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Prof. (FH) Mag. Eva Werner, Rektorin IMC FH Krems: Immer das Ganze im Auge

Mit der Bestellung von Eva Werner als erste Rektorin einer österreichischen Fachhochschule und Leiterin des Kollegiums im Jahr 2009 unterstrich die IMC Fachhochschule ihre Vorreiterrolle. 2016 wurde sie in ihrem Amt zum dritten Mal bestätigt. Austrian Business Woman sprach mit Prof. (FH) Mag. Eva Werner über das Geheimnis ihres Erfolges, ihren Arbeitsstil und die Herausforderungen für Hochschulen.

Sie waren vor acht Jahren die erste Rektorin einer österreichischen FH, wurden zum dritten Mal in Ihrem Amt als Rektorin bestätigt – verraten Sie uns bitte das Geheimnis Ihres Erfolges?

Erfolg, so glaube ich, wird eher von anderen definiert als von sich selbst, aber ich kann von mir sagen dass ich das, was ich tue mit großer Leidenschaft und Freude tue,  meine Arbeit macht mir Spaß und wenn ich sehe, dass meine Arbeit Früchte trägt, dann freue ich mich darüber.

Prof. (FH) Mag. Eva Werner, Rektorin der FH Krems

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Tätigkeit?

Dass ich Dinge bewegen kann, dass ich mit einem ungemein engagierten Team von Kolleginnen und Kollegen arbeiten darf, und dass dabei der Kontakt zu den Studierenden eine ebenso wichtige Rolle spielt, denn sie stehen ja im Fokus unseres Tuns. Außerdem ist es eine Tätigkeit, die viele Bereiche umfasst, nie „fad“ ist, und man ist gefordert sich selbst weiter zu entwickeln.

Auf welchen Bereichen liegt dieses Jahr Ihr strategischer Fokus?

Wir werden uns verstärkt dem Thema der Digitalisierung und der Innovation in der Lehre widmen, aber auch unsere strategischen Themen wie Internationalisierung,  Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung des Studiengebotes fokussieren.

Was macht die IMC FH Krems bei den Studierenden so attraktiv, wodurch unterscheidet sie sich von anderen FHs?

Ein Studium ist ein gemeinsamer Bildungsprozess und bedingt daher auch ein Miteinander in diesem Prozess. Das versuchen wir zu leben, die persönliche Atmosphäre ist uns wichtig, aber natürlich immer mit Blick auf die Qualität des Studiums. Besonders ist sicherlich auch die internationale Atmosphäre, die durch Studierende aus etwa 50 Nationen entsteht und unser wirklich schöner Campus.

Kommt Ihnen Ihre universitäre Ausbildung im Joballtag zugute?

Ja, absolut - das Fachspezifische zum Teil, ganz besonders aber das was damit an generischen Fähigkeiten verbunden war - und natürlich das Umgehen mit Komplexität. Aber auch vieles, was rund um das Studium passierte - das Engagement in der Fakultätsvertretung, die Arbeit als Tutorin, die Auslandsaufenthalte – die damals nicht angerechnet wurden -; ich glaube man merkt erst im Laufe eines Berufslebens, wie sehr man von der Studienzeit geprägt wurde, und was alles „verwertbar“ ist. Das versuche ich auch unseren Studierenden mitzugeben.

Wie beschreiben Sie Ihren Arbeitsstil?

Ich bin sehr strukturiert, versuche zu priorisieren, fokussiert vorzugehen und immer das Ganze im Auge zu behalten. Zu den Grundprinzipen im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen gehört Wertschätzung aber auch eine klare Linie. 

Wie viele Stunden hat Ihre Arbeitswoche?

Viele, sehr viele....

Was schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern?

Die Bereitschaft Neues gemeinsam „ anzupacken“, das Miteinander, auch wenn es stressig ist und den konstruktiven Diskurs.

Ihre Stärken, Ihre Schwächen?

Ich kann sehr gut mit Belastung und Stress umgehen, kann zuhören, bin lösungsorientiert, und kann gesamtinstitutionell denken. Was mich nerven kann ist, wenn nur die Probleme gesehen und thematisiert werden, und nicht der Lösungsansatz dazu. Da kann ich schon auch ungeduldig werden.

Warum gibt es im Hochschulbereich noch immer so wenig Rektorinnen?

Die Zahl der Rektorinnen steigt stetig, das ist eine gute Entwicklung und wird sich sicherlich auch noch weiter verstärken. Da bin ich optimistisch.

Wo sehen Sei die größten Herausforderungen für Hochschulen?

Altbekannt aber stets aktuell ist die Frage der Ressourcen, finanziell und personell . Aber auch die steigende Kompetitivität im europäischen und internationalen Hochschulraum, verbunden mit den demographischen Entwicklungen und den Veränderungen in der Arbeitswelt sind Herausforderungen der Zukunft, die sehr stark die Hochschulen und ihr aktuelles und zukünftiges Handelns betreffen.  Hochschulen brauchen auch Freiraum für Kreativität und Innovationen - und dürfen nicht untergehen in formalistischen Verfahren und Regularien. Hier eine gedeihliche Form zu finden gehört ebenfalls zu den Herausforderungen.

Universität oder Fachhochschule – was würden Sie jungen Menschen eher raten?

Unabhängig von diese Frage sind die Fragen: was interessiert mich? Was möchte ich einmal tun? Wo liegen meine Talente?  die ersten,  die zu stellen  sind. Und dann rate ich allen, sich gut, am besten vor Ort, zu informieren, sich mit beiden Systemen auseinanderzusetzen und dann zu entscheiden, welches System für den bzw. diejenige den besten Fit darstellt. Und den Vorteil des Bologna-Systems – den flexiblen Bildungsweg – als Chance zu  nutzen.

Ein Blick zurück: Was würden Sie heute anders machen?

Ehrlich, ich bin recht zufrieden und dankbar.

Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze:

• Wenn ich Zeit habe, gehe ich in die Natur hinaus.

• Entspannen kann ich, wenn ich gute Musik höre

• Zuletzt gelacht habe ich erst vor kurzem: im Rektorat herrscht die Devise: lachen hilft.

• Mein Traum wäre ... ich hab sehr viel erreicht .. daher keine besonderen Träume ..

• An Krems schätze ich die malerische Altstadt, die Umgebung und natürlich den schönen Campus und meine Hochschule.

Foto: FH Krems