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Dr. Hildegard Aichberger, Caritas Österreich: "Wir machen Not sichtbar"

Als Kommunikations- und Fundraisingleiterin der Caritas Österreich ist sie seit November für die Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising verantwortlich. Dazu zählt einerseits die Positionierung und strategische Weiterentwicklung der Marke Caritas über Werbung, Social Media, Internet und Öffentlichkeitsarbeit. Andererseits liegen private Spenden, Einnahmen aus Unternehmenskooperationen, Stiftungen sowie die Freiwilligenarbeit und die Young Caritas in ihrem Verantwortungsbereich. „Die Caritas ist eine faszinierende Organisation: sie ist vielfältig mit einem breiten Porfolio von Pflege über Armutsbekämpfung im In- und Ausland bis hin zur Lernunterstützung von Schulkindern oder Unterstützung von Familien und Frauen in Not. Es gibt keine vergleichbar breit und tief verwurzelte Organisation, die sich so für den Zusammenhalt in diesem Land einsetzt. Die Caritas verfolgt dabei sehr innovative Ansätze und viele Projekte entwickeln sich  zu erfolgreichen Sozialbetrieben wie etwa das von geflüchteten Menschen betriebene Hotel „magdas“ in Wien, oder die Carla-Läden in ganz Österreich. Vor allem aber fasziniert mich, wie unmittelbar und wirksam die Arbeit der Caritas für diejenigen Menschen ist, denen geholfen wird. Und geholfen wird viel, etwa 1.600 Projekte sind es derzeit allein in Österreich mit mehr als 65.000 Menschen, die sich haupt-  oder ehrenamtlich engagieren“, sagt Hildegard Aichberger, deren Aufgabe es sein wird der Öffentlichkeit über die Aktivitäten der Caritas zu berichten und möglichst viele dafür zu gewinnen, die Arbeit zu unterstützen. „Besonders am Herzen liegt mir auch die wichtige gesellschaftspolitische Funktion, die die Caritas in unserem Land hat. In einer Zeit, wo das soziale Gefüge zunehmend angegriffen und der Ton rauer wird, kann die Caritas aufgrund ihrer Breite und ihrer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung den öffentlichen Diskurs maßgeblich mitgestalten und so einen wichtigen Beitrag zu mehr Zusammenhalt leisten.“

  

Vom ORF zur Caritas 

Beim ORF hat Aichberger die Initiative „Mutter Erde“ aufgebaut, die innerhalb von fünf

Jahren zur wohl sichtbarsten Umweltkampagne Österreichs geworden ist. Für ihre Arbeit

bei der Caritas nutzt ihr vor allem die im ORF gereifte Fähigkeit, Themen auf den Punkt

zu bringen so dass sie verstanden werden und Menschen zum Denken und Handeln

anregen. Die Kommunikationschefin ist ein großer Fan von vielfältigen Teams, in denen jede und jeder entsprechend den eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten die für sie/ihn geeignete Rolle einnehmen kann. Was sie von ihren Mitarbeitern wünscht ist ein hohes Maß an Verbindlichkeit, eigenständiges und kritisches Denken und mehr und mehr brauche es Menschen, die mit Komplexität umgehen können.  „Persönlich arbeite ich auch gerne mit Menschen, die ein gewisses Maß an Leidenschaft für das mitbringen, was sie tun und ich freue mich auf ein leidenschaftliches Team bei der Caritas, das in der Kommunikation übrigens mehrheitlich weiblich ist“, so Aichberger, die an solide Planung glaubt und findet, dass man sich dafür Zeit nehmen sollte. Meiner Erfahrung nach zahlt sich das aus, auch weil es darum geht, alle hinter einem Ziel zu versammeln. Mein Führungsstil ist zielorientiert, meine Positionierung im Team variabel: je nachdem was es gerade braucht nehme ich verschiedene Rollen ein: vom Zugpferd, über Moderatorin bis zur unterstützenden Funktion. Für mich sind Erfolge immer Erfolge des Teams und daran zu erinnern ist wohl auch eine Aufgabe der Führungskraft. Denn Arbeit muss auf lange Sicht nicht nur Sinn geben, sondern sollte auch Freude bereiten.“

 

Foto: Aleksandra Pawloff