ABW Logo
shutterstock180852266

78 Prozent der österreichischen Familien-unternehmen blicken zuversichtlich in die Zukunft

Europäische Familienunternehmen sind zuversichtlich für die Zukunft, müssen aber agiler werden, Innovationen forcieren und Spitzenkräfte gewinnen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und weiter zu wachsen. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des aktuellen European Family Business Barometers, das von KPMG und European Family Business (EFB) veröffentlicht wurde.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass Familienunternehmen weiterhin auf das starke Wirtschaftswachstum der Vergangenheit aufbauen. Dieses Wachstum, verbunden mit einem günstigen wirtschaftlichen Umfeld hat dazu beigetragen, das Vertrauen der Familienunternehmen und ihren Optimismus in die Zukunft aufrecht zu halten. 78 Prozent (im Vorjahr 81 Prozent) der österreichischen Familienunternehmen gaben an, die Zukunft ihres Unternehmens durchaus positiv zu sehen.

Investitionen in Innovation und Mitarbeiter zur Förderung des Wachstums

Knapp ein Viertel (24 Prozent) plant eine Erweiterung und Diversifizierung seiner Produkte, um das zukünftige Wachstum voranzutreiben, und mehr als die Hälfte (63 Prozent) plant Investitionen in die Internationalisierung.

"Die Fokussierung auf Diversifikation ist ein starkes Signal für die Bereitschaft und den Willen von Familienunternehmen sich an die Veränderungen der Wirtschaft und die Anforderungen ihrer Kunden anzupassen." sagt Yann-Georg Hansa, Partner KPMG Österreich.

Fast alle Unternehmen (Österreich 98 Prozent/ Europa 86 Prozent) investieren in das Kerngeschäft, 97 Prozent in Innovation und Technologie (Europa 83 Prozent) und 85 Prozent in Rekrutierung und Ausbildung (Europa 81 Prozent). Dies ist auch eine direkte Antwort auf eine der größten Herausforderungen der Befragten: den Fachkräftemangel (Österreich 72 Prozent/ Europa 53 Prozent). Hier lässt sich eine deutliche Steigerung zum Vorjahr (Österreich 54 Prozent/ Europa 43 Prozent) erkennen.

In unserer zunehmend digitalen und technologiegetriebenen Welt erkennen die österreichischen Familienunternehmen auch die Notwendigkeit neuer Fähigkeiten bei Mitarbeitern und Führungskräften. Neue Expertisen erwarten sich Unternehmen auch durch Einstellungen externer Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund haben 73 Prozent der heimischen Unternehmen im letzten Jahr ihren Personalstand erhöht und knapp die Hälfte der Befragten (44 Prozent) erwägt, einen externen CEO zu engagieren.

„Mit zunehmendem Wachstum der Unternehmen wird es immer wichtiger, die notwendigen Kompetenzen auch außerhalb des Unternehmens bzw der Familie zu suchen. Leider sind Positionen in denen spezifische Fähigkeiten notwendig sind, immer schwieriger zu besetzen.“ meint Peter Humer, Partner KPMG Österreich.

Umgang mit der Volatilität

Angesichts von Brexit, wachsendem Protektionismus und umstrittenen Handelsgesprächen, die sich weltweit abspielen, ist es nicht verwunderlich, dass mehr als ein Drittel der europäischen Familienunternehmen (36 Prozent) politische Unsicherheit als große Herausforderung bezeichnen – in Österreich teilen 41 Prozent diese Sorge. Dennoch verfolgen die europäischen Familienunternehmen einen langfristigen Ansatz und sind proaktiv beim Recruiting und der Rationalisierung der Entscheidungsfindung. Damit wollen sie sicherstellen, dass sie die Flexibilität haben, auf Veränderungen in Echtzeit zu reagieren. 51 Prozent der heimischen Unternehmen sehen, besonders im Hinblick auf die digitale Transformation, ihre größte Herausforderung in der Veränderungsbereitschaft.

„Familienunternehmen sind Experten für langfristiges Überleben – viele bestehen seit Generationen und ihr Erfolg ist Beweis für ihre Fähigkeit sich mit der Zeit zu verändern. Allerdings ist die große Frage, ob sich Familienunternehmen schnell genug ändern können, um auf den Druck der heutigen Geschäftswelt zu reagieren“, wirft Yann-Georg Hansa ein.

Weitere Highlights der österreichischen Ergebnisse:

  • 71 Prozent der Befragten in Österreich gaben an, dass der Umsatz im vergangenen Jahr gestiegen ist. Nur 5 Prozent meldeten einen Umsatzrückgang.

  • Die Verbesserung der Rentabilität (46 Prozent), die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter (42 Prozent) und innovativer zu werden (34 Prozent) stehen in den nächsten zwei Jahren an erster Stelle.

  • 51 Prozent der österreichischen Unternehmen steigerten im vergangenen Jahr ihre Auslandsaktivitäten und mehr als zwei Drittel (36 Prozent) planen auch in der nächsten Zeit innerhalb Europas zu expandieren. 

  • Die Mehrzahl der österreichischen Familienunternehmen hat nicht vor, ihr Geschäft in nächster Zeit an die nächste Generation weiterzugeben (69 Prozent) oder gar zu verkaufen (85 Prozent).

  • 27 Prozent sehen aktuelle regulatorische Veränderungen wie die Datenschutz Grundverordnung (DSGVO) als Herausforderung für die nächste Zeit.

„Familienunternehmen stehen an vielen Fronten vor Herausforderungen – wie die Unternehmen auf diese Herausforderungen jetzt reagieren, wird die Zukunft der nächsten Generation bestimmen“ ist sich Peter Humer sicher.

Foto: marcogarrincha/Shutterstock