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Starke Stimme der Frauen in der Wirtschaft: Mag. Gritta Grabner

Gritta Grabner ist seit August Bundesgeschäftsführerin von Frau in der Wirtschaft. Ein ABW-Gespräch über ihre Arbeitsweise, Karrierefaktoren und Forderungen an die Politik. 

Sie stehen an der Spitze jener Vertretung, die die Interessen von 120.000 Unternehmerinnen vertritt. Welche Eigenschaften benötigt man für diese verantwortungsvolle Tätigkeit?

Wertschätzung für das Unternehmertum und ein offenes Ohr für Probleme und Anliegen unserer Zielgruppe.

Wie beschreiben Sie Ihre Arbeitsweise?

Organisiert, strukturiert und teamfähig.

Was sind die besonderen Herausforderungen Ihrer Tätigkeit?

Mehr als jedes dritte Unternehmen in Österreich (rund 37 Prozent) wird von einer Frau geleitet und bereits 44 Prozent der Unternehmensneugründungen werden von einer Frau getätigt. Unsere Wirtschaft wird also immer weiblicher. Es ist also unser großes Anliegen, das Ansehen, die Bedeutung und die gerechtfertigten Anliegen der Unternehmerinnen in Österreich gegenüber der Politik, der öffentlichen Meinung oder den diversen Interessenvertretungen auf allen Ebenen mit großer Vehemenz zu vertreten. Konkret geht es darum, weibliche Themen und Positionen noch mehr und stärker zu etablieren.

Was wollen sie im kommenden Jahr für Unternehmerinnen tun?

Frau in der Wirtschaft, als Interessensvertretung für die rund 120.000 österreichischen Unternehmerinnen, setzt sich konsequent dafür ein, dass jede Frau, die den Weg in die Selbstständigkeit wagt, die bestmögliche Unterstützung und Förderung erhalten. Unser Fokus liegt dabei auf folgende drei Schwerpunkten: 1) Ganz oben auf meiner Agenda steht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 2) Brauchen unsere Betriebe mitsamt ihren Mitarbeitern flexiblere Arbeitszeiten, um konkurrenzfähig zu bleiben und zu sein. Und drittens kämpfen wir für eine Entlastung der Unternehmen von unnötiger Bürokratie, von Auflagen oder Berichtspflichten. 

Zusätzlich unterstützen wir die Unternehmerinnen auch beim Schritt in den Export. Wir sind besonders stolz, gerade die erste bundesweite Marktsondierungsreise in die Niederlande nur für weibliche Unternehmerinnen erfolgreich absolviert zu haben. Weiters geht im April 2018 unsere Flagship-Veranstaltung, der bundesweite Unternehmerinnenkongress unter dem Motto „Neue Märkte, neue Chancen“ in Linz über die Bühne, wo wir rund 500 Unternehmerinnen aus ganz Österreich erwarten.

Hilft Ihnen Ihre Ausbildung als Juristin im Job?

Mein juristisches Studium bildet ein gutes Fundament für meine Tätigkeit. 

Welche Voraussetzungen sind nötig, um eine Karriere wie die Ihre zu machen?

Leistungsbereitschaft, Hartnäckigkeit und Flexibilität.

Frauenquote in Aufsichtsräten – ja oder nein?

Nein. Statt die Quotenkeule zu schwingen, wollen wir Frauen zu fördern und ermutigen, Führungspositionen anzustreben. Schließlich geht es nicht nur darum Frauen für Aufsichtsratsposten zu gewinnen, sondern auch darum, Frauen für Führungspositionen auf allen Ebenen zu begeistern und sie am Weg dorthin zu unterstützen.

ABW feiert 10-jähriges Jubiläum, wo waren Sie vor zehn Jahren tätig?

Ich war Fachverbandsgeschäftsführerin des Fachverbands Luftfahrt in der Wirtschaftskammer Österreich.

Welche Tipps haben Sie für angehende Unternehmerinnen?

Gute Vorbereitung ist der erste Schritt zum Erfolg, denn wir wissen: Je höher der Informationsgrad und je mehr in die Vorbereitung investiert wird, desto besser ist die Aussicht auf einen optimalen Start in die Selbständigkeit – und damit auch die Aussicht, erfolgreich am Markt bestehen zu können. Nutzen Sie also unbedingt die Beratungsmöglichkeiten und Serviceangebote unseres Gründerservice in allen neun Bundesländern und holen Sie sich alle notwendigen Informationen und Tools, um durchzustarten. 

Welche Forderungen haben Sie an die Politik?

Die Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen müssen unbedingt verbessert werden. Vor allem bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es noch große Herausforderungen. Daher ist auch die Verbesserung des Kinderbetreuungsangebotes in quantitativer und qualitativer Hinsicht ebenso wie die Flexibilisierung der Arbeitszeit unser großes Anliegen.                                                                                       

Foto: Frau in der Wirtschaft