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Tag gegen weibliche Genital-verstümmelung (FGM): Eltern stärken und für Gesundheitsfolgen sensibilisieren

Im Vorfeld des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) am 6. Februar stellt Stadträtin Sandra Frauenberger Angebote für in Wien lebende Frauen und Familien vor, die aus Ländern stammen, wo FGM praktiziert wird. Zwar ist die Durchführung von FGM in Österreich verboten und das Verbot erstreckt sich auch auf Kinder, die zu diesem Zweck ins Ausland gebracht werden; doch leben in Wien Mädchen und Frauen, die in ihrem Herkunftsland FGM erlitten haben. Familien, die sich in Österreich niedergelassen haben, spüren sozialen Druck, etwa durch die Großeltern, auch ihre Töchter dieser Praktik zu unterziehen. „Der gesellschaftliche Druck kann aus dem Herkunftsland bis nach Österreich reichen: Wir wollen Eltern dazu ermutigen, dieser Gesundheitsschädigung eine Absage zu erteilen und ihre Töchter vor FGM zu beschützen“, sagt Gesundheits- und Frauenstadträtin Sandra Frauenberger.

Folder „Ich schütze meine Tochter“ appelliert an Mütter und Väter

Der neue Folder „Ich schütze meine Tochter“ wendet sich an Eltern und Angehörige von Mädchen aus Ländern mit hoher FGM-Verbreitung: In einfachen Worten werden die Folgen für Körper, Psyche und sexuelle Gesundheit sowie die gesetzliche Lage erklärt. Verunsicherte Eltern und selbst von FGM betroffene Mütter werden auf das mehrsprachige und fachspezifische Beratungsangebot im Frauengesundheitszentrum FEM Süd aufmerksam gemacht. Der Folder ist in fünf Sprachen erhältlich: in Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Somali. Erstellt wurde der Folder vom Wiener Programm für Frauengesundheit in Zusammenarbeit mit dem Frauengesundheitszentrum FEM Süd. Als Kooperationspartnerin wird die Ärztekammer Wien den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten der Fachrichtungen Gynäkologie, der Allgemeinmedizin und der Kinderheilkunde den Folder für das Wartezimmer zur Verfügung stellen.

Die Folder „Ich schütze meine Tochter“ gibt es als Download unter diesem Link: http://bit.ly/2GM4ULL 
Folder können bestellt werden beim Wiener Programm für Frauengesundheit unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 01/4000-842 00.

In der Audio-Reihe „Mein Körper und ich“ online auf wien.at sind Gesundheitsinformationen für Frauen auf Arabisch abrufbar. Seit heute auch mit Schwerpunkt FGM. Zwei der Schwerpunktbeiträge richten sich in arabischer Sprache an betroffene Frauen und Mütter, deren Töchter gefährdet beziehungsweise betroffen sind. Die dritte Audiodatei adressiert PädagogInnen und SozialarbeiterInnen, die mit potentiell gefährdeten Mädchen arbeiten und die wissen wollen, wie sie die Mädchen unterstützen können. Die Audioreihe „Mein Körper und ich“ ist eine Initiative der MA 57 Frauenabteilung für Frauen arabischer Muttersprache und wurde in Kooperation mit FEM Süd und Radio Orange umgesetzt.

Die Audiodateien sind unter folgender URL abrufbar: 
http://bit.ly/2DkDYUv

Weitere Maßnahmen in Wien

Wien hat zu Prävention und Begleitung betroffener Mädchen und Frauen bereits eine Vielzahl an Aktivitäten vorzuweisen: Mit finanzieller Unterstützung durch die MA 57- Frauenabteilung bietet FEM Süd seit zehn Jahren Gesundheitsberatung für afrikanische und arabische Frauen an, neben Beratung und Betreuung von Mädchen und Frauen zählen dazu die Arbeit mit Multiplikatorinnen im Gesundheits-, Asyl- und Sozialbereich sowie in migrantischen Communities und Informationsarbeit z.B. in Flüchtlingseinrichtungen. Erfahrungsaustausch im FGM-ExpertInnenbeirat des Wiener Programms für Frauengesundheit mit Vertreterinnen von MA 11, MA 15, MA17, MA 57, Ärztekammer Wien und dem FEM Süd. Schulungen und Sensibilisierung von Angehörigen medizinischer und sozialer Berufe (Geburtshilfe-Stationen, Hebammenausbildung, Sozialarbeiterinnen der MA 11, Kindergärtnerinnen der Stadt Wien)

Foto/Quelle: Shutterstock/Emily frost