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Kräftiges Lebenszeichen der Zuliefererindustrie

Die ganze Woche trifft sich die weltweite Windenergiebranche auf der Leitmesse der Windenergie in HUSUM im Norden Deutschlands. Mit mehr als 1.200 ausstellenden Unternehmen und über 36.000 BesucherInnen aus mehr als 90 Ländern ist die Husum Messe eine der größten Windenergieveranstaltungen weltweit. Die österreichische Windbranche ist ganz vorne mit dabei. Sowohl Betreiber als auch Zulieferer präsentieren ihre Leistungen mit großem Erfolg.

Mit mehr als 1.200 ausstellenden Unternehmen und über 36.000 BesucherInnen aus mehr als 90 Ländern ist die Husum Messe eine der größten Windenergieveranstaltungen weltweit. 1989 wurde die erste Windenergie Messe in Husum noch belächelt. Mittlerweile ist die Branche zu einem großen Industriezweig herangewachsen. Die 13. Husum WindEnergy 2012 bestätigt dies in beeindruckender Weise. "Die deutsche Branche ist so gut aufgestellt, dass eine Verdopplung des Anteils von erneuerbaren Energien in Deutschland auf 50% bis 2020 möglich wäre", erklärt Präsident des deutschen Windenergie Verbandes BWE und führt weiter aus: "Leider steht die deutsche Bundesregierung derzeit auf der Bremse."

WK Simonsfeld schließt Vertrag über höchste Windräder Österreichs mit REpower ab

Für die österreichischen Windkraftbetreiber ist diese Messe ein wichtiger Fixpunkt um die Entwicklungen der Branche aus erster Hand zu erfahren. Einmal mehr zeigt sich, dass ein Schwerpunkt der Windkrafthersteller auf der Weiterentwicklung der Onshorewindräder liegt. Waren noch vor wenigen Jahren Rotordurchmesser von 100 m Stand der Technik, sind die größten Windräder bereits mit Rotoren von 126 m ausgestatten. Darüber hinaus ist Husum immer wieder ein guter Ort, um Verträge für die nächsten Windkraftprojekte abzuschließen. So konnte die Windkraft Simonsfeld AG die Lieferung von acht Windrädern des Typs 3.2M114 des Herstellers REpower sichern. Mit einer Turmhöhe von 143 m und einem Rotordurchmesser von 114 m werden diese Windräder mit einer Gesamthöhe von mehr als 200 m die höchsten Windräder Österreichs sein. "Es freut mich, dass wir einmal Vorreiter in der österreichischen Windszene sein können", schwärmt Martin Steininger, Vorstand der Windkraft Simonsfeld AG.

Österreichische Zulieferbranche ist ganz vorne mit dabei

Die österreichische Zulieferbranche ist mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Mio. Euro mittlerweile zu einem ernst zunehmenden Player in der Windindustrie herangewachsen. Mehr als 120 Firmen sind bereits in der Zuliefer- und Dienstleistungsbranche in Österreich engagiert. Firmen wie Bachmann, Leitwind, die voestalpine oder SKF sind Altbekannte der Branche. Die voestalpine ist seit Jahren in verschiedenen Bereichen der Windbranche tätig. Bei der heurigen Windmesse stellt sie eine weiteres innovatives Produkt vor. "Zusammen mit unserem deutschen Kooperationspartner Butzkies Stahlbau GmbH soll ein wartungsfreier Stahlgitterturm Einzug in die Windbranche halten" erklärt Hans Vlcek, Head of Innovation for Wind Energy in der voestalpine Division Steel. Die Firma SKF erzeugt seit langem Wälzlager und Dichtungen für Windräder. "Unsere Standorte in Steyr und Judenburg sind aus der Windenergie nicht mehr wegzudenken", erklärt Tilmann Haar, verantwortlich für die Antriebstechnik von SKF.

Seit einigen Jahren kann Österreich auch einen kompletten Anlagenhersteller vorweisen. Leitwind produziert die eigenen Windräder in einem Werk in Telfs in Tirol. "Es freut uns, dass die Windkraftanlagen für den europäischen Markt in Österreich gefertigt werden", berichtet Michaela Brugger, Head of Marketing von Leitwind. Immer wieder steigen renommierte österreichische Firmen wie Geislinger und Fill in das Windgeschäft ein. Geislinger hatte den ersten Marktauftritt bei der vergangenen Windmesse in Husum und ist heuer bereits im Windbusiness angekommen. "Es freut mich, dass wir unsere Produkte nun auch für die Windenergie zur Verfügung stellen können", zeigt sich Cornelius Geislinger, CEO von Geislinger GmbH, begeistert und ergänzt: "Die Windkraft bietet sowohl im Neubau als auch in der Nachrüstung bestehender Anlagen erhebliches Potential für maßgeschneiderte Lösungen von Geislinger.

Die oberösterreichische Firma Fill hat mit der heurigen Marktpräsentation großes Aussehen erregt. Die vorgestellte Automatisierung in der Flügelproduktion stellt eine Weltneuheit dar und hat das Potential die Windenergie einen großen Schritt vorwärts zu bringen", erklärt Andreas Fill, Geschäftsführer von Fill.

Die Einspeisetarifverordnung ermöglicht die Weiterentwicklung der österreichischen Windbranche

Mit den gestern verordneten Einspeisetarifen für neue Ökostromanlagen hat die Windbrache erstmals für die nächsten eineinhalb Jahre Investitionssicherheit. "Die Planung auf den besten Windstandorten kann dadurch zügig fortgesetzt werden", freut sich Mag. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, und führt weiter aus: "Mit dem Ausbau der Windenergie in den kommenden Jahren werden wird den Atomstrom aus den österreichischen Netzen verdrängen können.“