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Neustart Schule

„Neustart Schule“ startet neue Veranstaltungsreihe „Bildungsarena“ – Zusammenhang von Bildung und Arbeitsmarkt aufgezeigt – Grundlegende Neukonzeption des Bildungswesens.

Die Initiative "Neustart Schule" erweiterte gestern die bildungspolitische Arena um das Thema "Arbeitsmarkt". Die Veranstaltungsreihe "Bildungsarena" zeigte dabei im Rahmen einer Podiumsdiskussion die gesellschaftspolitischen und volkswirtschaftlichen Konsequenzen der Missstände im österreichischen Bildungssystem auf und machte entsprechende Auswirkungen sichtbar. Diskutiert wurde dabei der Zusammenhang von Bildung und Arbeitsmarkt auf Basis von fünf Thesen des WIFO. Hanne Lassl, Regisseurin des aktuellen Analphabetismus-Films "Rosi, Kurt und Koni", zeigte anhand schockierender Zahlen und Erzählungen aus der Praxis, welche Einschränkungen Menschen erdulden müssen, die in der Pflichtschulzeit weder Lesen noch Schreiben gelernt haben. Und tatsächlich könnten, so Lassl, über eine Million Österreicherinnen und Österreicher kaum lesen und schreiben.

Die Einschränkungen geringer Kompetenzen würden sich auch in der hohen Arbeitslosenquote - österreichweit über zehn Prozent -widerspiegeln. Johannes Kopf, Vorstand des AMS, erklärte die Entwicklung der Zahlen auch dadurch, dass "alle großen Trends am Arbeitsmarkt, wie z.B. die Globalisierung, die Technologisierung oder die Ökologisierung, im Wesentlichen eine Folge haben: Unternehmen brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit höheren Qualifikationen. Ich glaube nicht, dass unser Schulsystem in letzter Zeit schlechter geworden ist, es hat aber mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten können."



Ähnlich äußerte sich auch Andreas Wimmer von Wimmer Hartstahl GmbH & Co.KG und Vorsitzender der Jungen Industrie Salzburg: "Wenn wir im Bildungsbereich so weiter wurschteln, dann stehen wir in zehn Jahren vor einer unüberbrückbaren Kluft zwischen Anforderung am Arbeitsmarkt und Bildungsstand. Das Resultat daraus wäre eine noch höhere Arbeitslosenquote." Auf die Verantwortung und die gesellschaftlichen Auswirkungen eines versagenden Bildungssystems wies Manuela Vollmann, Geschäftsführerin des abz austria hin. Sie erachte Bildung als essentiell für den sozialen Frieden, gerade in heterogenen Gesellschaften. Umso wichtiger sei es daher, eine grundlegende Bildungsrevolution möglichst bald anzugehen.

Eine Neukonzeption des Bildungswesens in Österreich ist auch eine zentrale Forderung von "Neustart Schule", einer Initiative der Industriellenvereinigung (IV) und ihrer Partner. Zentrales Ziel der Initiative ist es, Bewegung in die Bildungspolitik zu bringen und möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen. Um diesem Ziel nahezukommen, fordert die Initiative eine sachliche und evidenzbasierte Debatte zum Thema Bildung ein. Die nächste Bildungsarena ist für den Frühsommer geplant.

Weitere Informationen dazu: https://neustart-schule.at/

Foto: Industriellenvereinigung