ABW Logo
kornfeindmarianna-austrian-business-woman-barbara-mucha-media-kopie

Mag. Marianna Kornfeind, Wirtschafts-kammer Österreich: Stets offen für Neues

Seit bald zehn Jahren leitet Marianna Kornfeind die Abteilung Marketing & Kommunikation der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Ein Austrian Business Woman-Interview über Herausforderungen, Meilensteine und lebenslanges Lernen.

Worauf ist Ihre persönliche Erfolgsgeschichte zurückzuführen?

Ich hab mit 30 umgeswitcht, nach vielen Jahren in der Versicherungsbranche habe ich einen guten Job gekündigt um ein Studium anzugehen. Das war die allerbeste meiner Entscheidungen. Habe über integriertes Kommunikationsmanagement der EU-Kommission in Brüssel die Diplomarbeit geschrieben. Damit war mein Interesse für Politik, Französisch und Kommunikationsmanagement unter einen Hut gebracht. In einer PR-Agentur hab ich dann den Marketing- und PR-Job von der Pike auf gelernt. Ein Meilenstein war sicher die Leitung Corporate Communications bei Capgemini, internationale Unternehmensberatung. Neben dem Change Prozess eines internationalen Mergers war der Aufbau der Marketing-Agenden in Osteuropa sehr herausfordernd. Nach sieben Jahren im Consulting-Geschäft hatte ich Lust auf Neues. Damals hab ich nach einem sehr aufwändigen Hearing das Angebot  der Wirtschaftskammer Österreich für die Marketingleitung erhalten. 

Sie leiten die Abteilung Marketing und Kommunikation der WKÖ – was schätzen Sie besonders an Ihrer Tätigkeit?

Die WKÖ ist die starke Stimme von mehr als 517.000 Unternehmen in Österreich. Da gilt es sowohl in der Interessenvertretungsarbeit als auch im  Service- und Bildungsbereich unverzichtbarer Partner für Wirtschaft und Gesellschaft zu sein. Spannend sind daher unsere Kommunikationsinhalte, die immer vielfältig, anspruchsvoll und komplex sind. Kein Tag gleicht dem anderen. Hohe Sensibilität, Flexibilität und strategischer Zugang sind tagtäglich gefordert, genauso wie das Arbeiten mit hochkarätigen Fachexperten. 

Wie hat sich die Arbeitswelt in Ihrem Tätigkeitsbereich verändert?

Es wird gerade alles neu – die Welt des Marketings und der Kommunikation verändert sich derzeit grundlegend. Und das in einem enormen Tempo. Erfolgsentscheidend ist es jetzt eine vernünftige Balance zwischen Digital und Analog zu finden. Der richtige Mediamix, digitales und crossmediales Marketing sind content- und kanalgetrieben aufzusetzen. Und mehr denn je geht es um strategisches Marketing und um strategische Markenführung. Wesentlich ist auch die Steuerung und Koordination von bundesweiten Großprojekten unter Einbindung aller Landeskammern.

 Marianna Kornfeind, Leiterin der Abteilung für Marketing & Kommunikation der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

Was sind für Sie heute die größten Herausforderungen in Ihrem Business?

Eine gesamthafte Marketingstrategie ist heute wichtiger denn je, und bildet die Grundlage für eine langfristig angelegte Marketingplanung, -steuerung und umsetzung. Ich habe mit meinem Team in der WKÖ in den letzten Jahren eine integrierte Marketingplanung unter Einbindung aller Bereiche und der sieben Bundessparten aufgesetzt und entwickelt. Nun heißt es, diese zentral zu steuern, zu verschlanken und mit den neuen strategischen Zielen der Organisation in Einklang zu bringen. Dabei stehen Kostenersparnis, Effektivität und Effizienz mehr denn je im Vordergrund.

Was schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern?

Verständnis für wirtschaftspolitische Zusammenhänge, ausgeprägtes fachliches-Know-how und daher auch den Willen zur laufenden eigenen Weiterbildung, Social Skills gepaart mit Eigeninitiative. Offen für Neues, Flexibilität und schnelle Umsetzung.

Wie wichtig ist Ihnen Aus- und Weiterbildung?

Für mich ist Weiterbildung, sowohl fachlich als auch persönlich, das Salz in der Suppe. Jeder ist heute herausgefordert, sich grad in unserem Fachbereich laufend weiterzubilden. Big Data, Content Marketing und digitaler Stakeholderdialog, sind die Herausforderungen, die zu bewältigen sind.    

Als Führungskraft sollte man generell seine eigenen Führungsskills immer wieder mal weiterentwickelt, weil diese auch unmittelbaren Einfluss auf die Unternehmenskultur haben. Das Befassen mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung bildet auf allen Ebenen weiter und gibt neue Kraft und Energie für den Alltag. Eine Ausbildung zum „Diplomierten Business Coach“, die ich in meiner Capgemini-Zeit gemacht habe, war sehr wertvoll. 

Was ist wichtiger, um erfolgreich zu sein: Mut oder Kontinuität und Ausdauer?

Im Optimalfall ein guter Mix. 

Welche Tipps geben Sie jungen Frauen, die in der Kommunikationsbranche Karriere machen wollen?

Eintauchen in die unterschiedlichsten Bereiche, alles ausprobieren. Neues, wie die digitale Welt der Kommunikation genauso wie Klassisches, Medien- Verlagserfahrung, Agentur- wie Konzernerfahrung. Je mehr Einblick man sich verschafft, umso besser ist das Gespür für den nächsten Entwicklungsschritt. Der konsequente Wille dran zu bleiben, auch wenn es zwischendurch hart ist. Für mich war immer wichtig, die persönliche Entwicklung selbst in der Hand zu haben, diese zu steuern und die nächsten Schritte zu setzen.

Wo bzw. wie tanken Sie Kraft für das Business?

Mein Rückzugsort ist das Burgenland, ein kleiner Garten, nette Radtouren mit Freunden durch das Blaufränkisch-Land. Aber auch Bergwandern, Kieser Training und Laufen machen Spaß. Hauptsache Bewegung.

Was ist Ihr ganz persönlicher „Business“-Leitsatz?

Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Integrität und Neugier - Das Leben besteht aus den Konsequenzen deines Handelns.

Foto: Doris Kucera