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Business Trip Niederlande: Was Sie beachten sollten

Bei den Niederlanden denkt man sofort an malerische Tulpenfelder, Windmühlen und die magischen Kanäle Amsterdams. Doch Abseits der kulturellen Vielfalt ist der Staat auch eine wirtschaftlich starke Nation mit einer langen Tradition in der Pharmaindustrie und Landwirtschaft. Viele österreichische Unternehmen unterhalten daher Kollaborationen mit niederländischen Firmen. Doch Achtung: Trotz der vermeintlichen Ähnlichkeit gibt es kleine, aber feine Unterschiede im zwischenmenschlichen Umgang.

Ehrlichkeit ist alles

Fragt man den Niederländer, was typisch für sein Land ist, so wird als erstes fast immer Direktheit genannt.  Während wir Österreicher bei Problemen oder Verhandlungen meist um den heißen Brei reden, kommt der Holländer gleich zur Sache und sagt klipp und klar seine Meinung und Forderungen. Dieses Verhalten kann die österreichische und besonders die Wiener Seele schnell aus dem Konzept bringen oder als Beleidigung auffassen. Dabei ist Direktheit hier ganz alltäglich und Teil der Kultur.

Esskultur? Nicht wirklich

Bei geschäftlichen Meetings in Österreich ist es üblich, in der Pause gegen 12 Uhr ein gemeinsames Mittagsmenü einzunehmen. Dieses inkludiert zumeist Suppe oder Salat, einen Hauptgang und ein Dessert. Wer hingegen in den Niederlanden zu einem Treffen eingeladen ist, der sollte vorher ausgiebig frühstücken: Hier verzehrt man zu Mittag traditionell ein Sandwich aus der Cafeteria oder dem Supermarkt, das teilweise sogar im schnell Gehen gegessen wird. Für viele Österreicher ist das nur schwer vorstellbar. Daher empfiehlt es sich, entweder ein großes Frühstück zu essen oder Snacks mitzubringen. Größer wird dafür am Abend gegessen, und daher finden oft Einladungen zum Dinner statt.

Die Sache mit dem Trinkgeld

In den Niederlanden ist es üblich, dem Kellner etwas Trinkgeld zu geben. Vielleicht gibt man etwas mehr als in Österreich, normalerweise bewegt man sich aber in der 10- bis 15 Prozent Gegend. Außerdem bekommt man als größere Gruppe eine präsentiert  und die Teller werden meistens erst nach dem Bezahlen abserviert. In kleineren Bars ist es Tradition, dem Kellner anstatt Trinksgelds ein Getränk auszugeben oder ihn an einer Runde zu beteiligen.

Kulturelle Identität 

Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist, die kulturelle Identität seiner Partner zu verstehen und zu respektieren. Bezeichnet man etwa einen Niederländer als Holländer, wie es umgangssprachlich bei uns üblich ist, kann man leicht in ein Fettnäpfchen treten: Holland ist nur ein Teil des Landes, ca. ein Drittel der Bevölkerung sind keine Holländer. Nennt man jemanden pauschal Holländer, so ist das so, als würde man jeden Deutschen einen Bayern oder jeden Österreicher einen Tiroler nennen. Ebenso falsch ist es, davon auszugehen, dass jeder Niederländer Deutsch kann. Zwar hat ein Großteil der Bevölkerung Deutsch gelernt, spricht man sie jedoch von Anfang an auf Deutsch an, fühlen die Niederländer sich oft als Nation nicht respektiert und nehmen eine ablehnende Haltung gegenüber einem ein. Und das wünscht man sich bei einem geschäftlichen Gespräch wahrlich nicht.  

Foto: Shutterstock/Rawpixel.com