Drucken
Kategorie: News/Industrie & Energie

Dr. Barbara Schmidt, Verband der Elektrizitätsunte

Generalsekretärin Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreich (VEÖ)

Wie schafft man es, die Interessen von durchaus miteinander konkurrierenden Unternehmen unter einen Hut zu bringen?
Spätestens seit der Liberalisierung der Strommärkte vor rund einem Jahrzehnt stehen die Mitgliedsunternehmen vielfach in direkter Konkurrenz zueinander. Dennoch gibt es eine Reihe von Themenfeldern, die eine Meinungsbildung der Branche und ein gemeinsames Vorgehen benötigen. Ein typisches Beispiel ist die Netzregulierung. Die Netztarife werden vom Regulator festgelegt und gelten für alle Unternehmen. Ebenso sind alle Unternehmen von Gesetzesmaterien, wie beispielsweise aktuell der Novellierung des UVP-Gesetzes betroffen. Auch die Repräsentation der Unternehmen nach außen erfordert eine starke und selbstbewusste Branchenvertretung, die gemeinsame Interessen thematisiert und die Stimme erhebt, wenn es nötig ist. Das haben wir zuletzt verstärkt gemacht und damit große Zustimmung bei den Mitgliedern erhalten.

Was sind derzeit die wesentlichen Anliegen des VEÖ?
Das wichtigste Anliegen des VEÖ ist derzeit die Sicherung einer möglichst nachhaltigen Stromversorgung Österreichs in hoher Qualität in den kommenden Jahrzehnten – und das so weit wie möglich aus inländischer Erzeugung. Die Maßnahmen zum Klimaschutz und steigende Preise für fossile Energien erzwingen ein umfassendes Investitionsprogramm bei Kraftwerken und Netzen, auch wenn das von großen Teilen der Bevölkerung noch nicht erkannt wurde. Die E-Wirtschaft jedoch plant für Jahrzehnte. Unsere Projekte benötigen Jahre, bevor sie Strom liefern können und sind dann mindestens 50 Jahre in Betrieb. Daher kämpfen wir auch so vehement für die Erleichterung von Investitionen – sonst kommen diese womöglich zu spät.