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Event #2 der Marketing Natives: „Der digitale Mensch prägt die Zukunft der Arbeit“

Die Marketing Natives (powered by DMVÖ) luden am Donnerstagabend zu Event #2 mit dem Titel „Brace yourself – The Future of Work is coming”. Über 400 Besucher folgten dem Ruf der Nachwuchsplattform für junge Marketing-Experten in das A1 Headquarter. Employer Branding-Expertin Sarah Müller (kununu), Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier (tfactory) und Digital Stratege Thomas Meyer (Toman + Meyer) sprachen aus unterschiedlichen Perspektiven darüber, wie man als Mitarbeiter oder als Unternehmen den neuen Anforderungen entsprechen könne. Das Fazit: Die Bedürfnisse des Einzelnen stehen wieder im Mittelpunkt.
 
Der Abend stand unter dem Motto „Flexibilität“ – genau damit leitete Moderatorin Margaret Childs (CEO Metropole Magazin) die Keynote-Serie ein und präsentierte die Erwartungshaltungen, die Arbeitgeber an Mitarbeiter hätten. Denn in der neuen Arbeitswelt müsse man sich ständig neu anpassen und lernen produktiv zu sein. 
 
 
„Der War for Talents hat längst begonnen“
Sarah Müller (Managing Director, kununu) startete die Keynote-Serie mit der Erläuterung des Begriffs „War for Talents“, bei dem es um die zunehmende Schwierigkeit gehe, qualifiziertes Personal und Nachwuchstalente zu finden. Genau davon werde auch der Arbeitsmarkt gekennzeichnet. Spannend sei jedoch, dass sich erst durch die Digitalisierung und dem „War of Talents“ der Arbeitsmarkt in einem rasanten Tempo gewandelt habe. Hierarchische Strukturen innerhalb des Unternehmens werden außerdem durch neue Kommunikationstools aufgebrochen: „Transparenz sorgt eben dafür, dass Arbeitnehmer künftig genau wissen, wie es hinter ihren Unternehmenskulissen aussieht“, erklärte Müller. Wir leben darüber hinaus im Zeitalter der Reviews – von Hotel- über Produktbewertungen bis hin zu Restaurantkritiken – Digital Natives teilen ihre Erfahrungen über Plattformen mit Dritten. Genauso machen es auch immer mehr Mitarbeiter mit ihren Arbeitgebern und kununu biete dafür eine Plattform. So würde man heute schon vor dem ersten Arbeitstag wissen, wie es in dem Unternehmen aussehe und könne hinter Fassaden des Unternehmens blicken. Mit der Digitalisierung würden somit auch die Ansprüche der Mitarbeiter an das Unternehmen wachsen. Abschließend empfahl Müller den Zuhörern, einen Arbeitgeber zu finden, der zu einem passt und ein „Best Match“ darstellt. 
 
„Mit der Automatisierung wächst die Bedeutung des Menschen“
Thomas Meyer (CEO Toman + Meyer) erzählte von der unternehmerischen Entscheidung, sein Arbeitszeitmodell in eine vier Tage Woche unter Vollzeitbezahlung umzustellen. Denn gerade der Personalbereich sei der größte Kostentreiber in Unternehmen. Das Konzept Zeit würde in unserer Gesellschaft wieder zu einem wichtigen Goodie werden, worauf man zugreifen könne. Genau dadurch würde der Mitarbeiter wieder mehr Zeit für Soft Skills wie Problemlösung und Kreativität haben. „Wenn man der Digitalisierung entgegenblickt und den Einzug der Maschinen in unser Arbeitsleben beobachtet, wird man bemerken, dass am Ende immer noch der Mensch mit all seinen Bedürfnissen, Emotionen und individuellen Anforderungen steht“, ist Meyer überzeugt. Die Mitarbeiter seien immerhin die besten Multiplikatoren für das Unternehmen. Er führte weiter aus, dass man der Zukunft der Arbeit nicht verängstigt, sondern vielmehr erfreut entgegenblicken kann. Mit jedem neuen Algorithmus, mit jeder neuen Entwicklung und Innovation im Bereich der Automatisierung wächst die Bedeutung für etwas, das für die Arbeitswelt schon vergessen schien: der Mensch. „Das was uns ausmacht – Kreativität, Neugier, Wissensdurst, Innovation und schließlich Tatendrang – das sind die Fähigkeiten, die wir in den Vordergrund rücken müssen, weil sie uns vom einfachen Bot unterscheiden“, so Meyers Conclusio.
 
„Der Fortschritt ist nicht der große Freund des Menschen“
Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier (CEO tfactory) sprach über das Problem der Generationen. Unterschiedliche Typen von Generationen werden durch unterschiedliche Bedürfnisse sowie Arbeits- und Lebensformen gekennzeichnet. Von der Generation X über die Generation Y bis hin zu Generation Z gäbe es verschiedene Wünsche an die Arbeitswelt. So habe sich auch das Zukunftsbild der Menschen drastisch verändert. Während früher die Zukunft noch als etwas Utopisches galt, wurde daraus eine immer größere Zukunftsskepsis. In einem System der permanenten Bewährung hätten die Menschen einen ständigen Stimulus der Unsicherheit und Austauschbarkeit. Mitarbeiter und gerade der Nachwuchs hätten Angst davor zu versagen. Dies würde durch Plattformen wie Crowd-Sourcing und Cloud-Working noch dazu verstärkt werden. Die Freiheit, die sich die Generation Y noch so sehr gewünscht hat, entwickelte sich zu einem Systemzwang. Traditionelle Werte standen dabei plötzlich wieder im Fokus. Auch Jugendarbeitslosigkeit sei nur deswegen so groß, da gerade junge Menschen zuvor noch nicht in diesem System waren und schon von Beginn an keinen Halt hätten. „Die Rolltreppenmetapher zeigt, dass wir heute gegen den sozialen Abstieg anlaufen müssen“, erklärte Heinzlmaier dem Publikum. Der Zukunftstypus der Arbeit sei der Digitale Individualist: „Dieser folgt dem Modus der Hyper Attention, das heißt, er nutzt Medien simultan, hat wenig Toleranz für Langeweile und ein hohes Stimulationsbedürfnis. Er weiß viel, aber geht kaum noch in die Tiefe“, fügte Heinzlmaier hinzu. Jedoch würden Unternehmen genau nach diesem Typus suchen.
 
Gemeinsam ermittelten die Speaker Sarah Müller (kununu), Bernhard Heinzlmaier (tfactory) und Thomas Meyer (Toman + Meyer) mit Moderatorin Margaret Childs (Metropole) eine gemeinsame Sicht auf das Thema. Sie waren sich einig, dass man auf die individuellen Ansprüche der Mitarbeiter eingehen müsse und auch den Mitarbeitern einen Raum für Selbstverwirklichung geben muss. Meyer fügte dem hinzu, dass der Arbeitgeber das Umfeld abhängig von den verschiedenen Milieus und Generationen dafür schaffen müsse. Abschließend sagte Heinzlmaier, dass wir in einer arbeitszentrierten Gesellschaft leben würden und produktiven wie auch kreativen Typen einen Platz geben müssen, denn nur so könnten Unternehmen überleben.
 
Nach den spannenden Keynotes und der Podiumsdiskussion wurden der Marketing Nachwuchs und Marketeers zum entspannten Networking im Foyer des A1 Headquarters geladen. Für den zuckersüßen Ausklang sorgte der Candy Pop-Up Wagen von Peek & Cloppenburg
 
Fotos: Romar Ferry
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