien kompetent besetzen kann. Arbeite eng mit Agenturen zusammen, und veranstalte Vorsingen. Ebenfalls suche ich Regieteams für die einzelnen Produktionen. Ich bin Ansprechpartner für die Künstler, und verfolge den Probenverlauf. Wenn dann die Premiere erfolgreich über die Bühnen gegangen ist, die Hoffnungen und Erwartungen erfüllt wurden, ist das ein glücklicher Moment.

Welche Pläne/ Ziele für haben Sie für 2017?

Die Planung für 2017 ist für mich abgeschlossen. Ich beschäftige mich bereits mit der Spielzeit 2018.19. Mein Ziel für 2017 ist, das ich am Ende des Jahres auf ein erfolgreiches Theaterjahr zurückblicken kann.

Wie wird man Operndirektorin?

Unterschiedliche Wege führen zu einer Position als Operndirektorin. Mein Weg war über Opernsängerin, künstlerische Betriebsdirektorin zur Operndirektorin. Ich hatte das Glück Intendant Johannes Reitmeier zu begegnen, der in mir den begeisterten und kompetenten Theatermensch gesehen hat, und der mir die Chance gab, mich als Operndirektorin zu beweisen.

Glauben Sie, dass die Zahl der Frauen in Führungspositionen in den kommenden zehn Jahren steigen wird?

Ich glaube fest daran, aber ich befürchte, dass die Chancengleichheit zwischen Mann und Frau auch in zehn Jahren noch Thema sein wird.

Foto: Rupert Larl