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Welcome Founder Night: Scheitern gehört auch zum Unternehmersein dazu

Knapp 100 Besucherinnen und Besucher konnte die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation (Wien) bei der mittlerweile dritten „Welcome Founder Night“ im Wiener designforum begrüßen. Stephan Götz, Obmann der Fachgruppe über das Event-Format: „Wenn man gründet, muss man meistens ganz viele Dinge zahlen und sich ‚als würdig erweisen’, um Unternehmerin oder Unternehmer sein zu können. Keiner sagt: Danke, gut, dass Du es gemacht hast. Und genau deshalb gibt es die Welcome Founder Night: wir wollen Unternehmensgründer bestärken, dass diese die richtige Entscheidung getroffen haben.“ Marcus Arige, der stellvertretend für Obmann Götz die Gäste des Abends willkommen hieß: „Wir sind eine Branche die sehr viel Licht produziert und auch gerne im Rampenlicht steht. Die Anforderungen an jeden einzelnen von uns nehmen laufend zu. Neue Technologien sind zum einen ein Segen, aber für gar nicht so wenige von uns auch ein Fluch. Die zunehmende Beschleunigung fordert erste Opfer und es ist nur vernünftig diese Tabus vor den Vorhang zu holen, offen darüber zu reden und zu akzeptieren, dass dort wo es viel Licht gibt, eben auch viel Schatten gibt. Ich bin daher froh darüber, dass wir als Fachgruppe Werbung Wien dieses Thema erstmalig aktiv angegangen sind.“ 

„Stress, Leistungsdruck und der Umgang mit unternehmerischen Nieder- lagen war dieses Mal Themenschwerpunkt der Welcome Founder Night. „Wir wollen Neugründern nicht nur die Lichtseiten des Unternehmerseins zeigen, sondern uns im Format auch mit schwierigen Momenten ausein-andersetzen, Bewusstsein schaffen, dass Scheitern oder Fehler zu machen uns allen passiert und es notwendig ist, sich wieder aufzuraffen und positiv nach vorne zu blicken“, sagt Mario Krendl, Neugründer der Kreativagentur 360°Contently, der für die Fachgruppe Werbung und Kommunikation (Wien) in seine Entwicklungsschritte des Gründens - sei es positiver oder negativer Natur – Einblicke gibt.  

Als Gäste konnte er Katha Schinkinger (Geschäftsführerin von Habibi & Hawara), Mike Lanner (Entrepreneur und Strategic Co-Shareholder, the smart minority) und Ali Mahlodji (Chief-Storyteller bei Whatchado) begrüßen. Alle drei hatten Lebensmomente, in denen sie ausbrannten und ihr berufliches Leben umstellen mussten. In einer sehr persönlichen Diskussion ließen sie die Gäste des Abends an ihren Geschichten und ihrem Leben teilhaben. 

Alle Diskutanten waren sich einig, dass es in jedem Leben eines Unternehmers Tage gibt, in denen er scheitert und empfehlen mehr Gelassenheit im Umgang mit unternehmerischen Niederlagen. 

Statements im Rahmen der Diskussion 

Katha Schinkinger: „Es gibt keine echte Fehlerkultur in der heutigen Gesellschaft. Speziell in Österreich denken wir nur in Schwarz-Weiß-Kategorien. Die vielen Nuancen dazwischen sehen wir nicht. Die Definition von Erfolg ist eine hoch-individuelle Sache und oft entsteht der Druck aus einem selbst.“ 

Ali Mahlodji: „Wenn einer sagt, er ist im Stress ist das heute ganz normal. Wer nicht im Stress ist der macht was falsch – das wird uns heute suggeriert. Wir müssen wieder lernen auf uns selbst zu hören, die Anzeichen im Körper erkennen, auf unsere seelischen, emotionalen Bedürfnisse eingehen, denn wir leben in einer Welt, in der wir die eigenen Bedürfnisse unterdrücken. Wir glauben immer, dass wir funktionieren müssen. Ich definiere Erfolg nicht über Umsatz oder Gewinn, und ich mache Erfolg nicht abhängig von Dingen. Ich habe aufgehört, mich selbst unter Druck zu stellen, in dem ich mit anderen konkurriere.“ 

Mike Lanner: „Gut scheitern ist wie ein guter Witz. Man baut in schillernden Farben eine Erwartungshaltung auf, damit diese dann mit der Pointe bombastisch enttäuscht wird. Genau wie beim Scheitern. Es kann sich Jeder  aussuchen ob er heult, sich ärgert oder herzhaft lacht darüber. Ich empfehle grandios zu scheitern, herzhaft darüber zu lachen, zu reflektieren und damit stärker werden als zuvor - das ist die Essenz von Wachstum, als Person wie als Unternehmen.

Foto: Fachgruppe Werbung und Marktkommuikation (Wien) / Foto Franz Pfluegl