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Dr. Herta Stockbauer, Vorstand BKS Bank: "Wir wollen mehr weibliche Führungskräfte"

Dr. Herta Stockbauer will den Anteil an weiblichen Führungskräften in der BKS noch weiter steigern – was die Bank dafür tut und was die Frauen selbst dafür tun müssen, lesen Sie hier.

Universität, verschiedene Stationen im Bankgeschäft: Wo  haben sie am meisten gelernt?

Ich habe bei all meinen Karrierestationen viel gelernt, besonders viel jedoch bei interdisziplinären Projektarbeiten. Meine Erfahrung von der Uni Klagenfurt war beispielsweise ausschlaggebend dafür, dass mir eine Aufgabe im Controlling der BKS Bank übertragen wurde. Ursprünglich war ich als Filialleiterin vorgesehen. Wichtig für mich ist die permanente Weiterbildung. Man lernt in der Bankenbranche nie aus. Spannend sind für mich auch meine Aufsichtsratsmandate, da man viel von anderen Unternehmen lernen kann.

Was macht den Reiz an ihrer Tätigkeit aus?

An meiner Tätigkeit schätze ich den Umgang mit Menschen ebenso, wie die Vielfältigkeit der Aufgaben und den Gestaltungsfreiraum. Gut gefällt mir auch, dass ich mit vielen unserer Aktivitäten, z.B. der Unterstützung von Kärntner in Not oder unserer Photovoltaikanlage, auch nachhaltig etwas bewirken kann.

Was ist die besondere Herausforderung?

Die ganze Bankenbranche steht weltweit vor großen Herausforderungen. Das Nullzinsumfeld lässt die Erträge schmelzen, die Konjunktur kommt nur sehr langsam in Gang, die aufsichtsrechtlichen Anforderungen steigen stetig. Gleichzeitig gilt es, den stationären und digitalen Vertrieb optimal zu verzahnen und auszuloten, welche Investitionen zukunftsträchtig sind. Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen Mag. Dieter Kraßnitzer und Mag. Wolfgang Mandl bin ich dafür verantwortlich, die BKS Bank auch in diesem widrigen Umfeld solide auf Kurs zu halten. Und ich bin stolz darauf, dass uns dies, auch dank unseren engagierten Mitarbeitern, bisher gut gelungen ist. 

Was muss man für eine Karriere wie die ihre mitbringen?

Hohe Fach- und Sozialkompetenz, Einsatzbereitschaft und auch den Willen zum Erfolg. Man muss bereit sein, sich Herausforderungen zu stellen und Entscheidungen zu treffen.

Fördert ihr Unternehmen Frauen in ihren Karrieren?

Ja. Der Anteil weiblichen Führungskräfte liegt in der BKS Bank derzeit bei 31 Prozent. Wir wollen diesen Wert bis 2020 auf 35 Prozent steigern. Um dies zu erreichen, haben wir mit „Frauen.Karrieren.Perspektiven“ ein eigenes Frauenkarriereprogramm im Unternehmen etabliert. Im Herbst startet der dritte Ausbildungslehrgang. Zusätzlich bieten wir sehr viele Maßnahmen zu einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Denn in der BKS Bank sollen Kinder und Karriere Hand in Hand gehen können. In unserem Aufsichtsrat sind mehr als ein Drittel der Mitglieder Frauen.

Ihr Karrieretipp für junge Frauen

Ich rate Frauen immer, ihre beruflichen Wünsche klar auszusprechen und nicht darauf zu warten, dass sie quasi „entdeckt“ werden. Ein gutes Netzwerk kann sehr hilfreich sein. Man muss sich auch trauen, Chancen zu ergreifen, die einem geboten werden.Lange Teilzeit- und Karenzphasen sind oft ein Karrierekiller.

Zur Person

Herta Stockbauer studierte Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und war danach als Universitätsassistentin und Lehrbeauftragte am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt tätig. 1992 trat sie in die BKS Bank ein und arbeitete im Firmenkunden- und Wertpapiergeschäft. Danach wechselte sie in die Abteilung Controlling und Rechnungswesen. 1996 wurde Herta Stockbauer zur Abteilungsleiterin ernannt, 2004 zum Mitglied des Vorstandes. Im Jahr 2014 erfolgte die Ernennung zur Vorsitzenden des Vorstandes. Im Vorstand der BKS Bank ist sie zuständig für die Bereiche Firmenkundengeschäft, Treasury und Eigengeschäft, Human Resources, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Investor Relations und Social Media, Rechnungswesen und Vertriebscontrolling, Immobilienservice und Bau, Töchter und Beteiligungen, sowie Internationales Geschäft: Slowenien, Slowakei, Kroatien und Ungarn.

Fotp: Gleiss/BKS