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Bauen hat bei uns Tradition: Wie Unternehmer Georg Niedersüß Griffner Haus vor der Pleite bewahrte

Georg Niedersüß stammt aus einer Unternehmerdynastie. 2013 kaufte er Griffner Haus, das Unternehmen war pleite. Man gewann das Vertrauen der Kunden in die Marke zurück und machte Griffner Haus wieder zu einem erfolgreichen Familienunternehmen. Austrian Business Woman sprach mit dem Sanierer.

Sie haben ein alteingesessenes Familienunternehmen übernommen und neu gegründet – was hat sie dazu bewogen?
Ich selbst stamme aus einer Unternehmerfamilie, deren Wurzeln 300 Jahre zurückreichen. Über viele Generationen waren wir Händler, zum Beispiel haben wir die ersten OBI-Baumärkte in Österreich betrieben. In all diesen Jahren haben wir auch viel gebaut. Bauen hat bei uns also gewissermaßen Tradition. Als die Marke GRIFFNER zum Verkauf stand, habe ich mich dafür entschieden, mich ganz diesem Thema zu widmen. Es ist einfach eine wunderschöne Aufgabe, gemeinsam mit Familien ihr neues Zuhause zu planen und zu bauen. Früher hatte ich tausende Kunden an einem Tag und kannte niemanden. Heute kenne ich jeden Kunden persönlich. Ich besuche jede Baustelle mindestens einmal, erlebe wie die Wünsche unserer Kunden Wirklichkeit werden. Das ist einfach wunderschön.

Was unterscheidet ein eigentümergeführtes Unternehmen wie das Ihre von anderen?
Ich denke, dass eigentümergeführte Unternehmen sich durch ein besonderes Maß an Verantwortung auszeichnen. Früher nannte man das den „Ehrbaren Kaufmann“, heute heißt das Corporate Social Responsibility. Aus diesem Selbstverständnis heraus haben wir bei der Übernahme des Unternehmens sehr darauf geachtet, von unseren Vorgängern begonnene Bauvorhaben zu einem guten Ende zu bringen. Uns geht es um das Vertrauen unserer Kunden, und das müssen wir uns verdienen. Unser Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern eine gute Verbindung von begeisterten Kunden, motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer schönen und gesunden Wohnwelt.

Sie haben 2013 mit der völligen Umstrukturierung begonnen – trägt das schon erste Früchte?
GRIFFNER Haus entwickelt sich sehr gut und darauf sind wir stolz. Im ersten Jahr ist es uns gelungen, alle aus der Vorgeschichte übernommenen Projekte fertigzustellen. 2014 haben wir bereits 60 neue Häuser gebaut, heuer werden es 80 sein und für 2017 planen wir den Sprung auf 120 Einfamilienhäuser. Österreich ist natürlich unser wichtigster Markt, aber wir stärken auch unsere Exporte nach Italien, Süddeutschland und in die Schweiz.

Worauf legen Sie den Fokus?
Ein GRIFFNER Haus erkennen Sie an der anspruchsvollen Architektur, der hohen Qualität und den außergewöhnlichen ökologischen Standards. Beratung wird bei uns wirklich groß geschrieben. Bauherren haben so viele Entscheidungen zu treffen – und das in Bereichen, die für jeden neu sind. Wie soll das Heizsystem aussehen, welcher Dämmstoff ist der beste, wie zonieren wir die Räume, welche Fliesen sind wirklich gut für das Badezimmer geeignet und wie viele Steckdosen brauchen wir in der Küche? Es gibt unglaublich viele Fragen, die auf die neuen Hausherren einprasseln. Deshalb laden wir unsere Kunden beim Hauskauf immer zu uns nach Griffen ein. Gemeinsam nehmen wir uns zwei Tage Zeit, um all diese Fragen individuell zu beantworten. So können unsere Kunden sicher sein, dass sie genau das Haus bekommen, das sie sich wünschen. GRIFFNER ist ein Familienbetrieb, der gemeinsam mit Familien an ihrem neuen Zuhause arbeitet. Das ist eine große Verantwortung, und entsprechend sorgsam gehen wir an diese Aufgabe heran 

Was ist Ihre Unternehmensphilosophie?
GRIFFNER ist ein Familienunternehmen, das gemeinsam mit seinen Kunden an ihrem künftigen Zuhause arbeitet, dem Raum, wo sich sicher und geborgen fühlen, wo sie Feste feiern, ihre Kinder aufwachsen sehen oder Zeit mit Freunden verbringen. Wir glauben an Nachhaltigkeit im umfassenden Sinn. Es geht um ökonomische Vernunft, ökologische Voraussicht, ein gesellschaftliches Miteinander – und all das bringen wir in moderner Wohnkultur zueinander.

Wie lief 2014 und was erwarten Sie für 2015?
2014 war ein gutes Jahr für GRIFFNER. Die internen Umbauarbeiten haben erste Früchte getragen. Die gesamte Mannschaft hat gesehen, dass es aufwärts geht und sich mit viel persönlichem Engagement eingebracht. Wir haben 60 neue Häuser gebaut und sind gut vorbereitet ins Jahr 2015 gegangen. Für 2015 erwarten wir eine Steigerung auf 80 Häuser. Das Jahr ist gut angelaufen und wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Ziel auch erreichen.

Im Sommer findet wieder ein Künstlersymposion statt – wie passt das zu einem Fertighausproduzenten?
Das Künstlersymposion ist ein wichtiger Impulsgeber für unser Unternehmen und für ganz Kärnten. Acht Künstler und Künstlerinnen aus verschiedenen Nationen werden zehn Tage lang auf unserem Gelände arbeiten, das Projekt ist also sehr international ausgerichtet. Bei der Wahl der Themen und Methoden sind die Künstlerinnen und Künstlerinnen vollkommen frei, die einzige Vorgabe ist mit Holz zu arbeiten. Holz deshalb, weil wir bei unseren Häusern Holz als zentralen Baustoff verwenden. Wir wollen damit zeigen, wie leistungsfähig und kreativ der Rohstoff Holz ist. Kreativität ist auch der gemeinsame Nenner, der die beiden so unterschiedlichen Bereiche Wirtschaft und Kunst verbindet. Beide brauchen schöpferisches Denken, um Innovationen in die Welt zu bringen. So passt das zusammen.

Foto: Griffner Haus