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Überzeugungs-kraft lässt sich trainieren – so fesseln Sie Ihr Team beim nächsten Vortrag

Es ist wieder so weit – ein Vortrag, eine interne Schulung oder ein Meeting steht an. Wie gewinnen Sie als Vortragender Ihr Team für sich und Ihre Ideen? Sie erinnern sich vielleicht dunkel an Onomatopöie und Pleonasmus aus dem Rhetorik-Büchlein, mit dem Sie Ihr Deutschlehrer einst traktiert hat… Sollten Sie es auf die gute amerikanische Art versuchen und mit einem Witz in die Präsentation einsteigen, oder japanisch mit einer Entschuldigung? Österreichisch mit einer Danksagung? Unten haben wir ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, die zu berücksichtigen viel wichtiger ist.

Vermeidung von Monotonie

Natürlich zählt in erster Linie der Inhalt, aber was auch das „Drumherum“, also wie Sie auftreten und präsentieren, Ihr Publikum einbinden, welche Folien, Bilder und interaktiven Elemente Sie benutzen, ist mindestens die halbe Miete.  

  • Werden Sie sich vorab über Größe, Aufmerksamkeit und Vorkenntnisse des Publikums, Zweck und Länge des Vortrags sowie technische oder sonstige Hilfsmittel im Klaren.
     
  • „Professionelles Verhalten“ meint nicht völlige Objektivität und steinernes Poker-Face. Eine Stimme, in der sich keinerlei Gefühlsregung zeigt, wirkt meditativ und einschläfernd – mitunter auch hypnotisierend, aber auch das ist nicht Ziel eines Business-Vortrags. Erlauben Sie sich, Emotionen und Persönlichkeit zu zeigen. 
  • Stimmmodulation ist eine Schlüsselkompetenz guter Redner, mittels derer sie Einfluss auf ihre Zuhörerschaft nehmen. Abwechselnde Tonhöhe, Lautstärke und Tonfall sind entscheidend. Sie halten eine Präsentation, also seien auch Sie spürbar präsent!
  • Die beliebtesten Stilmittel, mit denen man nichts falsch machen kann, sind Suggestivfragen, Provokation, Vergleich und Anekdote. Je nach Publikum ist die Gesprächssituation eher intimen oder aber öffentlichen Charakters und rechtfertigt mehr oder weniger sprachliche Freiheiten und Spontanität in der Gestaltung der Rede.
  • Ein fesselnder Vortrag zeichnet sich durch relativ einfache Hauptsätze aus, die zudem mehr Verben als Substantive enthalten. Nominalstil bleibt besser zu Papier.
  • Wird es kompliziert, setzen Sie vermehrt auf Beispiele und Bilder in Ihrer Präsentation. Ein Bild sagt mehr als...
  • Halten Sie unbedingt Blickkontakt! Psychologische Studien haben längst gezeigt, dass wer überzeugen will, mindestens 90 Prozent seiner Redezeit Augenkontakt zum Publikum halten muss. Wenn Ihnen das unangenehm ist, dann blicken Sie knapp über die Menge hinweg, wie es Schauspieler gelernt haben.

Wenn es Sie noch nach einem amüsanten Beispiel eines mehr oder weniger gelungenen Vortrags gelüstet, dann kommt hier noch eine Anekdote. Physikunterricht in einem Gymnasium: Die schläfrigen Schüler hassen es, stets alle Formelherleitungen in ihr Heft kopieren zu müssen. Der für Schreianfälle bekannte Lehrer kommt schnellen Schrittes ins Klassenzimmer, ist schon ganz aufgeregt, rauft sich die Haare, spricht von Energie, Masse und Geschwindigkeit, schreibt in Windeseile die Herleitung von E=mc2 an die zwei Tafeln, dreht sich am Ende um und strahlt seine Schüler an, die nichts verstanden haben, vom schnellen Mitschreiben aber ebenso verschwitzt sind wie ihr enthusiastischer Lehrer, der immer noch von irgendeiner Energie spricht, aber seine Freude ehrlich teilen. Zeit zum Durchatmen: Pffff. Da haben wir sie übrigens, die Onomatopöie.

 

Foto: Shutterstock/gpointstudio