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Laut AKNÖ zahlen Kontoinhaber zu viel

Was bei Sparbüchern und Krediten schon längst fixer Vertragsgegenstand ist, fordert die AKNÖ nun auch für Girokonten: Zinsanpassungsklauseln, die objektiv regeln, in welchem Ausmaß Zinsänderungen nach oben oder unten stattfinden dürfen.

Während österreichische Banken für Kredite derzeit etwa 3,75 bis 5,75 Prozent Zinsen verlangen, müssen BankkundInnen für überzogene Konten bis zu 13,5 Prozent an Überziehungszinsen berappen. Außerhalb des Überziehungsrahmens sind diese sogar noch höher. Und das bei gerade einmal NULL bis maximal 1,0 Prozent Habenzinsen. "Ein Konto zu überziehen, ist damit unverhältnismäßig teuer", kritisiert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder diesen Zustand und fordert Zinsanpassungsklauseln auch für Girokonten, um dieses krasse Missverhältnis in geregelte Bahnen zu bringen. Alternativ wäre auch eine gesetzliche Obergrenze für Überziehungszinsen denkbar.

Orientierung am EURIBOR notwendig

"Im Grunde ist die Überziehung eines Kontos nichts anderes als eine spezielle Form des Kredits. Und die Kreditzinsen orientieren sich meist am EURIBOR", so AKNÖ-Konsumentenschützer Ernst Hafrank. Damit werden die Konditionen bezeichnet, zu denen sich erstklassige Banken in Europa gegenseitig Geld ausleihen, um beispielsweise die Kreditvergabe an ihre KundInnen zu finanzieren. "Der 3-Monats EURIBOR liegt derzeit beim historischen Tiefststand von 0,353 Prozent. Mit aktuell bis zu 13,5 Prozent sind aber die Überziehungszinsen vieler Banken rund 38 Mal so hoch wie der EURIBOR. Jetzt können Sie sich vorstellen, wie willkürlich und unverhältnismäßig hoch der Gewinn vieler Banken bei einem überzogenen Girokonto ist, wobei ja die Überziehungsmöglichkeit in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern jedem Kunden gleich automatisch angeboten wird", erklärt der AKNÖ Finanzexperte die Hintergründe. Für den Experten wäre etwa ein Modell vorstellbar, bei dem der Habenzinssatz sich am EURIBOR – mit einem Sockel-/Mindestzinssatz von beispielsweise 0,25 Prozent - orientiert und der maximale Überziehungszinsatz für Girokonten in einem festgelegten Verhältnis dazu steht. "Das würde die Marktkonditionen viel realistischer widerspiegeln und eine Kontoüberziehung wäre immer noch teurer als ein Kredit."