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Nachhaltige Entlastung des Gesundheits-systems durch Biosimilars: 300 Millionen Euro bis 2020

Der neu gegründete Biosimilarsverband Österreich (BiVÖ) forderte in der heutigen Pressekonferenz bessere Rahmenbedingungen für moderne Biotech-Arzneimittel nach Patentablauf. Die sogenannten Biosimilars sind in Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität gleichwertig zu ihren patentfreien biopharmazeutischen Referenzprodukten und ermöglichen deutliche Einsparungen. Österreich ist das einzige EU-Land, das Biosimilars und Generika bei der Erstattung gleich behandelt und die unvergleichbar hohen Entwicklungskosten und zeitintensiven Studien mit Patienten nicht berücksichtigt. Dies hat zur Folge, dass einige Biosimilars gar nicht, andere Biosimilars um viele Jahre verspätet oder nur eingeschränkt am Markt verfügbar sind. Der BiVÖ fordert daher eine angemessene Preisregelung für Biosimilars und möchte Ärzte, Apotheker und Krankenversicherungen von ihrer hohen Qualität und ihrem Einsparungspotenzial überzeugen.

„Die Schaffung von nachhaltigen Rahmenbedingungen für Biosimilars in Österreich ist dringend notwendig“, so BiVÖ-Präsidentin Dr. Sabine Möritz-Kaisergruber: „Mit Hilfe von Biosimilars kann das österreichische Gesundheitssystem nachhaltig und mit modernster Arzneimittelqualität entlastet werden.“

Hohes Einsparungspotenzial

„Die bevorstehenden Patentabläufe von Biologika, also biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln, werden dazu führen, dass neben den bestehenden Anbietern weitere Unternehmen Biosimilars entwickeln und auf den Markt bringen werden. Wir rechnen in den kommenden zwei Jahren mit mindestens fünf verschiedenen bedeutenden Substanzen, teilweise sogar von mehreren Anbietern“, so Möritz-Kaisergruber: „Mit der Gründung des BiVÖ bieten wir Unternehmen eine starke und freiwillige Interessensvertretung. Wir wollen Bewusstsein dafür schaffen, dass durch den Einsatz von Biosimilars, bei nachgewiesener Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität, in Österreich bis 2020 Einsparungen von rund 300 Millionen Euro möglich sind. Ärzte, Apotheker und politische Entscheidungsträger sollen dieses Potenzial richtig einschätzen und berücksichtigen.“

Momentan hinkt das österreichische Gesundheitssystem in der Erstattung von Biosimilars anderen europäischen Ländern hinterher. „Im Gegensatz zu anderen EU-Ländern hat Österreich kein auf Biosimilars zugeschnittenes Preiserstattungssystem. Dies hat zur Folge, dass einzelne Biosimilars gar nicht am österreichischen Markt verfügbar sind“, so Mag. Erika Sander, Geschäftsführerin des Gesundheitstechnologie- und Marktforschungsunternehmen IMS HEALTH. Möritz-Kaisergruber ergänzt: „Es wird versucht, das rigide Generika-Preismodell auch auf Biosimilars anzuwenden. Dies führt zu einer massiven Behinderung des Markteintrittes von Biosimilars.“

Damit in Zukunft die Einsparungsmöglichkeiten vollständig realisiert werden können und es zu einer raschen und vermehrten Verwendung von Biosimilars kommt, müssen angemessene und nachhaltige Wettbewerbsbedingungen in Österreich geschaffen werden. Konkret geht es darum, ein auf Biosimilars zugeschnittenes Preiserstattungssystem zu etablieren, das die deutlichen Unterschiede im Entwicklungs- und Herstellungsaufwand zwischen Biosimilars und Generika berücksichtigt.


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Nachhaltige Entlastung des Gesundheits-systems durch Biosimilars: 300 Millionen Euro bis 2020

Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel gewinnen an Bedeutung

Biologika haben die moderne Medizin revolutioniert und gewinnen in der heimischen Arzneimittelversorgung immer mehr an Bedeutung. Sie ermöglichen die Behandlung komplexer Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, Wachstumsstörungen, Diabetes mellitus, Anämie, Fertilitätsstörungen, Multiple Sklerose oder Rheumatoide Arthritis. Aus der medizinischen Praxis sind sie heute nicht mehr wegzudenken und stellen in vielen Bereichen auch die einzige therapeutische Option dar.

„Der Bedarf nach hochwirksamen Biologika ist groß, der Markt wächst kontinuierlich. 2015 ist der Umsatz in Österreich um 4,1 Prozent auf 317 Millionen Euro gewachsen. Der globale Biologika Markt wird 2020 rund 360 Milliarden Euro betragen und 28 Prozent des Pharmamarktwertes ausmachen“, so Sander. „Die Gesundheitssysteme der fünf größten EU-Länder könnten sich durch Biosimilars insgesamt 10 Milliarden Euro bis 2020 ersparen. Da die Patentrechte zahlreicher biologischer Arzneimittel mittlerweile abgelaufen sind oder in naher Zukunft ablaufen, werden Biosimilars für die breite Versorgung von Patienten immer bedeutender. Durch den Einsatz von Biosimilars können Einsparungen erzielt und Ressourcen für weitere innovative Therapiemöglichkeiten freigesetzt werden“, so Sander. Der Markteintritt von Biosimilars belebt den Wettbewerb und verbessert die Versorgungsqualität. Die Krankenkassen profitieren von geringeren Kosten.

Über den Biosimilarsverband Österreich (BiVÖ)

Der Biosimilarsverband Österreich (BiVÖ) wurde 2016 gegründet. Er ist ein Zusammenschluss von Biosimilarsproduzenten und -anbietern, die sich zur optimalen Versorgung der österreichischen PatientInnen mit hochwertigen, biopharmazeutischen Arzneimitteln zu günstigen Preisen bekennen. Die Gründungsmitglieder des BiVÖ sind A-med GmbH, Astro-Pharma GmbH, ratiopharm Arzneimittel Vertriebs GmbH, Sandoz GmbH und STADA Arzneimittel GmbH. Diese Unternehmen decken über 85 Prozent des österreichischen Biosimilars Marktes ab.

Foto: Biosimilarsverband Österreich (BiVÖ)/Hautzinger