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Kategorie: News/Industrie & Energie

Birgit Cserny, Verbund-Austrian Renewable Power GmbH 8/09

Mitglied der Geschäftsführung,
Verbund-Austrian Renewable Power GmbH

Mehr als nur Wasser: Austrian- Renewable Power-Geschäftsführerin Birgit Cserny über Potenziale und Chancen für Wind, Sonne, Biomasse und Co.

Welche Bereiche sind konkret in der Austrian Renewable Power gebündelt?
In unserer Gesellschaft sind – mit Ausnahme von der großen Wasserkraft – alle Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien gebündelt. Das heißt also: Wir planen, errichten und betreiben die entsprechenden Anlagen – unser Fokus liegt dabei klar auf Windkraftprojekten. Denn Windenergie ist eine der fortgeschrittensten Formen der erneuerbaren Energien, die sich zügig von einer ehemaligen Nischentechnik zu einer weltweit boomenden
Industrie entwickelt hat. Wir gehen davon aus, dass Windenergie in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig sein wird. Unsere Aufgabe im Konzern ist es, den traditionell hohen Wasserkraftanteil des Verbund, der bei fast 90 Prozent liegt, durch weitere „grüne“ Stromerzeugungsformen zu ergänzen. In der Kombination Wind- und Wasserkraft sehen wir erzeugungstechnisch ein optimales Zusammenspiel.

Die ARP wurde im Herbst 2007 gegründet – was konnten Sie bisher schon erreichen?
Die Verbund-Austrian Renewable Power ist 2007 mit dem Ziel gegründet worden, ein neues Geschäftsfeld im Bereich der neuen erneuerbaren Energien aufzubauen. Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass das, was vor knapp zwei Jahren als Start-up begann, heute bereits ein etabliertes Unternehmen in diesem Bereich ist. Wir haben es innerhalb kürzester Zeit geschafft, in Österreich einen fünfprozentigen Marktanteil bei der Windkraft zu erreichen und wir besitzen und betreiben zwei Fotovoltaikkraftwerke in Spanien. Überdies entwickeln wir derzeit Windkraftprojekte in Bulgarien, Rumänien und Kroatien. Es handelt sich dabei um Projekte im Ausmaß von mehreren 100 Megawatt.

Was sind Ihre nächsten Ziele bzw. Projekte?
Wir arbeiten derzeit gerade intensiv an der Errichtung eines Windparks in Bulgarien. Das Projekt liegt an der bulgarischen Schwarzmeerküste und die insgesamt acht geplanten Windkraftanlagen werden noch dieses Jahr in Betrieb gehen. Nach der Fertigstellung werden diese Anlagen sauberen Windstrom für rund 14.000 Haushalte liefern. Parallel dazu prüfen wir die Möglichkeiten am heimischen Markt. Denn in Österreich gibt es noch großes Ausbaupotenzial bei der Windenergie, und dieses Potenzial zur nachhaltigen Stromerzeugung in unserem Land wollen wir nutzen.

Bei welchen erneuerbaren Energietechnologien sehen Sie noch besonders großes Potenzial, auch in der Forschung?
Wenn man die wirtschaftliche Seite betrachtet, dann muss man klar sagen, dass aus derzeitiger Sicht der Windkraft das größte Potenzial zugeschrieben werden kann. Windkraft ist im Bereich der „neuen“ erneuerbaren Energien aber auch klar jene Technologie, die am leistungsfähigsten und effizientesten ist. Das größte Forschungspotenzial sehe ich im Bereich der Fotovoltaik.