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Österreicherinnen schrecken vor Selbstständigkeit zurück: Trauen wir uns zu wenig zu?

Der Mensch strebt danach, unabhängig zu sein und sich selbst verwirklichen zu können. Und so träumt weltweit auch jeder Zweite vom Schritt in die Selbstständigkeit. Jeder? Wir Österreicher tanzen da aus der Reihe, nur 30% wünschen sich, ihr eigener Chef zu sein. Damit belegen wir nur den  viertletzten Platz der 33 untersuchten Länder. Außerdem sind lediglich 10% der österreichischen Start-Ups von Frauen gegründet worden. Das wirft die Frage auf: Trauen wir uns einfach zu wenig zu?

Frauen gründen anders

Ein Blick auf die Branchen, in denen die weiblichen Start-Ups tätig sind, zeigt: Frauen gründen anders als Männer. Besonders die Kultur-, PR- und Medienbranche waren beliebte Pflaster für Unternehmensgründungen. Nur ein Bruchteil würde es in Erwägung ziehen, im den Technik- oder IT-Bereich zu gründen.

Dabei wird Österreich keineswegs als ungünstiger Standort für die Unternehmensgründung gesehen: Mehr als die Hälfte der Befragten halten unser Land für ein geeignetes Pflaster für Jungunternehmer. Ebenso sind sie der Meinung, die Regierung würde die Gründung von Start-Ups sogar aktiv unterstützen. Aber wie kommt es dann zu der geringen Anzahl an tatsächliche Gründungen?

Unternehmertum ist männlich

Die Mehrheit der befragten Gründerinnen (65%) führt den geringen Frauenanteil in der Start-Up Szene auf kulturelle Faktoren zurück. Männer treten in der Regel selbstbewusster auf, sind risikobereiter und bekommen von schneller Unterstützung von Investoren. In den Köpfen vieler Menschen ist Unternehmertum leider immer noch männlich. Daher wünschen sich Unternehmerinnen bereits in der Schulzeit Bewusstseinsbildung, um veraltete Rollenbilder hinter sich zu lassen und Chancengleichheit zu schaffen. Auch eine Förderung der Vernetzung und des Erfahrungsaustauschs zwischen weiblichen Unternehmerinnen würden viele begrüßen.

Auch die Angst vor einer Pleite hält beinahe die Hälfte der Frauen von einer Gründung ab. Die finanzielle Ungewissheit ist ein entscheidender Aspekt für sie, sich gegen eine Selbstständigkeit zu entscheiden.

Mehr Unternehmerinnen braucht das Land

Trotz der sozialen Hürden sollten sich mehr Frauen trauen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Eine Studie in den USA zeigte, dass weibliche Entrepreneurship in wachstumsorientierten Unternehmen ein Erfolgsfaktor ist. Die Start-Ups, die mindestens eine Frau im Gründungsteam hatten, waren deutlich erfolgreicher- im Durchschnitt um ganze 63%. Das zeigt, dass eine weibliche Perspektive jedem Unternehmen gut tut. Diese Zahlen untermauern deutlich, dass es sich für Frauen lohnt, in die Start-Up Szene einzusteigen. Also worauf warten wir noch?

Foto: Shutterstock/Monkey Business Images